volki hat geschrieben:Mich "stört" eher die kumulierte Tunnel-Maut, z.B. von Vorarlberg nach Villach
zuerst Autobahn-Pickerl ca. 9 €
dann Arlberg-Tunnel 10.50€
dann Gerlos-Strasse ca. 8. €
dann Felbertauern-Tunnel 10 €-
Die Gerlos-Strasse ist eine Privatstrasse, genau wie Grossglockner oder Silvretta. Da hat der Staat bzw. die Asfinag nichts mit zu tun.
Und die Tunnel und die Brennerautobahn waren schon Jahrzehnte vor der Einführung der Vignette 1997 mautpflichtig. Schon meine Eltern haben in den 70ern über die Höhe der Maut (10 DM!) auf dem österreichischem Teilstück der Brennerautobahn geschimpft die in keinem Verhältnis zur Streckenlänge stand und man obendrein mächtig übervorteilt wurde wenn man nicht mit Schilling zahlte...
Die Bauten wurden "privat" durch Zweckgesellschaften finanziert und erhielten im Gegenzug Konzessionen mit dem Recht die Strecken zu bemauten. Dazu gab es für jede Strecke extra Finanzierungsgesetze.
Lustig war diese Konstruktion aus öffentlicher Hand und Privatfirma wenn es um die Enteignung von Grundstücken ging. Da war auf einmal wieder ganz viel Staat im Spiel.
Diese "Sondermaut"-Strecken können ja auch alle ohne Vignette befahren werden, man muss nicht doppelt zahlen.
Ich hatte für den Arlbergtunnel mal ne Jahreskarte. Die war im Vergleich zu den Kosten für Einzelfahrten spottbillig (damals ca. 70 DM, viermal hin- und zurück und dann hatte sich die schon gelohnt), bin da vom Bodensee aus jedes
Wochenende zum Skifahren hin. Das ist heute im Verhältnis noch billiger weil praktisch die Kosten für die Vignette noch davon abgezogen werden.
Man kann über die Österreicher schimpfen - und das System wie es ausgestaltet ist ist tatsächlich darauf angelegt den gelegentlichen Besucher im Vergleich überproportional abzukassieren - aber im Gegensatz zu Deutschland werden die Einnahmen aus Maut und Mineralölbesteuerung tatsächlich für das Verkehrsnetz verwendet und versickern nicht im Staatshaushalt.