jochen-muc hat geschrieben:Kannst Du mir das übersetzen ?
Ich kann's versuchen. Der Name Arctic wird von irgendeinem der Hersteller verwendet, Liontron oder so. Da ist eine Heizung eingebaut, die den Akku vor dem Laden auf Temperatur bringen soll. Der Polarkreis (die Arktis) ist von uns aus auf dem halben Weg zum Nordpol, und wo man die besagten Sprachen spricht, hängt häufig ein Kabel aus dem Kühlergrill, um den Motor elektrich vorzuheizen. Da kann man ja ein paar Heizfolien mit anschliessen, wenn man gern bastelt. Ob es funktioniert, die Akkuzellen von aussen aufzuheizen, kann dahingestellt bleiben, da es in unseren Breiten schlichtweg unnötig ist. Und in einem
Wohnmobil sowieso. Faustregel: wenn man das Wasser ablässt, die Batterie abklemmen. Dann kann auch bei minus 50 nichts passieren. Und wenn man das
Womo benutzt, muss man es irgendwie beheizen, sonst frieren einem die Rohre zu.
Die tiefe Temperatur ist auch an sich kein Problem, und erst recht keine scharfe Grenze wie beim Gefrieren von Wasser. Bei tiefer Temperatur steigt der Innenwiderstand der Batterie, und damit sinkt die Leistungsabgabe, aber auch der verträgliche Ladestrom. Die Zellen haben nicht nur eine maximale Ladespannung von etwa 4 V pro Zelle, sondern auch einen maximalen Strom von z.B. 0,5C oder 1C, also bei einer 100 Ah-Batterie von 50 oder 100 Ampere. Wenn man diesen wesentlich überschreitet, ist das auch für die Zellen nicht gut. Der einzige Fall, wo das passieren kann, ist der folgende: es ist sehr kalt (vielleicht -10 °C oder darunter), dadurch sinkt der verträgliche Ladestrom auf 5-10 A, UND die Batterie ist nicht voll geladen, UND ich habe einen leistungsstarken Booster >30 A verbaut, UND ich mache den Motor an. Und natürlich weiss ich nicht, was ich tu, sonst würde ich einfach den Booster ausschalten. Aber selbst wenn ich das alles vergesse, ist der anteilige Schaden am Motor durch den Kaltstart, in Euro umgerechnet, wohl höher als der anteilige Schaden an der Batterie.
LFP(=LiFePO4)-Starterbatterien werden von manchen Autoherstellern schon verbaut. Bei Motorrädern sind sie ziemlich Standard, und im Womo hab ich auch eine drin. Da ich Billigst-Pouchbagzellen verwende, merkt man den Leistungsabfall deutlich. Bei leichtem Frost - die Batterie hängt in einer Plastikwanne unter dem isolierten Fahrerhausboden - dreht der Anlasser recht müde, das wird aber schnell besser. Zum Beheizen der Zellen muss man sie einfach nur belasten, man kann notfalls ein paar Minuten das Licht anlassen. Durch den erhöhten Innenwiderstand bleibt der Leistungsverlust als Wärme in den Zellen, und genau das will man ja auch. Trotzdem würde ich bei einem ganzjährig verwendeten Fahrzeug überlegen, ob der Umstieg auf LFP Sinn macht, und auf jeden Fall Winstons nehmen. Oder ein Hybridsystem mit einer relativ kleinen, aber leistungsstarken LFP-Batterie. Es gibt Rundzellen, die mit 3C belastbar sind.
Gruss Manfred