Mo. 08.03.21 Die Wettervorhersage verspricht viel Sonne und kaum Wind. Wenn nicht heute, wann dann? Während ich die Autoscheiben vom Eis befreie, kommen mir leise Zweifel auf ob ich das Richtige tue.
Mit dem Fahrrad auf der Anhängerkupplung erreiche ich um 10:20 Kolmar. Etwa 100m bevor man den Deich erreicht befindet sich links ein kostenloser Parkplatz für ca. 50 Autos. Ich mache mein Rad klar und rolle durch die Deichöffnung.

Auf der Elbseite des Deichs befindet sich ein weiterer Parkplatz, dieser gehört zum Restaurant "Fährhaus Kollmar" ist kostenpflichtig, aber auch Wohnmobile sind zugelassen. Der Platz war jedoch geschlossen.

Der Hafen von Kolmar sieht ohne Stege und Boote etwas trostlos aus.

Los geht's. Dieses Mal verläuft die Route hauptsächlich auf der Elbseite des Deichs.

Was jedoch nicht bedeutet, dass man ständig am Ufer fährt.

Nach schlappen 10km ist Glückstadt erreicht

Ein altes Lagerhaus am Hafen

Schön gestaltete Altstadt

Das Rathaus am Marktplatz mit vielen Restaurants

Man kann sich aber auch die Innenstadt komplett sparen, das Hafensperrwerk überqueren (2 Treppen a 5 Stufen) und direkt zur Mole fahren.

Windrose auf der Mole

Direkt auf der Mole befindet sich ein Wohnmobilstellplatz für 16 Boliden

Natürlich wg. Corona gesperrt (Der Sinn entzieht sich mir)

Um den Weg am Deich weiterzufahren, fährt man runter von der Mole und links in die Straße "Am Proviantgraben" rein und die nächste noch mal links, schon ist man wieder am Deich.
Keine 2km weiter geht es vorbei am Fähranleger Glückstadt – Wischhafen. Jedem Norddeutschen bekannt aus dem NDR-Verkehrsstudio."Die Wartezeit beträgt z.Zt…Stunden"

Ein Blick hinter den Deich

Hübsche Einfamilienhäuser säumen den Weg

Das kommt dabei heraus wenn man einem Architekten freie Hand lässt

Bei diesem Anblick bekam ich spontan Durst auf ein Jever --> Link

Die Stör, ein Zufluss der Elbe ist erreicht. Keine 2km flussaufwärts von hier befindet sich die Peters Werft, wo die "Peking" restauriert wurde.

Blick vom Sperrwerk Richtung Elbe


Das Atomkraftwerk Brokdorf, das gegen Ende diesen Jahres abgeschaltet werden soll.


Endlich mal ein Schiff, wenn auch nur ein kleines.

Für die letzten Kilometer nach Brunsbüttel, geht es weg vom Wasser parallel zu einer Landstraße.

Das Ziel, der Nord-Ostsse-Kanal ist erreicht. Ein kleiner Frachter fährt gerade in die Schleuse Richtung Elbe.

Die Auto-und Personenfähre kommt

Nen knuffigen Feuerlöschschlepper haben die hier.

Noch ein kurzer Abstecher zur Schleuse, aber man kommt schlecht ran und es sieht eh alles nach Baustelle aus. (Foto lohnt nicht) Es ist schon später als erwartet und ich möchte wieder in Kolmar sein, bevor die Sonne verschwindet, denn dann wird's kalt.
Kreative Schornsteinkunst, das hat doch mal was.

Das habe ich auch noch nicht gesehen. Ein Rastplatz mit Solarzellen auf dem Dach, Beleuchtung und Stromanschlüsse mit 230V, 12V und 5V/2,1A USB
Position 53° 53.866'N 9° 13.267'E --> Link


Ich erreiche wieder das Elbufer. Langsam werden die Beine müde, aber es sind noch 30km bis Kolmar.


Maskenpflicht am Strand (WE und Feiertags)


Es wird diesig und sofort kühlt es ab.

Geschafft, rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang erreiche ich Kolmar. Viele Menschen haben sich eingefunden und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Die beiden Imbissbuden "Strandfloh" und "Strandoase" haben tatsächlich geöffnet. Natürlich alles mit Abstand und Maske.

Zum Glück habe ich noch Bifis in Reserve.

Tagesstrecke 81,27km
Um der Corona-Situation zur Abwechslung mal etwas Positives abzugewinnen. Ich habe dadurch meine Freude am Radfahren wieder entdeckt. Diese Tour war meine Längste seit etwa 10 Jahren.

Mein Durchhänger kurz nach der Umkehr in Brunsbüttel hat ein paar Kilometer angehalten, aber je näher ich dem Ziel kam, desto besser ging es mir wieder. Jetzt wo ich wieder zurück in Kollmar bin, könnte ich noch 10km dranhängen.
Fazit für mich: Sehr gute Strecke bis zum Rastplatz mit den Steckdosen, Brunsbüttel muss nicht sein.
Es wäre auch teilweise möglich, den Hinweg vor dem Deich und den Rückweg hinter dem Deich zu fahren, oder umgekehrt, ohne auf Straßen fahren zu müssen.
Die Route habe ich bei Komoot hinterlegt. --> Link
Mein Tipp für Radler, die mit dem WoMo anreisen: Den Stellplatz an der Mole in Glückstadt nutzen und entweder an Kolmar vorbei zum Krückau-Sperrwerk radeln = ca. 13km + Rückweg.
Oder an Brokdorf vorbei bis zum o.g. Elektro-Rastplatz = ca. 21km + Rückweg.
Falls der SP auf der Mole voll ist, hierher ausweichen 53° 47.927'N 9° 24.581'E --> Link
Anschließend zurück in Glückstadt irgendwo einkehren. Direkt an der Mole, 100m vom Stellplatz, liegt das "Molenkieker" mit Blick auf de Elbe. (Leicht eingeschänkter Blick auf das Hauptfahrwasser, weil da wieder eine dieser schlanken Inseln im Weg ist)
Glückstadt-Tourismus --> Link
Ich habe einen richtig guten Tag gehabt und hoffe, dass es Euch auch gefallen hat.
Andreas
PS. Unterwegs, die wenigen Leute waren guter Laune ohne Ende. Es wurde gegrüßt, wie es sonst nur in Süddeutschland üblich ist. Natürlich kein "Grüß Gott" sondern "Moin"!

