Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die ersten regelmäßigen Poststationen eingerichtet. Sie wurden im Umkreis von 15 Kilometern errichtet und ermöglichten es den Reitern, die Pferde zu wechseln und so 90 Kilometer am Tag zurückzulegen. Die Strecke Paris-Bordeaux-Spanien war eine der ersten, die mit einer vollständigen Poststraße ausgestattet wurde. Um die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten, wurden Herbergen und Versorgungsstationen für die Pferde errichtet.

1891 fand auf dieser Strecke das erste Radrennen Bordeaux-Paris statt, das zu einem der großen Radklassiker Frankreichs wurde. 1895 fand das erste große Automobilrennen statt. Ein Fahrer gewann das Rennen Paris-Bordeaux-Paris dank der Überlegenheit der auswechselbaren Reifen der Gebrüder MICHELIN. Nach und nach wurde die Fahrbahn asphaltiert und entlang der Route Nationale 10 siedelten sich Autowerkstätten, Tankstellen, Cafés, Hotels und Restaurants an.
Ende der 1960er Jahre erlebte Frankreich eine Zeit außergewöhnlichen Wachstums und Wohlstands. Das Automobil hielt Einzug in die französischen Familien. Der bezahlte Jahresurlaub wird eingeführt und weckt den Wunsch, die Ferien in den Pyrenäen, am Atlantik oder in Spanien zu verbringen. Die Route Nationale 10 wird zur Ferienstraße! Und im Sommer zur Route der Gastarbeiter aus Spanien, Portugal, Algerien und Marokko.

Auf seiner Internetseite --> Link erinnert sich ein Freund der Route Nationale 10: “Am Abend vor der Abreise mussten wir Kinder früh zu Bett gehen, damit wir frisch und munter auf die Fahrt gehen konnten, nachdem wir den Kofferraum und die Rückbank des Autos beladen hatten. Für meine Schwester und mich blieb nur wenig Platz. Wir saßen stundenlang eingeklemmt zwischen den Gepäckstücken. Es waren 500 km, die Straße war fast immer zweispurig, selten dreispurig, und die Gefahr von Frontalzusammenstößen war mörderisch. Autofahrer auf beiden Seiten, die es kaum erwarten konnten zu überholen, liefen Gefahr, frontal ineinander zu rasen. Für die Strecke brauchte man fast einen ganzen Tag. Es gab zwar weniger Autos als heute, aber der Zustand der Straßen führte zu endlosen Staus und Verkehrsbehinderungen. Ich erinnere mich, dass wir oft auf freiem Feld anhielten und die Fahrer auf den Seitenstreifen auswichen, um sich die Beine zu vertreten. Entlang der Strecke gab es historische Staus wie in Vendôme auf der überdachten Brücke, in Montbazon oder in Sainte-Maure-de-Touraine”.

Eine Windrose auf dem Vorplatz der Cathédrale Notre-Dame-de-Paris ist der Ausgangspunkt der Nationalstraße 10. Hier, am Nullpunkt des französischen Straßennetzes, beginnt meine Reise bis weit in den Süden nach Spanien.

Paris – Point Zero © Wikipedia
Anhand einer Michelin-Straßenkarte von 1963 versuche ich die alte Route Nationale 10 so gut wie möglich zu rekonstruieren. Leider weicht die heutige Streckenführung zum Teil erheblich von der damaligen ab. Und genau das macht den Reiz meiner Reisen auf den alten Nationalstraßen Frankreichs aus. Alte Streckenabschnitte finden, verlassene Tankstellen suchen, Leute treffen, die die “alte” N10 noch kennen. Und sich freuen, wenn man einen alten Wegweiser entdeckt!
Über die Porte de Saint-Cloud verlasse ich Paris gut gelaunt auf dem Boulevard Périphérique, der Stadtautobahn rund um Paris, und biege auf die Route National 10 ein. Es geht los! Ich freue mich auf meine Reise. Richtung Atlantik und Spanien.

Paris – Arc de Triomphe du Carrousel
Der Verkehr ist auch an diesem Nachmittag dicht, der erste Stau lässt nicht lange auf sich warten. Authentischer kann diese Reise nicht beginnen. In den 1960er und 1970er Jahren war die Fahrt in den Süden immer mit Staus, Wartezeiten und leider auch vielen, vielen Unfällen verbunden.
Das Schloss von Versailles ist grandios. Und total überlaufen. Ich bin an einem Samstag hier und obwohl ich mir vorsichtshalber schon eine Eintrittskarte im Internet besorgt habe, muss ich in einer langen Schlange warten, bis ich eingelassen werde. Dann noch eine Ganzkörper-Sicherheitskontrolle … und schon bin ich im Schloss, zusammen mit gefühlt einer Million anderer Besucher. Ganz so schnell geht es dann doch nicht, denn nach und nach muss ich mich von meinem Portemonnaie, dem Schlüsselbund und der Ersatzbatterie für die Kamera in den Jackentaschen trennen. Immer wieder piept das Kontrollgerät. Warum es bei meinem Ersatzschlüssel am Gürtel nicht anspringt, ist mir im Nachhinein ein Rätsel.

Versailles – Louis XIV.

Versailles – Schloss

Versailles – Schloss
Das Schloss von Versailles ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Frankreichs. Jedes Jahr besuchen schätzungsweise 5 Millionen Menschen das Schloss und doppelt so viele die Gärten. Und besichtigen mehr als fünf Jahrhunderte französischer Geschichte.

Versailles – Schloss

Versailles – Schloss

Versailles – Schloss
Den Rest des sehr langen Reiseberichts könnt ihr auf meiner Internetseite weiterlesen --> Link
Viel Spaß dabei!

