Hallo zusammen,
nachdem ich nun seit 12 Monaten hier im Forum immer mal wieder dankbar Wissen tanke, wollte ich mal was zurückgeben. Vielleicht ist es ja für den einen oder anderen eine brauchbare Idee.
Wir haben unser Wohnmobil (Rapido 710F auf Basis Ducato 244 BJ 2004) jetzt seit einem Jahr und sind immer noch begeistert, dass wir uns zu der Anschaffung durchgerungen haben. Ich hab inzwischen schon eine ganze Menge dran gemacht, wie u.a. Rückfahrkamera, Radio von 1DIN auf 2DIN, Solaranlage und Batterie erneuert, neues Ladegerät usw. Macht ja auch Spaß. Für die anstehende Saison wollte ich uns nun ein wenig gegen überbordende Hitze im Wohnmobil wappnen. Klimaanlage kommt für uns nicht infrage und auf so einen Ventilator, der im Prinzip die warme Luft nur schneller macht, will ich nicht setzen. Also habe ich recherchiert, mir unzählige Videos zu dem Thema reingezogen und leider nichts direkt für mich nutzbares gefunden.
Also habe ich mich an einen Eigenbau rangemacht. Der Aufwand hielt sich eigentlich in Grenzen und nun bin ich gespannt was die Sache auf Dauer bringt. Erste Tests hat das DIY-Dachlüftermodul aus meiner Sicht mehr als nur überstanden.
Hier der Link zum Youtube-Video: --> Link
Meine Lösung ist ein regelbares 6-fach Dachlüftermodul, mit dem die Wärme aus dem Wohnmobil gezogen wird. Damit genügend frische Luft von draußen nachkommt, wird nur ein Fenster z.B. an der Tür geöffnet. Das reicht für einen guten Luftstrom. Das Modul besteht an der Unterseite aus einer 8mm Buchensperrholzplatte und an der Oberseite aus einer 8mm Birke-Siebdruckplatte. Die Gesamtstärke des Moduls beträgt 55mm. Die obere Platte und die Lüftermotoren sind mit Metallfolie beklebt, um möglichst viel Wärme durch Sonneneinstrahlung fernzuhalten. Das Modul liegt mit einem vorn und hinten überstehendem Bereich der Deckplatte auf dem Rand des Dachfensters auf. Moosgummi schützt vor Beschädigung. Das Dach kann mit eingelegtem Modul geschlossen werden. Das Modul sitzt wackelfrei. Es werden keinerlei Schrauben oder ähnliches zur Befestigung des Moduls benötigt. Rechts und Links am Modul befinden sich 20mm Bürstendichtungen, welche dafür sorgen sollen, dass keine Luft von außen eingezogen wird und die Mücken draußen bleiben. Im Modul ist weiterhin über alle Lüfteröffnungen ein Metall-Insektengitter gespannt.
An den zwei innen angebrachten Griffbügeln kann das Modul bequem eingesetzt oder auch entfernt werden. Für jeweils drei Lüfter in Reihe ist über ein Steuergerät die Drehzahl des Lüfters regelbar. Die Lüfter laufen auch bei völligem Herunterregeln immer mit einer Mindestdrehzahl von ca. 350 U/min. Eine ganze Reihe kann jeweils per Druckschalter an- bzw. ausgeschalten werden. Jeder Lüfter kann auch separat an- bzw. ausgeschalten werden. Die Stromversorgung erfolgt über einen 12V-Anschluss.
Das Modul wiegt insgesamt 7,9 kg und hat die Abmessungen von 720x530x55mm. Die maximale Leistungsaufnahme des Moduls beträgt 5,76 Watt zieht dabei 0,48A Strom. Das Modul fördert pro Stunde maximal 870 Kubikmeter Luft (Volumenstrom).
Die genutzten Lüfter sind extrem leise, selbst bei höchster Drehzahl. Heruntergeregelt sind sie im Prinzip lautlos.
(Hinweis: Im Video sieht man mich an einer povisorisch zusammengeschossenen Lochsäge. Ich habe da meine Oberfräse von unten an eine OSB-Platte geschraubt, um fix die zwölf korrekt auf Maß erforderlichen 200er Löcher herzustellen. Mir ist bewußt, dass ich dabei maximal auf nordkoreanischen Arbeitsschutzniveau gearbeitet habe - §1 Ohne Blut ist 's gut. Also: bitte nicht nachmachen!)
Die Saison steht für der Tür, also auch der Härtetest fürs Modul. Ich hoffe :-)
Ich hoffe, dass ich mich an die Forum-Regeln gehalten habe.
Beste Grüße aus der Region Hannover,
Georgio

