T4Wohnmobil am 04 Mär 2020 12:51:05 fschuen hat geschrieben:Die Tipps hier sind teilweise etwas merkwürdig. Natürlich kann man eine AGM-Batterie mit jedem Ladegerät laden, aber eben nicht ganz voll - und Bleibatterien gehen dann kaputt. Ich kann gerne erklären, warum, aber das hilft hier nicht weiter. Gruss Manfred
Bitte einfach mal erklären, das hilft schon weiter ! Da wird immer noch das Laden von Bleibatterien mit den Laden von Kondensatoren verglichen, was natürlich völliger Unfug ist. :evil: Gruß Erik
fschuen am 04 Mär 2020 13:35:11 Gut, dem TE ist mit dem durchaus kulanten Verhalten des Händlers mal geholfen. Zu Bleibatterien: ALLE Bleiakkus, egal ob AGM, Gel, Nass oder Reinbleikristallwunder, bestehen in geladenem Zustand aus Blei bzw. Blei(IV)-oxid an den Elektroden und Schwefelsäure dazwischen. Beim Entladen entsteht an beiden Elektroden Blei(II)-sulfat, zwei Elektronen pro Bleiatom müssen aussenrum marschieren und machen sich nützlich. Spielt alles keine Rolle, die Krux ist das Blei(II)-sulfat. Eine glibberige, gelige Masse, die nur an der Oberfläche reagiert, und sie hat echt viel davon. Wie Schnee. Und genau wie bei Schnee - besonders in den Alpen bei Sonne - hat das Zeug die Tendenz, sich zu grösseren Kristallen umzulagern. Das wird als Sulfatierung bezeichnet. Der Vorgang ist sehr langsam, aber problematisch: weil die Kristalle kaum noch Oberfläche haben, geht das Material im inneren für die Batteriekapazität verloren. Verhindern kann man es nur, wenn die Batterie ganz vollgeladen ist - dann ist nämlich kein Bleisulfat da. Moderne Ladegeräte können durch höhere Spannungspulse kleine Kristalle aufbrechen, was zumindest im Frühstadium die Sulfatierung teilweise rückgängig machten kann. Bei normalem Gebrauch wird die Batterie immer weiter an Kapazität verlieren, bis keine mehr da ist. Wie schnell das geht, hängt natürlich vom Ladungszustand ab - wenn sie auf 95% gehalten wird, kann sie lange halten, bei 50% vielleicht nur ein paar Monate.
Ob ich das jetzt verständlich ausgedrückt habe, oder zu hochgestochen oder zu trivial, müsste der werte Leser selbst entscheiden.
Gruss Manfred
ManfredK am 04 Mär 2020 13:56:05 Wie hoch muss die Zellspannung sein, damit die chemische Umwandlung stattfindet ist eher die entscheidende Frage
fschuen am 04 Mär 2020 14:11:26 ManfredK hat geschrieben:Wie hoch muss die Zellspannung sein ...
Die hängt vom SOC ab - deshalb verläuft die Spannungskurve über die Ladung/Entladung so steil - und vom physikalischen Aufbau der Zelle. Die Antwort auf diese Frage findet sich in der Spezifikation des Batterieherstellers, oder auf der Batterie selbst. Zumindest für die Batterie, für die Zelle muss man durch sechs teilen - normalerweise interessiert der Wert ja nicht. Gruss Manfred
T4Wohnmobil am 04 Mär 2020 15:41:18 fschuen hat geschrieben:Ob ich das jetzt verständlich ausgedrückt habe, oder zu hochgestochen oder zu trivial, müsste der werte Leser selbst entscheiden.
Gruss Manfred
Welche Ladespannug benötigt man jetzt nach deiner Meinung um eine AGM Batterie mit eine Nennspannug von 12V "vollzuladen" ? Gruß Erik
andwein am 04 Mär 2020 16:43:59 Tinduck hat geschrieben:Andreas, ganz ehrlich... elektrotechnische Lehre in allen Ehren, aber selbst Du hast deinen Solarcontroller auf AGM2 eingestellt. Warum, wenn mans nicht braucht? Uwe
Ach weißt du, das ist relativ einfach: 1. Ich habe nie gesagt/geschrieben dass man es nicht braucht. Ich sage dass eine Batterie auch mit der empfohlenen Ladespannung voll wird und die Nachlade/Ladeschlussspannung zwar die Gesamtladezeit verkürzt, aber auch die Lebensdauer. Wer das weiß, kann einstellen was er will. Wenn jemand fragt kommt von meiner Seite immer ein Vorschlag der sich an der Lebensdauer orientiert und nicht an der Schnellladezeit!!!!!! 2. Mein Schaudt ist nicht temperaturkompensiert, deshalb Nass Süre Einstellung 3. Mein Solarregler kann AGM2 und ist mit externem Fühler temperaturkompensiert 4. Ich will auch meine Batterien (2x 95 Ah AGM und 1x 60 Ah Nass PBAg) schnell voll bekommen 5. Die bereits bewiesene Lebensdauer von 11 Jahren oder rechnerisch knapp 800 Zyklen geben mir recht Und es beweist, dass man das mit der Ladespannung (innerhalb der Grenzen der Herstellervorgaben) alles nicht so eng sehen sollte. Es ist eine Frage der Lebensdauer und bei meinen Batterien kann ich nicht klagen. Gruß Andreas
Trashy am 04 Mär 2020 17:04:22 Moderation:Bitte nutze die Zitatfunktion, wenn Du Mitglieder zitieren willst - dies macht es den anderen Nutzern leichter, Deine Texte von den Zitatinhalten zu unterscheiden. Das unvollständige Zitat wurde entfernt. Volle Zustimmung. Bei mir ist es genau so. EBL 99 mit Votronic MMPT und Temperatursensor. AGM II soll mit 2,4V bis 2,45V geladen werden. Die hohe Spannung von 14,7V wird für den Equalization and Cycle Service genutzt, andere Verfahren sind eher für immer volle Starterakkus zu gebrauchen. Der gezykelte Akku - und das trifft für unsere ja zu - wird ersteinmal Bulk geladen, also volle Möhre. Danach kommt die Absorptionsphase. Ebenfalls mit voller Spannung, aber reduziertem Strom. Danach wechselt der Lader in den Ladeerhalt mit 13,8V. Auch im Winter ist die hohe Ladepannung für den Akku sehr gesund wenn bei tiefen Temperaturen per Solar gepuffert wird.
fschuen am 04 Mär 2020 17:25:11 T4Wohnmobil hat geschrieben:Welche Ladespannug benötigt man jetzt nach deiner Meinung um eine AGM Batterie mit eine Nennspannug von 12V "vollzuladen" ?
Wie gesagt, steht auf der Batterie drauf, oder im Datenblatt. Es kommt halt ein bisschen drauf an, was der Diffusion an Glasvlies und Kieselgur im Weg rum steht, aber für alle Bleibatterien liegt die Ladeschlussspannung im recht engen Bereich von 13,8 ... 14,8 V. AGM eher im oberen Bereich, typisch 14,4 V. Die letzten Posts kann ich nicht nachvollziehen: die Ladespannung IST die Ladeschlussspannung. Wenn nachgeladen wird (Erhaltungsladung, IUoU), dann mit geringerer Spannung. Das verkürzt weder die Ladezeit noch die Lebensdauer. Gruss Manfred
ManfredK am 04 Mär 2020 20:09:11 fschuen hat geschrieben:.... AGM eher im oberen Bereich, typisch 14,4 V. Gruss Manfred
Danke dir für die kompetente Auskunft. Sie darf bei AGM 14,7V/14,8V sein.... muss es aber nicht, um einen 100%igen SoC zu erreichen (ausreichend lange Ladezeiten vorausgesetzt) - 14,4V genügen.
andwein am 05 Mär 2020 11:41:18 fschuen hat geschrieben:....Wie gesagt, steht auf der Batterie drauf, oder im Datenblatt. .... aber für alle Bleibatterien liegt die Ladeschlussspannung im recht engen Bereich von 13,8 ... 14,8 V. AGM eher im oberen Bereich, typisch 14,4 V. Gruss Manfred
Nein, dass sehe ich aus meiner Zeit der USV-Batterietechnologie anders. Die Ladespannung ist die Spannung mit der eine Batterie geladen werden kann. Sie hat einen Rahmen von - bis, z.B. 13,8 - 14,8V. Je nach Anwendung, z.B. zyklische Betrieb ist die Spannung im höheren Bereich, bei Stand By Betrieb eher im unteren Bereich. Bei bei unterschiedlicher Batterietechnologie (Nass, Gel, AGM etc.) ist auch die Gasungsgrenze unterschiedlich, deshalb wird für diese unterschiedlichen Typen eine Spannung festgelegt bei der mit der Ladung Schluss ist, wenn man nicht möchte dass die Batterie gast, nämlich die Ladeschlussspannung. Und genau deshalb gibt es die I/Uo/U Ladekennlinie, die jeder schon oft gehört aber wahrscheinlich nicht verinnerlicht hat. Zuerst der hohe Strom I (Spannung Lader bricht ein oder es ist ein Konstandstrom) mit ca. 18A (Standardlader) in der Hauptladung auf ca. 70-80% der Kapazität. Dann die hohe Spannung Uo von 14,3V (empfohlen für Gel) in der Nachladung auf hoffentlich 100%, und dann die niedrige Spannung U mit ca. 13,8V für die langandauernde, stetige Erhaltungsladung. Aber natürlich kann man auch sagen, ich lade mit 14,8V bis zum Schluss. Nur wer oder was definiert den Schluss?? Bei lang anliegender Ladeschlussspannung wird aber eine Bleibatterie zum Schluss der Ladung mehr oder weniger gasen, bei Nassbatterien kann man nachfüllen, AGM und Gel steben den Elektrolythmangeltod weil das vergaste Wasser fehlt. Gruß Andreas
maranot575 am 07 Mär 2020 08:36:26 Danke an alle für die vielen Beiträge. Ich hab meine AGM umgetauscht und wieder eine Gel genommen Gruss Heinz
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