Das Thema ist ja ein Dauerbrenner, deshalb stelle ich hier mal meine Lösung von 2019 vor. Vielleicht bekommt der eine oder andere Ideen daraus.
Bei den ersten Touren mit unserem Wohnmobil hatten wir 2 Fahrräder in der WoMo-Garage, haben aber schnell gemerkt, daß die für unsere gewünschte Mobilität nicht ausreichen. Vielleicht für einen Campingplatz-Urlaub, nicht mehr.
Ein Motorrad mußte her, ein kleines für 2 Personen, so für Tagesausflüge oder Städtebesichtigung.
Zuerst hatte ich eine Honda Wave im Auge, klein (dachte ich), leicht, bequeme Sitzbank. Die paßt aber nicht in meine Garage - zu hoch. Wir hätten die Spiegel abbauen müssen, dann wäre sie reingegangen. Aber bei dem Aufwand hätte man sie nicht "eben mal schnell" rausgeholt.
Ich habe mich dann für die Yamaha YBR125 Custom entschieden. Die paßt rein, so wie sie ist.

Nachdem das geklärt war, stand die Entscheidung an, wie kommt das Motorrad in die Garage.
Da wollte ich zunächst den Sawiko Hebo-Matic, vom Händler eingebaut. Der hat alles nochmal vermessen (gottseidank!). Die Platform ist so hoch, daß das Motorrad nicht mehr in die Garage gepaßt hätte; also das geht nicht. Wäre aber schön bequem gewesen.
Ich habe mich für eine einfache Lösung entschieden: ein Steady Stand und eine Mauderer Klapp-Rampe.


Der Steady Stand steht unbefestigt in der Garage, und man kann ihn einfach rausnehmen, wenn das Motorrad mal nicht mit muß.
Die Schiene muß bei der Höhe des Garagenbodens (63 cm) mindestens 3 m lang sein, also kam nur eine Alu Klappschiene mit Seitenbegrenzung in Frage. Zusammengeklappt sichert sie zusätzlich den Steady Stand gegen verrutschen.

Wenn das Motorrad nicht mit muß, kann ich wieder 2 Fahrräder im Fahrradständer (auf dem Bild links hochgeklappt) mitnehmen.
Die Rampe habe ich mit 4 Schraub-Gummipuffern versehen, um die unterschiedlichen Höhen von Rahmen und Garagenboden auszugleichen und den Dichtgummi der Garagentür nicht zu beschädigen.

Das Motorrad wird rückwärts in den Ständer geschoben. Notfalls kann man das alleine machen, aber zu zweit ist es einfacher und sicherer. Im Ständer steht das Motorrad schon alleine und der Ständer verrutscht auch nicht mehr.
Warum rückwärts reinschieben? Vorwärts würden die Spiegel nicht durch die Tür gehen, da sich das Vorderrad genau dann an der höchsten Position befindet. Rückwärts ist das Vorderrad noch weiter unten auf der Schiene, die Spiegel gehen durch die Tür und innen ist dann wieder Platz genug.
Hauptsache ich muß die Spiegel nicht abbauen.

Das Motorrad wird mit 4 Gurten verzurrt.

Aber Vorsicht! Wenn man das mit den schon montierten Zurrösen macht, besteht die Gefahr, daß sich der Garagenboden durchbiegt und Teile davon ausreißen.
Siehe mein Thread über die herausgerissenen Unterstützungsschienen. Und das geschah, bevor ich das Motorrad hatte!
Deshalb habe ich zusätzliche Zurrösen montiert, die durch die Unterstützungsschiene verschraubt sind.
Außerdem sind die vorhandenen Schienen nur mit ein paar Schrauben an einer Brettkante angeschraubt. Keine Ahnung, ob das die dynamischen Belastungen ausgehalten hätte.
Von Bastelaktionen mit Holzbrettern und -Leisten hatte ich zunächst gar nichts gehalten.
Aber gleich bei den ersten Versuchen mußte ich feststellen, daß sich trotz der Schiene unter dem Garagenboden beim Verzurren der Boden trotzdem durchbiegen wollte, jedoch nur beim Vorderrad. Die Belastung des Hinterrades ist durch den SteadyStand offenbar besser verteilt, da passierte nichts.
Deshalb habe ich dann doch das Vorderrad mit einem Brett unterstützt.

Es reicht übrigens, wenn das Motorrad nur 2 Rasten in die Federung gezurrt wird, dann ist es total fest. Es kippt oder rutscht nichts mehr. Die Bremsen muß ich auch nicht feststellen, es bewegt sich auch seitlich nichts.
Da das Motorrad so lang ist, daß es gerade zwischen die Türen paßt, verzurre ich das Ganze auch noch seitlich durch die Speichen der Räder, ohne die Gurte zu sehr zu spannen, bevor ich eine holperige Straße fahren will.
Mit ein bißchen tüfteln passen auch noch unsere 2 Fahrräder neben das Motorrad in die Garage. Und auch noch eine ganze Reihe Boxen mit Vorräten.
Bleibt noch die Frage des Gewichts. Also Gesamtgewicht, Hinterachslast und Vorderachslast (Daten von 2019).
Mein Fahrzeug: zulässiges Gesamtgewicht = 6000 kg; max. Vorderachslast = 2300 kg, min. Vorderachslast (25% von 6000 kg) = 1500 kg¸ max. Hinterachslast 4650 kg (Hinterradantrieb, Luftfederung, Zwilligsbereifung).
Der Garagenboden darf 200 kg (evtl. 250 kg, da ist die Dokumentation nicht eindeutig) belastet werden.
Das Motorrad befindet sich knapp 3 m hinter der Hinterachse.
Es wiegt knapp 130 kg, der Ständer 4 kg, die Rampe 12 kg, sind nicht mal 150 kg.
Das Gewicht belastet die Hinterachse mit zusätzlichen 215 kg und entlastet die Vorderachse um 70 kg.
Maximal beladen mit allem, was denkbar ist, beträgt die Vorderachslast knapp 2000 kg, die Hinterachslast knapp 4000 kg, das zulässige Gesamtgewicht ist also gerade ausgeschöpft.
Das hätte ich nicht gedacht, diskutieren doch alle über die Hinterachslast.
Wir haben aber praktisch nie alles dabei, was denkbar ist. Also alles im grünen Bereich.
Nur als Zusatzinformation das absolute Leergewicht (also alles ausgeräumt, was nicht fest mit dem Fahrzeug verbunden ist): 4888 kg, Vorderachslast 1802 kg, Hinterachslast 3086 kg.
Das oben beschriebene läßt sich auf große, hinterachsgetriebene Wohnmobile übertragen. Daß es sehr schwierig bis unmöglich ist, so etwas mit einem Fahrzeug unter 3,5 t zGG zu machen, ist an anderer Stelle schon ausführlich diskutiert worden; da wird sich wohl eher ein Anhänger anbieten. Ich denke aber auch, daß es bei allen Fronttrieblern ziemlich gefährlich wird. Selbst wenn man die minimale Belastung der Vorderachse nicht unterschreitet, drehen dann bei nasser Fahrbahn die Räder durch (nebst entsprechendem Kontrollverlust).
2020 habe ich (aus anderen Gründen) mein Fahrzeug auf 6500 kg zGG auflasten lassen, ohne jedoch am Fahrzeug etwas zu ändern, d.h. die Achslasten blieben gleich.
Allzeit gute und sichere Fahrt!
Dieter


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