Charroux ist ein kleines verschlafenes Nest in der Nähe von Vichy. Es gehört zu den “Plus Beaux Villages de France”, den schönsten Dörfern Frankreichs. Es ist schon später Nachmittag, als ich in Charroux ankomme. Leider ist der schöne Parkplatz im Ort inzwischen für Wohnmobile gesperrt. Schade, denn er lag wirklich perfekt in einem kleinen Park. Es ist nicht zu vermuten, dass wieder einmal die lieben Wohnmobilkollegen durch ihr dummes Verhalten dafür gesorgt haben, dass die Gemeinden die Übernachtungsmöglichkeiten einschränken. Aber hinter dem Friedhof, etwas außerhalb des Ortes, finde ich doch noch einen ruhigen Schlafplatz. In der Abendsonne schlendere ich noch ein wenig durch den Ort. Eine zauberhafte Lichtstimmung liegt über dem Städtchen und lässt es besonders reizvoll und romantisch erscheinen.

Charroux

Charroux

Charroux
Heute Nacht war es sehr kalt. Das Thermometer zeigt gerade mal 2 Grad Celsius an. In der Morgendämmerung (um 5 Uhr!) schaue ich aus dem Fenster: Die Landschaft liegt bei Sonnenaufgang in einem wunderbaren mystischen Licht. Wunderschön. Und herrlich für Fotografen!

Von Charroux aus ist es eine gute Stunde Fahrt bis zum Puy de Dôme, dem höchsten Vulkangipfel der Auvergne. Um 9 Uhr fährt die erste Zahnradbahn hinauf. Was ich nicht einkalkuliert habe, ist, dass ich mich durch den Berufsverkehr von Clermont-Ferrand quälen muss. Es ist fast 10 Uhr, als ich an der Talstation der Zahnradbahn ankomme.
Der Fahrkartenkauf ist schnell erledigt und die Fahrt zum Gipfel dauert keine 20 Minuten. Ich bin froh, dass ich zwei Pullover und eine dicke Jacke angezogen habe, denn hier oben ist es nicht nur “saukalt”, sondern es bläst mir auch ein eisiger Wind um die Ohren. Aber es ist wunderschön! Unter mir der Morgennebel, über mir strahlender Sonnenschein. Ganz oben auf der Wetterstation bläst der Wind so stark, dass er mich fast aus dem Gleichgewicht bringt. Fotografieren ist fast unmöglich. Und nach einer ¾ Stunde Aufenthalt bin ich froh, wieder in die warme und windgeschützte Zahnradbahn einsteigen zu können.
Der Puy de Dôme liegt etwa 15 km von Clermont-Ferrand entfernt im Herzen des französischen Zentralmassivs. Mit einer Höhe von 1465 m ist er der höchste Vulkan des Massivs. Auf dem Gipfel befinden sich eine Wetterstation und ein Informationszentrum zur Vulkanologie. Außerdem kann man die Überreste eines gallorömischen Merkurtempels bewundern.

Puy de Dôme

Puy de Dôme

Puy de Dôme

Puy de Dôme – Temple de Mercur
Hinter Tulle verlasse ich die Autobahn und fahre auf schmalen, von Nussbäumen gesäumten Sträßchen ins „Périgord Vert“ nach Brantôme. Dieses Städtchen ist einer meiner Lieblingsorte in Frankreich!
Vor fast 40 Jahren war ich zum ersten Mal hier, und ich möchte immer wieder zurückkommen. Es gibt sicher keinen Ort in Brantôme, an dem ich nicht schon im Wohnmobil übernachtet habe. Damals war das alles noch möglich! Heute hat der Ort einen perfekten Stellplatz in einem schönen Park mit herrlichen alten Bäumen.
Es gefällt mir wieder so gut, dass ich gleich ein paar Tage hier bleibe. Ich fühle mich wie zu Hause! Die Damen in der Bar “Chez Domi” kennen mich inzwischen, wissen, was ich immer bestelle, und für ein “Schwätzchen” reicht mein Französisch allemal. Das “Chez Domi” ist übrigens ein Restaurant!
Wer an einem Freitag hier ist, kann einen der ursprünglichsten Wochenmärkte des Périgord erleben. Und so manche frische Wildschweinwurst kann man direkt beim Verkäufer am Stand probieren.

Brantôme

Brantôme

Brantôme – Grottes de l’Abaye de Brantôme

Brantôme

Brantôme
Etwas wehmütig verlasse ich Brantôme nach ein paar schönen Herbsttagen, freue mich aber schon auf die schöne Gegend im Tal der Dordogne. Nach einem kurzen Stopp in Périgueux (schöner Wochenmarkt am Mittwoch) fahre ich auf kurvigen Nebenstraßen durch eine herrliche Herbstlandschaft nach Bergerac.

Périgueux
Und von Bergerac bin ich etwas enttäuscht. Die Altstadt ist klein und überschaubar, der Rest ist französische Kleinstadt. Auffällig ist aber, dass es überdurchschnittlich viele gute Restaurants gibt, sogar zwei (!) mit Michelin-Sternen dekorierte. Die gönne ich mir zwar nicht, werde aber trotzdem kulinarisch verwöhnt!

Bergerac

Bergerac

Bergerac
Von Limeuil (Les Plus Beaux Villages de France) kannte ich bisher nur den direkt an der Dordogne gelegenen Teil am Zusammenfluss von Dordogne und Vézère. Heute mache ich mich zum ersten Mal auf den Weg in die Oberstadt. Es geht steil bergauf, sehr steil! Die Stadtmauer ist gut erhalten und durch eines der drei Eingangstore gelange ich ins Zentrum des mittelalterlichen Städtchens.

Limeuil

Limeuil

Limeuil

Limeuil

Dordogne bei Limeuil
Am Rande der mittelalterlichen Altstadt von Sarlat-la-Canéda finde ich schnell einen Parkplatz und der Stadtbummel kann beginnen. Die hübsche mittelalterliche Altstadt lädt zum Bummeln ein. Und wer an einem Samstag kommt, kann einen der schönsten und größten Wochenmärkte der Region erleben.

Sarlat-la-Canéda

Sarlat-la-Canéda

Sarlat-la-Canéda

Sarlat-la-Canéda

Sarlat-la-Canéda
Ich will zu meinem Lieblingsübernachtungsplatz zwischen Sarlat und La Roque-Gageac. Unterwegs noch schnell eine frische Gasflasche kaufen und dann am Ufer der Dordogne in der Herbstsonne sitzen. Doch daraus wird leider nichts, denn der kleine Campingplatz hat bereits geschlossen. Der Stellplatz in La Roque-Gageac ist mir zu voll, alle stehen dicht an dicht und so mache ich nur einen kleinen Bummel durch den Ort und fahre dann zurück nach Limeuil auf meinen abgelegenen Übernachtungsplatz. Und bin wieder mutterseelenallein wie gestern!

Limeuil
Den kompletten Reisebericht mit mehr Bildern auf meinem Blog --> --> Link

