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Teil 4 Baikal, Mongolei und so Die Rückreise Erste Hälfte


rolandderaeltere am 27 Mai 2020 20:28:21

46710 Zeichen hatte ich für Euch aneinandergereiht, um Euch von unserem „Baikal, Mongolei und so...“ „den Rest zu geben“.
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Russland

Nach der Ausreise aus der Mongolei fühlen wir uns jetzt schon auf dem Rückweg.
Russland, Kasachstan, noch einmal Russland, Ukraine, Rumänien, Ungarn, Slowakei und Tschechien zurück bis nach Niederbayern stehen uns jedoch noch bevor.

Mittlerweile wurden für uns alle Grenzübertritte problemlos.
„Volkswagen?“ Das war die einzige etwas andere Frage des russischen Polizisten an der Grenze.
Freundliche, ja entspannte, Routine bei allen Beteiligten.

Altai

In diesem Hochgebirge, oft mit dem tibetischen verglichen, waren wir auf dieser Fahrt bereits eine Zeitlang unterwegs. Reicht es doch im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland, der Mongolei bis nach China.

Nur in seinem russischen Teil scheint es so richtig touristisch erschlossen zu sein.
Die hier, ethnisch, hauptsächlich lebenden Russen schaffen es offensichtlich für jeglichen Geschmack und Geldbeutel attraktives zu bieten und in der Saison unmassen Landsleute anzuziehen.
Hotels, Camps, Reit-, Trekking-, Wassersportangebote und Museen jeglicher Art buhlen um die viele Kundschaft, die da so zur Verfügung steht.



Dafür wird so manches auf den Kopf gestellt


Etliche „Privatmuseen“ bieten auf eine andere Art Hingucker neben der Straße und einen gründlichen Einblick in Vergangenheit und Gegenwart:



Immer seltener werdende Objekte ziehen die Blicke auf sich



Schmuckstücke aus verschiedenen Epochen



Gerätschaften aus Haus und Hof



Bis zur Wende gab es eine „Gesellschaft für deutsch- sowjetische Freundschaft“, heutige Freundschaften werden nicht nur am Revers gepflegt


Overlander


Unter den russischen waren wir hier nicht die einzigen Touristen aus dem Schengenraum.
Dabei gab es, für unseren Begriff, auch etwas merkwürdige Zeitgenossen:



Auf Olchon, der Insel im Baikalsee brachte es ein individuell reisendes Paar fertig, nonstop im Schritttempo an uns vorbei zu fahren. 8500 Kilometer von daheim, trotz meines gewinkten Grußes und sicherem erkennen der Nummernschilder.
Hier im russischen Altai wiedergesehen: „Ihr habt es nicht so komfortabel wie wir“, stellte die „sie“ dieses Reise-LKW´s als Begrüßung für uns fest, ohne dass sie auch nur einen einzigen Blick in unser Fahrzeug geworfen hätte. Bis zu ihrer Abfahrt am nächsten Tag dann aber auch nicht... Stress? Überheblichkeit?
Gerne hätten wir natürlich die Gründe für unsere jeweils doch anderen Entscheidungen für „dieses oder jenes“ diskutiert. Ob zu erlebten in dieser Reisegegend, sicher aber auch zur Wahl des Reisefahrzeugs.
Hier sollten wir dazu keine Gelegenheit bekommen.

Leider erlebten wir so etwas öfters bei Eignern mit recht luxuriös anmutenden Reisefahrzeugen.

Eigentlich schade.
Geben gleichzeitig in der Ferne bereiste Gebiete keinen Anlass mehr zum Austausch, weil sie so ferne sind oder weil der andere auch interessantes, gar nicht alltägliches, zu berichten haben könnte?



Ab November 1974 beherrschte uns das Reisevirus schon mal total für 630 Tage, damals genossen wir den Austausch zwischen eigentlich sämtlichen Asien entdeckenden Touristen, die sich mit uns auf diesen Straßen befanden, bei jeder Begegnung.



Zu oft, jedoch zum Glück nicht immer, sind in den letzten Jahren unsere Begegnungen mit Eignern großer und oft richtig teurer Reisemobile ähnlich. Mit vielen von ihnen verbinden uns schon langjährige Freundschaften.


Subaru

Ein technisches Problem und eine überaus gastfreundliche Lösung:

Die „Leckölleitungen“ an der Einspritzpumpe unserer heiligen Kuh bekamen wir wegen unpassendem Material seit Wochen nicht wirklich dicht. Als Folge hinterließen wir immer wieder eine Spur von Diesel auf ihrer Fährte.
Jetzt hatten wir mit Barnaul in der russischen Region Altai wieder eine große Stadt vor uns in der wir uns technische Hilfe versprachen. Wir benötigten ca. 1 Meter dieselfesten Schlauch mit den Maßen 3,2 x 8.5 mm. Sollte jeder VW T3 Diesel und gleich alte Golf Diesel mit unterwegs sein...

Wir versuchten es in der „Automobilen Mall“, im Speckgürtel dieser Stadt.
Das Internet gab hier keinerlei VW Vertretung her.
Etliche andere internationale Autohäuser standen zur Auswahl. Das Los fiel auf Subaru.

Im Kundenempfangssalon traute ich mich einen der dort emsig mit ihren Computern beschäftigten Empfangschefs klar zu machen dass ich, als nicht russisch sprechender deutscher Volkswagen fahrender Tourist, einen ein paar wenige Rubel kostenden Meter Gummischlauch für meinen 31 Jahre alten Bus brauche.
„Trauen“ nenne ich dieses Unternehmen in der Vorstellung, dass bei uns irgendwo in Deutschland, ein russischer Lada fahrender Tourist in einer Lada fremden Vertretung nach vergleichbarem für sein Vehikel fragen würde...



Bei Subaru Barnaul schauten nacheinander 7 (in Worten sieben) Mitarbeiter in den Motorraum unserer heiligen Kuh, telefonierten ihre Handys heiß mit allen möglichen Zielpersonen und dem Ergebnis, dass einer dieser 7 vor uns durch die halbe Stadt fuhr um uns zum wohl größten (enormes Sortiment) Teilehändler der Stadt zu bringen.
Mit dem passenden Meter Schlauch in der Hand war meine Frage nach einer Bezahlung dieser Dienstleistung fast eine Beleidigung... Ein netter Wink vom Helfer, und weg war er.

Der Vollständigkeit halber will ich trotzdem nicht verschweigen, dass ich neben meinem unpassenden Ersatzschlauch, in anderen Falten der heiligen Kuhhaut versteckt, dann doch noch ein passendes Stück entdeckte.
Beim auspacken zuhause. Dem Packstress vor dem Start geschuldet...


Kasachstan

Auf Kasachstan waren wir gespannt. Haben wir doch in unserer Heimatgemeinde etliche „Russlanddeutsche“ die aus diesem Land zu uns kamen und uns wenig über ihre frühere Heimat erzählten. Wir wollten ihnen doch gerne von heutigem dort berichten können.

Rechtzeitig wurden wir vor der direkten Fahrt auf unserer eigentlich geplanten Route in den kasachischen Süden gewarnt. Da gab es wohl 700 Km lang eine äußerst unsensible Straßenbaustelle. So erfuhren wir es von verschiedenen Overlandern.

Originalton aus einem LKW Reiseforum:
„Diese Strecke ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine!!! Auf einem Teilstück von ca. 100 km darf man 15'000 Querwellen passieren...unser Radstand und Gewicht scheint genau so zu sein, dass sich der LKW schon ab 15km/h extrem aufschaukelt, weshalb wir stundenlang von Rille zu Rille krochen!!!“
Somit peilten wir ziemlich direkt den komfortableren Weg in die Hauptstadt an und sahen Stadtleben zuerst in Pavlodar.

Wir genossen dort einen – mittlerweile – gewissen Luxus:



Gerne standen wir unter diesem schattenspendenden Baum neben den vielen, absolut nicht auf Störung bedachten Nachbarn: Die hinter dem Friedhofszaun.

Zwischen Straße und Friedhof war ein recht großer Platz auf dem am Morgen viele Bagger, Kranwagen, und LKW´s mit Brennstoff, Sand und Kies beladen und andere auf Arbeitsaufträge wartende Baufahrzeuge mit großen Schildern ihre Dienste anboten.
In anderen Ländern sahen wir ähnliches schon mit Menschen. Das nennt man dort unverfroren „Arbeiterstrich“.

Eine, wie gerade angedeutete, Straßenbaustelle war auf unserer Strecke wohl schon ein paar Jahre Vergangenheit. Wir genossen überwiegend noch einmal eine Steigerung an Straßenqualität, die wir nach Russland nicht mehr erwarteten.

Kein Vorteil ohne Nachteil. Ein alter Spruch.
Diese Straßen sind gebaut um zügig von einem Ort zum anderen zu kommen.
Wir wollten so manches Mal aber nicht bis zu diesem anderen, sondern täglich irgendwann einmal einen angenehmen Übernachtungsplatz aufsuchen. War für die Straßenplaner mutmaßlich keine Vorgabe!
Somit konnten wir in der Ferne schon einmal einen vielleicht für uns interessanten Platz entdecken, aber einfach nirgends diese Straße dorthin verlassen.
Der Straßengraben oder Leitplanken ließen das einfach nicht zu.


Korrupte Polizei?

Sämtliche unserer Informationen über das Autofahren in Kasachstan gipfelten in Warnungen vor der extrem schikanösen und korrupten Polizei.
Wir waren gewarnt, aber auch gespannt.

Mit wirklichem Glück befuhren wir auf unserer Strecke in Kasachstan fast nur gut ausgebaute Straßen.
Eine davon war dann auch, wohl schon längere Zeit, 20 Kilometer weit perfekt ausgebaut. Gut für hohe Geschwindigkeiten.
Am Anfang stand ein Schild „60“.
Wie wohl weltweit irgendwie üblich, blinkt fast jeder entgegenkommende Fahrer wegen einer entdeckten Polizeikontrolle.
Hier: Die Geschwindigkeit unserer „Autoschlange“ steigerte sich nie über 50 KM/h!
Vorauseilender Gehorsam?

Wir selbst hatten in Kasachstan keine einzige Polizeikontrolle!



Korruption ist offensichtlich sehr im Fokus. Auf diesem Transparent wird erklärt, dass alles aufgeklärt wird und man doch unter der Telefonnummer 1424 darüber informieren solle.

Gezeichnet
Agentur der Republik Kasachstan für Angelegenheiten des öffentlichen Dienstes und Korruptionsbekämpfung


Friedhof

In jedem Land schauen wir interessiert auf die jeweilig sichtbaren Begräbniskulturen.
Islamische sahen wir schon oft, nie aber in islamischen Ländern die wir irgendwie als wirklich reich empfanden.



Äußere Eindrücke von Friedhöfen: Kleinstädte voller Prachtbauten. Harmonisch zusammen liegende Gemeinden, hier in exklusiven Einzelgräbern nebeneinander.



Wohl dieser Kultur gerecht, liegt jeder nach moslemischen Ritual bestattete trotzdem direkt in „göttlicher Erde“ unter freiem Himmel.


Astana

Für Astana als Hauptstadt waren wir zu spät dran, seit dem 23. März 2019 wurde diese Stadt wieder einmal, zum 5. Mal, umgetauft und hieß zu unserer Zeit somit

Nursultan

Unser Eindruck von diesem nördlichen Teil Kasachstans den wir befuhren war absolut nur der beste. Er passt eigentlich gar nicht zu dem was unsere heimischen „Russlanddeutschen“ so erzählten.
Die lebten dort ja auch nicht als Touristen und erinnern sich heute stark an „absoluten Arbeitsplatzmangel“ mit der entsprechenden Not.
Vielleicht fuhren wir nur an Vorzeigeobjekten vorbei?

Die Hauptstadt ist jedenfalls hauptsächlich eine architektonische Augenweide!







Hier, in Westeuropa, kann man sich kaum vorstellen, was dort bis heute alles errichtet wurde.
Solche Vielfalt an modernsten Hauptstadt- „Hinguckern“ sahen wir äußerst selten.



апко маркет (Alkohol Markt)

Zum Einkaufen gibt es offensichtlich alles. Für alkoholische Produkte, in diesem islamischen Land, standen ganz exklusive Inseln bereit, die aber auch alles anboten, was auch nur Appetit auf Alkohol machen könnte.

Service



Manchmal leiden wir unterwegs auch unter höherem Entwicklungsstand der Infrastruktur:
Je mehr die Bewohner in ihren Häusern fließendes Wasser aus dem Hahn oder so nutzen können, gibt es immer weniger Notwendigkeit, öffentliche Wasserstellen vorzuhalten.
Man muss die Augen schon offen halten um nicht trocken zu laufen.



Äußerst selten, selbstverständlich per Schild angekündigt und von vielen gerne angenommen



Überall „im Osten“ empfanden wir das Thema Müllentsorgung nach unseren heimatlichen Begriffen total unbefriedigend gelöst.
Weitgehend wird Müll „vom Winde verweht“ und überlebt so halbe Ewigkeiten.
Als wirksamste Problemlösung empfinden wir, wie hier, feuerfeste dezentrale Sammelbehälter in denen immer wieder gezündelt wird.
Die werden meist gut akzeptiert und die Umgebung so geschont. Klar, die Luft leidet...



Um diese Rastplätze noch zu toppen, verfügen sie oft auch noch über eine „Rampe für alle“, die jedermann benutzen kann, der irgend etwas unter seinem Auto machen will.
Die sind ein angenehmes Erbe aus Sowjetzeiten.

In diesem nördlichen Teil Kasachstans steigerte sich ein gewisses „Ewig“ noch einmal auf dieser Reise.
Mit unseren üblichen ca. 80 Km/h „Spitze“ wurde „kilometerweit“ und „stundenlang“ an immer gleich bepflanzten Feldern entlangfahren doch noch getoppt durch „tagelang“:
Zwar unterbrachen während diesem „tagelang“ immer wieder Städte und Städtchen diese Gleichartigkeit, um dahinter doch wieder gleichen Bewuchs sehen zu lassen.


Zu warm

Überhaupt nicht genießen konnten wir die, in diesem Jahr für uns extrem hohen Sommertemperaturen. Und den über viele hunderte Kilometer, gleichzeitig fehlenden (absolut kein Baum und kein Strauch) Schatten jeder Art.



Hier genossen wir abends den Schatten auf der einen Seite dieses total leerstehenden, noch nicht bezogenen, Gebäudekomplexes um uns morgens auf die andere Seite zu retten.
Toll. Doch äußerst merkwürdig war, dass wir die ganze Zeit lang keinerlei Sicherheitsmenschen zu sehen bekamen.
Uns passte das.
Somit erlebten wir, wie auch in den meisten „Aus“ -ländern genossen: Man sucht offensichtlich nicht nach Herumstehenden, die „das doch gar nicht dürfen...“.



Insassen schwererer (auch Reise?-) Fahrzeuge nehmen die Schilderaufsteller manchmal das fahren in den wärmsten Tagesstunden vorsorglich ab. Der Asphalt bleibt so besser in Form...


?????

Langsam mussten wir aufpassen dass wir noch ausreichend Tage in unserem Russlandvisum bis zum dortigen, endgültigen, Ausreisedatum übrig haben würden.
Unsere (Visa)Reisezeit drängelte also schon etwas bald die letzte Etappe in Russland anzugehen.

Erleichtert wurde die Entscheidung durch unsere Internetabfrage des Langzeitwetterberichtes in “unserer“ Region und der Vorhersage, dass es in Richtung Russland demnächst ca. 5° C kühler, südlich ca. 5° C wärmer werden sollte...
Empfanden wir als „Gehhilfe“, den landschaftlich offensichtlich attraktiveren Süden Kasachstans für eine kommende Jahresreise vorzusehen.

Rechnerisch war uns schon immer klar, dass wir wohl irgendwann einmal im August hier herumfahren würden.
Je mehr Reisemonate man von Haus aus einplant, um so unflexibler wird man natürlich irgendwo beim Begriff Wetter: Um´s Jahr herum ist ja überall fast immer alles dabei.


Wieder Russland

Heute, 22.8. haben wir die Grenze passiert. Von Kasachstan schnell wieder nach Russland. Da konnte doch noch keine Heimatluft aus Niederbayern zu wittern sein?

Diese Querungen werden immer angenehmer.
Vom 1. Grenzer, der einen kleinen Laufzettel ausstellt, mit dem Kennzeichen und der Anzahl der Insassen (der wird von jedem weiteren Bearbeitenden abgestempelt und am letzten, wenn komplett, eingezogen).
JEDER war hilfsbereit und „belästigte“ einen nur so kurz wie möglich.
Bei der Aus - wie bei der Einreise!

Weil wir bei der Einreise nach Kasachstan kein Visa brauchten (als deutsche bis 30 Tage) bekamen wir 2 Stempel auf den „Migrationsschein“ und hatten dort somit offensichtlich auch die lästige „Registrierung“ (Thema im 2. Teil dieses Reiseberichtes, aber auch schon 2013

--> Link

in Pskov/ Russland) umgangen.
Da Russland mit unserem letzten Land Kasachstan eine Zollunion darstellt, brauchten wir hier auch keine neue (Zoll-)Deklaration erstellen.

Solche positive Stimmung erfasste wohl auch alle anderen Nationen an dieser Grenze.
Fast ein jeder brachte für uns das Deutsch hervor, was er so in sich hatte. Ergebnis: Nach unserem letzten „do swidania“ lachte und winkte der ganze Kontrollpunkt!


Tatarstan



In vielen Berichten über unsere in allen Himmelsrichtungen bereisten Länder nehmen Betstätten dortiger Religionen einen großen Teil ein.
Viele Jahre lang haben wir die schönsten auf unseren Reisen bewundert und waren meistens hoch beeindruckt.
Irgendwann war die Neugierde daran aber gesättigt. Vielleicht weil sich das übertrumpfen von sakralen Kunstwerken immer zu wiederholen schien?



Auf den komprimierten „Tempel aller Religionen“ bei Kasan in der Republik Tatarstan waren wir aber doch gespannt. Lohnte sich dann richtig.

Eldar Khanow: „Ich hörte eine Stimme, die mir sagte, 'Eldar, du musst morgen um sechs Uhr früh aufstehen, dir eine Schaufel nehmen und damit beginnen, den Grundstein für einen Tempel aller Religionen zu legen'!“

Der muslimische Bildhauer, Maler, Dichter und Wunderheiler für Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und verschiedenen anderen Krankheiten, begann am nächsten Morgen mit dem Bau. Ohne jegliche Religionsgemeinschaft, Kunstverein oder Bauträgergesellschaften.
Das Ergebnis soll dann mit 16 Kuppeln als Symbol für 16 Weltreligionen ein „Tempel der Kultur und Wahrheit“ sein. Seine Grundüberzeugung: Dass Gott, gleich in welcher Religion, Einer ist. Religiöse Zeremonien sollen dort nicht stattfinden.

Seine Patienten helfen ihm, den Tempel zu erhalten und weiterzuentwickeln, entweder durch direkte Beteiligung an den Bauarbeiten oder durch Sponsoring.



Bauherren

Für mich ist das Religionsunterricht vom feinsten!



Eldar Khanow



Russisch Orthodox



Buddhistisch



Ägyptisch



….



Hinduistisch



….


Finger weg!

Eine Besonderheit, die es weltweit in der Umgebung sämtlicher touristischer Sehenswürdigkeiten gibt, entdeckte ich später beim sichten der Fotos von der Festplatte:
Aus einem Fenster dieses Gebäudekomplexes empfand ich einen Gemüsegarten fotogen neben einem normalen Haus. Ich „schoss“ es.



Später sah ich auf dem Bild, dass auch unsere heilige Kuh mit drauf war. Sie hatte offensichtlich aber auch noch einen weiteren Fan:



Dessen linke Hand war in diesem Augenblick für unsere Begriffe bemerkenswert nah am Öffnungsgriff der Schiebetüre. Die war wie immer verriegelt!

Welcher der vielen Schutzengel war uns denn hier hilfreich?


Überraschung immer wieder anders
:

Für uns bot der 2. September eine Neuigkeit.
Googleübersetzt stand auf Schildern vor abgesperrten Alkoholregalen in den Supermärkten des Rajon Vladimir:

Nach dem Gesetz der Region Wladimir vom 14. 10. 2019 über die Festlegung der Zeit. Bedingungen und Einzelhandelsstandorte von Alkoholprodukten im Gebiet Vladimir
2. September wird Alkohol nicht verkauft.




Seit unserem 1. Besuch Russlands, 2013, sehen wir den ständigen „Kampf Putins“ gegen den Alkoholismus im Land. Damals gab es z. B. Pet- Bierflaschen noch bis 5 Liter, dieses Mal höchstens noch 1,5.
Wir glauben allerdings nicht, dass vorher angekündigte Tagesverkaufssperren den Konsum wesentlich beeinflussen.



Destilliergeräte für hochprozentiges sahen wir in feinsten Einkaufszentren,



aber hier auch am Straßenmarkt.


Überangebot

Langsam kamen wir der Ausreise aus Russland immer näher. Da dachten wir, vielleicht hätten wir uns doch noch „Sehenswürdigkeiten“ anschauen sollen.

Wir losten Suzdal aus:
Am berühmten „Goldenen Ring“ im Westen Russlands gelegen, ist dies eine der bekanntesten.
Wir fanden dort so viele Gotteshäuser, Klöster und Museen, natürlich neben vielem Gastgewerbe und Souvenirhandlungen, dass wir uns eigentlich dadurch schon leicht überfordert fühlten und fast schon kapitulierten.

Nur eines „zogen wir uns rein“; das Dorfmuseum mit dörflichen Gebäuden aus verschiedenen Regionen der Föderation.

400 Rubel Eintritt pro Person für ein recht überschaubares Angebot. In Suzdal, ob des enormen Touristenaufkommens wohl „im grünen Bereich“?
Für unsere nächsten hundert Reisejahre reicht uns solch ein Kulturerlebnis aber schon wieder...





Solche Bilder gibt es weltweit


Moskau

Nach 6 Jahren wieder in Moskau finden wir dieses Mal einen richtigen Campingplatz vor.
Recht zentrumsnah, am Rande eines sehr gepflegten Parks. Sehr ruhig für diesen Moloch von Großstadt.
Dieser Platz ist gut bis sehr gut ausgestattet.

Jetzt in der Nachsaison, vom 29. August bis 1. September, sind wir 1 x 3, die nächsten beiden Nächte dann 2 Mobilcamper.
Der sehr gut deutsch sprechende Betreiber erklärt uns, dass er den Platz über den Winter wohl schließen werde, weil es sich dann nicht rechne. Glauben wir.

Das Thema „Registratur für Touristen“ bekommt für uns hier eine neue Dimension:
Durch Forenbeiträge vorbereitet, bei denen LKW Touristen ohne Registrierung irgendwo auf ihrer Reise in Russland schon ganz der Aufenthalt auf diesem Campingplatz verweigert wurde, waren wir gespannt und erlebten ein etwas merkwürdiges Spiel:
Der Eigner meinte bei der Anmeldung, da wir bisher auf unserer bisherigen Reise ja noch nicht registriert seien, könnten wir hier nicht campen. Nach einem recht netten Gespräch meinte er auf einmal, gegen Barzahlung(?) ginge das wohl doch für eine Nacht.
OK.
Kommt danach jedoch ans Auto und meint, da er ja am nächsten Tag eh zur Polizei müsse, könne er vielleicht bei einem guten Bekannten etwas für uns tun...
Konnte er dann wirklich und brachte uns den Registrierungsbeleg. Er wollte keinerlei Diridari (niederbayerisch für Geld), also nichts dafür.
Wir buchten noch für 2 weitere Nächte, zahlten den Preis laut Aushang, und hatten bis zur Abreise weiterhin ein sehr gutes Verhältnis mit ihm.
Wir müssen ja nicht immer alles verstehen...




Unsere Innenstadtrundfahrt machen wir selbstverständlich wieder mit der heiligen Kuh! Dabei empfanden wir die Fahrweise der Moskowiter, im Gegensatz zu den Schnellstraßen in Richtung Moskau wieder äußerst routiniert und rücksichtsvoll!

Vor dem Roten Platz waren total viele Marktstände aufgebaut, so dass wir leider nicht noch einmal ein Foto mit der heiligen Kuh dort schießen konnten



Deshalb hier das alte.



Schon vor 6 Jahren, dieses Mal wieder an vielen Stellen, sahen wir städtische „Wasserwerfer“ die sehr gründlich die Straßen sauber spritzten. Auf dem Foto gleich 4 Stück nebeneinander.
Überholende Autofahrer schlossen eben ihre Fenster.
Wenn damit nicht eine Menge Feinstaub gebunden wird...

Im Gegensatz zu unserem 1. Besuch in Moskau gibt es mittlerweile auch dort kostenpflichtige Parkplätze! Wie das Bezahlen funktioniert wissen wir nicht. Nur im Zentrum selbst sahen wir ähnliches wie Parkautomaten.


Freitag der 13.
Ausreise von Russland in die Ukraine.


Irgendwie wurde die Grenzabfertigung auf diesen „Ostlandreisen“ immer logischer, einfacher und zeitlich kürzer.
In Russland war sie fast schon perfekt und eigentlich nicht mehr einfacher denkbar. Wenn schon Grenzen...
Kein Laufzettel mehr.
Bei der Passkontrolle wurden unsere diesmaligen 3 Aufenthalte in Russland anhand der Stempel im Pass penibel nachgerechnet. OK. Wir hatten unsere, bei dem Halbjahresvisum erlaubten 90 Aufenthaltstage bei den 3 Aufenthalten, nicht überzogen. Uff!

Dazu sei gesagt, dass wir den Registrierungsbeleg, den wir vom Moskauer Campingplatzchef bekamen, bewusst zurück hielten um uns unsere Theorie, dass Wohnmobilisten die nicht mehrere Tage an einem Ort verbringen keine Registrierung benötigen, zu bestätigen.
Wir wurden nie danach gefragt
Siehe unsere Erfahrung 2013 bei der Touristinformation in Pskov:

--> Link

NUR: Die Zolldeklaration wurde uns von einem „Offiziellen“ abgenommen und irgendwo hin verfrachtet...
Nach Pass OK und Zoll OK, sollten wir aus der Kontrollstelle ausreisen dürfen:
Unsere Zolldeklaration, die dann abgestempelt der Beweis wäre dass wir unser Auto ordnungsgemäß wieder ausgeführt hätten, war noch bei irgend einem „Offiziellen“.
Ich weigerte uns, den Weg aus der Station zu gehen...
Ein Beamter erklärte das an einem Zollschalter, da kam dann nach einiger Zeit doch die abgestempelte Deklaration raus.
Diese, abgestempelte, Deklaration hat offensichtlich schon mancher als Beweis gebraucht um das Gegenteil einer illegalen Fahrzeugeinfuhr zu beweisen...

Schlussendlich: Ein junger Uniformträger am Schlagbaum versuchte sich mit seinen Englischkenntnissen. Sehr nett und aufmerksam.
Er freute sich als letzter offensichtlich auch besonders über Iris ihr abschließendes „Do swidania Rossia“.

Upps, das war ja schon wieder ein Grenzübergang...


Alter Hans am 27 Mai 2020 21:08:50

Danke für Deine interessanten Reiseberichte. Die Mongolei hatte mich immer gereizt. Habs aber nicht gepackt.
Und der T3 syncro war jahrelang ein Traum von mir.

volkermuenster am 28 Mai 2020 08:08:25

Vielen lieben Dank für diese tolle Fortsetzung.

Habe ich verschlungen.

Freue mich noch auf den letzten Teil.

Gruß
Volker


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