xcamping
hubstuetzen
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Kunststofffenster Pflege Aufbereitung und Versiegelung


duca250 am 12 Feb 2021 12:36:44

Moin Forum,
ich befasse mich hobbymässig mit der Fahrzeugaufbereitung, allerdings, und das sei vorab mitgeteilt, nur für die eigenen Fahrzeuge. Als ehemaliger Segler diverser Kunststoffyachten bin ich ein wenig spezialisiert auf die Aufbereitung von Kunststoffoberflächen wie z.B. Gelcoat, Ayryl aber auch Fensterfolie. Einige von Profis angebotene Workshops habe ich dazu in der Vergangenheit besucht. Die nachfolgende Anleitung habe ich unter anderem Nickname schon einmal in anderen Foren online gestellt, nun hier in aktualisierter Ausführung. Im Übrigen geht es hier nicht um die Restauration eines Kunststofffensters nebst auspolieren tiefer Kratzer sondern vielmehr um die Pflege, Aufbereitung und Versiegelung.

Ich gebe hier nachfolgend einige Produkt- und Werkzeugempfehlungen. Diese beruhen auf meiner persönlichen Ver- und Bearbeitungserfahrung mit eben diesen Produkten. Mit anderen Worten, ich war und bin recht zufrieden, sonst würde ich sie hier nicht empfehlen. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich mit keinem der Anbieter geschäftlich verbandelt bin und ich erhalte auch keine Provisionen! Wer von Euch mit anderen Mitteln und Werkzeugen genauso gute Erfahrungen und Langzeitergebnisse erzielt hat, der kann und soll mit „seinen“ Produkten selbstverständlich weiterhin gerne arbeiten. Wichtig ist letztlich ein gutes Endergebnis. Auf Links verzichte ich mittlerweile bewusst, da sie eh häufig nach einer Weile nicht mehr aktuell sind und ich hier nicht editieren kann. Daher bitte im WWW die Suche bemühen.

Wenn die Aufbaufenster unserer Wohnmobile nicht gerade aus Echtglas bestehen, sind sie aus Polymethylmethacrylat, kurz PMMA, gefertigt und werden umgangssprachlich gerne als Acryl- oder Plexiglas bezeichnet. Die Dachluken ala Heki und Co. bestehen bis auf ganz wenige Ausnahmen immer aus vorgenannten Kunststoff.

Bei der Pflege dieses Materials macht fast jeder aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit Fehler, man muss sich auf Stell-, Campingplätzen oder in Winterlagern nur mal die Scheiben der Reisemobile und Wohnwagen aber auch Boote anschauen... Da Acryl eine sehr empfindliche Oberfläche aufweist, gilt es bei der Pflege "besondere Regeln" zu beachten! Ein No-Go sind verschmutzte Lappen/Schwämme, verdrecktes Waschwasser und "scharfe" Reinigungsmittel, vor allen Dingen Glasrein und ähnliche Mittel! Verschmutzte Lappen/Schwämme verursachen sofort kleinste bis größere Kratzer, welche man nur mühevoll (große, tiefe Kratzer) wieder wegpoliert bekommt. Die Arbeit ähnelt dann schon mehr der Restauration der Scheibe. Wie jeder andere Kunststoff enthält auch Acryl sogenannte Weichmacher. Diese werden dem Material entzogen, wenn entfettende Reinigungsmittel, wie z.B. Glasreiniger, verwendet werden. Die Folgen sind optisch verhältnismäßig schnell erkennbar, die Oberfläche wird matt, später milchig und kann schnell reißen...

Regeln bei der normalen Pflege:
1. Immer nur sauberes Wasser verwenden
2. immer saubere Mikrofaserlappen und möglichst keine Schwämme verwenden
3. keine Reiniger beim Waschen verwenden, klares Wasser reicht aus!

Ein weiteres Problem stellen unterwegs in den Straßenbereich oder eine Zuwegung hineinragende Sträucher, Büsche oder gar ganze Zweige dar, welche aus vielerlei Gründen nicht umfahren werden können. Die Folge sind fast immer diverse Kratzer auf der Oberfläche.
Matte Stellen und kleine, nicht zu tiefe Kratzer lassen sich ohne Probleme genauso gut auspolieren wie matte Stellen. Matte Stellen aber auch etwas hartnäckigerer Dreck lassen sich von Hand auspolieren. Bei Kratzern ist das leider nicht möglich und es funktioniert nur mit einer Poliermaschine.

Welche Produkte benötige ich?
1. Drehzahleinstellbare Poliermaschine (obwohl ich die Dinger sonst nicht empfehle: es geht auch ein "Billig-Ufo" für € 19,90 aus dem Baumarkt. Dann allerdings mit weniger Erfolg beim Auspolieren von Kratzern).
2. Lammfellaufsatz (besser sind mindestens 2-3, je nach Fensteranzahl), nach Gebrauch mit der Hand auswaschen und trocknen lassen. Also wiederverwendbar!
3. mehrere Lammfell-Handpads (alternativ geht auch die klassische Polierwatte). Die Pads nach Gebrauch mit der Hand auswaschen und trocknen lassen. Also wiederverwendbar! Bei Polierwatte bitte Markenware verwenden, die Billigwatte staubt bzw. fusselt ohne Ende.
4. mehrere Mirkofass-Waschlappen.
5. mehrere Poliertücher mit langen (!) Mikrofasern. Auch diese sind auswaschbar.

Poliermaschine, Lammfellaufsatz, Lammfell-Handpad und Poliermittel


Auf dem Foto ist auch das von mir empfohlene Poliermittel zu sehen. Es handelt sich um Acrylglas Kratzer Entferner der Firma Yachticon. Dieses Produkt enthält u.a. Bestandteile eines Weichmachers, welcher beim Poliervorgang auf das Acryl aufgetragen und eingearbeitet bzw. -poliert wird! Zudem ist die Oberfläche versiegelt und diese Versiegelung hält in der Regel locker mindestens eine Saison. Es lässt sich auch für einen Anfänger sehr gut und leicht verarbeiten. Meine Poliermaschine ist eine ältere Krauss Exzenterpoliermaschine DB-5800S mit Drehzahleinstellung (Cruise Control). Alternative Poliermaschinen gibt es jede Menge am Markt (Beispiel Firma Einhell) und sie eigenen sich durchaus für den Privatgebrauch, die Preise gehen bei ungefähr € 50,00 los. Wichtig ist die Drehzahleinstellung und das es sich um Exzentermasschinen handelt! Polierpads jeglicher Art aber auch Lackpoliermittel, Versiegelungen etc. kaufe ich meistens im Online-Shop von deutsche-autopflege.de.

Vorbereitung
Mit keinem Poliermittel sollte man auf andere Kunststoffe (z.B. Rahmen) geraten, daher ist es sinnvoll, mit Malerband (bitte kein Kreppband verwenden!!) abzukleben. Da das Poliermittel beim auspolieren dazu neigt, auszustauben, sollte der Innenbereich mit einem alten Bettlaken o.ä. ausgelegt werden.

Vorreinigung
Die Fensterfläche vor dem Poliervorgang mit viel Wasser und einem sauberen Mikrofaserlappen reinigen. Danach mit einem zweiten Mikrofasertrockentuch trocken wischen.

Politur
Mit der Maschine ohne Druck die Oberfläche polieren. Ohne Druck deshalb, weil sich die Kunststoffoberfläche sonst zu sehr erwärmt, ja sogar zu heiß wird. Und das ist nicht gut, daher immer die Oberflächentemperatur kontrollieren (z.B. mit dem Handrücken). Nach dem Poliervorgang kann sofort mit einem langflorigen Polierlappen auspoliert werden. Es empfiehlt sich in der Regel ein zweiter Poliervorgang. An Stellen, wo es mit der Maschine nicht möglich ist zu polieren, z.B. um die Festerbeschläge herum, kommt das Handpad oder alternativ die Polierwatte zum Einsatz. Wie immer beim Polieren gilt: weniger Poliermittel ist besser als zu viel! Zudem nie zu große Flächen auf einmal bearbeiten! Teilt Euch die Fensterfläche ein. Das gleiche Prozedere sollte natürlich auch innen am Fenster erfolgen. Das optische Ergebniss ist in der Regel recht befriedigend.

Wie unschwer zu erkennen ist, hat für die Fotos unser damaliger Eriba-Wohnwagen hergehalten.

Rechts poliert, links unbehandelt


Und ohne den blauen Klebesreifen aus einem anderen Blickwinkel


Versuch einer Nahaufname. Rechts poliert, links unbehandelt


Abschließend noch die Info, dass das von mir empfohlene Poliermittel auch für Fensterfolien, z.B. von Vorzelten oder Cabrioheckscheiben, an Helmvisieren oder Motorradscheiben sehr gut geeignet ist.

Viel Erfolg bei der Acrylfenster-Aufbereitung!
der Duc

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Dometic Gefrierfach Scharnier gebrochen
Zwischenboden Auszug mit Kisten im Heckstauraum
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt