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Diskussion aktive Balancer


ulfertg am 21 Okt 2022 14:13:11

Auf Wunsch von Acki und Andreas und um den schönen Doku-Thread von Holger --> Link nicht mit einer weiteren Nerd-Diskussion zu zerpflücken hier ein neuer Thread zu dem Thema aktive Balancer.
Die folgenden Zitate kommen aus dem verlinkten Thread:
Acki hat geschrieben:Dann darf ich Dich bitten dies hier einmal zu machen und uns belastbare Quellen und/oder praktische Werte/Messungen für Deine Theorien zum aktiven Balancer zu liefern!?

andwein hat geschrieben:Also ich kann die Aussage im Augenblick auf Basis des Beitrages nicht nachvollziehen. Vor allem ist mir nicht klar ob du damit sagen möchtest dass ein passiver Top Level Balancer mit 0,03A Balancerstrom besser ist als ein aktiver Differenzbalancer mit einem Ausgleichstrom von bis zu 5A.

Ich hatte gedacht dass das Thema allgemein bekannt ist und das hier Konsens herrscht. Da habe ich mich wohl getäuscht.
Hier wird das z.B. diskutiert und auch mit Messwerten belegt: "url=https://diysolarforum.com/threads/active-balancer-make-it-smart-.40192/" (verlinken klappt leider nicht, ich vermute wegen des Emoji).
Wichtig: es hierbei um eine bestimmte Art von aktiven Balancer, die Bauart-bedingt mit genügend Zeit immer auf nahezu 0mV Spannungsdifferenz ausgleichen (kurz: Kondensatoren werden im Wechsel parallel zu den einzelnen Zellen und parallel zueinander geschaltet) .
Und es geht um den Anwendungsfall "Tausch von Blei Akku zu LiFePO4 im Wohnmobil", also Beibehaltung der vorhandenen Ladequellen mit mehr oder weniger Regelmäßiger Volladung auf übliche Ladeschlussspannungen (z.B. 14,3V) und nicht um exotische Sonderlösungen bei denen die Batterie z.B. zwischen 10% und 90% SOC gehalten wird oder bei denen dauerhaft nur sehr geringe Ströme geladen und entnommen werden.
Ich behaupte dann wird der aktive Balancer regelmäßig die Top-Balance durcheinanderbringen.
Meine Gründe habe ich im oben verlinkten Thread angeführt. Das kann dann wie beschrieben sogar zu Abschaltung wegen OVP einzelner Zellen führen, die Wahrscheinlichkeit dazu steigt z.B. mit hohen Ladeströmen und einer hohen Ladeendspannung von z.B. 14,6V.

Aus der Praxis: Ich habe in meiner 4S 280Ah Batterie einen solchen Balancer verbaut, allerdings eine Sonderanfertigung die erst ab 3,4 V arbeitet. Aber selbst diese Version ist für das Top Balancing meiner Batterie nachteilig, da sie während des Floats (13,4 Volt) weiterarbeitet.
Wer jetzt nachrechnet und sich wundert (weil 3,4V * 4 Zellen = 13,6V): die Antwort lautet Hysterese, die Abschaltspannung liegt unter der Einschaltspannung.
Daher lasse ich diesen Balancer im Regelfall abgeschaltet.
Diese Batterie ist jetzt knapp zwei Jahre alt und wird mit bis zu 110A geladen. Sie benötigt auch nach wochenlangem Betrieb im Bereich 30-70% SOC keine Unterstützung durch den aktiven Balancer wenn sie vollgeladen wird. Der in meinem BMS eingebaute passive Balancer mit 150mA gleicht die Zellen zuverlässig und in kurzer Zeit auf unter 20mV Differenz aus.
Lasse ich den aktiven Balancer dauerhaft eingeschaltet, ist die Differenzspannung bei Erreichen der Ladeendspannung regelmäßig höher.
Ein Freund hat mir ein paar Screenshots der App seiner Bulltron 200Ah Polar bei Erreichen der Ladeendspannug gesendet - diese Batterie hat auch einen solchen Balancer. Auf seinen Shots ist das beschriebene Verhalten ebenfalls zu sehen.

Würde ich jetzt pauschal sagen dass ein passiver Top Level Balancer mit 0,03A Balancerstrom besser ist als ein aktiver Differenzbalancer mit einem Ausgleichstrom von bis zu 5A?
Sicher nicht.
Es gibt Situationen wo der aktive Balancer von Vorteil sein kann, z.B. bei Zellen die ab Werk nicht gut aufeinander abgestimmt sind und die daher einen passiven Balancer (besonders einen mit sehr geringer Leistung von 30mA wie in Deinem Beispiel) überfordern.
Oder wenn die Zellen aus irgendeinem Grund unterschiedlich altern (aus diesem Grund habe ich den Balancer bei mir eingebaut - Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste :lach: ).
Ich kann aber zumindest für meine Batterie momentan sicher sagen dass der passive 150mA Balancer im Bezug auf die Spannugsdifferenz und damit die benötigte Zeit zum Ausgleich der Zellspannungen bei Ladeende besser funktioniert als der 5A aktive.
Das kann anders aussehen, wenn der aktive Balancer nur als Top-Balancer arbeitet. Ich überlege immer mal wieder eine Spannungssteuerung für meinen zu realisieren, aber das ist reiner Spieltrieb.

Der mögliche Ausgleichstrom von 5A ist übrigens eher theoretischer Natur und tritt nur bei extrem hohen, praxisfernen Differenzen der Spannungen der einzelnen Zellen auf (>600mV).
Bei eher üblichen 50mv Differenz liegt der Ausgleichsstrom bei ca. 250mA.

So, jetzt bin ich auf die Diskussion dazu gespannt :)

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Tinduck am 21 Okt 2022 14:24:08

Klingt plausibel.

Wenn der aktive Balancer im mittleren Spannungsbereich rumausgleicht, wird sich das bei Ladeschlussspannung und nicht gut zueinander passenden Zellen bemerkbar machen. Aus dem Grund sagt man ja auch 'entweder Top Balancing oder Bottom Balancing, aber nicht beides'.

Nur eine Frage: warum sollte man Top Balancing mit einem aktiven Balancer machen, wenn man passive (mit ausreichender Leistung) zur Verfügung hat?

bis denn,

Uwe

MountainBiker am 21 Okt 2022 14:34:48

Hallo,

ich habe die Problematik mit aktiven Balancing unterhalb dem SoC 95% und der Lade- Entladehysterese von LiFePO4 Zellen schon in anderen Threads thematisiert:
--> Link

Aufgrund dieser Eigenschaft ist Deine Beobachtung (vor allem beim aktiven Balancing mit hohen Strömen) eine Auswirkung des Hin-und Herschieben der Ladung zwischen den Zellen. Denn eine LiFePO4 Zelle kann nicht ausschließlich aufgrund Ihrer Spannungslage einem definierten Ladezustand haben. Vielmehr ist spielt hier auch erheblich der Spannungsdifferenzwert zwischen einen Zeitpunkt t1 und t2 eine Rolle, sowie der Ladestrom/Entladestrom.

Passive Topbalancer funktionieren so gut, weil sie für die Funktion nur einen bestimmten Betriebsmodus zulassen:

- U(t1) < U(t2)
- Ladestrom >= Balancerstrom

Deshalb kommt es nicht zu Hysterese-Differenzen in der Zellenladung!

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Hannus am 21 Okt 2022 17:13:25

Ist das aktive Balancing nicht haupsächlich für den Entladevorgang gedacht, wo die volleren Zellen die schwächeren Zellen unterstützen um einer vorzeitigen Abschaltung durch UVP entgegenzuwirken?

leverkusen3 am 21 Okt 2022 18:33:05

Hallo

Bei mir ist die Verkabelung für den aktiven Balancer eingebaut.

Angesteckt wurde der beim ersten Ladevorgang, um ein bequemes und genaues Top- Balancing bei 3,6 V Zellspannung zu erreichen.

Jetzt wird er nur noch ein mal im Frühjahr am Beginn der Saison eingesteckt um eventuelle Alterungen der Zellen auszugleichen.
Das war aber bisher (2x) immer nur eine kurze Aktion.
Den Rest des Jahres reicht mein Daly mit seinem passiven Balancer. Allerdings habe ich dessen Funktion nie überprüft. So lange meine Zellen beim Volladen immer eine schön gleichmäßige Spannung haben, braucht es ja nicht einzugreifen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas

basste315 am 21 Okt 2022 20:59:01

leverkusen3 hat geschrieben:Bei mir ist die Verkabelung für den aktiven Balancer eingebaut.
Thomas

Ich habe ebenfalls „sicherheitshalber“ ein Balancerkabel parallel verlegt, um bei Bedarf einfach einen Heltec-Balancer nachrüsten zu können, da die „alten Hasen“ die 30 mA Balancer des JBD-BMS für nicht ausreichend erachtet haben.

Die Praxis zeigt: Bisher brauche ich keinen aktiven Balancer.

Im Unterschied zu Fertigakkus waren meine Zellen völlig ausgeglichen, da ich sie vor dem seriellen Zusammenbau im Parallelverbund vollgeladen und 24 Stunden rasten lassen habe. --> Link Und ich hatte offenbar Glück mit gut zusammenpassenden Zellen :wink:

Seit März 2021 läuft der AKKU problemlos, im mittleren Spannungsbereich ist das Delta < 5 mV und beim Ladeschluss (14,3V) nach kurzem Balancing < 15 mV. Es gab im Normalbetrieb keine einzige OVP-Abschaltung.

JBD BMS 150A kurz: Balancen nur beim Laden AUS, Startspannung 3400 mV, Delta 15 mV

Fertigakkus können einen aktiven Balancer brauchen, denn da „reift die Banane oft beim Kunden“.
Die Bullen (mit aktivem Balancer) laufen im Unterschied zu den Löwen offenbar von Anfang an besser, aber auch die Löwen kommen ohne aktiven Balancer aus, wenn es einmal gelungen ist, sie auszugleichen – siehe Dr. Franz der Löwendoktor --> Link

Und mittlerweile gibt es das 200A JBD-BMS mit 150 mA --> Link

Helmut

Acki am 22 Okt 2022 09:22:21

basste315 hat geschrieben:...
Die Praxis zeigt: Bisher brauche ich keinen aktiven Balancer.

...


Ich auch nicht ... im Wohnmobil; dort werkelt ja mein Hybrid-System aus Gel und Winston --> Link . Der Li-Akku trägt das vielbewährte lisunenergy-BMS mit Top-Balancing.
Beim "blauen Würfel" im Jeep --> Link habe ich einen kleinen aktiven Balancer eingebaut ... hier konnte ich bisher nichts nachteiliges feststellen!

Daneben habe ich ja noch einen "Spielzeug-Akku" im Hobbyraum, den ich seit dem Frühjahr regelmässig mit 10 A Ladegerät, Heisslüfter und Nespressomaschine quäle: Ich habe die Zellen absichtlich aus der Spur gebracht um nachvollziehen zu können, dass das JBD-BMS keine Chancen hat, hier - im Normalbetrieb - je wieder einen Ausgleich der Zellen erreichen zu können.
Die "Dr. Franz Methode", mit dem Labornetzgerät mit der er hier ja schon einige Lions "geheilt" hat, wäre auch hier erfolgreich gewesen.

Nun hatte ich aber noch einen QNBBM Balancer in der Bastelkiste liegen --> Link . Dieser macht seine Arbeit hervorragend und ich habe in den Wochen, in denen er mitspielt nichts Nachteiliges feststellen können, insbesondere keine OVP-Abschaltungen etc. Einziger bisher bemerkter Nachteil ist, dass der Eigenverbrauch durch den Balancer nicht gemessen wird ...
Dieses Teil ist übrigens bei den DIY-Elektro-Auto-Bastler regelmässig im Einsatz!


basste315 am 22 Okt 2022 15:01:22

Acki hat geschrieben:Nun hatte ich aber noch einen QNBBM Balancer in der Bastelkiste liegen --> Link .
Dieses Teil ist übrigens bei den DIY-Elektro-Auto-Bastler regelmässig im Einsatz!

Und nicht ganz billig :cry: ...

Helmut

fschuen am 22 Okt 2022 19:57:47

Vorteil des passiven Balancers: er kann Überspannung verbraten. Vorteil des aktiven Balancers: er funktioniert bei jedem Ladezustand. Das macht die ganze Abschalterei überflüssig. Natürlich "zerstört" bottom balancing das top balancing, aber nur, wenn es gebraucht wird - also Tiefentladung und abweichende Zellkapazität zusammenkommen. Entscheidend ist, dass er verhindert, dass sich eine Zelle erheblich von den anderen entfernt. Eine Bleibatterie mit aktivem Balancer hätte auch ein mehrfaches der Lebensdauer ...

Gruss Manfred

Tinduck am 22 Okt 2022 21:55:03

fschuen hat geschrieben:Eine Bleibatterie mit aktivem Balancer hätte auch ein mehrfaches der Lebensdauer ...


Marktlücke?

Ich will nicht behaupten, dass das nicht so ist, aber warum machts dann kein Hersteller? Wäre für teure Markenbatterien doch ein gutes Marketingargument… natürlich nur, wenns auch klappt.

bis denn,

Uwe

leverkusen3 am 23 Okt 2022 09:41:40

fschuen hat geschrieben:
. Eine Bleibatterie mit aktivem Balancer hätte auch ein mehrfaches der Lebensdauer ...

Gruss Manfred


Hallo

Welche Quelle hast du für diese Aussage?

Oder ist das nur Hörensagen?

Mit freundlichen Grüßen

Thomas

Stocki333 am 23 Okt 2022 10:21:07

Danke an Ulf für diesen Tröt.
90 Ah Zellen. Gekauft wurden sie von einem Bekannten in China. Sehr günstige Zellen.QR Code überklebt mit neuen Aufkleber.
Wante sich an mich, weil der Zellensatz, mit JBD BMS 60 A, permanent in Abschaltung ging.
Erste Diagnose von meiner Seite. Initialbalancing fehlgeschlagen.
Accu wurde zerlegt. Die Zellen mit einer Lampe auf Gleichstand gebracht. 48 Std bei 3,65 zusätzlich stehen gelassen.
Accu wieder zusammen gebaut.
BMS eingestellt. 10 mV Differenz. 24 Std. Auf 14,6 Volt stehen gelassen . Perfekt ausbalalnciert.
Kurztest:
Entladen auf 13,35 mit 9 A.
Wieder Geladen mit 9 A.
Rückkehrdifferenz bei 14,4 Volt: 120 mV.
---------------------------
Komplettentladung und Volladung auf 14,4 Volt.
Rückkehrdifferenz: 150 mV
Der Accu wird in einem WW betrieben. Einzige Ladequelle 200 Watt Solar mit Victron Smart MPPT.
Ladeschlussspannung 14,2 eingestellt.
Nach ca 2 Wochen Urlaub waren auf dem Zähler:
16 mal Überspannung Zelle.
Also nicht brauchbar. Auch stellte sich heraus, wenn der Accu, steht laufen 2 Zellen in der Spannung nach unten weg.
Höhere Selbstentladungsrate.
Nach einer Woche braucht der Accu einen ganzen Tag um bei 14,2 Volt auf Gleichstand zu kommen.
Rückgabe des Accus scheiterte an den Kosten.
Also blieb nur die Möglichkeit mit einem Zusatzbalancer zu arbeiten. Verbaut wurde ein Heltec Zusatzbalancer.
Und der macht, was er soll. Er hält die Zellenspannungen schön beisammen. Zelle Überspannung oder ähnliche Meldungen gehören der Vergangenheit an.
Meine Meinung zu Zusatzbalancer ist ja eindeutig zweideutig.
Ein Accu sollte immer mit den JBD Balancingverfahren sauber laufen. Erst wenn der an seine Grenzen kommt.
Sollte man das in Erwägung ziehen.
2 Gründe gibt es für diese Balancer.
1. Schlechter billiger Zellsatz.
2. Altersersscheinungen eines Accus.
Franz

basste315 am 23 Okt 2022 10:31:21

Stocki333 hat geschrieben:2 Gründe gibt es für diese Balancer.
1. Schlechter billiger Zellsatz.
2. Altersersscheinungen eines Accus.
Franz

3. In Fertigakkus mit fehlendem Initialbalancing

Helmut

Stocki333 am 23 Okt 2022 11:03:47

basste315 hat geschrieben:3. In Fertigakkus mit fehlendem Initialbalancing

Das bedeutet aber auch, das du zu 90% den Accu aufschneiden mußt.
Meine Erfahrung mit den Accus die Probleme haben.
Ein Initialbalancing ist nicht zwingend erforderlich.
Es ist nur eine Methode um die Zellen auf eine gleich Ausgangsbasis zu bekommen.
Sind die Spannungen und Kapazitäten gleich. Funktioniert der Accu.
Ausgenommen eine Zelle oder Zellpaket, ist nicht so, wie sie sein sollte.
Ob mit oder ohne Initialbalancing. Oder mit einer Lampe am fertigen Accu. Vollkommen egal.
Franz

Acki am 23 Okt 2022 11:04:09

basste315 hat geschrieben:...
Und nicht ganz billig :cry: ...

Helmut

Ausgabe könnte sich lohnen, wenn das System perfekt funktioniert und oben befürchtete Komplikationen damit nicht auftreten!?

ulfertg am 23 Okt 2022 11:50:13

Schöne Diskussion bis hierhin! Danke an alle Beteiligten.

Für den besseren Überblick versuche ich mich hier mal an einer kleinen Zusammenfassung der Erkenntnisse:

1. Aktive Balancer arbeiten nicht alle gleich.
Das finde ich besonders wichtig für das Verständnis der anderen Aussagen - "Aktiv" bedeutet hier dass Ladung zwischen den Zellen verschoben wird - von denen mit höherer Spannung zu denen mit geringerer.
Im Gegensatz dazu arbeiten sogenannte "passive" Balancer indem Ladung aus den Zellen mit höherer Spannung in Wärme umgesetzt wird.
Aktives Balancing kann nun durch sehr viele unterschiedliche Methoden realisiert werden - jeweils mit Vor- und Nachteilen.
Der hier oft genannte und verwendete Heltec-Balancer arbeitet über den gesamten SOC einer Batterie - und Bauartbedingt gleicht er die Spannungen immer zu nahezu 100% aus - mit immer geringeren Strömen, je näher die Spannungen der Zellen beieinander liegen.
Andere aktive Balancer arbeiten z.B. mit Spannungswandlern und einstellbaren Schaltschwellen - die können daher die volle Balancing Leistung auch dann erbringen wenn die Zell-Spannungen bereits eng beieinander liegen.
Und lassen sich so einstellen, dass sie z.B. nur Top-Balancing betreiben. Ein Nachteil bei dieser Variante ist ein höherer Ruhestromverbrauch.
Einen weiterer möglicher Nachteil aktiver Balancer: Meist komplexere Schaltungen mit mehr Bauteilen, damit höhere Ausfallwahrscheinlichkeit über längere Zeiträume.

2. Aktive Balancer sind nicht pauschal besser oder schlechter als passive. Es kommt auf die konkrete Anwendung an.
Ein einfacher, günstiger aktiver Balancer wie der oben beschriebene von Heltec kann in manchen Konstellationen einen interessanten Lösungsansatz bieten.
Franz und Helmut haben ein paar mögliche Einsatzgebiete angeführt (es gibt noch weitere):
    - schlechter, billiger Zellsatz
    - Alterserscheinungen eines Akkus
    - Fertigakkus mit fehlendem initialen Balancing
Den ersten und den letzten Punkt halte ich vor allem für Hersteller interessant: die können billigere Zellen verbauen und sich u.U. das aufwändige initiale Balancieren und Selektieren von Zellen sparen.
Und das ganze auch noch für das Marketing nutzen: "aktiver Balancer" klingt ja auf den ersten Blick besser als "passiver Balancer" :lach:

3. Aktive Balancer wie der kleine von Heltec, die über den gesamten SOC arbeiten und ständig auf 100% Ausgleich hinarbeiten sind (bei gesunden Zellen) kontraproduktiv für das (im WoMo fast immer angestrebte) Top Balancing.
Aus den Beiträgen die ich hier und anderswo gelesen habe herrscht wohl doch wie von mir ursprünglich angenommen weitgehend Konsens über diese Erkenntnis.

Stocki333 am 23 Okt 2022 12:08:51

ulfertg hat geschrieben:Schöne Diskussion bis hierhin! Danke an alle Beteiligten.

Und auch ein Dank von mir für deine Beiträge zu diesem Thema. Die Entscheidung für den Heltec. Waren deine fachkundigen Beiträge zu diesem Thema.
Aktive Balancer wie der kleine von Heltec, die über den gesamten SOC arbeiten und ständig auf 100% Ausgleich hinarbeiten sind (bei gesunden Zellen) kontraproduktiv für das (im WoMo fast immer angestrebte) Top Balancing.

Ich kann das nicht vollständig nachvollziehen. Fehlt mir die Praxiserfahrung dazu.
Aber vom Prinzip müßtest du Recht haben. Da schliesse ich mich deiner Meinung an.
Aktive Balancer sind nicht pauschal besser oder schlechter als passive. Es kommt auf die konkrete Anwendung an.

100 Prozent Zustimmung.
Warum:
Weil mich die Praxis bei dem 90 Ah Accu überzeugt hat. Dank deiner geposteten und fachlichen korrekten Ansichten.
Danke Franz

fschuen am 23 Okt 2022 12:47:48

Welche Quelle hast du für diese Aussage?


In einem Fachbeitrag gelesen, ergibt sich aber auch logisch aus der Funktion. Blei verliert Kapazität mit der Alterung, und starke Entladung fördert die Alterung. Das heisst, die schwächste Zelle altert am schnellsten, was vor allem bei starker Entladung der Batterie zum Tragen kommt. Ein Aktivbalancer kann das ausgleichen.

Das Argument "gegen" die Heltec- Dinger kann ich nicht ganz nachvollziehen, die machen ja auch top balancing. Für mich ist das Ding einfach der Hund, der die vier Schäfchen beieinanderhält.

Gruss Manfred

basste315 am 23 Okt 2022 14:08:52

fschuen hat geschrieben:Das Argument "gegen" die Heltec- Dinger kann ich nicht ganz nachvollziehen, die machen ja auch top balancing. Für mich ist das Ding einfach der Hund, der die vier Schäfchen beieinanderhält.
Gruss Manfred

Vermutlich haben die Bullen einen Heltec eingebaut und den passiven Balancer des BMS per Einstellung zurückgenommen. Das scheint zu funktionieren, denn man hört hier wenig von Bullenproblemen ....

Helmut

Sprinterklasi am 23 Okt 2022 17:34:01

Hallo,
zunächst ein paar Stichworte zu meiner Anlage:
Winston 4x100Ah seit 05.2013 mit passiven Balancern 2A und Schaudt EBL, sonst nichts(kein BMS oder ähnliches).
Nach einigen Jahren blieb eine Zelle zurück ca. 0,3V. Mit neuer Initialisierung im Winter bin ich dann über den Sommer gekommen bis eines Tages im Herbst die Spannung ganz einbrach und der EBL abschaltete. Dann habe ich gemerkt, das die passiven Balancer zwar sehr,sehr heiß wurden (3 Stück), aber trotzdem die schwache Zelle hinterherhinkte. Dann habe ich vor ca. 3 Jahren die aktiven Kondensator-Balancer für damals weniger als 20 € entdeckt. Seitdem läuft die Stromversorgung überwiegend über Solar perfekt.
Ich bin mit diesem aktivem Balancer hoch zufrieden, sonst hätte ich mindestens eine neue Zelle kaufen müssen. Glücklicherweise habe ich ja Einzelzellen, da ist das kein Problem. Ich würde daher nie einen Fertigakku kaufen.
Schöne Grüße, klasi
PS: Wen es interessiert: Ich habe seit knapp einem Jahr 4x60 Ah-Winston-Zellen als Starterakku im Sprinter.(wegen Gewicht)
Bei 2 Touren nach Österreich zum Wintersport im Januar/März war ich sehr gespannt, hat super geklappt, keinerlei Startschwierigkeiten und 15kg weniger!

andwein am 23 Okt 2022 17:52:32

ulfertg hat geschrieben:Würde ich jetzt pauschal sagen dass ein passiver Top Level Balancer mit 0,03A Balancerstrom besser ist als ein aktiver Differenzbalancer mit einem Ausgleichstrom von bis zu 5A?
Es gibt Situationen wo der aktive Balancer von Vorteil sein kann, z.B. bei Zellen die ab Werk nicht gut aufeinander abgestimmt sind und die daher einen passiven Balancer (besonders einen mit sehr geringer Leistung von 30mA wie in Deinem Beispiel) überfordern.
So, jetzt bin ich auf die Diskussion dazu gespannt :)

Von meiner Seite gibt es keine Diskussion! Ich gebe dir in beiden Fällen recht!!
Aber das ist auch benau die Krux. Woher weiß Otto Normalverbraucher dass seineZellen richtig geladen werden. Verschickt werden Sie aufgrund der Gefahrengutverordnung jedenfalls nicht voll geladen.
Und jetzt muss König Kunde mit seinem gesunden Halbwissen (trotz der Forenvorschläge) bei der Auswahl selbst.
Ich würde keinem eine Präferenz nennen solange ich die erhaltenen Zellblöcke nicht selbst getestet hätte.
Gruß Andreas

basste315 am 24 Okt 2022 10:47:44

Das sagen die Bullen zum Thema --> Link

Helmut

andwein am 24 Okt 2022 11:37:40

fschuen hat geschrieben: Eine Bleibatterie mit aktivem Balancer hätte auch ein mehrfaches der Lebensdauer ...Gruss Manfred

Zumindest bei einer Blei/Säure Batterie wird mit einer Zell-Ausgleichsphase gearbeitet. D,h. Leicht höhere Ladespannung, Gasung der schon vollen Zellen und schon ist alles im Lot. Wasser sollte man allerdings schon ab und zu kontrollieren.
Unsere Altvorderen waren auch nicht blöd!
Gruß Andreas

fschuen am 24 Okt 2022 14:57:52

Die Bleizellen bleiben leitfähig, auch schon unterhalb der Gasungsspannung. Daher machen Bleibatterien perfektes top balancing ganz von selbst. Untenrum ist das Problem: die Zelle mit der geringsten Kapazität wird am stärksten entladen, und verliert dadurch am schnellsten an weiterer Kapazität, bis sie keine mehr hat. Dann ist die Batterie kaputt. Aktive Balancer könnten das erheblich verzögern, aber in Bleibatterien investiert kein unternehmerisch denkender Mensch mehr.

Gruss Manfred

Stocki333 am 24 Okt 2022 17:39:38

Hallo Manfred.
Das was du hier schreibst. Das habe ich vor 12 Jahren auf einer grossen SY gesehen. Waren aber grosse Einzellzellen. So wie es Stapler auch haben. Und der hatte eine elektronik verbaut, die zusätzlich die Zellen balanciert.
Hab das damals eigentlich nicht so richtig verstanden. Heute weiß ich das es so besser ist.
Und der Hersteller gab damals 10 Jahre Garantie auf die Anlage. Der hat sich sicher dabei was gedacht.
Franz

echterseppel am 27 Okt 2022 12:28:44

Hallo zusammen,
meine 90Ah Zellen (blaue, ich glaube Eve) sind normal immer stabil bei 1-2mV Spannungsdifferenz.
Nur beim Vollladen schaltet der Zellschutz des BMS immer den Ladebooster weg, bevor die Batterie 14,4V erreicht.
Jetzt habe ich mal am Ladegerät mit 15A und 7,5A geladen. Dabei bemerkte ich, dass ganz am Schluss eine Zelle auf 0,2V Differenz zur schwächsten Zelle ausreißt.
Bei 3,65V beendet das BMS wieder die Ladung bis die Spannung wieder gesunken ist. Dadurch taktet das BMS mit dem Ladegerät. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut ist für die Zellen.
Außerdem erreiche ich so nicht die 14,4V.
Es ist dabei egal, ob der aktive Balancer an oder aus ist.
Was ist falsch? Weiß das jemand?
Viele Grüße
Markus

deacheapa am 27 Okt 2022 13:31:14

echterseppel hat geschrieben:Was ist falsch? Weiß das jemand?
Viele Grüße
Markus


"Falsch" ist da nichts, zeigt nur das Deine Zellen nicht ausbalanciert sind.
Ursache können,
falsche Einstellungen Lader und oder BMS, oder einfach zu selten und zu kurz im Balancer Modus.
Oder von Anfang an nicht gut die Zellen Initialisiert, oder eine Zelle hat ein Problem.
Alles Sachen die man nur selbst vor Ort prüfen kann.

PS.
Du schreibst ist nur eine Zelle die voreilt, und von deinen blauen Bechern,
sprich Du kommst an die Zellen rann? dann würde ich mal als erstes die Halogen Lampen Methode versuchen und diese Zelle einfach etwas damit entladen, sprich den Balancer unterstützen,
steht hier zig mal im Forum wie das einfach zu machen ist,
gibt sogar YT Videos die Zeigen wie es geht

echterseppel am 27 Okt 2022 13:57:44

Für häufigere Benutzung hab ich leider zu wenig Urlaub.
Wenn die Zellen übers Jahr 1-2mV bzw. auch über den Winter unter 20mV Differenz haben, dachte ich, dass die Balance super wäre.
BMS Einstellungen passen, beim Votronic Ladebooster kann man nix einstellen.
Edit: oh, Deinen Post hab ich erst später fertig gelesen. Werde ich machen.

deacheapa am 27 Okt 2022 14:35:04

echterseppel hat geschrieben:Wenn die Zellen übers Jahr 1-2mV bzw. auch über den Winter unter 20mV Differenz haben, dachte ich, dass die Balance super wäre.


Ja, verstehe schon Deine Gedanken, geht ja vielen mit LFP hier so,
aber die Spannungen im normal Nutzungsbereich sind immer annähernd gleich.
Wenn da schon nicht wäre wirklich was im Argen. :wink:

Bei seltener Vollladung ohne entsprechende Balancerzeit, können sich solche mV ansammeln,
die dann für die meist mit wenig Balancerleistung ausgestatteten BMS für die kurze Zeit zu viel sind.

Deswegen unter anderem wird hier ja im Thread auch über zusätzliche aktive mit mehr Leistung debattiert.
In Deinem Fall mit 200mV, würde so einer ratz fatz das "Problem" bei Bedarf als zB zusätzlich zuschaltbarer Top Bancer beseitigen.

Wünsche gutes Gelingen :)

echterseppel am 27 Okt 2022 14:43:43

Ich hab ja einen aktiven kleinen Balancer und natürlich das Topbalancing vom BMS. Wegen der Diskussionen hab ich den aktiven dann mal ausgeschaltet.
Über den Winter steht der Bus, da werde ich mich nochmal intensiv damit beschäftigen.
Eigentlich wollte ich von dem Händler größere Zellen kaufen. Wenn aber nicht klar ist, ob der gute Ware verkauft, warte ich nochmal ab.
Meine sollten ja GradeA sein, die größeren jetzt sogar Grade A+. Mal schauen, ob ich es hinbekomme. Danke vorerst.

Stocki333 am 27 Okt 2022 20:34:48

echterseppel hat geschrieben:Ich hab ja einen aktiven kleinen Balancer und natürlich das Topbalancing vom BMS. Wegen der Diskussionen hab ich den aktiven dann mal ausgeschaltet.

Dieses Ausschalten des Zusatzbalancer wenn er nicht benötigt wird, Sehe ich als positiv an.
Den einen Ausbalancierten Zellsatz, der in Betrieb ist, braucht den nicht.
Hier drängt sich die Frage auf. Welche Zelldifferenz du eingestellt hasst???
Ist die zu gross, kommt es auch zu diesem Effekt.
Längere Stehzeit:
Ein Thema wo ein zusatzbalancer sehr wohl Sinn machen kann.
Es gibt Zellensätze, wo verschiedene Selbstentladungsraten sind. Wird der dann Vollgeladen, Kommt es zu Notabschaltungen vom BMS.
deacheapa hat geschrieben:falsche Einstellungen Lader und oder BMS, oder einfach zu selten und zu kurz im Balancer Modus.

Genu dss ist die Krux. Man vermutet oft alles Mögliche. Dabei ist es fast ein Benutzerfehler.
Entweder den Zusatzbalancer anstecken oder einschalten. Oder die Ladequelle länger auf Absorbationsladung lassen.
So kann das BMS seinen Job machen.
Eröffene doch einfach einen Neuen Tröt. dann können wir dir helfen. Falls du es willst.
Franz

echterseppel am 27 Okt 2022 21:08:35

Die Einstellung für den Balancer im BMS ist 3mV. Jetzt war die Batterie 24h im Bus angeschlossen, aktiver Balancer eingeschaltet und es sind wieder 1-2mV Differenz.
Am Montag ist die Saison zu Ende.
Ich stelle dann den Akku in den Keller und versuche es mit nochmal neu Euren Ratschlägen.
Wenn es nicht klappt, Tröte ich neu.
Vielen Dank

Stocki333 am 27 Okt 2022 21:29:24

echterseppel hat geschrieben:Die Einstellung für den Balancer im BMS ist 3mV.

Zu niedrig. Minimum ist 5 mV. Bei den kleinen Zellen.
Ich stelle dann den Akku in den Keller und versuche es mit nochmal neu Euren Ratschlägen.

Gute Idee.
Vollgeladen srehen lassen und nach 2 Monaten volladen ohne Zusatzbalancer. Die Differnz ist das Kriterium.
Viel Glück Franz

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