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Das MoMo in der Pfalz


moensters am 16 Okt 2019 20:25:42

Zur Jungfernfahrt mit dem neuen MoMo ging es in die Pfalz. Ein leicht zeitversetzter Reisebericht....
Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

2.10.

Starenschreck im Weinberg
Nachdem das neue MoMo reisefertig gepackt ist können wir uns auf den Weg machen. Ein Kurztrip in die Pfalz scheint uns genau das richtige für die Jungfernfahrt zu sein. Eine Woche lang wollen wir alles Neue ausprobieren und gucken, was wir an unseren Stauraumlösungen noch optimieren können.
Alles neu
Denn mit dem vielen Platz in der für unsere Verhältnisse gigantischen Heckgarage sind wir leicht überfordert. Und auch an die neue Anordnung der Schränke und Staufächer muss man sich erst mal gewöhnen.
Das Fahren mit der 150PS-Maschine macht auf jeden Fall schon mal mehr Spaß als mit dem alten MoMo. Vor allem bei höheren Geschwindigkeiten läuft es merklich ruhiger und dröhnt nicht so sehr. Gefällt mir!
Auch die Hunde müssen sich umgewöhnen. Es gibt jetzt nicht mehr die kuschelige Höhle unter der Dinette oder einen Rausguckplatz auf der Bank hinter dem Fahrersitz. Stattdessen macht es sich Elli, nachdem die erste Aufregung sich gelegt hat, zwischen Annette und mir bequem und genießt die gelegentliche Streicheleinheit von rechts oder links. Und Mia liegt auf ihrem Lieblingskuschelkissen hinter Annette und scheint damit auch sehr zufrieden zu sein.
Bonnheimer Hof
Wir haben uns den Bonnheimer Hof südlich von Bad Kreuznach als Etappenziel rausgesucht. Es gibt dort einen schönen Stellplatz für Womos und (für uns ja mindestens genau so wichtig) auch etwas leckeres zu essen!
Als wir dort ankommen, sieht alles schon mal vielversprechend aus. Links und rechts des Weges jede Menge Klein- und Großvieh. Und auch der gepflasterte Stellplatz hinter dem Gutshof macht einen guten Eindruck. Eine Stromversorgung würde uns 2€ kosten, aber wir wollen ja gucken, wie lange wir mit unserem neuen Solarpanel auf dem Dach jetzt auch autark stehen könnten. Also Landstrom nur im Notfall!
Durch die Weinberge
Wir wollen uns das Abendessen redlich verdienen. Also nehmen wir die Hunde und machen uns auf den Weg durch die Weinberge.
Denn wir befinden uns hier wieder im Weinbaugebiet. Und wie wir später vom Kellner erfahren, befinden wir uns am Übergang vom Weinbaugebiet an der Nahe zu Rheinhessen. Aber auf jeden Fall schon in der Nordpfalz.
Es ist eine herrliche Herbstabendstimmung. Nicht mehr sommerlich warm, aber trotzdem sonnig. Und noch nicht so kühl, dass man trotz Sonnenscheins leicht frieren würde. Perfekt.
Der Kracher
Wir spazieren durch die Weinberge und wundern uns über das stete Böllern, was man immer wieder hört. Ist hier tagsüber Jagd? Annette hat aber eine logische Erklärung: In der Ferne kann man einen Steinbruch sehen. Es werden also Sprengungen sein.
Als wir weiter gehen hören wir lautes Raubvogelgeschrei. Aber so sehr wir auch Ausschau halten: Am Himmel ist tote Hose. Wir vermuten, dass die Vögel in einem Wäldchen leben, was man auf einer Bergkuppe sehen kann. Nur komisch, dass man keinen von ihnen am Himmel sieht!
Erst als wir auf dem Rückweg sind, fällt bei mir der Groschen. Denn urplötzlich hört das wüste Zetern der Raubvögel auf. Wie kann das denn sein? Und ich zähle eins und eins zusammen: Die leckeren Weintrauben schmecken bestimmt nicht nur uns Menschen! Und als ich etwas genauer in die Reben schaue, sehe ich auch, woher diese wirklich beängstigende Geräuschkulisse kommt: Es sind Lautsprecher, die über den Weinberg verteilt mal hier mal da für Radau sorgen. Es sind akustische Vogelscheuchen, die kleinere Vögel abschrecken sollen!
Und wie wir dann schon vermuten, sind auch die Böller nicht von einer Jagdgesellschaft oder einem Steinbruch, sondern auch diese dienen der Abschreckung. Wie wir von zwei ansässigen Hundespaziergängern erfahren läuft das ganze unter dem Begriff Starenschreck...
Spansauessen
Bevor wir auf unseren Weg durch die Weinberge aufgebrochen sind, hatten wir noch einen Tisch im Bonnheimer Hof reserviert. Denn heute Abend gibt es eine Spansau als Spezialitätenangebot. Wir sind dabei!
Und es lohnt sich. Denn nicht nur ist das ausgewachsene Spanferkel sehr lecker, auch die zum Spansauessen gehörenden Salate, die Füllselkartoffeln und der Federweißer munden uns gar köstlich. Ich muss allerdings, trotz Riesenhunger, vor den letzten paar Bissen kapitulieren. Und als Annette mir erzählt, dass ja auch noch ein Nachtisch zum Spansauessen gehört, bin ich wohl leicht blass geworden. Aber für eine Schokoladencreme ist dann ja doch irgendwie immer noch Platz...
Wir kippen aber nachher im MoMo trotzdem noch prophylaktisch einen Killepitsch zum Verdauen...

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moensters am 16 Okt 2019 20:26:18

3.10.


Pfälzer Höhen
Unsere erste Nacht im neuen MoMo! Und da die Leselampe im Eura, anders als bei unserem Knaus, auf der rechten Seite angebracht ist, liegen wir jetzt genau anders herum als gewohnt. Das irritiert mehr als man meinen sollte! Aber es unterstreicht auch noch mal, das alles anders wird. Gut so!
Schöner Stellplatz
Wir genießen in vollen Zügen das Frühstück am fast doppelt so großen Tisch in unserer Rundsitzgruppe. Endlich kein Frühstücksjenga mehr mit den Frühstücksutensilien! Und ich male mir schon aus, wie das wird, wenn man nicht auf den Parkplatz einer Gutsschänke guckt, sondern auf Fjorde, Strände oder Berggipfel.
Uns zieht es weiter. Aber nur ein paar Kilometer weiter südlich. Denn in Waldgrehweiler soll es am Wasserhaus einen hochgelobten kostenlosen Stellplatz im nördlichen Pfälzerwald geben.
Wir fahren entspannt durch leicht geschwungene Straßen vorbei an kleinen Örtchen und leider schon fast verblühten Sonnenblumenfeldern und Wildwiesen. Im Sommer hat das hier bestimmt toll ausgesehen! Aber auch jetzt gefällt uns die Landschaft gut. Sehr ländlich, sehr ruhig. So wie wir es mögen.
Der kostenlose Stellplatz am Wasserhaus ist dann wirklich ein kleines Schmuckstück. Zwei terrassenartige Ebenen, Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten, eine Tafel mit den Wanderwegen der Region und sogar ein kleines Buch- und Spielhaus in dem man sich im Austausch gerne auch ein Buch (oder Spiel) nehmen darf. Das alte Wasserhaus beinhaltet dann die Sanitäranlagen, die gegen eine Gebühr von 10€ genutzt werden dürfen. Wenn nicht die Ver- und Entsorgungssäule defekt wäre also ein klasse Platz! Wir fragen uns nur wofür? Denn im Ort gibt es leider keine Bäckerei oder ein Restaurant, wo man dann sein Geld lassen kann. Wir freuen uns aber trotzdem über ein so tolles Angebot.
Auf die Hochebene
Um die Spansau von gestern abzutrainieren wollen wir uns heute etwas bewegen. Und die Auswahl an Wanderwegen ist erstaunlich vielfältig und bestens beschrieben und ausgeschildert. Auch hiervon sind wir begeistert. Wir entscheiden uns für die Uhu-Route, die uns auf die Hochebene auf dem Roßberg bringen wird.
Unsere Sorge, dass der erste Teil entlang der Landstraße unangenehm werden würde, erweist sich als unbegründet. Die Straße ist wenig befahren und breit genug. Die Landschaft um uns herum befindet sich noch in den Herbst-Startlöchern. Hier und da ein bisschen gelb und rot, aber größtenteils noch grün.
Wir erreichen recht bald die Wolfsmühle, die ein bisschen wie ein Lost Place aussieht. Alles zugewuchert und verwunschen, aber in den intakten Fenstern hängen Gardinen. Wenn hier wirklich noch jemand wohnt, ist das nachts bestimmt irgendwas zwischen stimmungsvoll und gruselig!
Nachdem wir die Wolfsmühle hinter uns gelassen haben geht es bergauf. Da wir uns bei Temperaturen um die 10° etwas wärmer angezogen haben, kommen wir ganz gut ins Schwitzen. Aber wenn man eine kleine Rast mit dem Ausblick über den nördlichen Pfälzer Wald machen kann ist die Anstrengung auch wieder schnell vergessen. Schön hier!
Windradpark
Im weiteren Verlauf kommen wir durch einen Windradpark, in dem sich die Räder bei leichtem Nieselregen nur mäßig begeistert drehen. Immerhin können wir am Quietschen eines Windrades erkennen, dass diese sich offensichtlich nach der Windrichtung ausrichten. War mir vorher noch nie so aufgefallen. Und die Aussicht von hier oben auf dem Roßbergplateau ist wirklich beeindruckend.
Auf dem Weg zurück zum MoMo begegnen uns noch 3 Rehe und 2 Wanderer, die ebenfalls mit ihrem Womo am Wasserhaus stehen. Wir empfehlen ihnen den Weg nach oben, sind aber dann doch froh, als wir es uns im MoMo wieder gemütlich machen können.
Gemütlicher Abend
Annette erweist sich dann noch als guter Engel und erklärt zwei Frauen, die das erste Mal mit einem Mietwomo unterwegs sind, dass es keine so gute Idee ist, eine Chemietoilette in ein reguläres Klo zu entleeren. Geht euch das als erfahrene Wohnmobilisten auch so, dass ihr immer denkt, dass die anderen auch schon alte Hasen sein müssen? Dabei dürfte die Quote der Ersttäter oder Gelegenheitsmieter doch viel höher sein!
Wir genießen den Abend in unserer Hecksitzgruppe, da es fürs Draußensitzen leider schon zu kühl ist. Aber von Stunde zu Stunde kommt uns das neue MoMo vertrauter und schöner vor. Denn auch das Kochen und die Mahlzeiten kommen einem im neuen Fahrzeug irgendwie auf einmal bedeutend schöner vor.

hantomsteini am 17 Okt 2019 14:02:50

Hallo Micha und Annette, herzlichen Glückwunsch zum neuen Mobil, ihr habt bestimmt viel Freude daran und die Hecksitzgruppe ist sowieso nicht zu toppen!
Wie immer verfolge ich euren Blog und wie immer bin ich begeistert von euren reich bebilderten Reiseberichten. Danke dafür sagt

Hanne (mit Thomas und Labbi-Opa Moritz) aus der Nachbarschaft

moensters am 17 Okt 2019 22:31:00

Hallo Hanne, Dankeschön! Und Gruß zurück nach Wuppertal!

Es geht weiter:


Nebelberg
Der Herbst kommt jetzt aber mächtig!
Draußen ist es üsselig und wir beschließen, das ganze erst mal auszusitzen. Buchstäblich. Denn in der kuscheligen Rundsitzgruppe lässt es sich gut leben. Wir fühlen uns schon langsam heimisch im neuen MoMo.
Erst gegen Mittag brechen wir auf und haben uns den Donnersberg als Zwischenziel ausgeguckt. Vielleicht ist der ja so hoch, dass wir wie in St. Odile im Elsass über die Wolken kommen und in der Sonne sitzen. Aber Pustekuchen. Ganz im Gegenteil landen wir oben erst so richtig in der Wolkensuppe. Und die anderen scheinen das alle geahnt zu haben - wir sind quasi alleine hier oben.
Aber da wir schon Mal da sind, beschließen wir, wenigstens ein bisschen die Umgebung zu erkunden. Direkt neben dem Parkplatz gibt es die Keltenmauer, die hier beispielhaft wiederhergestellt wurde. Gucken wir uns an, sind aber bei dem feuchten Wetter nur mäßig beeindruckt.
Der allwissende Pfälzer
Auf einmal ruft uns ein älterer Mann zu, dass wir doch mal rüber kommen sollen. Er ist rustikal gekleidet und passt irgendwie wie Pott auf Deckel an diesen Ort. Aber vor allem ist er sehr, sehr redefreudig. Wir erfahren alles, was es an Wissenswertem über die Umgebung zu erzählen gibt. Insbesondere das Uhrenmuseum in Rockenhausen legt er uns sehr ans Herz. Es stellt sich heraus, dass er die Hütte neben dem Ludwigsturm bewirtschaftet und auch den Schlüssel für den Turm hat. Wir könnten gerne hinaufgehen und ihm nachher eine Spende dalassen.
Wir steigen hinauf und sind beeindruckt. Nicht von der Aussicht, aber davon, wie wenig wir sehen. Denn wenn hier nicht die Aussichtstafeln anzeigen würden, was man sehen könnte, wenn die Sicht besser wäre, könnte man auch meinen, dass hier gar nichts besonderes ist. Immerhin ist die Wendeltreppe unser heutiges Fitnessprogramm.
Wieder unten angekommen geht der unermüdliche Redefluss unseres Pfälzers weiter. Denn er hat nicht nur viel Wissen über die Umgebung, sondern auch diverse Spezialitäten im Angebot. Neben dem obligatorischen Saumagen und Leberwurst auch noch diverse Honige, Biere, Würste und Schafskäse. Und wirklich zu jedem Produkt kriegen wir nicht nur die Empfehlung, dass es natürlich das weltbeste seiner Art sei, sondern auch detaillierte Infos zum Herstellungsprozess samt Hersteller. Wir fragen uns, ob er grundsätzlich so gesprächig ist, oder nur, weil wir nahezu die einzigen sind, die sich heute hier hoch verirren werden...
Friedhofsruhe
In Kallstadt soll es nicht nur viele Winzer an der Weinstraße geben, sondern auch einen kostenlosen Stellplatz am Friedhof. Der ist dann sogar besser als erwartet. Denn es ist ein von Bäumen umfasster Grasplatz, an dem wir einen schönen Platz an der Friedhofsmauer finden.
Abends gehen wir bei leichtem Nieselregen in den Ort und werden im alten Kelterhaus fündig. Die Schweinebäckchen in Rotweinsauce waren wirklich sensationell!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

moensters am 17 Okt 2019 23:06:48

Ruinen mit Einkehr
Wir starten spät. Schon voll im Urlaubsmodus.
Unser erstes Ziel ist Bad Dürkheim, das wir per Abkürzung über den Berg erreichen. Also, genauer gesagt erreichen wir erst mal den etwas außerhalb der Stadt gelegenen Womostellplatz, den wir aber mal so gar nicht attraktiv finden. An der Umgehungsstraße gelegen und wenig einladend angelegt. Eher ein großer Rasenparkplatz mit ein paar Bäumen. Aber dafür großzügig und mit Entsorgung.
So ein Scheiß
Und wir lernen wieder mal dazu. Gemüter mit empfindlichem Magen mögen bitte im übernächsten Abschnitt weiterlesen... Vor uns ist ein Campingbus, der in die schon reichlich mit Abwasser gefüllte Mulde für die Grauwasserentsorgung fährt. Verstopft? Pfiffigerweise hat er eine Kunststofffußmatte dabei, die er am Rande in die Mocke legt, sich dann weit unter seinen Campingbus an den Ablasshebel beugt und offensichtlich die Toilette entleert. Denn das schwarzgraue Wasser färbt sich auf einmal gelbbraun... Zum Abschluss wieder eine akrobatische Übung um das Ventil zu schließen, bei der man sensationslüstern mitfiebert, ob er das Gleichgewicht verliert und in der eigenen Schlotze landet. Aber stattdessen wird der ockerfarbene Anteil brav mit einem Besen in Richtung Abfluss gekehrt, so dass es fast schon wieder ordentlich aussieht. Und die angesifften Utensilien werden wieder im Fahrerhaus des Busses deponiert. Brrrrrr!
Auch als wir an der Reihe sind, gibt es kuriose Erlebnisse. Während wir die Wasserversorgung anschließen, kommt schon mal der Herr aus dem Womo hinter uns und entleert ohne mal zu fragen seine Toilette neben uns. Wir sind echt perplex. Und eine Minute später kommt schon der nächste Waldschrat mit seiner Toilette an. Den habe ich dann doch mal angesprochen, dass er bitte warten möchte... Was ist denn bitte mit den Leuten los, dass sie nicht mehr warten und vor allem nicht mal fragen können?
Kurstadt mit begrenztem Flair
Anschließend parken wir auf dem riesigen Parkplatz am Kurpark von Bad Dürkheim. Kurz bevor wir aussteigen, sehen wir noch ein Trüppchen von 3 Männern, die sich merkwürdig interessiert die geparkten Womos angucken. Checken die aus, wo sie als nächstes einsteigen wollen? Wir beobachten die Szenerie aus dem MoMo und sind erleichtert als sie sich in ihrem Mercedes setzen und wegfahren. Trotzdem ein komisches Gefühl...
Wir spazieren durch die Straßen von Bad Dürkheim, aber irgendwie kriegt uns dieser Ort nicht so richtig. Es ist eine aufgeräumte Kurstadt mit Kasino, einem schönen Park, einer riesigen Saline, aber ohne das gewisse Etwas, das eine Stadt für uns spannend macht. Und vielleicht ist es auch nur dass ungute Gefühl, dass AfD-Wahlkämpfer auf den Straßen sind und von einer Passantin wohl zurecht lautstark beschimpft werden.
Immerhin werden wir in einer Buchhandlung fündig und kaufen uns einen Straßenatlas für Deutschland. Denn während wir von unseren ausländischen Reiseländern immer gerne eine physische Straßenkarte haben sind wir für Deutschland da völlig blank. Letzten Endes wird es nach ausgiebigem Vergleich die Karte vom ADAC im Maßstab 1:200.000, da sie uns am übersichtlichsten erscheint und vor allem die landschaftlich schönen „grünen“ Straßen anzeigt.
Leckerschmecker
Unser Weg führt uns weiter zur Burgruine Hardenburg. Von dort kann man eine Wanderung zur Klosterruine Limburg machen. Genau das, was wir heute brauchen, um unsere leckeren Essen von gestern abzuarbeiten.
Und es könnte kaum besser für uns kommen. Denn nachdem wir uns unten im Tal erst mal orientieren mussten, wo wir sind, ist es dann um so einfacher: Einfach den Schildern zur Burg folgen und nach einer machbaren Steigung ist man schon da. Die Ruine mit ihren roten Sandsteinmauern sieht imposant aus, wir ziehen aber zunächst mal vorbei.
Denn mit der Lindenklause gibt es nach wenigen Schritten eine leckere Alternative. Eine typisch pfälzische Hütte mit dem vollen Programm von Schorle und deftiger pfälzischer Küche. Wir entscheiden uns dafür, uns vor der Wanderung noch mal zu stärken (wir finden echt immer einen Grund, oder?) und bestellen rote und weiße Schorle und Flammkuchen und gebratene Blutwurst. Und es ist besser, als man es von einem Hüttenessen erwarten dürfte. Vor allem der Flammkuchen würde auch im Elsass bei jeden Wettbewerb bestehen!
Von Ruine zu Ruine
Der Weg zur Klosterruine Limburg fällt uns danach nicht schwer. So eine Schorle beflügelt die Schritte schon sehr! Nach einer guten Stunde haben wir sie erreicht. Und Annette schimpft, dass ich zunächst mal nicht sehr beeindruckt bin, da sie teilweise schon zu „ordentlich“ nach Instandsetzung aussieht.
Und ich stelle fest, dass man nach Schottland wahrscheinlich für die meisten Burgruinen auf dem Kontinent versaut ist. Aber wenn ich da an die tollen Klöster in den schottischen Borders denke, ist das im Vergleich einfach nicht das gleiche. Aber der Blick in die Ebene unter uns ist trotzdem schön.
Business as usual
Als wir zum MoMo zurückkommen ist es schon dämmerig. Um 18 Uhr! Wir müssen uns erst mal wieder auf den Herbst einstellen. Wir steuern einen Wanderparkplatz im Wald an, müssen aber feststellen, dass uns das Navi in die Irre leitet. Denn unsere Straße endet an einem unbefestigten Forstweg. Hm, was tun? Da wir heute nicht viele Kilometer gemacht haben, beschließen wir das naheliegende: Wir kehren einfach zum schön unspektakulären Friedhofsplatz in Kallstadt zurück!
Als wir dort ankommen, ist diesmal der Platz allerdings schon gut gefüllt. Unser Platz von letzter Nacht steht nicht mehr zur Verfügung. Also nehmen wir den gefühlt letzten halbwegs ebenen Platz und verkrümeln uns für den Rest des Tages im muckeligen MoMo, da wir unser Leckerschmeckeressen ja schon in der Lindenklause hatten. Und zu unserer Überraschung stellt sich später noch ein Kuschelcamper quasi in die Durchfahrt noch neben uns. Kann man machen, muss man aber nicht...

moensters am 18 Okt 2019 19:54:21

Friedhof und Scheune
Vom Wetter werden wir diesmal wahrlich nicht verwöhnt. Zwar war die Nacht trocken, aber dafür fängt es wie vorhergesagt in den Morgenstunden zu regnen an und hört auch für den Rest des Tages nicht mehr wirklich auf.
Und uns ist das auf eine Weise sogar recht. Da können wir direkt mal die Fähigkeiten des neuen MoMos als Schweißwetterrefugium testen. Und was soll ich sagen? Alles bestens! Gemütlich, warm und dank der vielen Fenster sogar bei diesem trübselig grauen Wetter recht hell. Da kann man so einen Tag schon mal aushalten.
Scheunenentdeckung
Als wir uns am frühen Nachmittag in einer kurzen Regenpause dann doch mal zum Durchlüften nach draußen wagen machen wir sogar noch eine schöne Entdeckung. Von den anderen Gaststätten des Ortes hatten wir schon gelesen, aber von der Scheier hatten wir noch gar nichts gehört. Da gehen wir mal rein!
Wäre das ganze nicht so gut ausgeschildert, könnte, nein müsste man es eigentlich fast verpassen. Denn die Scheier ist in einem hinteren Hinterhof versteckt. Im Sommer kann hier bestimmt ganz gemütlich draußen sitzen. Aber heute gehen wir lieber rein. Drinnen ist alles modern stylish gestaltet. Eine ganz schöne Abwechslung zum manchmal doch sehr rustikalen Pfälzer Stil.
Wir bestellen uns jeder ein Stück Kuchen und, weil wir halt in der Pfalz sind, nicht einen Kaffee, sondern einen Neuen Wein, wie der Federweißer hier auch gerne genannt wird. Annette weiß, ich rot. Schmeckt lecker, hat aber irgendwie schon mehr Umdrehungen als ich von unserem üblichen Supermarkt-Federweißen gewohnt bin. Hicks!
Und nachdem wir die nächsten paar Regenschauer wieder im MoMo hinter uns gebracht und einen Kuschelcampnachbarn hinzugewonnen haben, zieht es uns abends dann einfach nochmal in die Scheier. Denn auf der Karte waren hier auch die traditionellen Pfälzer Gerichte mit Saumagen, Leberknepp, Bratwürsten und Sauerkraut. Reicht uns heute völlig. Dazu noch einen Wein, bzw. für mich heute mal eine Rotweinschorle. Was mir den ungläubigen Blick der Bedienung einbringt: „Also mit Sauerwasser? Das trinkt hier keiner!“ Und ich lerne für mich heute einen neuen Begriff: Sauerwasser ist pfälzisch für Sprudel. Nie zuvor gehört!
Nach dem leckeren Essen zieht es uns wieder zurück ins MoMo. Denn dort können wir noch den wie immer solide guten Polizeiruf aus Rostock gucken. Ist eigentlich noch jemand der Meinung, dass Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau die mit Abstand besten Ermittler am Sonntagabend sind?

moensters am 18 Okt 2019 20:28:26

Monster im Ungeheuer
Das sieht doch schon besser aus! Der Regen hat aufgehört und man kann morgens schon hier und dort mal blaue Himmelsfetzen entdecken. Ein Tag zum Wandern.
Wir fahren nach einer diesmal gänzlich unekligen Entsorgung in Bad Dürkheim weiter die Weinstraße entlang. Nach Forst. Dort kann man an der Mehrzweckhalle parken. Diese liegt zwar direkt an der Weinstraße, aber wir denken, dass es für eine Nacht schon gut passen müsste. Denn wir wollen hier das MoMo parken und eine Wanderung durch die Weinberge oberhalb von Forst, Deidesheim und Ruppertsberg machen.
Weinberge, Weinberge, Weinberge
Auf den ersten Metern checken wir schon mal, wo man heute Abend ein Abschiedsessen einlegen könnte. Und das Ungeheuer scheint uns da eine nicht ganz schlechte Wahl zu sein. Zum einen passt es doch gut, wenn wir Mönsters im Ungeheuer speisen (Name verpflichtet!), aber zum anderen ist auf der Karte wirklich viel Gutes zu entdecken - eigentlich könnten wir uns durch das gesamte Angebot futtern!
Aber jetzt wollen wir erst mal durch die Weinberge streifen. Verirren kann man sich hier wahrlich nicht. Alles ist klar in verschiedenen Höhenlagen geordnet und man kann sich im Prinzip aussuchen, in welcher Höhe man parallel zur Weinstraße über dem Ort entlang geht.
Der Herbst kommt gerade erst in Schwung, so dass die Blätter größtenteils noch grün sind und sich nur ein paar einzelne Blätter in Richtung gelb oder rot verabschieden. Wir genießen trotzdem den Blick in die Ferne in Richtung Rheinebene.
Pfälzer Leckereien
In Ruppertsberg spekulieren wir darauf, in einer der Gaststätten einzukehren, aber hier ist alles dicht. Ein Montag scheint nicht der beste Tag für unser Vorhaben zu sein. Also geht es weiter nach Deidesheim, wo die Lage dann Gottseidank schon anders aussieht. Wir haben die Auswahl zwischen den verschiedensten Einkehrmöglichkeiten und entscheiden uns richtigerweise für den Schwanen mit seinem großen Innenhof.
Obwohl die Mittagszeit schon eher vorbei ist, sind die Tische gut besetzt. Schön, dass wir trotzdem noch einen finden! Und dann gibt es natürlich den „neuen Wein“, der mir komischerweise mehr nach Apfelmost als nach Federweißem schmeckt. Und dazu wirklich vorzügliche Flammkuchen, mit herrlich dünn-knusprigem Teig.
Entspannungszeit
Wir sind selbst überrascht, wie wenig uns die 12 Kilometer angestrengt haben, als wir schließlich wieder am MoMo ankommen. Aber wie schön ist es, sich dann trotzdem wohlig-faul in den Alkoven für ein Spätnachmittagsschläfchen zurückzuziehen? Habe ich schon erwähnt, dass wir mit dem neuen MoMo sehr zufrieden sind...?
Leckeres Ungeheuer
Für den Abend haben wir dann sicherheitshalber einen Tisch im Restaurant Ungeheuer reserviert. Wäre aber heute, an einem Montag, nicht nötig gewesen. Was wir vor allem komplett verblüfft merken, als wir gefühlt 5 Minuten nach der Bestellung schon unser Essen serviert bekommen. Die sind ja von der schnellen Truppe!
Klärt sich aber schnell auf, wenn man unsere Bestellung berücksichtigt. Das Hirschgulasch ist halt eh schon fertig und auch mein Balsamicorinderbraten mit Kartoffelgratin ist sicherlich schon fertig gewesen. Lediglich das Gemüse musste dann noch zubereitet werden.
Wir unterhalten uns nach dem Essen noch ein bisschen mit einem älteren Ehepaar. Als wir erzählen, dass wir aus der Nähe von Wuppertal kommen, leuchtet ihr Gesicht auf: „Ach, wie in dem einen Loriot-Sketch!“ und wir sind anschließend beeindruckt, dass die Frau wohl sogar einmal Loriot persönlich kennengelernt hat. Wir sind jetzt also um ein paar Ecken mit Loriot bekannt!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Das war unser Reisebericht aus der Pfalz. :-)

Morgen geht es dann weiter mit unserer aktuellen Fahrt durchs wunderbare französische Jura! Wir haben viel nachzuberichten ...

frankjasper8 am 18 Okt 2019 20:41:37

Liebe Moensters,

das war ja eine tolle "Jungfernfahrt" mit dem MoMo II. Wenn auch das Wetter nicht ganz so auf Eurer Seite war, so konntet Ihr dennoch gleich den "Kuschelfaktor" des neuen Mobils erfahren.
Vielen Dank, daß Ihr uns auf dieser Reise mitgenommen habt! :)

Bin schon auf Eure nächsten Touren gespannt, wie Ihr Euch im neuen MoMo eingelebt habt. :)

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