Von Karlskrona nach Stockholm
08.05. bis 16.05.2018
Dienstag, 08.05.2018 (Tag 14)
Karlskrona - Kalmar: 106 km; gesamt: 1418 km
Camping Stensö; GPS: 56°39´01´N; 16°19´38´´E.
[/url]Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von diesem herrlichen Platz, aber erst nachdem wir in Ruhe bei etwa 20 Grad gefrühstückt hatten. Auf fast leeren Straßen erreichten wir dann unser heutiges Ziel.
Kalmar ist eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Städte des Landes. Seit dem 14. Jh. stand sie immer wieder im Zentrum militärischer Auseinandersetzungen, da seit dieser Zeit Schweden, Norwegen und Dänemark um die Vorherrschaft kämpften. Ausdruck dieses Machtgerangels ist auch die hiesige Burg. Die Ursprünge des Schlosses reichen ins 12. Jh. zurück. Der repräsentative Ausbau begann im 15. Jh. Die Brandkatastrophe 1647 zerstörte das Anwesen weitgehend. Erst ab 1850 begann die Restauration, die bis 1980 in der heutigen Form abgeschlossen wurde. Ein Gang durch die nur spärlich ausgestatteten Räume lässt den Glanz vergangener Zeiten erahnen.
[/url]Schloss Kalmar
Der anschließende Spaziergang führte uns durch die Stadt zum Dom, der mich in seiner Schlichtheit beeindruckte. Die Hitze machte eine Kaffeepause nötig (zwei Tassen Kaffee/Tee und ein Stück Kuchen ca. 13 €) bevor wir den Heimweg antraten.
[/url]Der Altarraum des Domes zu Kalmar
Mittwoch, 09.05.2018 (Tag 15)
Kalmar - Ekerums/Öland – Rundfahrt Nord: 214 km; gesamt: 1632 km
Camping Ekerums; GPS: 56°47´37´N; 16°34´00´´E.
Über die 1972 erbaute etwa 6 Kilometer lange Brücke erreichten wir die Urlaubsinsel der Schweden und der schwedischen Königsfamilie. Wieder hatten wir Glück mit einem herrlichen Platz direkt am Wasser. Von hier können wir heute Abend den Sonnenuntergang genießen.
Etwas nördlich unseres Platzes liegt die Ruine des Schlosses Borgholm. Bis ins 18. Jh. war es Machtzentrums und Sitz der Herrscher von Schweden. 1806 brannte es bis auf die Grundmauern nieder und verlor an Bedeutung.
[/url]Die Ruine des Schlosses Borgholm
Ganz in der Nähe liegt Schloss Solliden, die Sommerresidenz der heutigen Herrscherfamilie. Da Kronprinzessin Victoria anwesend war, konnten wir auch den sonst der Öffentlichkeit zugänglichen sehenswerten Garten nicht betreten.
Das Runensteinmuseum in der Kirche von Köpingsvik war für mich eher enttäuschend, genauso wie die Felsenküste von Raukomrade.
[/url]Die Felsenküste von Raukomrade
Schließlich besuchten wir noch die nördlichste Spitze der Insel mit seinem Leuchtturm, dem „Langen Erik“.
[/url]Die für die Insel typischen Windmühlen, die steinübersäten Felder und auch die vielen Weißdornbüsche sowie die gelben Rapsfelder und Löwenzahnwiesen rundeten diese erste Fahrt in den Norden der Insel ab.
[/url]Donnerstag, 10.05.2018 / Christi Himmelfahrt (Tag 16)
Ekerums/Öland – Rundfahrt Süd: 150 km; gesamt: 1782 km
Camping Ekerums; GPS: 56°47´37´N; 16°34´00´´E
Der heutige Tag kam mir vor wie die Fahrt durch ein riesiges Freilichtmuseum. Bei strahlend blauem Himmel aber etwas kühleren Temperaturen besuchten wir Grabfelder, die bis 1000 BC zurückgehen und wegen ihrer Form auch als Schiffslegungen bezeichnet werden.
[/url]Schiffslegung bei Gettlinge
Wir fuhren an hunderten Windmühlen vorbei, große und kleine, gut erhaltene und verrottete, rot angemalte oder aus unbearbeitetem Holz, alleine stehend oder in Gruppen von bis zu fünf.
[/urlWindmühlengruppe bei Lerkaka
Wir suchten nach Runensteinen, die überall standen nur nicht da, wo sie gemäß Reiseführer hätten sein sollen.
[/url]Und schließlich liefen wir durch eine der Fluchtburgen, die wegen der ständigen Kämpfe zwischen rivalisierenden Königen, der einfachen Bevölkerung den notwendigen Schutz boten.
[/url]Fluchtburg „Eketorps Borg“
Auch ärgerten wir uns wieder über Kirchen, die obwohl als besonderes Kleinod beschrieben, geschlossen waren.
Auf den Straßen ging es heute etwas lebhafter zu, denn Kolonnen von Wohnmobilen begegneten uns, scheint doch aufgrund des Feiertages und des langen Wochenendes halb Schweden unterwegs zu sein.
Aber Alles läuft hier in einer Ruhe und Gleichmut ab, die uns immer wieder staunen lässt. Nicht nur die Stille in der Natur wirkt beruhigend sondern auch der Umgang der Menschen untereinander. Dies wirkt sich auch wohltuend im Straßenverkehr aus. Mal sehen, wie das wird, wenn wir uns langsam Stockholm nähern.
Freitag, 11.05.2018 (Tag 17)
Ekerums/Öland - Västervik: 176 km; gesamt: 1958 km
Camping Lysingsbadet; GPS: 57°44´17´N; 16°40´06´´E.
Ein kühler Wind empfing uns heute Morgen. Der absehbare Regen reduzierte sich jedoch auf ca. 100 Tropfen, bevor die gewohnte Sonne wieder hervorkam. So erreichten wir nach der Überquerung der Öresund Brücke in knapp 3 Stunden unser Tagesziel.
[/url]Öresund Brücke
Samstag, 12.05.2018 (Tag 18)
Västervik - Stockholm: 274 km; gesamt: 2232 km
Camping Brädeng; GPS: 59°17´44´N; 17°55´23´´E.
In ruhiger Fahrt erreichten wir heute Nachmittag Stockholm. Nur bei Söderköping legten wir eine kurze Pause ein. Allerdings konnte ich kein Schiff auf dem Kanal im Bild festhalten. Diese Wasserstraße erstreckt sich von Mem an der Ostsee bis an den Vänersee, ist 190 Km lang und überwindet mit 58 Schleusen einen Höhenunterschied von etwa 100 Metern.
[/urlSonntag/Mittwoch, 13.-16.05.2018 (Tage 19-22)
Stockholm
Camping Brädeng; GPS: 59°17´44´N; 17°55´23´´E.
Bei blauem Himmel und sommerliche Hitze starteten wir die Erkundung einer der schönsten Hauptstädte Europas. Und es war wirklich faszinierend. Vor allem die Tatsache, dass die Region über Jahrhunderte keinen Krieg erdulden musste, und die Stadt nach dem Großbrand 1697 komplett neu aufgebaut wurde, prägen das heutige Gesicht Stockholms. Auch der Reichtum dieser Handelsmetropole wurde immer wieder deutlich, seien es u.a. die prunkvolle Kirche der deutschen Gemeinde, die Hochzeitskirche der Könige oder das von Barock und Renaissance beeinflusste Bild des Stadtschlosses und vieler repräsentativer Gebäude. Vor allem ist aber auch die Lage der Stadt, deren Zentrum auf 14 Inseln liegt, die mit 53 Brücken untereinander verbunden sind, entscheidend für das beeindruckende Bild. Und dabei gibt es unzählige kleine verwinkelte Gässchen, malerische Plätze, gemütliche Lokale und exklusive Shopping Malls, alles bevölkert von Menschen aus aller Welt, die dem Ganzen einen kosmopolitischen Anstrich geben. Und trotzdem hat auch die Historie ihren Platz in der Stadt. Die militärische Parade anlässlich des Wechsels der Wachen am Schloss, ein seit Jahrhunderten unverändertes Zeremoniell, wäre in dieser von Marschmusik, Stechschritt und farbenprächtigen Uniformen geprägten Form in Deutschland nicht möglich.
[/url]Der Stortorget
[/url]Prachtbauten in der Innenstadt
[/url]Kleinste Gasse der Stadt mit nur 90 cm Breite
Eine Fahrt über den Mälarsee und vorbei an einigen Schäreninseln brachte uns zum Schloss Drottningholm, der heutigen Residenz der Königsfamilie. Der Ursprung des Anwesens geht auf das Ende des 16. Jh. zurück, und wurde der Kronprinzessin Louisa Ulrika, einer Schwester Friedrichs des Großen, anlässlich ihrer Hochzeit mit dem schwedischen Thronfolger 1744 geschenkt. Während einer Führung wurden uns die verschiedenen repräsentativen Räume gezeigt, allerdings nur teilweise und spärlich möbliert, und dennoch durch ihre voluminösen Gobelins und Gemälde beeindruckend. Auch die wissenschaftliche Privatbibliothek der Königinnen, dem Stil der damaligen Zeit entsprechend fast ausschließlich in französischer Sprache, war sehenswert. Ein Spaziergang durch den Barockgarten beendete den Besuch.
[/url]Schloss Drottningholm
Weiter in der Vergangenheit blieben wir bei einem Besuch des ersten Freilichtmuseums der Welt, das 1891 von Artur Hazelius ins Leben gerufen wurde. Seit dieser Zeit wurden systematisch Bauernhäuser, Kirchen, Gutshöfe, Almhütten, Windmühlen und Speicherhäuser aus allen Teilen des Landes hier gesammelt. Sie vermitteln einen guten Überblick über das Leben der Bevölkerung im 18./19. Jh. Mir fiel allerdings zum wiederholten Male auf, dass sich die Situation der Menschen in der damaligen Zeit kaum voneinander unterschied, egal ob sie im Baltikum, Ungarn oder Schottland lebten. Es war überall ärmlich, einfach, anspruchslos und beengt, in keinster Weise mit unseren üppigen Ansprüchen heute zu vergleichen.
[/url]Gehöft aus dem 19. Jh. aufgebaut im Freilichtmuseum
Die Vasa, das mächtigste Schiff König Gustav Adolfs, sollte 1628 nach nur 2 Jahren Bauzeit, zur Jungfernfahrt auslaufen. Der König hatte allerdings verfügt, dass ein zusätzliches Kanonendeck eingebaut werden sollte, um zu vermeiden, dass die Dänen mit ihrem Neubau ein größeres Schiff als die Vasa besitzen. Da die Statik allerdings nicht verändert wurde, stieg die Wasserlinie bis auf Höhe des untersten Kanonendecks. Deshalb sank die Vasa noch im Hafen nach wenigen Metern Fahrt innerhalb von nur 3 Minuten. Dort lag sie dann für 333 Jahre. Erst 1961 konnte das versunkene Wrack erst geortet und anschließend in einem komplexen Verfahren gehoben werden. Heute kann man dieses Wunderwerk in einem eigens dafür erbauten Museumpavillon bewundern. Es ist ein
wahrlich grandioses Bild.
[/url]Die Vasa
Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in der schwedischen Hauptstadt unternahmen wir einen Ausflug in die Welt der Schären, jenen Tausenden von kleinen Inseln, die nur in geringem Umfang bewohnt, in der Masse aber Felsen unterschiedlicher Größen sind und aus dem Meer herausragen. Vaxholm versteht sich als die Hauptstadt des Schärenreiches. Es ist ein kleines Fischerstädtchen mit hübschen farbige Häusern, netten Lokalen und einer aus dem 16. Jh. stammenden Festung. Wir erreichten die Stadt über zwei Fähren, denn die vielen kleinen und großen Wasserarme müssen ja irgendwie überwunden werden. Diese Schiffe kosten nichts und verkehren in kurzen Abständen ohne große Wartezeiten.
[/url]Eine Insel im Schärengarten
Was nicht nur uns sondern auch vielen Schweden Probleme bereitete, war das Lösen eines Parktickets. Dieses ist seit einigen Wochen nur noch über Kreditkarten möglich. Wenn dies wie in unserem Fall nicht funktioniert muss man einer vorgegebenen Nummer eine SMS mit Geburtsdatum, Autokennzeichen und einer allen Schweden zugeordneten Personenkennziffer schicken. Da wir diese nicht haben, konnten wir auch die SMS nicht schicken, haben also schwarz geparkt und warten nun auf die Folgen, die allerdings ausblieben.
Die Zwischenzeit haben wir mit einem schönen Spaziergang über diese kleine Schäreninsel und einem Mittagessen gefüllt. Erstmals haben wir diesen von vielen Restaurants angebotenen Mittagslunch ausprobiert. Er besteht aus einem Salat vom Buffet und in unserem Fall einer Paella sowie Kaffee, Tee und Wasser so viel man will und dies alles für 10 €. Wir haben bestimmt nicht zum letzten Mal davon Gebrauch gemacht.
Damit beenden wir unseren Besuch in dieser herrlichen Stadt. Morgen geht’s weiter in Richtung Uppsala. Wir melden und wieder aus noch nördlicheren Gefilden. Ich hoffe, die Reise bis hierher hat Euch gefallen.
Im Teil 3 berichte ich von unserer Fahrt von Stockholm nach Hammerfest.
Dort endet der schwedische Teil unserer Reise, die ihre Fortsetzung dann in Norwegen findet.

