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Reisebericht Deutschland Urlaub in Füssen Allgäu


frankjasper8 am 15 Jul 2023 12:53:57

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Sommerzeit = Reisezeit, so auch für mich! Es beginnt ein neues Abenteuer und ich hoffe, dass wieder der Eine oder die Andere mit mir in dieses Abenteuer startet. Leider nahm die Reise dann einen unerwarteten Verlauf, aber wir beginnen mal am Anfang.

Nachdem das Wohnmobil in den letzten Tagen bereits beladen wurde, brauchte ich an diesem Samstagmorgen (24. Juni) nur noch ein paar letzte Stücke verstauen und war gegen 08:30 Uhr abfahrbereit.
Es sollte diesmal in südliche Gefilde gehen und ich wählte daher meine „Lieblingsstrecke“ über die Bundesstraße 27. Dorthin gelangte ich zunächst über die Autobahn A 7. Von „Northeim-West“ bis zum „Dreieck Drammetal“ hinter Göttingen, das war ja nur ein Katzensprung. Ein paar wenige Kilometer die A 38 bis zur Ausfahrt Friedland. Dann war die B 27 erreicht und ich fuhr Richtung Bad Sooden-Allendorf. Leider gab es aber ein Straßensperrung im Verlauf der Bundesstraße; der Fernverkehr wurde weiträumig über Großallmerode und Waldkappel nach Eschwege umgeleitet. Dann war ich aber wieder auf der B 27 zurück und konnte meine Lieblingsstrecke Richtung Bebra, Bad Hersfeld und Fulda fahren. Weiter über die „Berg-und-Talbahn“ hinter Fulda um den Rhönort Motten erreichte ich dann wieder die Autobahn A 7 bei Bad Brückenau. Vorbei an Hammelburg und dem Kreuz „Biebelried“ gelangte ich an den Main. Marktbreit lag an der A 7, die Anschlussstelle der A 7 lag direkt hinter der Hochbrücke über den Main. Es reichte für diesen ersten Reisetag. Marktbreit wartete mit einem Wohnmobilstellplatz auf. Zunächst wollte ich Kitzingen ansteuern, dort aber war „full house“, kein freies Eckchen mehr für meinen Bürstner. Okay, dann halt zurück nach Marktbreit. 350 Kilometerchen hatte der Ducato heute in den Reifen

Den Ort kannte ich von früheren Besuchen und es war auch zu warm für einen Ortsbummel. Ausruhen am Stellplatz war angesagt.

Der Stellplatz hier an den Sportanlagen ist vor Kurzem erweitert worden und bietet jetzt auf 30 Parzellen uns Wohnmobilisten ein Nachtlager mit Allem, was man so braucht. Stromanschlüsse über Münzautomaten, eine vorbildliche Ver- und Entsorgungsstelle und auch ausreichend große Abstellflächen für die Mobile. Auf dem Areal befindet sich auch eine Gaststätte , wenn mal die Küche im Mobil kalt bleiben soll. Das sehenswerte Ortszentrum von Marktbreit ist etwa 500 Meter zu Fuß entfernt.

Die Stellplatzgebühr wurde im Zuge der Erweiterung von 7,50 € auf 12,- € angehoben. Der neue Parkscheinautomat nimmt im Moment nur Münzen und Geldscheine; die Funktion Kartenzahlung ist noch nicht möglich. Im Restaurantgebäude findet man im Erdgeschoss die WC-Anlagen. Am Mainufer gibt es einen kleinen Badebereich und eine große Liegewiese.

Bilder vom Stellplatz:

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Der 2. Tag begann in Marktbreit mit dem Frühstück und danach machte ich mich wieder auf die „Socken“, es ging zurück auf die A 7 und ich spulte die nächsten Kilometer dieser Reise herunter. Erst hier in Marktbreit entschied ich mich für diese Strecke, es wäre auch die Route über die A 3 und A 9 gen Süden in Betracht gekommen. Nun, die A 7 hatte „gewonnen“ und es ging hier auch gut voran. Ich gelangte über Rothenburg ob der Tauber, Feuchtwangen, Ellwangen und Ulm immer weiter in den Süden. Erinnerungen an meine Donau-Reise vor 2 Jahren kamen auf, als ich ein Problem mit der Beleuchtung hatte und in Rothenburg ob der Tauber eine Werkstatt aufsuchen mußte. Diesmal war das Licht okay und der Ducato machte Strecke.
Es wurde Zeit, an das Mittagessen zu denken; die Rastanlage „Lonetal“ und die Rastanlage „Illertal“ kamen hier infrage, aber beide Stellen waren wegen des starken Urlaubsverkehrs übervoll und ich fuhr weiter. In der Nähe von Memmingen wurde es dann Zeit, auch dem Ducato neue Nahrung zu geben, Tankstopp. Die Gelegenheit nutzte ich und tankte im Gewerbegebiet von Memmingen den Diesel auf und im „Goldenen M“ auch meine eigene Energie wieder auf. Dann zurück auf die „Bahn“, auf der Gegenfahrbahn war Stau; ein schwerer Unfall, wie später die Radio-Meldung erläuterte. Ich näherte mich immer mehr dem Allgäu, fuhr an Kempten vorbei in Richtung Füssen. In der Ferne konnte ich schon die Berge sehen.

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Kurz vor der Grenze zu Österreich verließ ich die A 7, Füssen bot mir die beste Gelegenheit für mein „Basislager“. Der Stellplatz „Camper´s Stop“ in der Abt-Hafner-Straße sollte mir die nächsten Tage als Quartier dienen. Platz war noch reichlich vorhanden, also stellte ich den Bürstner auf einem Platz im mittleren Bereich ab. Einrichten, Strom anschließen, Platzgebühr am Parkscheinautomaten bezahlen und dann relaxen, Erholung von der Tagesreise. Immerhin lagen jetzt schon 650 Kilometer hinter mir, 350 am Samstag und 300 an diesem Sonntag.

Stellplatz „Camper´s Stop“, Abt-Hafner-Straße 9, 87629 Füssen (Allgäu)

Nachdem man 2 weitere Stellplätze in der Abt-Hafner-Straße passiert hat, ist der „Camper´Stop“ am kleinen Kreisverkehr erreicht. Auf dem Stellplatz wird einiges geboten. Das Restaurant „Am Platzerl“ befindet sich gleich vorn an der Zufahrt. Natürlich gibt es Sani-Station, Frischwassertankstelle und WC/Duschen. Ein Raum mit Geschirrspülmöglichkeit und Waschmaschine steht auch zur Verfügung.
Kosten: Stellplatz/Nacht 22,- €
Strom: 1,- €/kw am Münzautomaten
Duschen: 1,- € für 5 Minuten Duschzeit

Die Stellplätze sind durch Bahnschwellen aus Beton und entsprechende Schilder parzelliert. Einige Plätze haben eine Grünfläche zum Sitzen. Ansonsten lockern Bäume, Büsche oder Felsbrocken das Bild auf.
Diverse Einkaufsmöglichkeiten, Aldi, Lidl, Deichmann, Friso oder eine Bäckereifiliale befinden sich in unmittelbarer Nähe, ein EDEKA-Markt mit Bäcker etwas weiter entfernt.

Bilder vom Stellplatz:

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frankjasper8 am 15 Jul 2023 21:57:29

Tag 3, Montag, der 26. Juni 2023, stand dann im Zeichen der körperlichen Ertüchtigung. Nach nunmehr 2 Tagen, die ich viele Stunden hinter dem Ducato-Lenkrad zugebracht hatte, solle es heute etwas sportlicher zugehen. Hinten auf dem Fahrradträger stand ja auch diesmal wieder mein Beiwagen, mein Fahrrad. Das sollte nun zum Einsatz kommen. Ich radelte vom Stellplatz zunächst zum Hopfensee, etwa 4 Kilometer von Füssen entfernt. Der See hat einen Umfang von 6,8 Kilometern Uferlinie und ist bis zu 10 Meter tief. Damit eher einer der flacheren Seen. Er liegt in einer Höhe von rund 783 Metern über "NormalNull"

Im Uhrzeigersinn umrundete ich auf einem geschotterten Wanderweg den Hopfensee; immer mal wieder rastete ich auf Bänken am Wegesrand und genoss den Blick auf die umliegende Bergwelt.

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Das hier fotografierte Warnschild war bei fast 30 Grad Außentemperatur etwas "Fehl am Platze"...

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Ich hatte das schon ein Wenig vermisst, diesen grandiosen Anblick hoher Berge. Deshalb war diesmal auch der Süden Deutschlands das Ziel der Reise. Bergluft schnuppern.
Einmal rund um den Hopfensee, mit kurzer Pause im Ort Hopfen am See war geschafft. Der Kilometerzähler tendiere zur 12 Kilometer-Marke, weiter ging es zum Weißensee.

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Am Seeufer entlang radelte ich zum Hauptort am westlichen Seeufer. Im Imbiss des Seebades machte ich Mittagspause; die abgestrampelten Kalorien mussten ja wieder aufgetankt werden. Ein Wiener-Schnitzel mit Pommes war da genau die richtige Mahlzeit, dazu eine „Russen-Halbe“. Am Weißensee zeigte mein Kilometerzähler bereits 18 gefahrene Kilometer an

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Die schöne Lage des Weißensees war ein toller Anblick, den ich auch mehrfach bei Radelpausen aufnahm.

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Der dritte See im Bunde war dann der Alatsee, dazu musste ich aber einen kleinen Anstieg hinauf, Schieben war angesagt. So durchtrainiert, den Berg zu fahren, war ich denn doch nicht. Aber die Mühe hat sich gelohnt, oben sah ich mich am Alatsee um, schob das Rad über den Wanderweg um den See herum. Badende waren im klaren Seewasser und erfrischten sich bei der Sommerhitze von um 30 Grad.

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Der Alatsee liegt in 868 m Höhe, ist 490 m lang und 290 m breit. Seine Tiefe wird mit bis zu 35 m angegeben.
Ein Restaurant am See war gut besucht, ich hatte aber genug Trinkreserven in den Packtaschen dabei. Die Abfahrt hinunter nach Füssen führte über lange Strecken immer bergab, man konnte „rollen lassen“. Über Bad Faulenbach, ein kleines Kurörtchen erreichte ich dann wieder Füssen und radelte am Ufer des Lech zurück zum Stellplatz.

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Dort gegen 16.30 Uhr angekommen hatte ich 28 Kilometer auf dem Zähler und in den Beinen. Es war warm und der Tag ging damit gemütlich auf dem Stellplatz zu ende.

Beduin am 16 Jul 2023 07:52:21

Das fängt ja schon wieder gut an :)

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iwoi am 16 Jul 2023 10:04:23

hallo Frank, diesmal hab ich ja Glück und hab ein schönes Plätzchen ergattert! Dein Reisebericht wie immer interessant. Diese Gegend rund um Füssen war für uns früher immer ein gut erreichbarer
Wochenendausflug. Schöne Erinnrungen werden beim Blick auf deine Bilder wach! Freu mich auf die Fortsetzung!

leoline am 16 Jul 2023 10:57:11

Hallo Frank, auch ich werde dich auf deiner Reise begleiten. Die Gegend kennen wir gut, früher waren wir dort oft in FeWo im Urlaub. Schöne Erinnerungen, da lebten meine Eltern noch :) .
Ich bin gespannt, wie es weitergeht :lol: .

Lancelot am 16 Jul 2023 11:15:32

Zusammen rücken .. will auch mit .. :ja:

frankjasper8 am 16 Jul 2023 11:26:53

Hallo zusammen!

Die ersten Fahrgäste sind zugestiegen, hallo Mädels! Ich freue mich, daß Ihr mich auch diesmal wieder auf dieser Reise begleitet!
Hallo Maja, hallo Ines und hallo Ina! Ihr seid diesmal die ersten Fahrgäste und dürft Euch die besten Plätze aussuchen und ich lade Euch mal zu einem kleinen Sektfrühstück ein. :)

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Ach, und der Wolfgang ist auch wieder mit dabei, servus edler Ritter "Lancelot"! :)
Für dich... und natürlich für alle anderen Mitfahrer gibt´s ein leckeres Weißwurschtfrühstück.

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Ja, Ihr seid genau rechtzeitig eingestiegen, gleich starten wir zu einer Rundfahrt auf dem Forggensee, also "Alle Mann an Bord!", gleich heißt es "Leinen los!"

Aretousa am 16 Jul 2023 12:14:47

Und ich komme mal wieder hinterhergedackelt. Den Anfang hatte ich ja schon gelesen. Aber nun mal ne ganz wichtige Frage Gibt's noch Weißwurst und Brezel?

Schön Frank, deinen Bericht zu lesen. Ich quetschen mich noch in eine Ecke.....

frankjasper8 am 16 Jul 2023 12:43:07

Und dann kam auch schon der 4. Reisetag, Dienstag, der 27. Juni. Und der verlief leider am Ende ganz anders, als ich es mir in meinen schönsten Urlaubsträumen jemals ausgemalt haben könnte.

Aber beginnen wir erst einmal mit dem Morgen. Ich machte mich gegen 9.00 Uhr zu Fuß auf den Weg zum Forggensee und hier zum Schiffsanleger. Ich hatte mich für eine 2-stündige Schiffskreuzfahrt auf dem Forggensee entschieden. Um 10.00 Uhr sollte die erste Abfahrt des Tages sein, 3 Abfahrten pro Tag sah der Fahrplan vor. Kurz vor 10.00 Uhr kam das Schiff, die „MS Füssen“ aus dem Schiffshafen und dockte am Anleger an.

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Für diese frühe Uhrzeit war schon recht viel Betrieb am Anleger. Wir enterten das Schiff und es ging dann auch bald los. Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön. Ja da kann man viele schöne und interessante Dinge seh´n. Ihr singt doch auch alle mit??? :)

Mit einigen Erklärungen unseres heutigen Kapitäns schipperte die „MS Füssen“ dann über die Anlegestellen Waltenhofen, Rieden, Roßhaupten und zur Staumauer im Lechtal und wieder zurück. Der Forggensee ist ein Stausee, der größte Stausee Deutschlands und der fünft-größte See Bayerns. Im Herbst jeden Jahres wird das Wasser fast komplett abgelassen, dann kann man auf dem „Meeresgrund“ spazieren gehen. Mit Einsetzen der Schneeschmelze im Hochgebirge wird dann der Lech wieder aufgestaut, bis etwa Anfang Juni der Scheitel der Stauhöhe erreicht ist. Etwa 36 Meter tief ist die Talsperre an tiefster Stelle. Die Strecke, welche unser „Kreuzfahrtschiff“ bei dieser „großen Rundfahrt“ bewältigt, sind etwa 23 Kilometer. Die Länge des Stausees wird mit ca. 8 Kilometern, die Breite mit 2,8 Kilometern angegeben.

Als in den Jahren 1951 bis 1954 der Stausee gebaut wurde, mussten etwa 34 Häuser und Gebäude abgetragen werden, etwa die Siedlung Forggen, der Namensgeber des Stausees. Einige Gehöfte des heutigen Ortes Brunnen und Schwangau fielen ebenfalls dem Stausee zum Opfer. Eine damals wichtige Handelsweg-Route der römischen Zeit, die „Via Claudia-Augusta“ verlief durch das Gelände des Stausees und ist zum Teil noch heute bei abgelassenem Wasserstand erkennbar.

Interessierte können ja mal den Link des Forggensees bei Wikipedia aufrufen, da sind noch weitere Erklärungen nachzulesen.

Ein paar Fotos der "Kreuzfahrt" auf dem See:

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Nach einer Runde über den Stausee legte die „MS Füssen“ dann nach einem Doppel-Anlegemanöver mit der „MS Allgäu“ beim Festspielhaus wieder am Hafen Füssen an. Das kleinere Schiff „MS Allgäu“ macht die einstündige kleine Rundfahrt.

Tolle Ausblicke während dieser 2-stündigen Erlebnisreise werden in meiner Erinnerung bleiben, als ich dann wieder "festen Boden" unter den Füßen hatte.

So, kleine Pause, liebe Reisegäste! Es geht später dann mit einem Bummel in Füssen weiter. :)

frankjasper8 am 16 Jul 2023 12:57:54

... und dann darf ich auch unsere liebe Lena wieder ganz herzlich in unserer Reisegruppe begrüßen! :)
Auch an Dich, Lena, wieder ein liebes "Grüß Gott!"; ich freue mich, daß Du wieder mitreist.
Natürlich habe ich Dir ein "Gedeck" reserviert.

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Guenni3967 am 16 Jul 2023 13:50:10

Moin Frank,
wir wollen auch mit. Gibt es noch Weißwurst und Bier?

haroba am 16 Jul 2023 17:40:24

Moin!

ich will nicht wieder als "Blinder Ostfriese" mitreisen.
Nö, ich will auch richtig mit.

Als Mitbringsel habe ich zwei Reiseberichte mitgebracht - eine kleine Suchaufgabe.
Grins!

Munterholln!
Hartmut

leoline am 16 Jul 2023 21:06:51

Hallo Frank, wieder ein netter Bericht von dir, du machst es ja wieder spannend!
Ich habe die Fahrt mit den Schiff genossen :lol: .
Ich bin gespannt, was du noch so alles erlebt hast.

frankjasper8 am 16 Jul 2023 21:30:52

Ah, die "Norddeutschland-Fraktion" hat sich auch wieder angeschlossen. :)
Moin nach Aurich an Hartmut und Rosi und auch nach Kiel an Günter und Elke! Schön, dass auch Ihr wieder dabei seid. Nehmt Platz und bedient Euch an den Leckerlies, es ist genug für Alle da... das Netz hat noch reichlich Nachschub. :D

Leider muß ich Euch mit dem nächsten Bericht noch "auf die Folter spannen", die Bilder muß ich noch bearbeiten und das dauert etwas länger. Bitte nehmt etwas Rücksicht mit einem noch Arbeitenden. :lol:

frankjasper8 am 22 Jul 2023 20:53:51

Ach ja, liebe Leserinnen und Leser,
liebe Mitfahrerinnen und Mitfahrer,

tut mir Leid, dass ich euch so lange hier vor dem Bildschirm festgehalten habe. Leider war das wieder einmal eine Arbeitswoche, die keiner braucht. Aber nun ist Wochenende und ich versuche mal, die Story etwas weiter zu schreiben.

Nachdem ich nach der "Kreuzfahrt über den Forggensee also wieder festen Boden unter den Füßen hatte, machte ich mich an diesem Dienstag noch auf den Weg ins schmucke Ortszentrum von Füssen.

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Der Fußweg am Lechufer entlang (okay, man sieht vom Lech zuerst nicht so viel) ist schnell geschafft und an den Sportanlagen kann man schon mal auf das "Hohe Schloss" blicken.

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Erst auf den letzten Metern kommt dann auch der Lech ins Blickfeld.

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Die zwei letzten Fotos habe ich auf der Brücke unterhalb des "Kloster´s St. Mang" gemacht.

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Am anderen Brückenende liegt das historische Restaurant "Schiffswirtschaft", eines der ältesten Gebäude in der unteren Vorstadt. Schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts gab es hier Brauereibetriebe und Flößerwirtschaften.

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Nur Schiffe haben meines Wissens hier niemals angelandet. Nun denn, das Kind muß ja einen Namen haben.

So, dann gehen wir jetzt mal zusammen durch den Ort, passt auf, daß Ihr euch in meiner Nähe aufhaltet. Nicht, daß wir uns verlieren. Ein paar Bildeindrücke...

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Geht gleich weiter! :)

frankjasper8 am 22 Jul 2023 21:51:14

Das "Heilig-Geist-Spital" und rechts die Spitalkirche, bunt verziert.

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Die Kirche stammt aus dem Jahr 1748/49, ein Nachbau eines Gebäudes aus dem15. Jahrhundert, das aber bei einem Brand zerstört wurde.

Ganz in der Nähe und gleich ums Eck stehen wir dann im Innenhof der ehemaligen Klosteranlage "St. Mang", dessen Geschichte bis ins 8. Jahrhundert zurück geht.

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In Teilen des damaligen Klosters findet man heutzutage das Stadtmuseum Füssen, das Rathaus und die Stadtpfarrkirche St. Mang.

Auf dem Weg durch den Ort kommen wir an vielen schönen Gebäuden vorbei und durch kleine Gässchen.

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Mensch Leute, so ein Stadtrundgang macht vielleicht Laune! Nur werde ich da immer seeehr hungrig...
Da kommt diese Mahlzeit genau richtig...

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Wie schreibt unsere "Tipsel"-Christel immer in ihren Berichten? "Schmegge musses!" - und ich darf es hier an dieser Stelle sagen; es hat! :D

Geht gleich weiter! :)

frankjasper8 am 22 Jul 2023 23:00:26

Also irgendwie haut´s mir manchmal die Fottos raus :D
Liegt´s an mir oder doch am neuen Bilderdienst hier im Forum? Ich mach mal die Abschnitte kleiner. Sorry, wenn es dadurch jetzt etwas hoppelig wird.

Schau´n wir uns nach dem oppulenten Doner-Teller noch das "Hohe Schloss" an.

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Mit dem Bau dieser Schlossanlage wurde im Jahr 1486 begonnen, der heutige Zustand stammt von Renovierungsarbeiten aus den 1950er und ´60er Jahren. Weit zurück gehen muss man, um erste Besiedlung dieses Schlossberges finden zu können. Wie die Wikipedia-Seite verkündet, soll schon um 47 nach Christus dort ein Römer-Castell existiert haben, eine Nachschubeinheit der III. Römischen Legion soll dort im Kastel Foetibus ihr Lager gehabt haben, nahe der Handelsstraße Via Claudia.

Vom Aussichtsturm im Nebenflügel hat man einen tollen Ausblick auf Füssen und den Forggensee...

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Ja, langsam taten mir ( und wohl Euch jetzt auch?) die Füße weh vom Füssen-Marathon. Ich begab mich daher allmählich wieder in Richtung Stellplatz. Es war auch an diesem Dienstag wieder recht warm und sonnig geworden, nachdem es morgens doch eher frisch und bedeckt gewesen ist. Gegen 16:30 Uhr erreichte ich über die Ausfallstraße, die "Augsburger Straße" und die "Abt-Hafner-Straße" dann wieder den Stellplatz. Ein Sonnenbad im Schatten zwischen den Wohnmobilen war die Hauptbeschäftigung des Spätnachmittags.

Ja, und dann kam der große Donnerschlag; nicht in Form eines Gewitters. Nein, es war ein Anruf meiner Mama aus der Heimat. Alles noch normal, wir telefonieren jeden 2. Abend, wenn ich unterwegs bin. So auch jetzt ein turnusmäßiger Anruf, der mich an diesem Dienstagabend in Füssen erreichte. Dachte ich jedenfalls! Wir redeten über meine letzten Erlebnisse seit unserem letzten Gespräch, über das wetter hier und zuhause. Was man halt alles so erzählt! Nur dann, ja dann kam da noch ein: "Ich muß Dir noch was sagen" von meiner Mama.

Und dann platzte die Bombe!

Boooooom

Meine Mama sprach am anderen Ende: Ich war heute im Krankenhaus, ich habe mir einen Arm gebrochen, ich bin im Garten gefallen...auf den Arm...Morgen werde ich operiert"

Boooooom!

Baff, das hatte gesessen, wie eine Ohrfeige!

Mir fiel die Kinnlade herunter, Schei...benkleister! Mama---Krankenhaus---Armgerochen---Operation---

Gedanken bahnten sich ihren Weg durch meinen Kopf, vom Ohr zum Gehirn. Nachdenken. Was nun?
Ich hier in Füssen, am Ende nicht von der Welt, aber doch am Ende von Deutschland, Mama oben in Niedersachsen, ca 650 Kilometer weg!

"Und jetzt?", diese Frage stellte ich meiner Mutter, Morgen sollte sie in Einbeck im Krankenhaus operiert werden. Was sollte ich jetzt machen? Sollte ich jetzt die Zelte abbrechen, mich ins Wohnmobil auf den Fahrersitz quetschen und "Stoff" geben, Richtung Heimat?
Gedanken plagten mich. Wir sind dann so verblieben, daß ich am Dienstagabend nicht mehr losfahren würde, zu weit ist der Weg "hoch" nach Hause und Mittwochs im Krankenhaus kann ich erstmal eh nichts machen, da ist sie in guten Händen. OP kann ich sowieso nicht,
Wir wollen erst mal die OP abwarten, dann sehen wir weiter.

Soweit, so schlecht!
Wir beendeten unser Telefonat, Mama ging es erstmal den Umständen entsprechend gut. Zum Glück schien es wirklich "nur" der Arm zu sein, was sie abbekommen hat. Ein Armbruch ist kein "Beinbruch", okay, ist zwar schlimm, hätte aber schlimmer kommen können. Zum Glück war sie auf der Rasenfläche gestürzt, okay, im Rosenstrauch lag sie wohl auch. Aber außer dem Arm tat ihr nichts weh.

Nun, ich war innerlich aufgewühlt, dennoch aber beruhigt. Der Dienstag ging zu ende, und wie es Morgen am Mittwoch weitergeht, sehen wir morgen.
Erst mal ins Bettchen, schlafen.

Und wie es dann weiterging, liebe Reisebegleiter, das erzähle ich Euch dann im nächsten Teil.

Ihr wisst ja, Fortsetzung folgt! :)

iwoi am 23 Jul 2023 11:49:08

Ach jeh Frank, solche Nachrichten im Urlaub, braucht keiner!
Ich könnte da den Urlaub nicht mehr richtig geniessen!
Bin gespannt, wie du dich entschieden hast!

frankjasper8 am 23 Jul 2023 12:03:25

Die Nacht ging, der Mittwochmorgen kam. Ich hatte trotz der Aufregungen des Vorabends ganz gut geschlafen und plante den Tag. Nutzt ja nüscht, ich mußte mich hier mit Gedanken an zuhause rumschlagen. Mama ging´s aber erstmal soweit gut und bei der OP heute konnte ich den Ärzten nicht helfen, das mussten die alleine schaffen. Ich blieb noch hier in Füssen, harrte der Dinge, die da kommen werden.
Nun wendeten sie meine Gedanken aber erstmal von Mama ab, der Tag sollte denn doch etwas sinnvoller genutzt werden, als in Gedanken am Krankenbett zu sitzen.

Ich war ja hier in einer schönen Gegend mit schöner Landschaft und in der unmittelbaren Nachbarschaft gab es ja die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Von zurückliegenden Reisen kannte ich diese beiden natürlich, wenn auch nur aus der Ferne. Ich setzte mich wieder auf mein Fahrrad und trat kräftig in die Pedale. Vom "Camper´s Stop" gings da erst zum Forggensee runter, dann auf dem Fuß- und Radweg am Lechufer entlang. Per Rad ist dieser Weg schnell gefahren, schneller als gestern auf Schusters Rappen.
Bei den Sportanlagen ging´s scharf links herum und über die Lech-Staustufe. Über Schwangau gelangte ich dann vorbei an der "Kristall-Therme auf einem Radweg in die Nähe der Königsschlösser. Hohenschwangau heißt der Ortsteil hier.

Wie immer, soweit ich das kenne, war hier viel Publikum unterwegs. Besucher aus aller Herren Länder drängten sich auf der Hauptstraße hinauf zum Alpsee. Entsprechend schwer war die Möglichkeit, hier "menschenarme" Bilder zu fotografieren.
Am Ende der Hauptstraße mit permanent leichtem Anstieg entlohnte der Blick auf den Alpsee die Mühe.

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Mit etwa 60 m Tiefe wird der See angegeben, Umfanglänge ist etwa 4,7 Kilometer. Es ist einer der saubersten Bergseen Deutschlands. Man kann Tret- oder Ruderboote leihen und den See befahren; auch gibt es eine Badeanstalt.

Hier am Ende des Ortes Hohenschwangau befindet sich auch ein PKW- und Reisebusparkplatz unterhalb des Schlosses Hohenschwangau.

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Auch das Restaurant-Hotel "Bräustüberl" ist hier am Ortsende zu finden, ein Gebäude mit tierischer Vergangenheit.

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Einst war das hier der Pferdestall zum Schloss Hohenschwangau. Die Bilder der Pferde König Ludwigs II. sollen heute noch dort hängen.

frankjasper8 am 23 Jul 2023 12:17:40

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Ja, hier residierte seinerzeit die königliche Familie um König Maximilian II. und so könnten es die damaligen Mitglieder der Königsfamilie gesehen haben.
Man kann das Schloss besichtigen, die Anfahrt hinauf kann aus dem Ort per Pferdedroschke bewältigt werden, gegen entsprechenden Obolus natürlich.

Der Sohn König Maximilians, der spätere König Ludwig II., ließ dann das zweite Schloss hier im Schwangau errichten, Schloss Neuschwanstein.

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frankjasper8 am 23 Jul 2023 12:50:21

Man sieht es schon auf den Fotos, ich entfernte mich allmählich von den Königsschlössern, das Mittagsmahl war nicht königlich, es bestand nur aus einer Bratwurst im Brötchen, das ich an einem Grillstand erwarb. Ich hatte nicht mehr Appetit an diesem Tag. Nun, die Radtour ging weiter und ich hatte mich für eine Runde um den Bannwaldsee entschieden. So fuhr ich vorbei unterhalb Neuschwansteins und an der Wiesenkirche St. Coloman bei Schwangau und gelangte zum Bannwaldsee.
Entlang der Bundesstraße B 19 führte der Radweg nur ein kurzes Stück.

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Meist ging es abseits der Straße durch Wiesen und an Feldern entlang Richtung Buching, Bayerniederhofen und Berghof. Eine landschaftlich schöne Strecke mit Aussicht.

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Manchmal musste ich das Rad ein kurzes Stück schieben, wenn der Anstieg zu steil wurde. Aber wo es hoch geht, geht´s auch irgendwann wieder hinunter! Und so erreichte ich irgendwann am frühen Nachmittag die höchste Stelle der Tour bei Pfefferbichl, nun ging es stetig abwärts.
Am Weg lag ein idyllischer Weiher mit landwirtschaftlichem Gehöft.

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Hier machte ich eine ausgiebige Rast mit Trinkpause auf einer Bank am See.

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Und hier erreichte mich dann der Anruf meiner Mutter, die nach ihrer OP aus der Narkose erwacht war und das Mittagessen und den Kaffee im Krankenhaus gut überstanden hatte. Entwarnung, alles gut gelaufen! Operation gelungen, Patientin lebt! Sie mußte nach der OP nun eine Nacht zur Überwachung in der Klinik bleiben und durfte am nächsten Tag nach Hause.
Mir fiel ein ganzer Berg vom Herzen, nicht nur ein Stein.
Nach dem Anruf machte ich mich auf die letzten Kilometer zurück nach Füssen, mit schöner Aussicht auf den Forggensee und die Allgäuer Alpen.

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Am Nachmittag erreichte ich dann den Stellplatz und ruhte mich von dieser Radwanderung aus, der Kilometerzähler hatte 36 Kilometer angezeigt. Da war Chillen angesagt und am nächsten Tag hatte ich ja eine "Long-Distance-Tour" vor mir.

frankjasper8 am 23 Jul 2023 13:05:49

iwoi hat geschrieben:Ach jeh Frank, solche Nachrichten im Urlaub, braucht keiner!
Ich könnte da den Urlaub nicht mehr richtig geniessen!
Bin gespannt, wie du dich entschieden hast!


Hallo Ines!

Ja, das sind Nachrichten, die keiner im Urlaub hören will.
Noch vor Abreise hatte ich meiner Mutter gesagt, sie sollte im Garten nichts machen - nur die Goldfische mal füttern. Alles andere hat Zeit bis ich in einer Woche wieder zurück bin! Aber es mussten ja unbedingt die 6 Triebe am "Weinberg" zurückgeschnitten werden! Nein, sie hat damit nicht warten können. :cry:
Aber sei es drum; es ist ja nochmal gut gegangen. Sie konnte gleich wieder aufstehen und ist zu den Nachbarn gegangen, die sie ins Krankenhaus brachten.
Jetzt, etwa 3 Wochen später, hat sie noch den rechten Arm in einer Gipsschale. Sie hatte sich für den 6. August zu einer Busreise an die Nordsee angemeldet und hat diese aber stornieren lassen. Die Zeit wäre zu knapp gewesen, da wäre sie noch nicht wieder 100-prozentig fit.
Strafe muss sein! :)


So, liebe Mitfahrer, langsam komme ich dann - leider ja früher als gewollt! - zum Schluß der Reise. Bleibt noch dran, es geht bald weiter! :)

TiborF am 23 Jul 2023 16:33:42

Daumen hoch Frank :daumen2: - eine schöne Reise, wenn du auch vorzeitig abreisen mußtest. Gute Besserung weiterhin für deine Mutter - es kommt leider oft anders, als man es geplant hat. Aber mit dem Wohnmobil ist man doch flexibel, das ist eines der Vorteile, die ich persönlich so schätze.

Aretousa am 23 Jul 2023 19:15:56

Frank, es tut mir sehr leid, dass dich in deinem Urlaub so unerfreuliche Nachrichten erreicht haben. Ich hoffe, deine Mutter erholt sich bald wieder und du hast demnächst noch weitere schöne Urlaubswochen vor dir.

frankjasper8 am 23 Jul 2023 21:02:52

Ja, so ist das wohl im Leben, es kommt manchmal anders, als geplant. Aber am Ende wird alles gut - und wenn´s nicht gut ist, ist´s noch nicht zu ende!

In diesem Sinne kann ich Euch jetzt, etwa dreieinhalb Wochen nach diesem Sturz berichten, daß meine Mutter das gut überstanden hat. Wie erwähnt trägt sie noch diese Gipsschale, aber es sieht so aus, als sie die Hand schon entsprechend gut mit nutzen kann. Leider war es ja der rechte Arm, das ist doch etwas ungewohnt für sie gewesen, nun vieles mit links zu machen.
Es hätte aber viel schlimmer kommen können, wäre sie nicht auf die Rasenfläche gefallen, sondern auf die Treppenstufen aus Beton und Pflastersteinen. Der Schutzengel hat sie gut bewacht! :)

So, ich schulde Euch ja jetzt noch den Abschluss dieser Reise und der kommt hier:

Natürlich, ihr habt es ja in euren Kommentaren schon geschrieben und erahnt, natürlich habe ich mich für den Urlaubsabbruch entschieden.
Mutti konnte ja mit der "Gipspfote" nicht die volle Leistung bringen zuhause und ich wollte sie so nicht ihrem Schicksal überlassen. Sicherlich, wenn ich dann nächste Woche wieder zur Arbeit musste, muss sie auch klar kommen, aber erst einmal war ich dann bei ihr.

Also Urlaubsabbruch an diesem Donnerstagmorgen. Ich brach gegen 8:30 Uhr auf zur Heimreise, nachdem das Mobil klar gemacht war. Vom Stellplatz zur Autobahn A 7 waren es nur wenige Kilometer.

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Und dann brauchte ich nur immer der Straße folgen. Die A 7 führte als Längsachse ja komplett von Süd nach Nord durch Deutschland.
Es war nur etwas warm an diesem Donnerstag, die Hitze machte es nicht einfach. Mit kleineren Unterbrechungen, in denen ich meine arthrosegeplagten Knie wieder durch kurze Parkplatzrunden aufpeppen musste, einer Mittagsrast bei Feuchtwangen und einem Tankstop gegen 15.30 Uhr abseits der Autobahn in Würzburg-Estenfeld näherte ich mich Kilometer um Kilometer dem heimatlichen Niedersachsen. Schon kurz nach dem Tankstop erahnte ich, dass sich das Wetter bald ändern würde, der Himmel zog sich zu und dann in Höhe Fulda kamen erste Regentropfen auf die Windschutzscheibe. Nochmals stoppte ich auf einem Parkplatz, in Höhe Hattenbacher und Kirchheimer Dreieck bildete sich dann ein Stau der Lastkraftwagen über mehrere Kilometer. Ich konnte gut dran vorbei und kam ohne längeren Halt Richtung Kassel. Dann noch Göttingen passieren und schon war ich an der Ausfahrt Northeim-West angelangt, das hieß für mich "runter von der Autobahn" und die letzten Kilometer über Landstraßen zurück ins heimatliche Leinetal in Südniedersachsen.
Ich war zuhause, enterte den heimatlichen Stellplatz gegen 19:30 Uhr nach etwa 11 Stunden "on the road" und etwa 600 Kilometern auf dem Tageszähler.
Mama und ihr Gipsarm warteten auf mich, ich nahm sie platt aber glücklich in die Arme.

Eine solche Langstrecke hatte ich schon Jahre nicht mehr gemacht und werde ich hoffentlich auch nicht noch einmal machen müssen. Ein Wohnmobil ist nun mal kein Porsche. Ich merkte daran auch, dass ich älter geworden bin.


So, damit habe ich Euch die ganze Geschichte erzählt und ich hoffe, es hat euch trotz dieses Abbruches ein paar schöne Lesemomente bereitet. Zuerst wollte ich gar keinen Bericht über diese Reise schreiben, aber so ein paar Tipps konnte ich hoffentlich dennoch mit in diese Krankenstory einbauen.

So, nun habe ich "fertig", liebe Mitfahrerinnen und Mitfahrer. Ihr seid befreit und könnt Euch wieder auf Heimreise begeben. Bis zum nächsten mal! :)

iwoi am 24 Jul 2023 10:13:22

na dann räume ich mal mein Plätzchen, das ich zum lesen dieses wieder schönen Reiseberichtes eingenommen habe.
gut, daß es deine Mutter den Armbruch gut überstanden hat.

Lancelot am 24 Jul 2023 10:26:03

Danke Frank für den unterhaltsamen Reisebericht :gut:
Sehr Schade, daß Du abbrechen müsstest, hoffentlich geht's Deiner Mutter schon wieder besser :)

:dankeschoen:

Guenni3967 am 24 Jul 2023 12:52:23

Moin Frank,
vielen Dank für den schöner aber leider kurzen Reisebericht. Gute Besserung für Deine Mutter.

bonjourelfie am 24 Jul 2023 15:19:30

Hallo Frank, jetzt wollte ich gerade einsteigen, naja. Trotzdem ganz herzlichen Dank für deinen wie immer sehr schönen Reisebericht und liebe Grüße aus Bayern. Und ganz viele Genesungswünsche an Deine Mutter!

LGElfie

JoFoe am 24 Jul 2023 15:36:16

Danke Frank :top: und gute Genesung für die Mama .

haroba am 24 Jul 2023 16:39:16

Moin Frank!

Danke für Deinen Reisebericht. ich bin immer gerne dabei.

dass Du nun einen "Renntag" einbauen musstest, ist nicht schön, aber ich denke, er war notwendig - im wahrsten Sinne des Wortes.

Liebe Grüße an Deine Mutter! Gute Besserung!

Gute Besserung DSC_0825.jpg


Munterholln!
Hartmut

leoline am 24 Jul 2023 19:24:35

Ja, ein wenig schade für dich, dass du so umplanen musstest, aber wat mutt, dat mutt, ne?
Gute Besserung für deine Mutter und die nächste Fahrt kommt bestimmt!
Wir hatten auch nach Jahren mal wieder einen reinen Fahrtag ... 7 Stunden nach Frankfurt/m., da hebn wir auch gemerkt, dass man das nicht mehr so einfach wegsteckt 8) .

frankjasper8 am 24 Jul 2023 21:04:47

Ihr lieben Mitfahrer/innen!
Ganz, ganz herzlichen Dank für all die netten Worte zu diesem "Kurz-Reisebericht" und auch im Namen meiner Mama für die vielen Genesungswünsche.

Für mich ist es natürlich schade, dass nur drei echte Urlaubstage unterm Strich übrig bleiben, denn die anderen drei Tage waren ja auch Fahrtage. Gern wäre ich natürlich noch drei Tage länger in und um Füssen herum geblieben. Am Samstag hätte ich ohnehin die Rückfahrt angetreten.
Aber die Gesundheit und Familie sind wichtiger. Mama hatte ja vor fast genau drei Jahren eine Hüft-OP und hatte diese auch gut überstanden. Sie war so froh, nun wieder so fit zu sein und dann jetzt dieser Armbruch. Zum Glück "nur" der Armbruch und nichts schlimmeres. Und der Tod meines Vaters im Oktober 2020, zur schlimmsten Corona-Zeit, den hatte sie und hatten wir ja auch noch zu überstehen. Alles nicht so leicht, das kann ich euch sagen!


Nun, die nächste Urlaubsreise kommt bestimmt! :)
Ich mache mich auch bald daran, eine Vorplanung zu erstellen. :ja:
Natürlich nur, wenn nicht noch etwas dazwischen kommt. Aber bis jetzt ist alles klar mit dem Gipsarm.

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