
Für unsere Reise im Spätsommer haben wir als Hauptziel die Kanalküste Frankreichs auserkoren. Von den Temperaturen her hat sich der Sommer verabschiedet. Auch mit der Trockenheit ist es vorbei. Dies alles hat uns aber nicht daran gehindert, in der Zeit vom 10. bis zum 30.09.2022, uns die Küste von Petit-Fort-Philippe im Norden bis hinunter nach Saint-Valery-en-Caux genauer anzuschauen. Dabei haben wir 1.857 km zurückgelegt und standen fast ausschließlich auf Wohnmobil-Stellplätzen. Im Schnitt lag der Dieselpreis 30 Ct. niedriger als in Deutschland. An einer Tankstelle haben wir sogar nur 159,5 Ct./Liter bezahlt.
Bei unseren vorherigen Fahrten in diesem Jahr haben wir festgestellt, dass die Dieselpreise ein großes Thema werden, und einen großen Teil des Urlaubsbudgets in Anspruch nehmen. Um so erfreulicher war das "Bauchgefühl" in diesem Urlaub.
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Anreise
Die Fahrt über Trier, Luxembourg und ein kleines Stück auf der belgischen Autobahn in Richtung Brüssel führt uns letztendlich in einen französischen "Wurmfortsatz" an der Meuse, der in das belgische Hoheitsgebiet hineinragt. Unser Ziel ist der Wohnmobil-Stellplatz mit V+E in Givet, ein kleines ruhiges Städtchen mit einer großen Verteidigungsanlage von Vauban auf der Anhöhe über der Stadt ausgestattet. Der Stellplatz scheint aber immer gut besucht zu sein. Auf jeden Fall ist für uns kein Platz. Kaum "einen Steinwurf weit entfernt" gibt es an der Meuse einen Platz, wo man schön stehen kann. Uns hat es so gut gefallen, dass wir sogar noch einen Tag länger geblieben sind.

Givet
Beginn der Kanalküste
Weiter geht es an der französich-belgischen Grenze entlang nach Gravelines. Auch hier hat sich Vauban, der Architekt Napoleons ausgetobt. Ein Rundgang auf den Wallanlagen lohnt sich. Die Fortsetzung des Flusses Aa, der hinter Gravelines seit 1150 kanalisiert ist, führt in die Nordsee und wird von den beiden befestigten Siedlungen, Grand- bzw. Petit-Fort-Philippe bewacht.

Sonnenuntergang in Gravelines
Zwischen den Caps Blanc-Nez und Gris-Nez befindet sich das ehemalige Fischerdörfchen Wissant. Anfang des 20. Jhdt. haben sich aber immer mehr betuchte Personen dieses Kleinod mit seinem riesigen Strand entdeckt. So entstanden viele wunderschöne Villen. Außerdem lohnt sich ein ausgeschilderter Spaziergang. der sich mit den Malern beschäftigt, die sich Ende des 19. und zu beginn des 20. Jhdt. hier angesiedelt und gearbeitet haben.

Von Wissant zu den Cliffs of Dover
Mit Berck-Plage, Fort-Mahon-Plage und Le Crotoy besuchen wir mittlere Badeorte mit schönen Stränden und gut platzierten Wohnmobil-Stellplätzen.
Seehund-Population Berck-Plage

Fort-Mahon-Plage

Meeresfrüchte-Platte in Le Crotoy
In Valery-sur-Somme, Le Tréport und St.-Valery-en-Caux war der Tourismus nicht ganz so angekommen. Aber auch sie haben ihren Charme und herrliche Ausblicke.

Valery-sur-Somme

Le Tréport

St.-Valery-en-Caux
Nach so viel Strand und Meer steht bei uns nun mehr die Kultur im Vordergrund. Mit den Ruinen der ehemaligen Klosteranlage in Jumièges, an einer Seineschleife gelegen, ...

... Rouen mit seiner Altstadt, ...

Cathedrale in Rouen
... und der Cathedrale de Reims, haben wir schwergewichtige Highlights. Erfreulich ist es außerdem, dass an all diesen Orten kostenlose geduldete Übernachtungsplätze sind.

die Chagall-Fenster in der Cathedrale zu Reims
Ein überraschendes Highlight haben wir in einem kleinen Dorf hinter Reims gefunden - La Cheppe. Am Rande des Dorfes befindet sich ein kostenloser Wohnmobil-Stellplatz mit V+E und liegt in direkter Nachbarschaft zu einem der ältesten Wallburgen der Gallier in Frankreich. Und in diesem Oppidum soll der Hunnenkönig Attila im Jahre 451 vor oder nach seiner verlorenen Schlacht gegen die Römer und Westgoten sein Heerlager eingerichtet haben. Aus persönlichem Interesse habe ich mich noch im Internet weiter mit diesem Thema beschäftigt und es ist wirklich beeindruckend. Ich hätte nie gedacht, dass Attila seine Raubzüge bis nach Nordfrankreich ausgedehnt hätte.

Wallburg-Anlage in La Cheppe
Heimreise
Über Stenay, das auch an der Meuse liegt, sind wir für die letzte Übernachtung an die Mosel nach Riol gefahren. Es ist ein schöner Ausklang für unsere Tour in Frankreichs Norden geworden.

Stenay - die Meuse im Abendlicht

Riol - Ausklang an der Mosel
Wer noch viel mehr von der Reise erfahren und mehr Bilder sehen will, findet sie hier --> Link

