Mittlerweile sind diese aber schon deutlich gefallen und werden langsam auch im Preis attraktiver.
Noch attraktiver fand ich, dass die notwendigen Komponenten - einzeln beschafft - noch eine ganze Ecke günstiger zu bekommen sind.
Weil ich mich mit der Elektrotechnik auskenne und – noch viel wichtiger – im Lockdown viel Zeit zur Verfügung stand habe ich mich entschlossen einen LiFePo Akku selbst zusammenzubauen.
Auch wenn die Geschichten über den direkten Import aus China nicht immer vertrauenserweckend sind, habe ich die Zellen und das BMS direkt aus China bezogen. Ich habe mich bewusst auf ein mögliches Risiko eingelassen und bin am Ende auch nicht enttäuscht worden.
Ich habe vier prismatische Class A Zellen mit einer Nennkapazität von 120Ah bei einem Hersteller namens BLS Battery Industries Limited bestellt. Diese waren innerhalb von 9 Tagen bei mir.
Die Transportverpackung war erstklassig und die auch die einzelnen Zellen im Lieferzustand ohne optische Beanstandung:
Die Seriennummern waren nahe beieinander
Die Gewichte entsprachen der Beschreibung und differierten nur ein paar Gramm
Die Spannungen der einzelnen Zellen differierten um max. 10mV.
Hierfür habe ich 381 Euro brutto bezahlt.

Das BMS habe ich dann bei Aliexpress eingekauft. Nach längerem hin und her zwischen den Herstellern Daly und Xiaoxiang habe ich mich für letzteren entschieden, weil die Berichte über die Monitorsoftware von Xiaoxiang besser klangen.
Neben dem reinen BMS habe ich ein Bluetoothmodul und einen USB-Adapter dazu bestellt.
Bezahlt habe ich dafür 55 Euro.
Diese Lieferung hat fünf Wochen gebraucht.
Weil der Akku in einer Wanne im Leiterrahmen des Ducatos seinen Dienst tun soll, kann ich nicht immer davon ausgehen, dass die Temperatur des Akkus dauerhaft über 0 Grad gehalten werden kann. Ich habe mich deswegen um ein Temperaturmanagement gekümmert. Wärme über die Warmluftheizung konnte ich nicht ohne riesigen Aufwand realisieren. Ich habe mich deshalb für eine elektrische Lösung entschieden.
Diese habe ich mittels einem zuschaltbaren Temperatur Controller (XH-W3001) und zwei 6 Watt Heizmatten realisiert. Alles zusammen für gut 40 Euro.
Verpackt habe ich das ganze in eine selbst gezimmerte Sperrholkiste.
Heute habe ich alles zusammengebaut und den ersten Funktionstest gemacht.
Und siehe da es löppt!
Habe die Akkuladung von den vorhandenen 50% auf 80% angehoben und alles über die App gemonitort.
Das Temperaturmanagement muss ich noch bei Zeiten testen.

Lediglich der USB-Adapter hat keine Freude gemacht, weil Windows 10 mit dem Treiber nicht klar gekommen ist. Ich habe da nicht lange nach einer Lösung gesucht, sondern dann gleich die Bluetooth Verbindung in die Android App genutzt.
Anzumerken ist hier, dass die App die über den Google Playstore zu laden war, nur rudimetäre Daten rausgab und keine Einstellungen ermöglichte. Erst die App von der Herstellerseite, die allerdings extern installiert werden musste, hat den vollen Zugang zu allen Einstellungen ermöglicht.
Es ließ sich auch die App von Liontron nutzen. Die lief auch zufriedenstellend. Hat bei mir aber nicht so umfangreiche Einstellmöglichkeiten aufgezeigt.

Ich bin also rundum zufrieden bis hierher. Die Beschaffung der Teile aus China hat funktioniert. Die Teile tun was sie sollen.
Auf eine Regulierung im hoffentlich nicht eintretenden Garantiefall hoffe ich nicht, das ist jetzt mein Risiko.
Für meinen Akku habe ich alles zusammen knapp 500 Euro ausgegeben und mit der Planung, Vorbereitung und dem Zusammenbau einige Freude gehabt.
Fertige Akkus kosten mit dem Thermomanagement fast das doppelte oder mehr. Hinsichtlich dieser Differenz ist mein Risiko auch ohne Gewährleistung aus China für mich tragbar.
Anfügen möchte ich, dass ich die Preisdifferenz für die fertigen Akkus durchaus als angemessen empfinde, weil da schon ein gehöriger Personalaufwand für Projektierung und Herstellung und die Gewährleistung dahinter steht. Und dieses bei nicht allzu großen Stückzahlen.

