Ich befürchte, dass Alarmanlagen nicht viel bringen. Wenn z.B. bei einem PKW die Alarmanlage losgeht, kümmert das niemandem mehr. Also sind Alarmanlagen zum größten Teil sinnlos.
GPS-Tracker schrecken Diebe auch nicht mehr. Bei Amazon gibt es für jeweils ca. 100 € Jammer und Ortungsgeräte zu kaufen. Durch die Störsignale der Jammer können die GPS-Tracker keine Alarmsignale an den Womo-Besitzer senden. Am Anfang haben GPS-Tracker noch geholfen, aber mittlerweile wissen auch die dümmsten Diebe von ihrer Existenz. Auch für GPS-Tracker, die nicht den Mobilfunk, sondern Satellitenverbindungen nutzen, können einfach gestört werden. Das wissen zumindest Profidiebe.
Mit Ortungsgeräten kann man den GPS-Tracker im Womo leicht finden und außer Betrieb setzen.
Was hilft m.E. besser?
Nicht nur Womo-Diebe haben ein Problem: den Zeitfaktor und Lärm. Das ist auch bei Einbrüchen in Häusern so. Nach Aussage der Polizei geben viele Diebe schon nach einer Minute auf, die meisten vom Rest spätestens nach 5 Minuten. Um ein Womo vor Diebstahl zu schützen, muss man es so härten, dass das Womo diese ersten 5 Minuten nicht zu knacken ist.
Alle elektronischen Sicherungen können Profi-Diebe in Sekunden knacken, z.B. die Zentralverrieglung und die Wegfahrsperre. Deshalb kann man sich auf diese nicht verlassen, sind nur Elektroschrott.
Mechanische Sicherungen erfordern z.T. sehr viel mehr Zeit zum Knacken, aber Lenkradsperren können meist auch in weniger als 1 Minute geknackt werden, sind also auch sinnlos.
Ich habe eine Bearlocksperre eingebaut. Profidiebe brauchen zum Knacken mindestens 20 bis 25 Minuten, eher mehr. So eine Bearlocksperre verhindert das Einlegen eines Ganges (Getriebesperre) bzw. blockiert die Lenkung (Lenksäulensperre für Automatikgetriebe). Außerdem ist die Fahrzeugelektrik lahm gelegt. Bei einem Startversuch mit abgeschlossener Bearlock-Sperre machen diese auch noch Lärm.
Gegen ein Aufbocken und Abschleppen hilft aber keine Diebstahlsicherung. Wer mit Abschleppwagen kommt, der ist soweit Profi, dass der auch GPS-Tracker sofort außer Kraft setzt.
Wenn man nun noch weitere Diebstrahlsicherungen einbaut, die weitere Minuten zum Überwinden kosten, werden Diebe schnell aufgeben, z.B. OBD-Buchse an versteckte Stelle verlegen und die normale OBD-Buchse als Attrappe lassen. Dann kann der Dieb nicht über die OBD-Buchse die Wegfahrsperre knacken und auch nicht den Motor ohne Schlüssel starten. Ein versteckter Schalter, der die Zündung unterbricht, kostet Diebe auch Minuten.
Was kann man gegen Einbruch machen? Auch hier gilt die 5 Minuten-Regel.
Eine Zentralverriegelung ist für Profidiebe kein Hindernis - kostet nur Sekunden. Nur geeignete mechanische Zusatzschlösser kosten den Dieben Zeit. Am meisten gefährdet sind die Fahrerhaustüren, da die Diebe auch deren mechanische Schlösser schnell knacken können, falls keine einladende Zentralverriegelung vorhanden ist. Also kosten den Dieben Zusatzschlösser, die nur von Innen aufgeschlossen werden können, sehr viel Zeit (aber keine Verriegelungen mit Drehgriff verwenden. Diebe schlagen die Fenster ein und drehen die Verriegelungen auf). Auch geeignete gehärtete Ketten mit Schloss in der Fahrzeugmitte kosten Zeit (Fenster einschlagen und Trennschleifer mit Batterie - aber dieser macht viel Lärm).
Weitere Angriffspunkte sind die Aufbautür und die Garagentüren. Also signalisieren Zusatzschlösser, dass Diebe Zeit brauchen und Zeit ist knapp. Größere Fenster, durch die kleine schlanke Menschen einsteigen können, sollten auch gesichert werden. Aber einen 100 %-igen Schutz gibt es nicht. Man kann nur Diebe abschrecken, damit diese eine leichtere Beute suchen, z.B. schlecht geschützte Miet-Womos. Durch die Garagentüren gelangen Diebe auch leicht ins Womo-Innere.
Aber man kann durch sein Verhalten auch etwas zum Schutz beitragen, z.B.:
- keine Wertsachen offen liegen lassen
- besonders gefährdete Gebiete meiden. Kriminalitätsschwerpunkte sind z.B. Marseille, französische Mittelmeerküste allgemein,
Paris und Vororte, Montpellier, Rom und Barcelona. Wir machen um diese Orte einen großen Bogen und wenn schon besuchen, dann einen bewachten Campingplatz benutzen und mit ÖPNV hinein fahren.
- immer in Fluchtrichtung parken
- Wertsachen in einen geeigneten Womo-Safe, der nicht einfach im Ganzen heraus gerissen werden kann
- Kopien von allen wichtigen Dokumenten mitnehmen, nicht in Geldbörse
- Telefonnummer zum Sperren von Debit- und Kreditkarten am Mann/Frau, nicht in der Geldbörse
- Limits setzen für max. tägliche Abhebungen - Problem dann, wenn man in eine Werkstatt muss und die Reparatur teurer ist als das Limit
- Telefonnummern der Polizei für jedes befahrene Land am Mann - nicht in der Geldbörse
- keine riesigen Geldbeträge auf Giro- und Kreditkartenkonten
- schwarze Bremskeile an nicht so gut sichtbare Stelle - behindern auch ein schnelles wegfahren (vorwärts und rückwärts)