Vor knapp 3 Monaten haben meine Freundin und ich uns ein Wohnmobil gekauft, in dem wir das nächste halbe Jahr leben wollen. Jetzt haben wir vielleicht ein ganz schönes Problem ander backe und ich würde mich sehr freuen, von euch eine Einschätzung zu kriegen!
Wir sind Wohnmobil-anfänger und lernen nach und nach mehr über unser neues Gefährt. Natürlich haben wir versucht uns vor dem kauf möglichst gut zu informieren, aber so schnell wäscht sich die grüne farbe hinter den ohren nicht ab :) Deswegen haben wir auch für den Kauf einen gut bewerteten Händler rausgesucht, um nicht blauäugig über den Tisch gezogen zu werden.
Kurz die Eckdaten des Womos: Fiat Ducato mit Tec Rotec Aufbau, jg 2002, knapp 140.000km gefahren, 2 Vorbesitzer, Kaufpreis knapp 19.000 Euro, Vertrag nicht über Händler sondern privat zu privat via vom Vorbesitzer.
Zum Problem:
Erst sah für uns alles trocken und dicht aus und 2 Monate lang konnten wir das Womo problemlos nutzen. Vor einigen Tagen standen wir dann das erste Mal für mehrere Tage in starkem Regen.
Erst kam durch die hintere Dachluke Wasser rein. Etwas gegoogelt und dachte noch das kriege ich bestimmt selbst repariert.
Dann kurze Zeit später der Schreck: in den Alkoven dringt Wasser (siehe Bilder). Vor allem in den Ecken, vorne unten links und vorne unten rechts. Da wurde es so richtig nass.
Weiterhin zog sich einiges an Feuchtigkeit entlang der Holzleiste zwischen diesen beiden stellen, sowie - was mir ziemlich Sorgen macht - entlang der Verbindung zwischen der Seitenwand und dem Dach. Auf beiden Seite des Womos standen entlang dieser Verbindung wassertröpfchen, bis nach hinten in die Schränke.
Jetzt wo es wieder weniger regnet sieht man die feuchtigkeit nicht mehr, aber in den Hauptstellen im alkoven hat sich sofort schimmel gebildet, ebenso am Fenster im alkoven.
Vom aussen sieht man am Womo fragwürdig aussehende reparaturen am Übergang zum alkoven, allerdings nicht direkt an den Haupt-nässe-stellen.
Wir sind damit direkt zu einem Spezialisten. Dieser meinte: Reparatur kostet 10.000-15.000 Euro,
Man müsse das Dach komplett aufmachen und tauschen. Also wirtschaftlicher Totalschaden.
Mit dieser Info sind wir weiter zum Händler gefahren. Kurze Info dabei: der Vertrag läuft als privatverkauf vom Vorbesitzer. Darauf haben wir uns eingelassen, weil das bei dieser preis- und altersklasse ziemlich normal zu sein schien. rechtlich müsste der händler also keine Gewährleistung bieten.
Der Händler hat sich alles angesehen und war selbst überrascht. Er hat von sich aus gesagt, dass er da mit Verantwortung übernimmt und wir sowas wie 50/50 für die Reparatur machen. Diese wollen sie auch sehr viel günstiger (eher bereich 1500Euro) gestalten:
Er hat einen Mechaniker seiner Werkstatt hinzugezogen und folgendes gesagt.
Ganzes Dach aufnehmen ist bei einem womo dieses Alters nicht sinnvoll weil super teuer.
Was sie stattdessen machen ist die hauptsächlich betroffen stellen öffnen und reparieren, dabei checken von wo Wasser eindringt und das schließen. Ausserdem checken, wie weit das holz angegriffen ist und nur das direkt geschädigte u schimmelige austauschen. Die Feuchtigkeit entlang des Übergangs Seitenwand- Dach sei wahrscheinlich nur von der hauptstelle aus nach dort entlanggezogen. Das müsse man tendenziell nicht separat reparieren, sondern es reiche das Womo ein paar Wochen mit bautrockner in eine Halle zu stellen.
Diese Art der Reparatur solle auch für Jahre von Nutzung gut genug sein, wenn man a) den Ursprung gut lokalisiert und b) das holz, dass einen richtigen Schaden hat, austauscht.
Wir haben das Wohnmobil dagelassen, innerhalb der nächsten 2 Wochen finden sie platz für die Reparatur; als erstes werden sie alles richtig aufmachen, um uns dann eine genauere Einschätzung zu geben, da sie bisher nur mit geschlossener Verkleidung draufsehen konnten.
Das klang für uns erstmal nachvollziehbar und wir waren froh, dass er uns entgegenkam.
Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, dass meine menschenkenntnis mich täuscht und der Händler sich möglichst einfach aus der Affäre ziehen will.
Ich habe Angst, dass man uns damit für ein halbes Jahr zufriedenstellen will, dann fällt alles auseinander aber der händler ist fein raus, weil mehr Zeit zum Kauf vergangen ist.
Wir hätten alternativ nach anwaltlicher Beratung sonst noch die Option, es mit Klage über arglistige Täuschung oder umgehung der gewährleistungspflicht zu versuchen und eine rückabwicklung anzustreben.
Das würden wir aber lieber nicht tun, da wir a) das Wohnmobil gerne weiter nutzen wollen (sonst sind wir erstmal obdachlos), b) keine Rechtsschutzversicherung haben (Mist, daraus haben wir gelernt!) c) der
Ausgang nicht sicher ist und
D) ich zwar keine Ahnung von womo's habe, aber schon von Menschen. Ich habe den Eindruck, dass mein Händler zwar natürlich auch ein Verkäufer ist, aber dabei durchaus auch auf unserer Seite steht und ethische sowie Qualitätsstandards hat.
Jetzt meine fragen:
Haltet ihr diesen Ansatz von Reparatur für sinnvoll, kann das gut werden?
Wie würdet ihr in dieser situation Vorgehen?
Seht ihr noch etwas, dass ich übersehen habe?
Vielen Dank und sorry für den langen Text!
Liebe Grüße,
Christian
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