Hallo Peter,
ich bin 2004 im südwestlichen Teil Norwegens gewesen. Dort sind wir von Oslo aus gen Westen gefahren über Heddal (älteste und sehenswerte Stabkirche Norwegen), über Rijukan durch das traumhafte Manelian-Tal mit Blick auf Berge, Seen, weite Landschaften und Wasserfälle bis Amot. Dort gibt es einen sehr idyllisch an einem kleinen See gelegenen Campingplatz (nach deutschen Verhältnissen ein Stellplatz, ohne Schranke, Rezeption usw.). Von dort aus sind wir auf der B 9 nach Christiansand gefahren : durch Wälder, entlang dem Fluss Otra und mehreren Fjorden (die allerdings keinen Zugang zum Meer haben). In Sedestal gibt es in einem Bergstollen ein sehr interessantes riesiges Mineralienmuseum. In Christiansand kann man unmittelbar am Meer stehen und übernachten.
Weiter ging es auf einer wunderschönen Strecke nach Stavanger : Gebirge, Bergseen, Fjorde und meist – auf der Strecke über Egersund - an der Nordsee entlang. Stavanger ist sehr sehenswert. Von dort aus kann man mit einem Schiff in den Lysefjord fahren und die berühmte Felskanzel Preikestolen von unten besichtigen.
Weiter ging es in Richtung Jorpeland. Nach der Fjordüberquerung bei Lauvik haben wir in Oanes gleich hinter der Fährstation auf einem ruhigen Parkplatz übernachtet. Danach fuhren wir über Odda – durchgehend durch wunderschöne Landschaften und lange am Sorfjord entlang - bis Bergen. Bergen ist ein wahres Kleinod, u.a. mit dem gut erhaltenen alten Hanse-Kontor. Mitten in Bergen gibt es einen – allerdings nicht gerade preiswerten –
Stellplatz am Meer.
Die weitere Strecke : über Laerdal (fast ein Museumsort mit lauter alten Holzhäusern) und Sognal nach Alesund : wieder eine sehr schöne Stecke, u.a. an den Ausläufern des Jostedalsbreen (mit einem interessanten Museum zu dem Gletscher). Sehenswert (allerdings nur zur Brutzeit im Frühjahr) ist auch die Vogelinsel Runde mit Papageientauchern, Kormoranen usw. Alesund ist eine durchgehend im Jugendstil erbaute sehr sehenswerte Stadt.
Vor Kristiansund sind wir durch ein zerklüftetes Gebiet mit lauter kleinen – durch Brücken verbundenen – kahlen Inseln unmittelbar am Meer gefahren (Atlanterhavsvegen). Das war schon recht aufregend.
Trondheim ist eine sehenswerte Stadt u.a. mit gigantischem gotischen Dom und alten Holzhäuser-Vierteln.
Auf der Rückfahrt Richtung Oslo sind wir über Roros gefahren, einem alten Bergwerksort, das heute weitgehend Museum ist und wo man auch in das Bergwerk hinabsteigen kann. Weiter – immer wieder durch eine aufregende Landschaft über Lillehammer nach Süden.
Ingesamt war das eine sehr schöne Route mit unvergesslichen Eindrücken und deshalb empfehlenswert. Wir haben dafür 4 Wochen Zeit gehabt. Man kann diese Strecke aber auch in der Euch zur Verfügung stehenden Zeit fahren (vielleicht dann ohne Trondheim oder Roros). Aber es gibt sicherlich auch andere schöne Strecken!
Zum Freistehen : Ich war damals davon ausgegangen, dass das Jedermannsrecht auch für
Wohnmobile gilt. Deshalb habe ich oft frei gestanden und nie irgendwie Ärger bekommen. Wolf hat aber recht. Ich bin eben über google zum forum.womoverlag.de vorgestoßen, wo es eine lange Diskussion zu diesem Thema gibt. Einig sind sich alle dort darin, dass dieses Recht nicht auch Womos erfasst, dass das Freistehen mit Womos aber überall in Norwegen geduldet wird.