ziczac am 06 Mär 2023 13:48:52 Pechvogel hat geschrieben: Die Niederländer, die Griechen,... haben das aber offensichtlich im Griff?!? Hochtechnologieland Deutschland?? :eek:
Grüße Dirk
You made my day - genau so ist es! Bei uns sieht man immer zuerst das Problem und dann alles andere....
Pechvogel am 06 Mär 2023 13:51:10 jochen-muc hat geschrieben:...Ich habe aktuell 3 Balkonkraftwerke in Betrieb und werde jetzt zwei mit einer weiteren Platte nachrüsten (weild as ja jetzt erlaubt ist) ...
Mal abgesehen davon das der Wechselrichter der Balkonkraftwerke die Leistung auf 600W begrenzt und eine weitere Platte da nicht unbedingt was bringt weil: laut der "alten" Richtlinie für Solaranlagen mussten diese, sofern der Netzbetreiber sie nicht um 20% drosseln konnte ( macht bei Balkonkraftwerken keinen Sinn weil zu teuer ), eine um mindestens 20% höhere Modul-Leistung haben die dann durch die maximale Leistung des Wechselrichters auf 600W begrenzt wurde. Es könnte u.U. also ausreichen "nur" die Wechselrichter zu erneuern oder, sofern softwareseitig möglich, nur die Limiterfunktion hoch zu setzen! :D Grüße Dirk
Energiemacher am 06 Mär 2023 14:03:01 Pechvogel hat geschrieben: und eine weitere Platte da nicht unbedingt was bringt weil:
Klar kann ein weiteres oder größeres Modul "etwas" bringen. Denn wenn ich einen 600W WR nur mit 600Wp-Modulen befeuere habe ich im Sommer (unter absoluten optimal Bedingungen) zwar den max. Ertrag aber im Winter schaue ich in die Röhre. Viele aktuelle WR ermöglichen einen Anschluss bis zu 1000Wp-Modulen. Was zwar im Sommer nichts bringt, da eben abgeregelt auf die legalen 600W aber im Winter den Ertrag deutlich erhöhen. Ob sich das Nachrüsten dafür lohnt....keine Ahnung. Wenn man sich aber aktuell ein BKW konfiguriert bzw. als Komplettset kauft ist das die Überdimensionierung der Module schon gegeben. (Bedingt durch günstigere Preise, Leistungsfähigere Module und WR) Die alten WR waren nämlich schon Eingangsseitig oft auf 600WP oder knapp darüber beschnitten. Die aktuellen schaffen eben deutlich mehr. Grüße
Energiemacher am 06 Mär 2023 14:08:32 Pechvogel hat geschrieben:Zugelassene Wechselrichter passen sich an die Netzfrequenz an. Da muss der Netzbetreiber nix stabil halten. Zumindest nicht wegen der sog. Balkonanlagen.
Das ist nicht richtig! Der WR speist zwar entsprechend der Netzfrequenz ein, aber die Einspeisehöhe beeinflusst eben die Netzfrequenz. Diese ist nämlich auch abhängig von der Einspeisung und dem Verbrauch. Wenn also über die Maßen eingespeist wird steigt die Netzfrequenz. Um dies zu beherrschen werden dann künstlich Lasten geschaffen oder Einspeisungen eben abgeworfen. Das Thema ist eben sehr komplex. Stichwort (europ.) Verbundnetz. Grüße
hampshire am 06 Mär 2023 14:12:39 mithrandir hat geschrieben:Unangemeldete Balkonkraftwerke, die im Sommer lustig einspeisen stellen hier schon eine Herausforderung da, weil der Netzbetreiber eben entsprechende Sicherheitsmaßnahmen einbauen muss, um das Stromnetz nicht zu stören.
Das ist technisch richtig. Allerdings machen sich die Leitungsnetzbetreiber so dermaßen unverschämt die Taschen voll, dass sie gefälligst damit zurecht kommen sollen. Pechvogel hat geschrieben:Zugelassene Wechselrichter passen sich an die Netzfrequenz an. Da muss der Netzbetreiber nix stabil halten.
Das ist leider eine etwas zu einfache Sichtweise. Die Einflüsse von Lastwechseln auf die Frequenz ist durchaus ein Thema für Netzbetreiber - und die Frequenz ist ja nur Aspekt für die Netzstabilität. Dennoch: Möge sich der Netzbetreiber bitte besser darauf einstellen. Pechvogel hat geschrieben:Komisch ist doch, das z.B. die Niederländer kein Problem damit haben und deren Stromzähler saldierend ( vorwärts- / rückwärts- zählend ) sind.
Der Zähler hat damit nichts zu tun. Die Last ist nicht zählerabhängig. Auch in den Niederlanden werden PV Anlagen dem Netzbetreiber gemeldet. Das Problem entsteht erst wenn die nicht gemeldete Generatorleistung zu groß wird und der Netzbetreiber nur mit den gemeldeten Werden rechnet. Pechvogel hat geschrieben:Das ist mit einer der Gründe warum wir in Deutschland mit dem Ausbau der Erneuerbaren nur so schleppend vorwärts kommen: jeder der eine Solaranlage hat, aber tagsüber arbeiten muss, braucht einen Solarspeicher ( Batterie bzw Akku ).
Lass Dir da mal keinen Bären aufbinden - Speicherkapazität (und ich spreche nicht nur von Batterien) gibt es auch netzgekoppelt wenn man will - das muss aus technischer Sicht nicht jeder Privatbetreiber kaufen. Das Problem ist vielmehr, dass wir in der Grundlasterzeugung immer noch zu stark auf die träge Kohleverstromung setzen und viel zu wenig netzgekoppelte Speicher einsetzen. Und das liegt daran, dass eine Hand lobbyistisch exzellent positionierte Unternehmen an diesem Zustand Milliarden verdienen. Pechvogel hat geschrieben:Klar, ist´n riesen Problem wenn im Sommer die Sonne scheint und die herkömmlichen Kraftwerke gedrosselt werden müssen.
Du kannst nur flexibel regelbare Kraftwerke drosseln. Die trägen Kohlekraftwerke laufen durch. Dafür werden u.A. Windkraft oder PV Anlagen vom Netz genommen. In sich betrachtet ist das ein Wahnsinn, den man mit Energiespeichersystematik auffangen kann (Wasserstoff, Wärme, Lageenergie...). Mir ist jedes Balkonkraftwerk willkommen.
Energiemacher am 06 Mär 2023 14:19:19 hampshire hat geschrieben:auf die träge Kohleverstromung setzen
Sorry aber das ist Falsch! Insbesondere Kohlekraftwerke die bis vor ca. 10/15 Jahren tatsächlich nur für die Grundlastversorgung zuständig waren, beteiligen sich sehr stark am Regelenergiemarkt. Das mögliche Beteiligungsband hängt natürlich von der Blockgröße ab. Aber du würdest dich wundern wie flink ein Kohleblock Last aufnehmen und abwerfen kann. Natürlich nicht so schnell wie ein Gaskraftwerk oder ein Wasserkraftwerk :-) Grüße
mithrandir am 06 Mär 2023 14:28:19 Danke Hampshire, wie immer sehr fundiert und detailliert und vor allem schneller als ich. Noch ein Hinweis zu den Niederlanden zum Thema Einspeisevergütung. Da tut sich wohl auch was: --> Link. hampshire hat geschrieben:Das ist technisch richtig. Allerdings machen sich die Leitungsnetzbetreiber so dermaßen unverschämt die Taschen voll, dass sie gefälligst damit zurecht kommen sollen.
Das kann ich nicht beurteilen. Ich habe das Gefühl, seit die Bundesnetzagentur unter neuer "grünerer" Führung ist, ist das nicht mehr so einfach. Und ggf. können die ja auch gegensteuern. Geht halt nicht von heute auf morgen, aber am Strommarkt tut sich aktuell sehr viel. Der Stromkunde ist im Normalfall ja auch einer, der immer versucht so billig wie möglich wegzukommen. Ich will hier die Balkonkraftwerke nicht verteufeln, jeder Beitrag ist wichtig und gut und ich glaube, dass viele, die aktuell diese Balkonkraftwerke haben sich irgendwann was ordentliches aufs Dach legen und dazu einen Speicher in den Keller, weil sie merken, dass das nicht nur Geld spart sondern auch Spaß macht.
huohler am 06 Mär 2023 14:32:46 Kann mir jemand Foren nennen in denen es Tips zu Balkonkraftwerken im Zusammenhang mit Batteriespeichern gibt? Ich überlege mir so etwas selbst zu bauen.
Hubert
DonCarlos1962 am 06 Mär 2023 14:49:13 Energiemacher hat geschrieben:Wenn also über die Maßen eingespeist wird steigt die Netzfrequenz.
Was bedeutet "über die Maßen" ? Unsere Anlage bringt, aufgrund der Ausrichtung der beiden Solarmodule nach SO und SW, selbst in der Mittagszeit nicht ganz die Maximalleistung von 600 Watt - dafür bringt sie aber etwas länger am Tag Leistung. (588W war bisher das Höchste in der Mittagszeit.) Davon verbrauchen meine Geräte im Standby schon einen Teil. Dann die braucht die Gasheizung für ihre Umwälzpumpen und die Steuerelektronik Energie. (Wir erzeugen auch das warme Brauchwasser mit Gas) Handy- und Laptopladegerät nippen auch noch am Strom. Der Kühlschrank braucht auch seinen Teil am Tage. E-Bikes kann man auch am Tage laden. Als Pensionär nutze ich die Sonnenstunden, um Spül- oder Waschmaschine, sowie den Staubsauger anzustellen. Sicher rennt der Zähler auch mal "in die falsche Richtung", aber in der Summe verbrauche ich das meiste selbst. Und jede kWh die ich nicht kaufen muss, rechnet sich für mich in Höhe des Arbeitspreises meines Stromversorgers. Man glaubt gar nicht wie viele versteckte Verbraucher sich im Haushalt finden, wenn man danach sucht! LG Carsten
Energiemacher am 06 Mär 2023 14:56:59 DonCarlos1962 hat geschrieben:Was bedeutet "über die Maßen" ?
Ganz einfach ausgedrückt, wenn mehr Leistung ins Netz gefahren wird, als verbraucht wird. Dadurch steigt die Fequenz, wird weniger eingespeist, fällt die Frequenz. Die Netzfrequenz ist ein Qualitätsmerkmal der Energieversorgung und darf auch nur in einem sehr geringen Band schwanken. Das diese nie 100% stabil ist, kannst du hier sehen: --> LinkDie Übertragungsnetzbetreiber sind aber darauf bedacht diese Qualität zu erhalten. Da das Verbundnetz aber SEHR groß ist, hat natürlich ein BKW mit 600W keinen merklichen Einfluss auf die Nf. Eine Vielzahl davon jedoch schon. Auch die Regelenergie um die Nf stabil zu halten schafft ja kein einzelnes Kraftwerk, sondern eine Vielzahl wird gleichzeitig nach oben oder unten gefahren um Netzschwankungen auszugleichen. Das schönste wäre, wenn man wüsste es werden nur Leistung X verbraucht....dann müsste man nur Leistung X erzeugen, aber so einfach ist es eben nicht. :-) Grüße
peenekajak am 06 Mär 2023 15:12:51 Ich möchte anmerken daß die Millionen unangemeldeten Toaster die Morgens in Deutschland betätigt werden auch einen Einfluss aufs Netz haben .
Energiemacher am 06 Mär 2023 15:16:41 peenekajak hat geschrieben:Ich möchte anmerken daß die Millionen unangemeldeten Toaster die Morgens in Deutschland betätigt werden auch einen Einfluss aufs Netz haben .
Nicht nur die, aber du hast es verstanden! :lol: :top: Grüße
jochen-muc am 06 Mär 2023 16:46:32 mithrandir hat geschrieben:Guerillakraftwerke, die illegalerweise Strom zum Bezugstarif einspeisen belasten den Geldbeutel aller Verbraucher, weil dann eben der Strompreis generell angehoben wird um die Schwankungen besser zu managen.
Ich habe das Gefühl, dass Du hier etwas wild vermischt. Der Begriff Guerilla Kraftwerk wurde meines Wissens erst mit dem Beginn des Themas Balkonsolarkraftwerk existent. Eine Balkonsolaranlage arbeitet aber grundsätzlich nicht mit dem Ziel irgend etwas "einzuspeisen" (also ins Netz des Betreibers) sondern es sind ja sehr kleine Anlagen (meist 1-2 Solarplatten) die halt ans Balkonglander gehängt werden oder auf der Terrasse stehen oder auf einem Flachdach und mittels eines (im regelfall) Schukosteckers die erzeuget Energie in das Stromnetz des Verbrauchers einspeisen. Das ist bei so kleinen Anlagen unterm Strich so wenig, dass da nie etwas nicht verbraucht wird. Weil selbst wenn man nur den Kühli und die Gefriertruhe und einen Computer laufen lässt bleibt da nicht viel Überschuss Aber natürlich wurde dann auf einmal gesagt, wenn es im gesamten Gebäude / Haus / Wohnung absolut keinen Stromverbraucher geben würde, was passiert dann. Und bei den alten Stromzähler hat das dann tatsächlich dazu geführt das sie siech rückwärts gedreht haben Man also weniger Strom zahlen musste (deswegen rechnen manche wohl mit dem Preis, welchen sie selber zahlen) Bei den neuen digitalen Zähler ist das nicht passiert, also die haben nicht rückwärts gemessen, sondern der Strom den man erzeugt und nicht verbraucht hat, der war bzw ist halt weg. Die Diskussion über Rückvergütung trifft daher in meinen Augen DIESES Thema hier nicht, außer Du nimmst den Fall, das ein Betreiber einer ordentlich angemeldeten großen Photovoltaikanlage ein zusätzliches Balkonkraftwerk mit einbindet und dann bei Rückführung auch aus diesem Strom Einnahmen generiert. Ich habe 2021 mein erstes Balkonkraftwerk von dem jenigen bezogen, der dieses Thema in Deutschland angestoßen hat, Holger Laudeley weil ich finde das ist für wirklich jeden eine Möglichkeit selber den fossile Energieverbrauch ein klitzekleinwenig zu reduzieren und die geringe Investition amortisiert sich schneller als man jedes Geld bei der Bank vermehrt. (meine Meinung) Das sich aus dieser Idee dann so ein Hype entwickelt hat (siecher auch weil alle Angst haben das der Strom "ausgeht" ) , finde ich deswegen gut, aber wie immer je größer das Thema umso mehr Vorschriften brauchst etc Übrigens ist Laudeley ja jetzt über diese "Stufe" schon hinweg, auch übrigens mit diversen Gerichtsurteilen. Er begeht aktuell gerade den nächsten Weg, mit Anlagen, welche größer sind aber den Strom auch nicht ins Betreibernetz zurückführen sondern ins Hausspeichern lagern Auch hier gibt es schon diverse Anlagen wo aktuell aber eine gewisse Rechtsunsicherheit besteht ob das nun so zulässig ist oder nicht und natürlich betreiben hier die Stromanbieter nicht unbedingt Gute Miene zu Bösen Spiel ABer auch das geht an dem Them hier vorbei
Pechvogel am 06 Mär 2023 16:51:23 Energiemacher hat geschrieben:...Klar kann ein weiteres oder größeres Modul "etwas" bringen. Denn wenn ich einen 600W WR nur mit 600Wp-Modulen befeuere habe ich im Sommer (unter absoluten optimal Bedingungen) zwar den max. Ertrag aber im Winter schaue ich in die Röhre...
Da hast Du zwar absolut Recht, wenn aber jemand seine Anlage durch zusätzliche Module vergrößern will weil der Gesetzgeber die "maximale Leistung" von 600W auf 800W geändert hat dann bringt, meiner Meinung nach, ein zusätzliches Modul ohne größeren WR nicht das was man sich davon erhofft?! hampshire hat geschrieben:Das ist leider eine etwas zu einfache Sichtweise. Die Einflüsse von Lastwechseln auf die Frequenz ist durchaus ein Thema für Netzbetreiber - und die Frequenz ist ja nur Aspekt für die Netzstabilität. Dennoch: Möge sich der Netzbetreiber bitte besser darauf einstellen...
Aber Lastwechsel entstehen nicht nur durch Solaranlagen sondern genau andersrum z.B. auch durch jede anlaufende Wärmepumpe. Und jetzt setz mal bitte eine Wärmepumpe ins Verhältnis zu einer ( Balkon- ) Solaranlage! Und da es ursprünglich auch mal um das Verhältnis Einspeisevergütung / Stromkosten bei Entnahme ging: klar zahlen wir Geld für den Ausbau und die Erhaltung des Stromnetzes. Aber hat unsere Bundesregierung nicht gerade auch ein paar Milliönchen für den Netzausbau, gerade im Hinblick auf die erneuerbaren Energien, locker gemacht? Und dazu gehören eben nicht NUR neue Stromtrassen. Ich kann, ehrlich gesagt, immer noch nicht erkennen warum wir zwar Solaranlagen und teilweise sogar Balkonkraftwerke, fördern, dem Endverbraucher aber nicht "seinen selbstproduzierten Strom" z.B. abends zum Nulltarif wiedergeben können! Eingespeist wurde er doch sowieso schon! Grüße Dirk
Energiemacher am 06 Mär 2023 17:02:40 Pechvogel hat geschrieben:Da hast Du zwar absolut Recht, wenn aber jemand seine Anlage durch zusätzliche Module vergrößern will weil der Gesetzgeber die "maximale Leistung" von 600W auf 800W geändert hat dann bringt, meiner Meinung nach, ein zusätzliches Modul ohne größeren WR nicht das was man sich davon erhofft?!
Natürlich nicht! Der WR kann ja nicht plötzlich mehr, nur weil sich das Gesetz geändert hat. :-) Die üblichen Modul-WR sind ja auch sowieso nicht konfigurierbar. Davon ab, halte ich die Erhöhung von 600W auf 800W aucht nur für wenig Interessant. Denn meine Grundlast erhöht sich ja nicht um 200W, klar man kann evtl. etwas mehr Last auf die Sonnenstunden verlegen. Aber auch das ist im üblichen Haushalt sehr aufwendig. Ich persönlich halte das "Pfuffern" im Netz, also rückwärtslaufende Zähler, die für den Verbraucher sinnvollste Möglichkeit. Aber das wird so wohl nie kommen. Grüße
Pechvogel am 06 Mär 2023 17:57:04 Energiemacher hat geschrieben:...Ich persönlich halte das "Pfuffern" im Netz, also rückwärtslaufende Zähler, die für den Verbraucher sinnvollste Möglichkeit...
:top: :top: Außerdem die günstigste die auch noch dafür sorgt das sich die PV-Anlage ( relativ ) schnell amortisiert und damit den privaten Netzausbau vorantreibt! Wie war das noch: "es geht um jede Kilowattstunde"?!? :D Grüße Dirk
jochen-muc am 07 Mär 2023 09:48:26 Das ganze Theme zeigt meinem Gefühl nach deutlich auch die "Schienheiligkeit" (mir fällt grad kein anderes Wort ein.
Wie beim Thema Balkonsolaranlagen vor 2 Jahren verhält es sich doch jetzt mit dem "Problem" der Speicherung von selbst erzeugtem Strom
Statt das man froh ist, das es findige Köpfe gibt die durch Eigenproduktion versuchen hier Wege zu gehen die öffentliche Abnahme so gering wie möglich zu halten und damit zu entlasten, werden hier aus rein wirtschaftlichen Gründen sowohl von Netzbetreibern (da kann man es ja auch noch verstehen) wie aber auch von Behörden Auflagen und Vorgaben gegeben, welche sich dann auch in sich widersprechen.
zwei Beispiele: Ich muss auch Offgrid Anlagen (also Anlagen die überhaupt nicht mit dem öffentlichen Netz verbunden sind eigentlich im Marktstammdatenregister anmelden. Begründung zu dieser Auflage, man ist deswegen dazu verpflichtet, weil man auch einen Netzanschluss im Haus hat (welch eine scheinheilge Argumentation)
zweites Beispiel: Man darf keinen öffentlichen Strom puffern.
Wenn ich also Börsenstromanbieter bin (also praktisch jede Stunde einen anderen Stromlieferanten habe) dann bin ich ja eigentlich bestrebt den Strom am besten dann einzukaufen, wenn er am billigsten ums Eck kommt.
Das ist z.B. Nachts oder bei Sturm der Fall.
Also könnte mans ich ja denken, man stellt sich Stromspeicher ins Haus um das dann abzufangen. Eigentlich wie beim Öltank, da kauft man ja auch ein wenn es am billigsten ist.
Vorteil für einen selber ist logischerweise die Kostenersparnis, Vorteil für die Betreiber, das so vermeiden wird das Stromüberschüsse verloren gehen UND das zu Spitzenzeiten das Netz entlastet wird. Damit auch am Ende des Weges weniger Stromproduktion und damit wieder die Entlastun der Umwelt.
Also passt doch.......könnte man denken...................weil das ist tatsächlich verboten . Man darf nicht aus den öffentlichen Netzen in eigen Speicher einspeisen, weil
Antwort a) man könnte dieses gespeicherten Strom ja schlauerweise zurück speisen und sich Vergüten lassen (weil es ja super logisch ist, dass ich Strom für meinetwegen 30 Cet kaufe um es für 7 Cent zu verkaufen................................. :lol: )
Antwort b) es schon geht wenn man einen eigenen Zähler dafür hat, der natürlich dann Grundkosten hat
Antwort C) es schon geht wenn man garantieren kann (technisch) das der Entnahme und Wiedereinspeisungsvorgang nicht zur selben Millisekunde stattfinden kann
Und dann wundert man sich, wenn man sowas halt nicht anmeldet ?
Pechvogel am 07 Mär 2023 10:31:56 jochen-muc hat geschrieben:...zweites Beispiel: Man darf keinen öffentlichen Strom puffern. ...
Also könnte mans ich ja denken, man stellt sich Stromspeicher ins Haus um das dann abzufangen. Eigentlich wie beim Öltank, da kauft man ja auch ein wenn es am billigsten ist. ...
Du bist nur dann an die sog. "Einspeisevergütung" gebunden wenn Du für Deine Solaranlage eine staatliche / öffentliche Förderung bekommen hast. Hast Du diese nicht in Anspruch genommen oder ist diese ausgelaufen ( wie bei den Anlagen die um das Millenium herum gebaut wurden -> 20 Jahre Förderung ) dann kannst Du deinen Strom auch direkt vermarken sprich an der Strombörse, von der Du ja jetzt beziehst, anbieten?! Klar, lohnt für eine Balkonanlage nicht aber stell dir vor Du wärst Landwirt und hättest diese "riesen Anlage" auf Deinem Hof.... Im, für Dich optimalen Fall, hast Du sogar einen geförderten Stromspeicher! :eek: Jetzt bist Du pfiffig und installierst zwei Zähler mit Rücklaufsperre. Einen Zähler für Strombezug und einen für die Vermarktung an der Börse. D.h. die Zähler zählen in unterschiedliche Richtungen ( +A und -A ). Du kaufst also, nachts und bei Sturm, einen möglichst billigen Strom ein und bietest ihn direkt danach an der Börse wieder an. Klar, alles utopisch, kompliziert, ... Könnte man aber u.U. ein Geschäftsmodell raus machen?!? Und dieses Geschäftsmodell treibt dann den Strompreis nach oben! :eek: Also nicht billig einkaufen und sofort wieder an der Börse anbieten: jochen-muc hat geschrieben:Antwort C) es schon geht wenn man garantieren kann (technisch) das der Entnahme und Wiedereinspeisungsvorgang nicht zur selben Millisekunde stattfinden kann
jochen-muc hat geschrieben:Und dann wundert man sich, wenn man sowas halt nicht anmeldet ?
Ups! :juggle: :stumm: Grüße Dirk
peenekajak am 07 Mär 2023 10:43:05 Nun mit einer der Gründe der Energiewende ist wohl auch eine neue Quelle zum Geld verdienen zu erschließen . Da dieses Geld vom Bürger kommen soll ist es nur logisch das dieser so wenig wie möglich Vorteile von der Energiewende hat . Deshalb zieht sich das für uns unlogische/ungerechte wie ein roter Faden durch diese Sachen , Der jahrelange Kampf um die Zulassung der Balkonkraftwerke und deren Zulassung ist dann ein minimales Zugeständnis um den Schein zu waren , natürlich auch da noch mit Schikanen versehen . Dies ist meine persönliche Meinung .
rkopka am 07 Mär 2023 11:30:18 Pechvogel hat geschrieben:Du kaufst also, nachts und bei Sturm, einen möglichst billigen Strom ein und bietest ihn direkt danach an der Börse wieder an.
Aber damit würde man den Netzbetreibern doch sogar helfen, das Netz stabiler zu halten ? Dafür könnte man schon ein gewisses Entgelt erwarten. Das läßt sich das französische Atomkraftwerk oder ein Pumpspeicherkraftwerk auch bezahlen. Warum also nicht der "kleine" Mann ? RK
jochen-muc am 07 Mär 2023 11:31:27 Pechvogel hat geschrieben:
Jetzt bist Du pfiffig und installierst zwei Zähler mit Rücklaufsperre. Einen Zähler für Strombezug und einen für die Vermarktung an der Börse. D.h. die Zähler zählen in unterschiedliche Richtungen ( +A und -A ).
Pechvogel hat geschrieben:Du kaufst also, nachts und bei Sturm, einen möglichst billigen Strom ein und bietest ihn direkt danach an der Börse wieder an.
Klar, alles utopisch, kompliziert, ... Könnte man aber u.U. ein Geschäftsmodell raus machen?!? Und dieses Geschäftsmodell treibt dann den Strompreis nach oben! :eek:
Pechvogel hat geschrieben:Also nicht billig einkaufen und sofort wieder an der Börse anbieten:
Ups! :juggle: :stumm:
Grüße Dirk
Sorry Dirk aber Du müsstest bitte schon alles lesen 1) NEIN das kann kein Geschäftsmodell sein, außer für jemanden der eine Möglichkeit sucht um Geld zu verbrennen. Weil auch wenn ich Strom über die Börse beziehe, ich kann den Strom NIE so billig einkaufen das ich unter den 7 Cent liege, welche ich als Vergütung bekomme 2) Strom zu speichern macht wirtschaftlich 0,0 Sinn wenn man da nur ein Balkonkraftwerk dranhängt. Weil wie geschrieben der Strom ja noch nicht Mal für die Föhns meiner Frauen lagt :mrgreen: Es macht nur Sinn mit einer "großen" Anlage, und die muss man halt anmelden, was ja auch in Ordnung ist. Die zweite Möglichkeit ist aber jetzt (sowas gab es ja früher auch nicht) Strom über die Börse billig zu beziehen. Und hier finde ich ist es genauso wie beim Öl. Wenn ich einen 10.000 Liter Tank habe, dann kaufe ich dort und zu dem Zeitpunkt (finanzielles Guthaben vorausgesetzt) wo er am günstigsten ist und spare mir so Geld Und genau das ist aber beim Strom verboten (oder halt auch nicht :roll: ) Hier darf ich keinen günstigen Strom zum Zwecke der Zwischenspeicherung beziehen, ich darf diesen günstigen Strom nur zum aktuellen gleichzeitigen Verbrauch einkaufen Und das soll sinnvoll Sein wenn das Ziel doch angeblich Reduzierung Treibhausgase etc sein soll ? Dafür gibt es m.E. keinen anderen Hintergrund als das die Stromanbieter halt nicht weniger einnehmen wollen (verständlich) und das die Bundesnetzargentur bzw die Regierung das auch unterstützen, was ich halt eine Sauerei finde
jochen-muc am 07 Mär 2023 11:32:37 rkopka hat geschrieben:Aber damit würde man den Netzbetreibern doch sogar helfen, das Netz stabiler zu halten ? Dafür könnte man schon ein gewisses Entgelt erwarten. Das läßt sich das französische Atomkraftwerk oder ein Pumpspeicherkraftwerk auch bezahlen. Warum also nicht der "kleine" Mann ?
RK
Na ja mir würde es schon genügen, wenn ich es überhaupt offiziell dürfte. Da brauch ich gar kein Geld für, aber selbst das ist ja verboten :evil:
Pechvogel am 07 Mär 2023 13:26:16 jochen-muc hat geschrieben:Sorry Dirk aber Du müsstest bitte schon alles lesen
Du aber bitte auch! 8) jochen-muc hat geschrieben:NEIN das kann kein Geschäftsmodell sein, außer für jemanden der eine Möglichkeit sucht um Geld zu verbrennen. Weil auch wenn ich Strom über die Börse beziehe, ich kann den Strom NIE so billig einkaufen das ich unter den 7 Cent liege, welche ich als Vergütung bekomme...
Du musst nur genügend Strom zum verkaufen haben! Im Moment könntest Du bei einer Direktvermarktung um die 21 Cent bekommen! :eek: Grüße Dirk
hampshire am 07 Mär 2023 14:42:47 Pechvogel hat geschrieben:Du musst nur genügend Strom zum verkaufen haben! Im Moment könntest Du bei einer Direktvermarktung um die 21 Cent bekommen! :eek:
Die Stromvermarktung ist noch einmal ein anderes und nicht wenig komplexes Thema. Für Balkonanlagenbesitzer ist das völlig uninteressant. Wer Strom von seiner Balkonanlage nutzt muss diesen nicht für 45-55 ct/kWh einkaufen. Die Erzeugungskosten seiner eigenen Balkonanlage kann jeder für sich rechnen. Es ist die daraus resultierende Differenz, die Jochen als Vorteil anführt. Eine Balkonanlage mit Einspeiseziel anzuschaffen lohnt sich wirtschaftlich in aller Regel nicht. Die lokale Stromerzeugung hat das Potenzial Geschäftsmodelle disruptiv zu verändern. Wer wirtschaftlich satt im Geschäft ist wehrt sich dagegen. Stromerzeuger, Verteiler und Vermarkter haben wenig Interesse daran, dass Menschen eigene Energie produzieren statt bei ihnen zu kaufen. Deren Lobby ist stark und es werden Mittel und Wege gesucht und leider auch gefunden den Trend zur lokaleren Erzeugung zu behindern. Stoppen lässt sich das nicht mehr, das versteht inzwischen auch der VDE. Es ist ganz einfach: Wohlstand und Macht machen konservativ. Konservativ zu sein ist nicht per se schlecht, entwickelt aber in Sachen Klimaschutz eine erhebliche Bremswirkung das inzwischen anerkannt Notwendige zu tun.
riegelaner am 07 Mär 2023 16:32:34 Hallo,
wie schon mehrfach beschrieben lohnen sich Balkonkraftwerke nur um die eigene Grundlast abzufangen und bei entsprechendem Handling ( Stromentnahme bei Sonne ) ein wenig die eigenen Stromkosten zu senken. Die Senkung der Stromkosten ist aber nicht im Interesse der Regierung, da fehlen dann mal schnell Steuereinnahmen. Die Politik ist doch scheinheilig, viel von Öko quatschen, aber nur Sachen zulassen, wo der Bürger ordentlich zahlen kann. Anfang vom letzten Jahr habe ich im Ministerium angerufen wegen der Einspeisedecklung ( Solaranlagen durften nur 70% ihrer Nennleistung einspeisen, geförderte Anlagen nur 50% ). Da wurde mir am Telefon unmissverständlich gesagt, das sie ja gar nicht solche privaten Anlagen wollen ... sie wollen riesige Anlagen, wo sie auch Zugriff auf die Steuerung haben. Mittlerweile wurde ja die Kappung für Anlagen bis 30Kw ausgesetzt, aber erst nach vielen Klagen von Anlagenbesitzern.
Ich selber habe eine Anlage mit 5,5 kw Peak und ein Speicher mit 12Kw ( Anlage ist auch Inselfähig :D :D -- E3DC ist der deutsche Hersteller ).. ich habe den Kauf nie bereut, war meine beste Geldanlage und mit steigenden Kosten rechnet sie sich immer mehr. Da wir jetzt auch ein E-Auto zulegen wollen werde ich die Anlage noch mal aufstocken um paar KW --Ziel ist aber wie schon bei der bestehenden Anlage der Eigenverbrauch, Einspeisung rechnet sich halt immer weniger.
Der intelligente Stromzähler wurde doch schon vor vielen Jahren versprochen.. mit der Möglichkeit von niedrigeren Strompreisen zu bestimmten Zeiten und so .... wird hier nie kommen, der Staat will doch verdienen und dann vielleicht mal überlegen wie in ein paar Jahren der Ausfall von den Einnahmen an der Tanke ausgeglichen werden soll??? In der Nachbarschaft haben jetzt einige sich eine kleine Anlage angeschafft ( war ich nicht ganz unbeteiligt drann :D ) vielleicht werden es auch mal große Anlagen.
Achja .. bei Fragen wenn sich die Anlage rechnet habe ich immer mit einer Gegenfrage geantwortet und gefragt, "wenn sich denn die neuen Alufelgen rechnen" -- war dann immer Schweigen im Wald, seit einem Jahr fragt keiner mehr und meine Überlegungen gehen jetzt auch noch zu einer kleinen Windanlage (zusätzlich) ..
Norbert
rkopka am 07 Mär 2023 16:48:41 riegelaner hat geschrieben:meine Überlegungen gehen jetzt auch noch zu einer kleinen Windanlage (zusätzlich) ..
Da braucht man neben dem Platz, keinen Hindernisse und möglichst keinen Nachbarn auch den passenden Wind. Bei unserem Modellflugclub kam mal die Idee auf. Ich hab die Wetterdaten für diese Gegend eingesehen und das wars dann. Im Mittel hätte es nur recht wenige Tage gegeben, wo sie ordentlich was liefert. Etwas mehr, wo ein wenig Energie reinkommt. Übers Jahr verschwindend gering. Auch wenn wir uns oft beklagen, daß uns der Wind stört, ist es im Mittel sehr wenig (hier). Der meiste Wind wäre wohl (ich weiß es nicht mehr genau) zu Zeiten (Herbst, Winter), wenn wir sowieso kaum Strom brauchen, weil keiner fliegt. Die meisten sind da, wenn die Sonne scheint, aber kein Wind geht - da arbeitet auch unsere Solaranlage gut. Ist für ein Wohnhaus natürlich anders. Direkt an der Nordseeküste sieht das anders aus... RK
Pechvogel am 07 Mär 2023 18:10:54 riegelaner hat geschrieben:…Der intelligente Stromzähler wurde doch schon vor vielen Jahren versprochen.. ... wird hier nie kommen…
Warum nicht? :gruebel: Der, von den Netzbetreibern, gerne verwendete Landis E220 z.B. kann vorwärts zählen mit Rücklaufsperre ( Ausführung 1 ), rückwärts zählen mit Rücklaufsperre ( Ausführung 2 ), in beide Richtungen zählen ( Ausführung 3 ) und saldierend ( eine Richtung von der anderen abziehen ) zählen ( Ausführung 4 ). Und wenn das noch nicht reichen sollte: der kann auch zwei verschiedene Tarife berücksichtigen. Du musst ihn nur haben ( und bezahlen! :D ) wollen. Wenn Du mit deiner eigenen Solar-Anlage Geld verdienen willst, dann fehlt dieses Geld anderen. ( ist ja nicht weg! is‘ nur woanders! :D ) Und das wollen verschiedene Institutionen / Verbände / Firmen halt nicht. Ich steh ja auch nicht drauf weniger zu verdienen und dabei noch mehr Steuern zahlen zu müssen. ICH sehe den Strommarkt im Wandel. Vieles ist heute möglich was vor 20 Jahren noch undenkbar war. Auch gibt es Möglichkeiten seinen eigenen Strom in einer Cloud „zu speichern“ und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzurufen. Die Frage ist aber doch: warum müssen irgendwelche findigen Leute sich Gesetzeslücken suchen und mit teilweise hohem Aufwand neue Wege gehen wenn man das „von oben“ auch einfach und kostengünstig delegieren könnte? Grüße Dirk
rkopka am 08 Mär 2023 01:49:01 Hier(YT) --> Link noch was zu dem Behördenwahnsinn. RK
jochen-muc am 08 Mär 2023 07:10:32 rkopka hat geschrieben:Hier(YT) --> Link noch was zu dem Behördenwahnsinn. RK
Übrigens einer der Menschen die mit dem Thema wirklich toll umgehen und meiner Meinung nach immer wieder wirklich sehenswerte Videos
|
|