sling am 13 Apr 2020 16:46:04 Hallo, als Solarneuling wende ich mich mit folgendem Anliegen ans Forum: ich habe das Problem dass sich meine Fahrzeugbatterie (Starterbatterie) beim Stillstand des Wohnmobils mit der Zeit langsam „leersaugt“. Grund sind die wohl zahlreichen Verbraucher die auch im Stillstand Minimalstrom benötigen (z.B. Navi, Alarmanlage, Boilerfrostschutz, Zentralverriegelung, Luftfedern, Marderschutz), also eigentlich für ein Wohnmobil keine speziellen Einbauten. Ob sich dies nun im normalen Bereich befindet oder nicht ist schwer zu beurteilen und es gibt unterschiedliche Meinungen dazu. Um dem entgegenzuwirken entnahm ich aus vielen Berichten von Leidensgenossen dass die Investition in eine Solaranlage helfen kann. Diese soll dann bei mir primär im Stillstand als Ladungserhaltung für die Starterbatterie dienen und aber natürlich auch den Stromverbrauch der Aufbaubatterie im Freistehen verlängern. Ich habe eine 95Ah Standardbleibatterie (Fahrzeug) und eine 80 Ah Gelaufbaubatterie (Exide, ES900, 900Wh). Meine Vorstellungen gehen in Richtung einer fest installierten 100 – 150Wp Anlage auf dem Dach. Dazu meine Fragen: - Ist das so ohne weiteres möglich bzw. was muss ich besonderes beachten, wenn es in meinem Fall neben der Aufbaubatterie um die Ladungserhaltung der Starterbatterie geht? - Welcher Laderegler wäre hierzu empfehlenswert? - Wo bzw. wie wird das im Fahrzeug angeschlossen? Beispiele wäre da sehr hilfreich? - Muss ich dann im Stillstand den Trennschalter der Aufbaubatterie immer drin lassen (also auf Durchfluss), damit speziell dann auch die Fahrzeugbatterie geladen bzw. erhalten wird? Bin dankbar für alle hilfreiche Kommentare zum Thema. Gruss Stefan
Gast am 13 Apr 2020 17:08:39 Hallo Stefan, um beide Batterien mit Solar laden zu können benötigst du einen Duo-Solarregler (MPP-Technologie), z.B. --> LinkDieser hat einen Ladezweig für die Wohnraumbatterie und einen Erhaltungsladungszweig (1A) für die Starterbatterie. In der Doku zu dem Gerät findest du auch ein Anschlussschema für die Leitungsverlegung. Gruß Holger
rkopka am 13 Apr 2020 17:55:40 sling hat geschrieben:- Ist das so ohne weiteres möglich bzw. was muss ich besonderes beachten, wenn es in meinem Fall neben der Aufbaubatterie um die Ladungserhaltung der Starterbatterie geht?
Wenn es der Regler nicht kann, gibt es auch billige Adapter, die man einfach zwischen die Batterien schliessen kann, die dann das gleiche machen wie z.B. ein EBL99 bei Netzstrom. - Wo bzw. wie wird das im Fahrzeug angeschlossen? Beispiele wäre da sehr hilfreich?
Direkt an die Batterie ist am besten. Wenn der Strom nicht so hoch ist, kann man auch etwas weiter entfernt an ein passendes Kabel gehen. - Muss ich dann im Stillstand den Trennschalter der Aufbaubatterie immer drin lassen (also auf Durchfluss), damit speziell dann auch die Fahrzeugbatterie geladen bzw. erhalten wird?
Was für ein Trennschalter ? Der Lader muß immer an der AB sein. Die FB wird dann entweder direkt über den Lader, ein Zusatzgerät oder manchmal auch über das EBL geladen. Kommt ganz drauf an, was du so verbaut hast. RK
TFS1979 am 13 Apr 2020 18:05:00 Hallo Stefan, ich bin auch relativer Solarneuling. Neben dem Forum und Leuten wie Holger :top: haben mir Beispielsweise solche Blogs geholfen in die Materie einzusteigen. --> LinkOb die Installation einer Solaranlage so ohne weiteres Möglich ist kommt sicher etwas auf Dein handwerkliches Geschick und/oder Deine finanziellen Ressourcen an. Auch die Zeit spielt eine nicht außer Acht zu lassende Rolle. Zu Ladereglern kann ich auch nicht viel sagen, aber bei mir hat sich durch die Recherchen hier im Forum und in diversen Blogs relativ schnell rauskristallisiert was ich haben will. In dem o.g. Link findest Du auch eine recht einfache Darstellung wie sich eine Solaranlage technisch ins Fahrzeug integrieren lässt. Willst Du es technischer schau Dir einfach mal Holgers Thread an. --> Link Er hat da auch einen super Schaltplan, allerdings und natürlich für seine Anlage. Zu Deinem erwähnten Trennschalter kann ich leider auch nichts sagen. Bei mir gibt es keinen Trennschalter für die Starterbatterie. Viele Grüße Sven
sling am 13 Apr 2020 18:12:35 an den Votronic MPP Regler habe ich auch schon gedacht. Mit Trennschalter meine ich den roten Schlüsselschalter (Natoknochen) mit dem ich im Laika die Aufbaubatterie von allen Verbrauchern zur Vermeidung der Entladung trennen kann. Soll man ja bei längerem Nichtgebrauch machen. Vermutlich ist doch damit auch die Verbindung zur Starterbatterie gekappt? Aber wenn ich das richtig verstehe sorgt dann eben der separate Anschluß am Duoregler zur Starterbatterie dafür, dass diese trotz diesem Trennschalter der Aufbaubatterie weiterhin geladen wird? Danke Sven für die hilfreichen Links! Echt klasse wie schnell man hier Hilfe findet!
Gast am 13 Apr 2020 19:07:04 Hallo Stefan,
die Verbindung zwischen Starterbatterie und Aufbaubatterie ist bei nicht laufenden Motor immer getrennt, denn da hängt das s.g. Trennrelais dazwischen. Dieses wird nur dann angesteuert, wenn das D+ Signal vom Motor kommt oder wenn eine gewisse Spannungsdifferenz zwischen den beiden Batterien vorhanden ist. Das ist je nach Aufbauhersteller und Basisfahrzeug unterschiedlich. Den Plus des Solarreglers für die Aufbaubatterie schließt du direkt an den Pluspol der Aufbaubatterie an, dann wird sie auch geladen, wenn der Natoknochen auf "Aus" steht. Die Plusleitung für die Erhaltungsladung hingegen schließt du direkt am Pluspol der Starterbatterie an. Die Minuspole der beiden Batterien sind miteinander verbunden.
Gruß
Holger
sling am 14 Apr 2020 09:54:27 ich habe noch weitere Detailfragen: - Brauche ich den bei mir standardmässig verbauten Wechselrichter für den Landstromanschluß (220V) beim Anschluß der Solaranlage schaltungstechnisch quasi nicht berücksichtigen? - wird dann wenn ich z.B. mehrere Tage auf einem Stellplatz stehe meine Starterbatterie IMMER mitgeladen oder passiert das erst wenn die Aufbaubatterie voll ist? - Bzgl. der Dachdurchgangsbohrung für den Solaranschluß: hat hierzu schon jemand mit der üblichen Klebemethode negative Erfahrungen gemacht? Bleibt das wirklich dicht bei Hitze und Frost? Wie lange? - Sorgen mache ich mir noch über die Stillstandszeiten im Winter: ich stehe da wie gesagt ohne Halle und ohne Landstrom im Freien. Wenn nun über einen längeren Zeitraum Schnee liegt liefern ja die Solarmodule keinen Strom zur Erhaltung. Gibt es da schon irgendeine gute Lösung die dann den Schnee /Frost auf den Modulen verhindern, z.B. Heizschleifen? Alternativ würde ja nur das tägliche reinigen oder eben doch das Abklemmen/Ausbauen der Batterie verbleiben.
rkopka am 14 Apr 2020 10:14:58 sling hat geschrieben:- Brauche ich den bei mir standardmässig verbauten Wechselrichter für den Landstromanschluß (220V) beim Anschluß der Solaranlage schaltungstechnisch quasi nicht berücksichtigen?
Entweder sind die Begriffe unüblich oder es ist was durcheinander. WR wird allgemein für 12V->230V Wandler benutzt. Der muß direkt an der Batterie sein, wegen hoher Ströme, aber nur einen geringen Ruhestrom haben. Das Landstrom Netzladegerät (230V->12V, meist im EBL) liegt auch parallel an der Batterie und muß ohne Landstrom nicht berücksichtigt werden. - wird dann wenn ich z.B. mehrere Tage auf einem Stellplatz stehe meine Starterbatterie IMMER mitgeladen oder passiert das erst wenn die Aufbaubatterie voll ist?
Kommt auf die Elektronik an (EBL oder Lader). Die einfachen laden die Starterbatterie mit begrenztem Strom und etwas weniger Spannung als die Aufbaubatterie. Wenn diese recht leer ist, wird für die SB erst nach einiger Zeit genug Spannung anliegen, damit dort ein Ladestrom fließt. Andere Elektroniken haben dagegen eine gesteuerte Umschaltung, wann welche Batterie geladen wird. ohne Landstrom im Freien. Wenn nun über einen längeren Zeitraum Schnee liegt liefern ja die Solarmodule keinen Strom zur Erhaltung. Gibt es da schon irgendeine gute Lösung die dann den Schnee /Frost auf den Modulen verhindern, z.B. Heizschleifen? Alternativ würde ja nur das tägliche reinigen
Solange keine großen Ruhestromverbraucher dranhängen, muß das nicht täglich sein. Zumindest 14Tage sollte es auch ohne Laden gehen, oder man sollte das genauer anschauen. Heizschleifen kannst du vergessen (ohne Landstrom). Für Schnee brauchst du soviel Energie, wie du (im Winter) vermutlich nicht mal in 10 Tagen reinbekommst (reine Vermutung). Wenn das so kritisch ist, könnte man evt. ein Panel seitlich an das Womo so stellen, daß der Schnee sich dort nicht sammelt. Wäre auch vom Winkel im Winter günstiger. RK
sling am 14 Apr 2020 17:53:22 Reinhard ich meinte tatsächlich das Landstrom Netzladegerät, keinen Wechselrichter, danke für die Erklärung(en). In dem von Sven genannten --> Link heißt es zur Größe der Anlagenteile u.a.: ....Die Batterie muss zur Größe der Solarleistung passen und umgekehrt. Die Solarleistung muss reichen, um die Batterie voll zu bekommen bzw. es muss genügend Kapazität verfügbar sein, um die nicht benötigte Solarleistung für später zu speichern..... Wie genau ist das denn zu verstehen? Ist das wirklich so? Nach meinem Verständnis kann ich auch mit einem relativ kleinen Panel die AB laden, dann dauert es nur länger. Oder andersrum wenn mein Panel riesig ist ist meine kleine Batterie schneller geladen. Wenn die Batterie dann voll ist muss doch sowieso der Ladevorgang runtergeregelt werden so dass nur noch Ladungserhaltung erfolgt. Ist das so?
TFS1979 am 14 Apr 2020 18:22:49 Hallo Stefan,
nimm das mal nicht so sehr genau. Es kommt auf das Verhältnis drauf an. Angenommen die Sonne scheint 10h/Tag und Du hast eine optimale Stromausbeute. (Was denke ich nie vorkommen wird)
Folgende Rechenbeispiele:
1. 50 Watt Modul (rel. klein) und 200Ah Batterie (rel. groß) / Das Modul erzeugt 500 Wattstunden Strom und lädt die Batterie welche 2400 Wattstunden benötigt um theoretisch voll zu sein / Dauer 5 Tage bei optimalen (Labor-) Verhältnissen. Macht irgendwie kein Sinn, oder? Du entnimmst ja auch noch Strom aus der Batterie.
2. 600 Watt Module (schon sehr groß) und 75Ah Batterie (normal bis klein) / Die Module erzeugen 6000 Wattstunden Strom und laden die Batterie welche 900 Wattstunden benötigt um theoretisch voll zu sein / Dauer 1,5 Stunden bei optimalen (Labor-) Verhältnissen. Macht irgendwie auch kein Sinn, oder?
Ich hoffe Du kannst mit meiner Erklärung was anfangen!? Was anderes ist da, glaube ich, nicht gemeint.
Und ja der Regler stoppt natürlich den Ladevorgang bzw. regelt die Ladungserhaltung.
rkopka am 14 Apr 2020 18:23:32 ....Die Batterie muss zur Größe der Solarleistung passen und umgekehrt. Die Solarleistung muss reichen, um die Batterie voll zu bekommen bzw. es muss genügend Kapazität verfügbar sein, um die nicht benötigte Solarleistung für später zu speichern.....
sling hat geschrieben:Nach meinem Verständnis kann ich auch mit einem relativ kleinen Panel die AB laden, dann dauert es nur länger. Oder andersrum wenn mein Panel riesig ist ist meine kleine Batterie schneller geladen. Wenn die Batterie dann voll ist muss doch sowieso der Ladevorgang runtergeregelt werden so dass nur noch Ladungserhaltung erfolgt.
Das stimmt. Man kann das fast beliebig kombinieren. Es gibt eine Regel, die durch die Faustformel ausgedrückt wird, soviele Wp wie Ah zu nutzen (die ist aber noch aus der Bleiakku Zeit). Damit bekommt man die Batterie nach Entladung in einem halbwegs vernünftigen Zeitraum wieder voll ohne unnütz viel Solarpanele zu montieren. Außerdem gibt die Batterie auch etwa den möglichen Tagesverbrauch vor. Das ist keine genaue Rechnung, nur ein Anhaltspunkt. Wenn man davon abweicht, kann es sein, daß man mit Verbrauch die Batterie nicht schnell genug wieder voll bekommt oder daß sie immer schon um 10Uhr voll ist und den Rest der Zeit Solar ungenützt ist. Wenn man mit schwachem Licht rechnen muß - z.B. Überwintern oder hoher Norden - kann man mit der Solarleistung auch höher gehen. Irgendwann nutzt es aber kaum noch was, weil selbst bei schlechtem Wetter nicht genug Energie reinkommt. In der Praxis findet man oft ein Verhältnis von Ah * 1..2 ~Wp vor. Also scheint es für viele zu funktionieren. RK
sling am 19 Apr 2020 19:06:41 Sehe ich das richtig, dass z.B. der Laderegler von Victron SmartSolar MPPT 100/20 keine direkte Möglichkeit zum zusätzlichen Anschluß der Starterbatterie bietet? Wenn ich also ein Komplettset kaufen möchte das mir auch die Starterbatterie ladet sollte es dann in meinem Fall besser z.B. der Votronic MPP 350 Duo sein?
Wenn dann im Stand das Trennrelais Starter- und Aufbaubatterie trennt erfolgt für meine Starterbatterie aber trotzdem die Ladungserhaltung, da der Anschluß ja direkt vom Regler zum Pluspol der Starterbatterie geht - stimm das so? Masseanschluß ist hier nicht notwendig und ich brauche mir dann keine Sorgen mehr machen über eine langsame Entladung der Starterbatterie?
mk40 am 19 Apr 2020 20:55:39 Hallo Richtig , der Victron hat keinen extra Ladeausgang für z.b eine Starterbatterie. Für mich sind die Victron Solarregler die besser konfigurierbaren Solarregler . Man kann die Ladeparameter individuell zu 99,9% selbst anpassen. Das können die Votronic nicht . Ich nutze einen Victron 75/15 Solarregler. Zur Ladung der Starterbatterie kannst du ganz einfach einen Stanby-Lader zwischen Aufbau und Starterbatterie installieren . Das sind zwei Kabel... .sehr simple Installation. Ich würde die Wahl des Solarreglers nicht an der Möglichkeit einer Starterbatterie Ladung festmachen . Stand-by Lader z.b.hier .... --> LinkMfg. Steffen
Gast am 19 Apr 2020 21:55:53 mk40 hat geschrieben:Ich würde die Wahl des Solarreglers nicht an der Möglichkeit einer Starterbatterie Ladung festmachen . Stand-by Lader z.b.hier .... --> LinkMfg. Steffen
Aber Vorsicht! Lt. VOTRONIC Webseite: --> Link Der StandBy-Charger ist ausschließlich für die Benutzung mit Blei-Batterien geeignet (Säure- / Gel- / AGM- Technologie), nicht für die Kombination LiFePO4- und Blei- (Starter-) Batterien.
Die Votronic Solarregler sind aber für diese Kombination geeignet. Gruß Andreas
mk40 am 19 Apr 2020 22:02:03 Ja stimmt , sollte man beachten ... Verstehen tue ich das nur nicht ganz . Warum eigentlich?
Im Votronic Solarregler wird doch auch nix anderes gemacht .
sling am 20 Apr 2020 07:17:37 Besten Dank für eure Hinweise, alles sehr hilfreich! Gruß Stefan
Rollator am 05 Sep 2020 15:53:19 Dumme Frage, der Victron Smart 75/15 hat doch noch einen zweiten Abgang namens Load und dieser bietet foch die Möglichkeit, programmiert zu werden. Ksnn man drn nicjt für die Starterbatterie nutzen?
mk40 am 05 Sep 2020 18:34:33 Nein , jedenfalls nicht direkt . Unter Einbindung eines Stanby-Lader geht es . Das ganze dann auch perfekt bei z.b. Lifepo4 als Aufbaubatterie. Denn dann kann ich z.b. den Load Ausgang so programmieren , das er erst ab 13,5V " frei schaltet" und unter 13,4V wieder trennt . Diese Spannungen nutzt z.b. Votronic bei ihren VCC1212-30 als " Rückladezweig " zur Starterbatterie.
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