Palu am 07 Dez 2021 16:07:45 Hallo in die Runde. Möchte mich kurz vorstellen. Lutz, mit Frau fast Rentner. Seit 20 Jahren Wohnmobil immer mal gemietet, dann eigen, jetzt Eura Mobil auf Ducato. Eher die "Freisteher" (Scandinavienfans). Auch Winterfahrer. Habe seit 5 1/2 Jahren Exide ES 900, je 540 A nach EN, selten Landstrom, Ladebooster und 300 WP Solar, Winter Moppel. Bisher keinerlei Batterieprobleme, trotz Kurzzeitentnahme bis 120 A. Dieses Jahr in Nordnorge (wenig Solar, gerne auch mal ein paar Tage nicht gefahren) erstmals mit Gefrierbox, schien mir, daß die Kapazität nun doch langsam nachläßt (logisch). Also Batterietester besorgt und nach Vollladung und einige Tage Ruhe (abgeklemmt) gemessen. Die Werte der einzelnen Batterien: Gel 1: 13,17 V, 6,12 mOhm, 370 A EN Gel 2: 13,17 V, 6,02 mOhm, 375 A EN Gel 3: 13,21 V, 5,86 mOhm, 385 A EN Das ganze bei ca. 0 grad Batterietemperatur. Mal sagt der (Schätzeisen)-Tester BT200: Batterie austauschen, dann wieder OK. Da ich vermeiden will, mir in der Tundra den Batterietot zu holen (diesbezügliche Erfahrungen sind vorhanden), hier meine Frage an die Elektrofachleute - Wertstoffhof oder noch drinlassen. Ist die Restkapazität aus Soll- und Ist-Strömen ableitbar, wären dann um die 70 %, oder liege ich da völlig daneben. Die Zeit danach wird Lifepo4 - aber nicht um jeden Preis. Diesbezügliche Fragen in verschiedenen Autohäusern wurden seeehr unterschiedlich beatwortet. LG Lutz
silver34 am 08 Dez 2021 11:42:06 Was willst du mit Werten bei 0°C? Die Werte sind eh schon eher Glaubensfrage!
Bring deine Batterien erst mal in die nähe vom 25°C und messe nochmal!!
Außerdem wunder es mich eh nicht das dein Batterien in die Knie gehen! Der Betrieb einer Gefrierbox benötigt pro Tag mindestens 40Ah. Bei deiner verbauten Kapazität von 240Ah (nutzbar 120Ah) ist da alleine schon durch die Gefrierbox nach 3 Tagen eigentlich Ende!
Die Restlichen 120Ah kannst du zwar noch nutzen tun aber der Batterie weh!
Also überlege nochmal den Nutzungsverlauf, vielleicht müssen die Batterien ja in die Knie gehen weil nix mehr drin ist!
macagi am 08 Dez 2021 13:18:34 Hatte bisher 2 kaputte ES900. Lebensdauer der ersten mehr als 10 Jahre, die zweite 9 Jahre.
Richtig testen geht übrigens nur mit einem regulären Kapazitätstest in dem man über Zeit einen konstanten Strom fliessen lässt, und dann immer wieder die Spannung misst. Nur dann kann man genau sagen wie gross die Restkapazität noch ist. Der Tod kommt irgendwann recht plötzlich und unerwartet, war bei mir jedenfalls so. Ich mache solche Kapazitätstests meist einmal im Jahr.
Palu am 08 Dez 2021 17:23:11 Danke für die Antworten, ja der Tod kommt meistens plötzlich, genau das will ich ja vermeiden - zumindest bei den Batterien . Die 0 grad hatten sich ergeben aus der derzeitigen Womoinnentemperatur. Werde sie ausbauen, die 90 kilo in den Keller wuchten und mit Widerstand auf 12,4 V Ruhespannung entladen (ca. 50% bei Gel - richtig?). Dann müssten im Idealfall 40 Ah entnehmbar sein, korrekt? Empfehlung für praxisgerechten Entladestrom, 5 A....10 A ? Dabei Zeit und Strom messen und gucken was passiert. Dieser Batterietester eignet sich offensichtlich zum testen von Startstrom (Anlasser) ganz gut aber nicht für Kapazität. Kap-Tester von ALI ist schon unterwegs, kann aber noch dauern. Gebe das Ergebnis bekannt. Ja, ich habe meinen Nutzungsverlauf auch schon im Blick, wird halt immer mehr. Bei Sonne schafft Solar locker alles....aber ohne, wie im richtigen Leben eben. Vielleicht hoffe ich ja sogar auf das baldige Batterieende....brauche neues Projekt
silverdawn am 08 Dez 2021 18:28:19 macagi hat geschrieben: Hatte bisher 2 kaputte ES900. Lebensdauer der ersten mehr als 10 Jahre, die zweite 9 Jahre.
Also das würde ich nicht als kaputt bezeichnen, von einer solchen Lebensdauer träumen manch andere Batterienutzer ! Gruß Harald
macagi am 08 Dez 2021 20:17:53 silverdawn hat geschrieben: Also das würde ich nicht als kaputt bezeichnen, von einer solchen Lebensdauer träumen manch andere Batterienutzer !
Doch, die waren dann schon richtig kaputt, die erste mit einfach fast Null Kapazität, und die Zweite vermutlich Zellenschluss. Was Testen anbelangt, ich habe noch eine Halogenbirne im Bad, und schalte dann einfach viele Lichter an. Laststrom dann so 2 oder 3 Ampere. Das über mehrere Stunden, vielleicht auch über Nacht. Dann Vergleich der Spannung zum Neuzustand.
Tinduck am 09 Dez 2021 10:41:03 Palu hat geschrieben: Werde sie ausbauen, die 90 kilo in den Keller wuchten und mit Widerstand auf 12,4 V Ruhespannung entladen (ca. 50% bei Gel - richtig?). Dann müssten im Idealfall 40 Ah entnehmbar sein, korrekt? Empfehlung für praxisgerechten Entladestrom, 5 A....10 A ?
Warum die Batterien mit Tiefentladung so quälen? Alternativvorschlag: Vollladen (14,4 Volt Ladeschlussspannung, mindestens 3 h Sättigungsladung bei Gels), dann entladen (paar A, konstanter Strom, messen!) bis auf 12 V, das sollte noch OK sein, dann hat sie noch 30-40% Restkapazität. Entladezeit mal Entladestrom gibt die entnommenen Amperestunden (Ah). Wenn da noch 40-50% der Nennkapazität rauskommt, würd ich sie noch behalten. Und dann weisst du zumindest, was sie noch können. bis denn, Uwe
Palu am 09 Dez 2021 11:13:48 Lampe hängt, Meßreihe beginnt. Knapp 5 A Strom. Bin mal gespannt.
Palu am 09 Dez 2021 11:18:30 Hallo Tinduck
"Warum die Batterien mit Tiefentladung so quälen?"
Was meinst du mit Tiefentladung, wollte doch nur auf 50 % (12,4 V) gehen?
Gruß Lutz
Tinduck am 11 Dez 2021 16:53:31 Ich las deinen Beitrag so, als ob du erst auf 50% entladen und dann die Restkapazität messen wolltest. War wohl ein Mist-Verständnis :)
bis denn,
Uwe
Palu am 11 Dez 2021 17:44:38 Tinduck hat geschrieben:War wohl ein Mist-Verständnis :)
Joo Meine Meßreihen werden langsam - dachte ich. :-x Bis ich merkte daß ich bei 4 (!) verschiedenen Multimetern (von Kumpel und Nachbarn), teilweise erhebliche Abweichungen habe. Ausgerechnet das schlechteste habe ich verwendet, das Mistding hat ca. 0,5 Volt zu niedrig angezeigt. Gleich in die Tonne geflogen. Alles auf Anfang....Is ja eh Sch...wetter.
Gast am 12 Dez 2021 00:29:58 Meine Erfahrung sagt zu Gel Batterien, das sie eigentlich sehr lange halten Exide ist eigentlich ein guter Hersteller. Sobald sie allerdings eine richtige Tiefentladung durchgemacht haben, sind sie nicht mehr das was sie mal waren. Also immer schön aufpassen und gelegentlich Erhaltungsladung machen.
dieterk am 12 Dez 2021 17:53:03 Hallo, ich habe zwei von der Sorte, 7 Jahre alt, Top ich Schuss. Habe aber keine Großverbraucher, also nur LED-Beleuchtung, LED-TV etc. Größte Entnahme ist wohl die Heizung.
Gruß Dieter
Palu am 15 Dez 2021 14:47:49 So, wie versprochen das Ergebnis, bitte mal von den Profis eine Einschätzung. Versuchsaufbau war: Alle 3 Batterien einzeln mit Lader auf Schlußspannung 14,4V geladen, dann noch mehrere Stunden drangelassen, dann mind. 10 Stunden gewartet. Dann alle mit jeweils 1 Halogenlampe 55 W entladen. Das dauerte bei allen fast genau 8 h und 10 Minuten bis auf 12 V. Meßwerte wurden stündlich genommen. Die Werte: ..........Ruhe...Anfang.....Ende......entnomm.Ah......Wh Gel 1...13,28...12,8........12,0..........34,2.............423 Gel 2...13,26...12,92.......12,0..........34,7.............432 Gel 3...13,31...12,88.......12,0..........35,1.............437
Was schon mal gut war - sie sind offenbar gemeinsam gealtert, keine Ausreiser. Nach 1 Stunde Ruhe hatte alle 3 wieder ca.12,33 V. Wie bewertet man nun die Patienten? Wenn man annimmt, daß bei 12 V noch 40 % Restkap in der Batterie ist, läge ich bei meiner Rechnung bei ca. 80 % der Neukapazität. Ist das so??? Für Licht und Kleinverbraucher halten die sicher noch einige Zeit. Aber ich schwanke eh zur "neuen" Technik. Andererseits geht die Entwicklung auch dort weiter. Und in einiger Zeit bekommt man Lifepo vielleicht für die Hälfte? (kleiner Scherz am Rande). Die Entscheidung werde ich selber treffen müssen, daher bitte ich um Auswertung der Daten durch die Batt-Freaks Gruß Lutz
macagi am 15 Dez 2021 16:55:53 ALso als Batteriefreak würde ich mich nicht bezeichnen....einfach nur so ein bisschen vom Fach. Wenn du da rein schaust: --> Link ist auf Seite 14 eine Tabelle wonach die ES900 bei 12V ziemlich leer ist. Im Vergleich zu Tabellen anderswo würde ich sagen bei 12V ist sie sicher nicht mehr als 25% voll. Meine alte ES900 hatte nach 32Ah Entladung mit 2A noch 12,5V, bevor sie ein Jahr später mit Zellenschluß kaputt ging. Die neue habe ich nur bis 20Ah entladen, da lag sie noch bei 12,7V. Mit höherem Strom würde die Spannung etwas niedriger liegen. Deine Batterien sind leider ziemlich kaputt.
Palu am 15 Dez 2021 17:25:21 Danke macagi Meine Vermutungen haben sich also bestätigt. Der link sagt eigentlich alles. 5 1/2 Jahre intensiver, auch winterlicher Nutzung ist eigentlich kein sooo schlechter Wert. Haben ja auch die letzten Jahre zuverlässig gedient und können dann demnächst in den Ruhestand - und ich hab ein neues Projekt :)
macagi am 15 Dez 2021 18:46:42 Ja, stimmt, haben eigentlich nicht sooo schlecht durchgehalten. Meine werden nicht so intensiv genutzt, speziell die letzten 2 Jahre nicht.
Ich hatte anderswo geschrieben dass ich meine alten Gel durch denselben Typ ersetzt habe. Eine ging 2020 kaputt, die andere 2021. Kosten 300€. Ich habe dein anderes Thema gerade durchgschaut, LiFePO kann natürlich schon attraktiv sein, ist aber sicher komplexer vom Batteriemanagement und vom Preis viel viel höher.
Wer die Wahl hat hat die Qual!
Tinduck am 21 Dez 2021 09:18:19 macagi hat geschrieben:Ich habe dein anderes Thema gerade durchgschaut, LiFePO kann natürlich schon attraktiv sein, ist aber sicher komplexer vom Batteriemanagement und vom Preis viel viel höher.
Wer die Wahl hat hat die Qual!
Das kommt ganz auf die Lösung an, die man wählt. 3 Exide ES 900 kosten ca. 450 Euro, wenn man sie billig bekommt. Entnehmbare Kapazität ca. 150 Ah, ohne sie zu quälen. Eine LiFePO-Fertigbatterie von bekannten Herstellern mit 150 Ah ist wesentlich teurer, aber einen Eigenbau mit Zellen von Aliexpress bekommt man für den Preis ungefähr hin. Vorteil dabei, man steht nicht auf dem Schlauch, wenn mal was ist, weil man den Akku im Detail kennt. Nachteil, es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man für den Preis gebrauchte Zellen bekommt, mit unbekannter Historie und Restzyklen. Rundum sorglos wäre gelber Strom ganz ohne BMS- und Frost-Probleme, aber da bist du eher beim vierfachen Preis. Sowas z. B. --> LinkAllen LiFePO-Lösungen gemein ist, dass sie nur ca. 1/2 des Platzbedarfs und 1/3 des Gewichtes der 3 Exides haben. bis denn, Uwe
macagi am 21 Dez 2021 13:04:44 Es geht aber auch deutlich günstiger als der Gelbe: --> Link
Tinduck am 21 Dez 2021 13:58:47 macagi hat geschrieben:Es geht aber auch deutlich günstiger als der Gelbe: --> Link
Das ist doch auch wieder nur mit Hilfskrücke Zellheizung, also nichts anderes als ne Liontron Arctic o. ä. Und nein, das ist NICHT dasselbe wie die Gelben. bis denn, Uwe
macagi am 21 Dez 2021 17:18:37 Aber der Robur ist dann doch viel besser wie der Gelbe, weil er eben ja die Heizung usw. alles schon drin hat, oder? Der Gelbe hat ja keine Heizung, wenn ich das richtig sehe.
Tinduck am 23 Dez 2021 17:13:23 macagi hat geschrieben:Aber der Robur ist dann doch viel besser wie der Gelbe, weil er eben ja die Heizung usw. alles schon drin hat, oder? Der Gelbe hat ja keine Heizung, wenn ich das richtig sehe.
Ich weiss ja nicht, was du sonst so hier im Forum machst… lies mal diverse LiFePO-Threads, da wurde in jedem schon mindestens dreimal das Datenblatt der Gelben gepostet, aus dem hervorgeht, dass sie keine Heizung brauchen, weil sie bis -40 Grad Celsius innerhalb ihrer Spezifikation sind. Die darf man einfach laden, da braucht man keine Heizung und auch kein naseweises BMS, das die Ladung abschaltet, wenns zu kalt ist. Ausser vielleicht in Sibirien. Falls du das ironisch gemeint hast… das könnte Anfänger schwer irritieren, wenn kein Smilie dran ist. bis denn, Uwe
andwein am 24 Dez 2021 11:36:53 Tinduck hat geschrieben:..... da wurde in jedem schon mindestens dreimal das Datenblatt der Gelben gepostet, aus dem hervorgeht, dass sie keine Heizung brauchen, weil sie bis -40 Grad Celsius innerhalb ihrer Spezifikation sind. Die darf man einfach laden, da braucht man keine Heizung Uwe
Da sollte man der Vollständigheit halber aber bitte auch darauf hinweisen, dass wir dann von LiFeYPO4 (LFYP) Zellen sprechen und nicht von LiFePO4 (LFP) Frohe Weihnacht, Gruß Andreas
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