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ich habe einen gebrauchten Phoenix auf MAN aus 2000 gekauft. Die beiden Aufbaubatterien (Exide 210AH) sind aus dem Jahr 2018. Das Fahrzeug stand 1 Jahr in einer Halle und wurde von mir nun 500km überführt. Dann hing es 3 Tage an 220V und eine Aufbaubatterie überhitzte und gaste aus - am Geruch (nach längerer Zeit) gemerkt und beide abgeklemmt - also echt Glück gehabt :-) Am nächsten Tag war eine noch gut warm, aber die andere blieb bei normaler Temperatur. Zum Einfahren der Treppenstufen habe ich die "normale" dann kurz angeschlossen und sicherheitshalber wieder abgeklemmt.
Da die Batterien nur 2 Jahre alt, vermute ich eher einen Fehler beim Ladevorgang, zumal die Elektrik ja noch aus 2000 stammt - aber wie prüfe ich das? Wer kennt eine Werkstatt im Lübecker Umfeld, die solche Probleme angeht?
sprich mal die Bosch-Dienste in deiner Nähe an. Die sind für solche Angelegenheiten meist eine gute Adresse.
thomas56 am 21 Nov 2020 10:38:10
frankietng hat geschrieben: Da die Batterien nur 2 Jahre alt, vermute ich eher einen Fehler beim Ladevorgang, zumal die Elektrik ja noch aus 2000 stammt - aber wie prüfe ich das?
Schliesse mal nur die heile Batterie an und lasse sie unter Beobachtung laden. Die Spannung sollte nicht über 14,4-14,5V kommen. Welches Ladegerät ist denn eingebaut? Möglich wäre auch, dass die 2. Lichtmaschine ne Macke hat.
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chrisc4 am 21 Nov 2020 10:52:53
Wenn ich das richtig verstanden habe wurden die beiden Batterien ein Jahr lang nicht geladen! Dann waren die bestimmt komplett entladen, vermutlich tiefenentladen. Dadurch sind die bestimmt vorzeitig sulfatiert und haben einen Zellschluss und damit defekt. Auch wenn die eine sich noch laden lässt wirst du keine Freude mehr daran haben.
frankietng am 21 Nov 2020 10:56:09
chrisc4 hat geschrieben:Wenn ich das richtig verstanden habe wurden die beiden Batterien ein Jahr lang nicht geladen! Dann waren die bestimmt komplett entladen, vermutlich tiefenentladen. Dadurch sind die bestimmt vorzeitig sulfatiert und haben einen Zellschluss und damit defekt. Auch wenn die eine sich noch laden lässt wirst du keine Freude mehr daran haben.
ok, d.h. bei einem Zellschluss kommt es auch zum Ausgasen?
frankietng am 21 Nov 2020 11:16:47
Da die Batterien nur 2 Jahre alt, vermute ich eher einen Fehler beim Ladevorgang, zumal die Elektrik ja noch aus 2000 stammt - aber wie prüfe ich das? [/quote] Schliesse mal nur die heile Batterie an und lasse sie unter Beobachtung laden. Die Spannung sollte nicht über 14,4-14,5V kommen. Welches Ladegerät ist denn eingebaut? Möglich wäre auch, dass die 2. Lichtmaschine ne Macke hat.[/quote]
Ich habe einen Calira LG 727-DS/IU. In der Anleitung steht zum Verwendungszweck "Der Ladeautomat LG 727-DS/IU dient ausschließlich zum, Laden von 12 Volt-Bleiakkumulatoren, bestehend aus 6 Einzelzellen (z.B. Autobatterie), mit einer Kapazität von 100 Ah bis 270 Ah. Er ist universell einsetzbar und für Dauerbetrieb auslegt. Das bevorzugte Einsatzgebiet des Ladeautomaten sind Gelbatterien"
Bleiakkumulatoren hat mich gerade irritiert, aber der letzte Satz "bevorzugte Einsatzgebiet sind Gelbatterien" spricht doch dafür, dass der Ladeautomat für die Exide ES2400 geeignet ist, oder?
frankietng am 21 Nov 2020 11:19:48
hmarburg hat geschrieben:Hallo Frankie,
sprich mal die Bosch-Dienste in deiner Nähe an. Die sind für solche Angelegenheiten meist eine gute Adresse.
Danke, auf diese Idee bin ich bislang nicht gekommen und hatte nur an klassische Kfz-Werkstätten gedacht
chrisc4 am 21 Nov 2020 13:57:01
frankietng hat geschrieben:einem Zellschluss kommt es auch zum Ausgasen?
Ja, dann wird die Batterie beim Ladevorgang heiß, sie kann sogar kochen! Dabei treten Schwefelsäuredämpfe aus, die die Umgebung schädigen können. Also sofort abschalten!
reisekater am 21 Nov 2020 14:07:32
Hallo Mobilisten, bin seit Mai 2010 Besitzer eines Phoenix 8150 G. Fahrzeugdaten sind im Forum abrufbar. Auch ich habe derzeit auf eine gute Bestückung geachtet. Also 2 Exide-Gel-Batterien mit 220 Ah. Die beiden Calira Ladegräte LG 412 + EVS 3627 gehörten zur Normausstattung beim MAN-Fahrzeug. Leider reichte die Leistung nicht für eine gute=schnelle Ladung für 440 Ah. Für normale Nassbatterien werden 10% der Batteriekapazität empfohlen - bei Gel jedoch besser 15%!! Ich habe diesen Sachverhalt der Firma Schell in Aschbach nach einigen Monaten Erstnutzung mitgeteilt, dass die Ladekapazität nicht ausreichend sei. Hier war dann wohl auch eine Einsicht vorhanden, na bei einem Kaufpreis von über 300.000 DM! Also wurde zusätzlich ein Calira Ladeautomat LG 412-DS/IU nachgerüstet, d.h. Kostenlos. Zusätzlich habe ich noch einen Sterling-Ladebooster neben den Batterien montieren lassen. Diesen hatte ich auch vorher schon im Segelboot als sehr sinnvoll angesehen. Der erste Batteriesatz hielt über 10 Jahre! Wohl aber auch weil ich alle 4 Wochen im Winterlager 2 Tage Landstrom reingegeben habe. Sie hielten lt. Monitor dann 99% Kapazität. Der nächste Austausch wird in jedem Fall wieder Exide-Gel 210 Ah sein, auch wenn eine Autobatterie beim BMW schon nach 4 Jahren den Geist aufgab,wohl wg. Kurzstrecke!
MfG Reisekater
frankietng am 21 Nov 2020 14:16:39
chrisc4 hat geschrieben:einem Zellschluss kommt es auch zum Ausgasen?
Ja, dann wird die Batterie beim Ladevorgang heiß, sie kann sogar kochen! Dabei treten Schwefelsäuredämpfe aus, die die Umgebung schädigen können. Also sofort abschalten![/quote]
Die Batterie ist sogar sehr heiß geworden und ich habe dummerweise sogar noch die Quelle des Gestanks "per Nase" im WoMo gesucht.
Könnte man sagen, dass heiß+Ausgasen EINER Batterie dann auf einen Zellschluss hindeuten, während ein defektes Ladegerät dann beide Batterien zum Ausgasen gebracht hätte? Die zweite ist wie gesagt noch "normal" heiß gewesen.
Wie gesagt geht es mir darum, dass ich jetzt keine neuen 2 Batterien kaufe und die dann durch das vielleicht noch defekte Ladegeräte auch zerstört werden...
PS: Ihr seid übrigens super! Ich hätte nicht gedacht, dass ich an einem Samstagvormittag so schnell Antworten erhalte!
rkopka am 21 Nov 2020 15:51:24
reisekater hat geschrieben:Der erste Batteriesatz hielt über 10 Jahre! Wohl aber auch weil ich alle 4 Wochen im Winterlager 2 Tage Landstrom reingegeben habe. Sie hielten lt. Monitor dann 99% Kapazität.
Ist hier nicht das Thema, aber wie kam der Monitor(?) auf 99% Kapazität ? Hat er die Batterie vollgeladen und dann komplett entladen ? Anders kann man das fast nicht feststellen. Und 99% vom Startwert nach 10 Jahren wären fast ein technisches Wunder. Allein die Alterung ohne besondere Belastungen sollte mehr kosten.
RK
reisekater am 21 Nov 2020 17:28:39
Hallo Foristen, die serienmässige Calira Bordcontrol-Anzeige ist über der Eingangstür verbaut. Das war in 2001 noch nicht mit Digitalanzeige des 12 Volt Bordnetzes. Daneben ist die gleiche runde Anzeige für die 24 Volt Anlage des MAN-Netzes. Optisch rot bis grün wie bei einer Tankuhr. Daran kann ich nur vermuten wieviel genau drin ist. In der Klappe links neben der Calira-Bedieneinheit befindet sich der Solar-Laderegler der Hersteller STECA. DieserRegler hat verschiedene Anzeigen.Eine Funktion davon ist der Ladezustand der beiden Gel-Batterien! Dies wird Digi ital angezeigt, 99% und 12,9 Volt. Zur Ausgangsfrage des Themenstarters kann ich nur bemerken, wenn man eine solche Batterie 1 Jahr nicht pflegt und gut nachlädt, dann ist die Sulfatierung nicht zu verhindern! MfG Reisekater
rkopka am 21 Nov 2020 17:59:09
reisekater hat geschrieben:Eine Funktion davon ist der Ladezustand der beiden Gel-Batterien! Dies wird Digi ital angezeigt, 99% und 12,9 Volt.
Das ist der Ladezustand aus der Spannung abgeleitet, hat aber nichts mit der Kapazität zu tun. Höchstens die % von der noch übrigen Kapazität und auch das nur sehr ungenau. Meine letzte Batterie hatte auch die volle Spannung aber nur mehr 20% Kapazität. Leider nützt der Spannungswert da kaum etwas. Die tatsächliche Kapazität kann man eigentlich nur durch entsprechende Entladung messen. Alles andere sind bestenfalls grobe Schätzungen.
RK
frankietng am 22 Nov 2020 10:10:15
reisekater hat geschrieben:Hallo Foristen, Zur Ausgangsfrage des Themenstarters kann ich nur bemerken, wenn man eine solche Batterie 1 Jahr nicht pflegt und gut nachlädt, dann ist die Sulfatierung nicht zu verhindern! MfG Reisekater
Das sehe ich dank Eurer Hinweise nun auch so und werde mir auch 2 neue Batterien kaufen.
Was mir aber noch Sorgen bzgl. Zuverlässigkeit des Ladegerätes macht ist die Tatsache, dass das Problem nicht direkt bei (Übernachtung ohne 220V mit ALDI in Gasbetrieb)/nach der 500km Fahrt und den ersten beiden Tagen an 220V auftrat, sondern erst am 3 bzw. 4. Tag an 220V.
Ich hatte bislang einen Bürstner mit 2 "normalen" Bleibatterien und den über die Wintermonate auch an 220V hängen. Da habe ich Glück gehabt, das nicht passiert ist. Also lieber die Batterie rausnehmen und jeden Monate 1x aufladen, richtig?
Gruß Frankie
mafrige am 22 Nov 2020 11:17:29
reisekater hat geschrieben:Hallo Foristen, Zur Ausgangsfrage des Themenstarters kann ich nur bemerken, wenn man eine solche Batterie 1 Jahr nicht pflegt und gut nachlädt, dann ist die Sulfatierung nicht zu verhindern! MfG Reisekater
frankietng hat geschrieben:... Ich hatte bislang einen Bürstner mit 2 "normalen" Bleibatterien und den über die Wintermonate auch an 220V hängen. Da habe ich Glück gehabt, das nicht passiert ist. Also lieber die Batterie rausnehmen und jeden Monate 1x aufladen, richtig?
Gruß Frankie
Hallo Frankie,
Was Reisekater oben schreibt, ist schon die Ursache. Dein Ladegerät kann auch im Winter an bleiben! Meine 2 Gelbatterien haben 16 Jahre lang, wenn ich nicht gefahren bin, im Carport 230 V Landstrom bekommen und waren beim Womoverkauf noch ca. 70 % fit. Wenn wir unterwegs waren, wurden sie entweder vom Landstrom oder per Solar geladen. Also so schnell wie möglich immer aufladen ... :lol:
PS: das der Schaden erst 2-3 Tage später auftrat, lag daran, das die Sulfatkristalle an den Elektroden sich bilden und erst durch deine Fahrt runterfallen sind und dann den Plattenschluss verursacht haben. Gelbatterien sind durch die Umhüllung der Elektroden deutlich unempfindlicher als Startbatterien, da wäre der Schaden sofort aufgetreten!
reisekater am 22 Nov 2020 12:59:58
Hallo Foristen, leider habe ich in meinem ersten Beitrag den Kauf auf 2010 datiert- war ein dummer Fehler! Aber im folgenden Schrieb richtig mit Mai 2001 angebeben. Da ich bei den Aufbaubatterien immer auf monatliche Kontrolle bzw. Ladung achte, halten diese auch so lange. Laut dem Varta-Batteriehandbuch sind gerade die Gel-Batterien empfindlich. Bei meinen derzeitigen Bootsnachbarn sind viele Batterien vorzeitig gestorben. Hatte vor dem Kauf des Mobils auch Unterlagen von Niesmann+Bischof angefordert Dort wurden die Gel-Batterien durch 2 Ladegeräte mit je 35 Ampere geladen! Bei nachlässiger Ladung kommt es zu einer "Verkapselung" der Bleimoleküle. Wie im vorherigen Beitrag richtig benannt, durch die 500 Km sind diese heruntergefallen und haben einen Plattenschluss ausgelöst, also richtig TOT. mfG Reisekater
frankietng am 23 Nov 2020 15:38:57
Moin,
prima - vielen Dank für die schnellen und gute Antworten. Ich hoffe ich kann mich mal revanchieren! Jetzt kaufe erst einmal neue Batterien.
Noch eine letzte Frage: Ich habe ja den LG 727 FS/IU. Dieser ist lt. Anleitung für 100-270Ah geeignet ... hm, wenn ich jetzt wieder 2x ES2400 a 210Ah kaufe, dann habe ich ja 420Ah, oder? Dauert dann alles nur länger oder gibt es dann Probleme?
Was habt Ihr eigentlich für Batterien? Reichen nicht vielleicht 210Ah eigentlich für 2-4 Tage autarkes Stehen aus?
Gruß Frankie
fschuen am 23 Nov 2020 16:17:55
Hast du an den Batterien Temperatursensoren verbaut? Wenn ja, auch an der kaputten? Bleibatterien brauchen nämlich weniger Spannung, wenn sie warm sind. Lädt man ohne Temperaturfühler, bekommt eine warme Batterie zu viel Spannung und wird heiss … ein instabiles System, welches die Batterie hinmeuchelt. Wenn dem so war, dann ist die andere Batterie vermutlich noch in Ordnung (= dem Alter entsprechend). An einen Plattenschluss glaube ich nicht. Ein Plattenschluss kann auftreten, wenn eine Platte mechanisch bricht, normalerweise bei starker Stromentnahme. Auf keinen Fall, wie es hier zusammenfabuliert wird, Bleisulfat leitet nämlich den Strom nicht.
frankietng hat geschrieben:Was habt Ihr eigentlich für Batterien? Reichen nicht vielleicht 210Ah eigentlich für 2-4 Tage autarkes Stehen aus?
Wenn deine andere Batterie noch ok ist - die Spannung sollte einen ersten Eindruck geben - dann wirf doch die andere raus und probier es einfach aus. Sollte eigentlich reichen, aber bei Bleibatterien ist es immer ein Ratespiel, wieviel Kapazität sie wirklich haben. Die 210 Ah sind ja schon im Neuzustand meist gelogen und werden über die Zeit laufend weniger. Wenn man nicht ganz dringend eine Batterie braucht, gibt es heutzutage im Aufbaubereich kein Argument mehr für Blei. Lithium-Eisensulfat-Batterien sind sicherer, kompakter, leichter und halten sehr lange. Damit sind sie auch auf Dauer billiger. 100 Ah reichen da für mehrere Tage autarkes Stehen aus, je nach Strombedarf.
Gruss Manfred
mafrige am 23 Nov 2020 17:10:11
fschuen hat geschrieben:... An einen Plattenschluss glaube ich nicht. Ein Plattenschluss kann auftreten, wenn eine Platte mechanisch bricht, normalerweise bei starker Stromentnahme. Auf keinen Fall, wie es hier zusammenfabuliert wird, Bleisulfat leitet nämlich den Strom nicht ... Gruss Manfred
Hallo Manfred,
du kannst doch nicht die Chemie hier auf den Kopf stellen ... hier: --> Link) Wie soll denn eine Bleibatterie funktionieren, wenn Bleisulfat nicht leitend ist ... :lach:
fschuen am 23 Nov 2020 17:29:24
Hallo Gerd, die Reaktionen sind so in Ordnung. Das entstehende Bleisulfat ist ein geliges, glibberiges Zeug - die Reaktion findet nämlich nur an der Oberfläche statt - das Bleisulfat leitet nicht, der Elektrolyt aber durchaus. Die "Sulfatierung" ist ein Zusammenlagern zu grösseren Kristallen, etwa so, wie der Schnee in den Alpen bei Sonnenschein schöne Eiskristalle bildet. Weil diese Kristalle im Gegensatz zum Glibbergel (oder zum Schnee) kaum Oberfläche haben, geht so Aktivmaterial verloren. Kann man zwanglos verhindern, indem man die Batterie vollgeladen hält, dann kann sich mangels Bleisulfat nix umlagern.