Hallo,
war von Ende Mai bis Mitte Juni 2022 für 3 Wochen in Finnland unterwegs. Gefahren wurden 4200 km ohne An- und Abreise per Fähre.
Hier nur kurz meine Eindrücke und Tipps:
Haben die Fähre von Finnlines Travemünde - Helsinki - und zurück genutzt. Auf der Hinfahrt 6 Std. Verspätung, Rückreise war pünktlich. Hatten das angebotene Essenpaket gebucht, was zu empfehlen ist. Für jeden was dabei, reservierte Tische, inkl. Getränke. Kabinen sauber. Im Vergleich zu anderen Fähren empfinde ich die Abstände im Parkdeck angenehmer und breiter. Wenn man die Dieselpreise anschaut, dann ist die nicht ganz billige Fähre doch im zweiten Blick gar nicht so teuer.
Sind nach Ankunft in Helsinki gleich an der Küste entlang über Porvoo nach Kotka. (Die Hauptstadt haben wir uns auf dem Rückweg angeschaut, da man auch dann direkt vom CP zum Fährterminal fahren kann.) Dann über Lappeenranta die "Via Karelia" an der russischen Grenze entlang durch Karelien nach Norden. Seen, Wälder, Burgen (Savonlinna), kaum Ortschaften und die wenigen erinnern ein wenig an den alten "Ostblock". Über Kuusamo nach Pernu. Vorsicht - aufpassen auf die Reisekasse: Denn hier gibt es die bekannte Keramik Manufaktur Pentik inkl. Fabrikverkauf. Das verführt doch zu einer kleinen Shoppingtour inkl. gemütliches Cafe im Haus.
Weiter nach Rovaniemi - dem Tor nach Lappland, wie es genannt wird. Heimat des Weihnachtsmannes. Na ja. Das sog. "Weihnachtsdorf" bietet zu 90% Massenware. Kaum was handwerkliches aus Finnland, wie wir uns vorgestellt haben. Das einzig interessante dort war das kleine Postamt mit der aus der ganzen Welt eingegangenen Post an den Weihnachtsmann. Ansonsten eher Massentourismus und Nepp. Der Nepp ging auf dem örtlichen CP weiter. Er liegt zwar zentral am Flußufer gegenüber der Innenstadt, verlangt aber für einen Stellplatz WoMo inkl. Strom für 3 Personen stolze 52 € und das bei sehr mäßigen sanitären Einrichtungen. Die wissen halt, das es nicht viele alternativen Möglichkeiten in der Nähe gibt. Ich kann da nur warnen!
Dann hoch zum Inari See (Sami-Museum) und bei Utsjöki kurz nach Norwegen um über die E45 wieder Finnland zu erreichen. In Muonio im "Swiss Cafe" von den Erzeugnissen eines schweizer Konditors verführen lassen, der dort übergesiedelt ist. Echt lecker.
"Straße der 4 Winden" runter, Tornio, Oulu (keine sehenswerten Städte) bis Rauma. Nettes Städtchen mit Holzhäuser und kleinem Markt im Zentrum. Ein Lichtblick.
Bis Kustavi, Küstenörtchen am Schärengarten. Empfehlenswerter CP Lootholma an einer ruhigen Meeresbucht mit schönen Hütten, Häusern, Jurten und Stellplätze für WoMo´s. Moderne sanitäre Einrichtungen. Von hier aus sind wir unsere Tour auf dem Schärengarten Rundweg gestartet. Man setzt von Insel zu Insel über. Meist nur einige hundert Meter, diese sind alle kostenlos. Einzig die längere Strecke im mittleren Abschnitt (Fahrzeit ca 45 Min.) kostet für ein 6 m WoMo inkl. Personen 75 €. Die Rundstrecke endet dann auf Höhe Turku. Wir fanden - lohnt sich!
Turku selbst fanden wir mäßig. Dann nach Helsinki, für 4 Nächte auf dem CP Rastilla. Liegt in einem ruhigen Wohngebiet mit nahem Metro Zugang (ca 300m). Stellplätze durch Hecken unterteilt, es lohnt sich den größeren zu buchen, da man dann auch etwas Platz hat für Tisch und Sonnenstuhl. Helsinki selbst empfanden wir völlig anders, als die übrigen finnischen Städte. Weltoffen, modern, viel Live Musik.
Von der Reisezeit her war es sehr angenehm. Nur Nachts mal ein Schauer, ansonsten trocken, sonnig. Meist 16 - 24 Grad, in Lapland 6 - 12 Grad. Dunkel wurde es so richtig nie, im Norden bis 23 h Sonnenschein. Auch auf Mücken sind wir nur selten gestoßen. Die schlüpfen lt. Einheimische wohl erst so Anfang Juli.
Wir kennen die anderen skandinavischen Länder sehr gut und empfanden Finnland im Vergleich nicht als das billigste Reiseland. Norwegen ist da ein guter Vergleich. Ein Stück Apfelkuchen vom Blech 7,50€, der Liter Diesel zwischen 2,29 € und meist über 2,40 €.
Vielleicht hilft das denjenigen etwas, die auch eine Reise nach Nord-Osteuropa planen.
Jürgen

