svenhedin1 am 15 Dez 2020 15:11:03 Hallo in die Runde Ich habe an die Elektroprofis mal folgende vielleicht gar nicht so banale Laienfrage:
Nehmen wir als Beispiel mal den 10 mm Anschlussbolzen vom Shunt Batteriecomputer Victron 712 auf der Verbraucherkabel-Minusseite. Ferner zum Anschluss dort ein Gemisch von/verschiedenen z.B. 10 mm2, 16 mm2 und oder 35 mm2 Ring-Ösenschuh-Kabel.
Jetzt mal allgemein, mit Schwerpunkt nicht auf die mechanische sondern eher auf die elektrische Strombelastbarkeit/elektrische Qualität in Richtung Übergangswiderstand gefragt:
1. Ab wieviel dort angeschlossener Verbraucherkabel ist womöglich generell nicht mehr von einem guten elektrischen Kontakt der Ring-Ösenschuh-Kabel an dem 10 mm Bolzen schon fast pauschal dort unterstellt auszugehen? bzw ist das so?
2. Frage anders gestellt: Ab wieviel Ring-Ösenschuh-Kabel an Anzahl ist es womöglich immer sinnvoll (auch wenn man gar nicht viele Verbraucherkabel hat) , an diesem einen 10 mm Bolzen statt Vielkabel-Aufklemmung dort nur eine sagen wir 3-poligen Stromverteilerschiene für den so nachgeschalteten Anschluss von mehreren Verbraucherkabel nachzubauen? 3. Hintergrund von Frage 1. und 2. ist folgende Frage 3 Frage im gleichen Sinnzusammenhang noch mal ganz anders gestellt: Wenn nach Abschalten aller Batterie-Ladeeinrichtungen, auch Solarladung ganz weg, z.B. nachts sowie auch alle Verbraucher abgeschaltet an der Stromanzeige des Batt.-Computers NICHT 0,0 Ampere sondern Ladung mit z.B. + 0,7 A (schwankend, mal + 0,4 A, dann mal + 0,7 A bis hoch zu + 1,1 A – wobei tagsüber bei Sonne z.B. die angezeigten Solar-Amper um genau diesen jeweiligen fehlerhaften Amperewert (+0,4 od. +0,7 od zeitweise sogar +1,1 A) zu viel angezeigt werden, kann die Ursache dieser fehlerhaften Stromanzeige dann irgendwie schlechter Kontakt der Verbraucherkabelanschlüsse sein?
Können da Kundige vielleicht jeweils zu Punkt 1, 2 und 3 verständlich was zu sagen. Danke vorab. Grüsse
Tinduck am 15 Dez 2020 15:58:48 Ein Zuviel an Strom dürfte durch einen schlechten Kontakt eigentlich nicht angezeigt werden. Aber gute Frage.... ich denke mal, im Extremfall bekommt man den besten Kontakt mit nur einem Kabelschuh auf der Verschraubung hin. Am besten ist es, ein Minusterminal einzurichten, von dem aus nur ein Kabel zur Batterie geht. Bei uns im Womo sieht das Minusterminal auch wüst aus, locker 15 Ösen auf 3 Bolzen, die auch noch über Kabelbrücken miteinander verbunden sind.. Da muss ich auch noch mal ran. Hab schon neu sortiert, so dass die Kabel mit viel Strom wenigstens auf dem gleichen Bolzen sitzen, der auch das Batterie-Minuskabel trägt. Früher führte ein ganzer Wust an Kabeln direkt zum Minuspol, hab ich durch 1 x 36 mm2 vom Minusterminal zur Batterie ersetzt. Wenn mein Kupfer aus China da ist, gehts der Verteilung an den Kragen :) bis denn. Uwe
svenhedin1 am 15 Dez 2020 17:05:37 Hi ich hätte ja auch den Plus nehmen können, da läuft ja die gleiche Kabelanzahl auf. Aber danke für deine Antwort. Deine Bedenken gehen also in die gleiche Richtung.
Nur, ich wollte mal auf Erfahrung damit drauf hinaus. Wieviel Ringkabelschuhe an einem Schraubbolzen übereinander überhaupt noch gut, gar zulässig ? sind, sonst gibt es garantiert die und die Problemchen.
Dann sind verschiedene Ringkabelschuhe sicher baulich verschieden geprägt, schmal/breit und dick und Form/Abknickwinkel, was auch die jeweilige Stapelung auf einem Schraubbolzen betrifft. Wird dadurch bei Stapelung übereinander womöglich gar letztlich auch der Kabelquerschnitt einzelner Kabel verkleinert? Wird dass noch durch Verformung durch den drunter- oder drübergestapelten anders geformten Ringschuh über die Press-verschraubung noch verschlimmert? Dann zwar fest(er), aber Kontakt-Auflagefläche verformt womöglich kleiner, noch mal Kontakt verschlechtert.
Dann weiter gedacht. Was passiert über die Jahre bei einer Ringösenstapelung unterschiedlich großer Kabelschuh-Auflageflächen und Formen unter- übereinander dann an einem Schraubbolzen, wenn da Sauerstoff zwischen die Kontaktflächen hin kommt, Feuchte hinzutritt, an den verzinnten oder gar nur Blankkupfer-Ringösen bezüglich widerstandeserhöhender Patina.
Ich kann mich vage im Lithium-Urthread oben erinnern, da hat Lars/Sonnentau bei seinem Li-Bausatz sogar mal davon gesprochen, dass er bei den Schraubbolzen, ja sogar Federringen und Muttern Material aus rost-freien speziell bestimmten hoch leitfähigen Stählen verwendete. Da passiert also innerlich schon was auf den Schraubbolzenanschlüssen in Richtung Kontakt(verschlechterung) materialmäßig – incl chemischer Langzeitänderungen daran.
Ich dachte nur, hier ist so viel geballte Kompetenz, dass einer daher kommt und sagt: also, an so einem Schraubbolzen ist der Goldstandard, da darfst du nur das und das. Sagen wir wie du auch andeutest nur ein Ringkabelschuh je Bolzern. Das sogar womöglich speziell auch an dem niederquerschnittshaltigen Kleinkramanschlüssen !? (schlecht realisierbar weil dann baulich zu groß/vielpolig).
Normalerweise klappt es ja auch mit dem galvanischen Kontakt denke ich. Nur, fangen die Probleme mal an, dann geht’s ins Detail. Deshalb dachte ich, es existierte so eine generelle Vorgabe als roter Faden bezüglich der Schraubbolzen-Anschlüsse. Das darfst du, aber ab da löse es besser anders, weil dann tauche die und die Probleme auf. Grüsse
w0mo am 15 Dez 2020 17:30:13 Moin, svenhedin1 hat geschrieben:Was passiert über die Jahre bei einer Ringösenstapelung unterschiedlich großer Kabelschuh-Auflageflächen und Formen unter- übereinander dann an einem Schraubbolzen, wenn da Sauerstoff zwischen die Kontaktflächen hin kommt, Feuchte hinzutritt, an den verzinnten oder gar nur Blankkupfer-Ringösen bezüglich widerstandeserhöhender Patina.
dafür gibt es Pol- oder Kontaktfett. Gruß der Michi
Fledermaus am 15 Dez 2020 17:31:53 Servus Egal ob auf der minus Seite oder auf der plus Seite, richte einen großen Verteiler mit einer Kupferschiene ein und dann erst zu den kleinen Sicherung, dein Problem hatte ich auch, sowohl am plus als am minus. Zusätzlich kannst du am Shunt nicht richtig festziehen, der bricht vorher. Sowie Uwe hab ich das auch mit Bolzen gemacht, werde das auch so lassen.
Fledermaus am 15 Dez 2020 17:45:00 Servus Ergänzung. Meine Bolzen sind 6er/8er/10er metrische Schrauben, die in einer Eisenplatte verschraubt sind und miteinander mit Kupfer verkabelt sind, und am Massepunkt Auto und Shunt angeschlossen sind. Funktioniert seit rund 2 Jahren.
MountainBiker am 15 Dez 2020 17:46:28 Hallo,
zu Deinem Fragen:
- für Hochstromverbindungen (>50A) - maximal ein Rohrkabel-/Ringkabelschuh, denn nur so ist sichergestellt, dass die definierte Kontaktfläche und der vorgesehene Kontaktdruck hergestellt ist; - für Verbindungen mit moderaten Strömen (<50A) - maximal 2 Rohrkabel-/Ringkabelschuhe mit gleichen/ähnlichen Querschnitt;
Prinzipiell immer einen geeigneten Verteiler/Stromschiene verwenden, wobei der Querschnitt durch den Summenstrom definiert wird. Absicherung der Kabelquerschnitte beachten!
Unterlegscheiben und Federringe sind suboptimal, weil dadurch kein gleichmäßiger Kontaktdruck entsteht. Besser sind rostfreie Spann-/Schnorrscheiben zu verwenden! Und nicht vergessen alle Verbindungselemente in Cu oder Messing (mit vergrößerten Querschnitt) ausführen, und daran denken Cu ist ein weicher Werkstoff der zum "kaltfließen" (verformen) neigt!
farnham am 15 Dez 2020 20:47:13 Kabelschuhe der Sorte 35qmm oder mehr definitiv nicht stapeln, genau dafür wurde die Verteilerschiene erfunden. Bei der Platzierung der Plus- und Minus-Schienen auf viel (!!!) Abstand achten und Plusschiene hinreichend isolieren. Idealerweise Plusschiene nach oben, sodass fallende Werkzeuge nicht in der Nähe zum liegen kommen. Abstand: mindestens 1,5 Schraubenschlüssellängen ;)
Ein wichtiger Tipp fehlt hier noch: Anziehen mit korrektem Drehmoment! Das steht in der Anleitung zur Schiene und nur damit ist sicher, dass man weder den Bolzen rausreißt noch durch zu lockeren Anzug unnötigen Übergangswiderstand. Insbesondere bei den Victron-Shunts ist das Moment brutal hoch. Mein feinmechanisches Handgelenk hätte eine Messingschraube niemals freiwillig so angeknallt - es quietscht und knirscht dabei!
Nach einem Monat und danacah einmal im Jahr auf Drehmoment nachziehen ist ebenfalls keine schlechte Idee.
svenhedin1 am 16 Dez 2020 09:17:44 Hi, Vielen Dank für die vielen guten Antworten. Ihr habt mir auf die Sprünge geholfen! Die hohe Kompetenz dieses Forums in speziell diesem Faden hier, das hat ja mit Lars mal angefangen und ich glaube, der hat sie alle angesteckt diesbezüglich, sich immer weiter zu steigern, verdient schon eine eigene Anerkennung und deshalb mein besonderer Dank an die Kompetenzträger hier. Ich werde für mein eigentliches Problem (im Eingangsthread unter Punkt 3 benannt und obwohl technisch in diesem Fragehintergrund womöglich doch versteckt), die fehlerhafte rätselhafte Nullpunktanzeige eines Votronic Batteriecomputers 100 S, in einem gesonderten Faden neu einstellen, in der Hoffnung, dass be-züglich Batteriecomputer ein Spezialist das mitliest und weiter helfen kann und insofern diesen Faden hier abschließen. Aber eine Frage hätte ich noch. Ok, ich habe verstanden, ihr wollt also als Goldstandard was das Material von Stromverteilerschienen betrifft unbedingt auf Kupferschiene hinaus und da muss man achten u.a. auch auf Kaltverformung bei der will wohl heißen denke ich bezüglich Strombelastbarkeit. Ok, ich werde dem folgen. Danke. Dennoch noch mal eine Frage zu Edelstahlstromverteilerschienen. Wie z.B. fraron diese hier im Angebot hat. --> LinkDie findet man gehäuft u.a. auf Elektroteileseiten für Yachtzubehör. Sind die nur aus Korrosionsgründen (u.a. Salzwasser ) gehäuft im Yachtbereich zu finden und deshalb dort kein blanker Kupferschieneneinsatz zu finden bzw anders herum gefragt : Welche Nachteile hätte denn der Einsatz von Edelstahlverteilerschienen im Wohnmobil ? Und muss man diesbezüglich deren Einsatz am Plus- und Minuspol getrennt betrachten, z.B. am Minuspol im Camper Edelstahlverteilerschiene einsetzbar ja, am Pluspol aber – und warum? – da nicht sondern stattdessen Kupferschiene? Ist das so? (weil die Edelstahlstromschienen sehen so praktikabel aus, kompakt, gute schützende Abdeckung, me-chanisch stabil und sicher (Anzugsdrehmomente) hoch belastbar usw) Grüsse
MountainBiker am 16 Dez 2020 09:22:26 Hallo,
das ist keine Edelstahlstromverteilerschiene, sondern eine verzinnte oder vernickelte Kupfer- oder Messingschiene! Nur die Schrauben sind aus V2A oder V4A!
Edelstahl ist im Vergleich zu Cu ein schlechter Leiter!
Rockerbox am 16 Dez 2020 09:25:20 Servus,
ich hab zwei solche Yacht-Terminals bei mir seit Jahren im Einsatz, einer für die Plus- und einer für die Minus-Verteilung und da laufen beim Wechselrichterbetrieb auch schon mal 120 A drüber. Ich hab noch keine Nachteile feststellen können, auch nicht bei meinem Akku-Kapazitätstest über mehrere Stunden.
Die Verarbeitung ist sehr gut.
Teemoe am 16 Dez 2020 12:54:16 svenhedin1 hat geschrieben:....Und muss man diesbezüglich deren Einsatz am Plus- und Minuspol getrennt betrachten....
- Keine Edelstahlschiene kaufen, zu schlechter Leiter - sollte es aber auch nicht geben, wenn es kompetente Händler für diesen Bedarf sind. Achte auf die max. Strombelastbarkeit (Amper), ob dir diese reicht. - Achte auf die entsprechenden anzuschließenden Querschnitte, ob dir diese jeweils reichen (Es gibt z.B. auch Verteiler 2x M8 + 4x M6. Wenn du dann 3xM8 bräuchtest, hättest du ein Problem) - Achte auf dem +Pol auf die entsprechende Absicherung jeder Leitung! (Leitungsdimensionierung) - Es gibt Verteiler, bei denen du direkt eine Sicherung entsprechend deinen Wünschen/den Vorgaben reinstecken kannst. So kannst du Absicherung und Verteilung in einem realisieren.
svenhedin1 am 16 Dez 2020 14:51:00 ätt Teemoe: - danke für deine hilfreichen Tipps - hättest du zum letzten Punkt "vernünftige" Stromverteiler direkt baulich mit Absicherungen einen Bezugsquellen-Link bzw generell zu dem ganzen Montageteile-Bereich vernünftige Qualitäts-Ringösen, dito Verteiler usw - Grüsse
Rich2 am 16 Dez 2020 15:51:03 Ich hab mal interessiert mitgelesen und hab aus eigenem Interesse auch mal ein wenig gesucht und diese Verteilerschiene mit Sicherungen gefunden. --> LinkVG Rich
svenhedin1 am 16 Dez 2020 15:56:19 Hi Rich2, danke !
Rich2 am 16 Dez 2020 16:09:29 Gerne und diese Lösung ist auch super gemacht von Lisunenergy --> Link
Teemoe am 16 Dez 2020 17:39:08 svenhedin1 hat geschrieben:...hättest du zum letzten Punkt "vernünftige" Stromverteiler direkt baulich mit Absicherungen einen Bezugsquellen-Link bzw generell zu dem ganzen Montageteile-Bereich vernünftige Qualitäts-Ringösen, dito Verteiler usw...
Für Masse kann man dann ganz normale Verteiler ohne Sicherung nehmen, natürlich ebenso korrekt dimensioniert. Habe ich selbst erst verlinkt bekommen: --> LinkAnsonsten sollte man nur qualitativ hochwertige Kabelschuhe verwendenden, z.B. von Klauke. Da wird wohl jeder seinen eigenen Hersteller haben/kennen. Ich werde auch diese kaufen, da sie von jemand anderen empfohlen wurden. Generell soll man auch die Kabelschuhe eines hochwertigen Herstellers nur mit den eigenen Kabelschuhen dieses Herstellers nutzen - zumindest ist das die optimalste Variante, da beides genau aufeinander abgestimmt ist. In wie weit das von Nöten ist, da habe ich zu wenig Erfahrung, um das beurteilen zu können. Mindestens sollte es natürlich ordentliches Werkzeug mit ordentlichen Kabelschuhen sein - und genau darauf achten, welche Kabelschuhe das entsprechende Werkzeug unterstützt.
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