Hallo zusammen,
nach Studium der FAQ´s zum Thema Einstellen von Reiseberichten und die dortige genannte Regelung sowie nach Rücksprache mit dem Admin Dirk stelle ich nun hier und im Forum Deutschland jeweils eine Leseprobe unseres Reiseberichtes ein.
Der Text ist gleich, nur die Bilder sind auf 1 oder 2 Ausnahmen entfernt, ich möchte hier nicht den ganzen Speicher zukleistern
Den gesamten Bericht mit allen Bildern gibt es seit gestern auf meiner Webseite!
Kommentare sind mir natürlich auch hier sehr sehr willkommen!!!
Ich freue mich über jede Kritik, ob nun positiv oder negativ.
Donnerstag, 7. Juni 2007
Ein dringendes Bedürfnis macht mich wach.
Ich drehe mich zwar noch ein paar Mal hin und her, aber es nützt nichts.
Wenn die Natur nach etwas verlangt, kann sich auch der noch so faulste Schweinehund nicht dagegen stemmen.
Nun kommt die spannende Frage was tun?
Das eigene Porta Potti bemühen?
Die Kapazität ist begrenzt und es soll ja eigentlich nur für den Notfall sein, andererseits wenn ich jetzt aufstehe und zum Haupthaus gehe, dann ist es Aus mit pennen.
Nach einem Gewaltmarsch an der frischen Luft wird an Schlaf nicht mehr zu denken sein.
Also was tun?
Mein Körper trifft die Entscheidung. Im Rahmen des zu erwartenden geschäftlichen Volumens wird es das Haupthaus und so mache ich mich gleich auf den Weg dorthin.
Was ich toll finde: Hier spielt Radio im Klo und in den Duschen.
So werden die brüderlich geteilten Geräusche der naturellen Geschäftsvorgänge freundlich und diskret überdeckt.
Nur schade, dass es noch kein Geruchsradio gibt...
Nachdem ich wieder am Wohni ankomme fühle ich mich fit und ausgeruht.
Wie ich vermutet habe, brauche ich mich nicht mehr ins Bett flaken und kann den Tag gleich starten.
Es ist etwa halb 9, als ich mich mit dem Fahrrad auf zum Supermarkt mache.
Im Supermarkt kaufe ich die schon beinahe obligatorische Bild- Zeitung und dazu noch 7 Brötchen verschiedenster Sorten.
Ich zahle für alles 32 DK und mache mich mit dem Rad wieder auf den Weg zurück.
Der Campingplatz selbst verfügt nicht über einen eigenen Minimarkt oder einen Brötchenverkauf.
Aber mit dem Fahrrad ist es wie gesagt nur 5 Minuten bis zum Edeka.
Das hält fit und gesund!
Nachdem ich den Campingplatz fast erreicht hab, höre ich ein gummiartiges Rubbeln von hinten.
Vielleicht habe ich den Reifen nicht richtig fest gemacht und nun hat er sich gelöst, der Mantel reibt am Rahmen, jedoch nicht dauerhaft, nur an einer bestimmten Stelle.
„Na wird schon nicht so schlimm sein“ beschließe ich und so geht es weiter.
Das Rubbeln wird noch einmal kurz laut, dann verabschiedet sich der Schlauch mit einem lauten Knall.
Das ist mir auch noch nie passiert !
Mir ist gerade der Schlauch am Fahrrad geplatzt !
Egal, wir haben auch hierfür einen Ersatzschlauch da und so werde ich heute erneut das Fahrrad auf den Kopf stellen müssen.
Ich schiebe weiter, von hier aus sind es nur ein paar Meter, der Eingang ist bereits in Sichtweite.
Mein Hymer-Nachbar von gestern kommt des Weges, er hat den Knall gehört, ist offenbar auch unterwegs zum Bäcker.
Wir wechseln schnell ein paar Worte, dann geht es weiter.
In der Rezeption tausche ich noch schnell 20 DK in 10 x 2 DK Münzen fürs Duschen und dann geht es auch schon zurück zum Wohnmobil.
Meine Frau schläft noch immer und so wird sie durch meine laute Rückkehr etwas unsaft geweckt.
Gibt’s ja nicht, dass sie sich in den Federn und mangels Mann neu gewonnenem Platz im Bette wälzt und ich hier allen Widrigkeiten zum Trotz den gefährlichen und beschwerlichen Weg voller Entbehrlichkeiten (ich musste das Rad immerhin noch etwa 500 Meter schieben) auf mich nehme.
Das Frühstück fällt entsprechend knapp aus.
Wir müssen die wenige Zeit nutzen um das Fahrrad wieder in Gang zu bekommen.
Immerhin wollen wir hier nicht mit dem Wohnmobil durch die Gegend fahren, sondern mit dem Fahrrad.
Nachdem ich fix 3 Brötchen herunter geschlungen und die Bild nur schnell überflogen habe, mache ich mich gleich an die Demontage des Hinterrades.
Ich kann die Ursache nicht genau erkennen, ich hatte vermutet, dass vielleicht ein Flicken abgeplatzt sei, diese sind aber in Ordnung.
Statt dessen haben wir ein riesiges Loch auf der anderen Seite des Schlauches.
Das kann ich nicht mehr flicken.
Zum Glück haben wir Ersatzschläuche mitgenommen, die es mal vor einigen Monaten im Aldi zu kaufen gab.
Diesen habe ich auch fix drin, doch dann fällt mir auf, dass der Schlauch ein Autoventil und kein normales Luftpumpenventil hat.
Na Bravo!
Wie soll ich hier den Schlauch aufpumpen?
Bei der Abfahrt der Fähre bis hier habe ich nirgendwo eine Tankstelle gesehen.
Gibt es überhaupt eine Tankstelle auf Fanö?
Ich entschließe mich mit dem demontierten Reifen (der Schlauch ist eingebaut) zur Rezeption zu fahren, borge mir das Fahrrad meiner Frau.
Wenn die mir nicht helfen können, frage ich mal die Campingnachbarn.
Bei meinem Glück hat bestimmt nur der Campertrupp mit dem Lärm von gestern Abend eine Handpumpe oder so was.
Bestimmt liegt die im neuen Geräteschuppen, den sie gestern Abend gebaut haben...
Aber ich habe echtes Glück.
An der Rezeption kann mir geholfen werden, der Besitzer und Platzmeister hat einen kleinen strombetriebenen Kompressor zur Verfügung.
Er gibt mir ganz vertrauensvoll den Schlüssel zum Geräteschuppen und weist mich an die Dinge ruhig allein zu erledigen.
Mit dem Fahrrad meiner Frau und meinem demontierten Hinterrad mache ich mich auf zum Geräteschuppen.
Der Kompressor funktioniert ganz gut, nur leider ist der Anschluss schon ein wenig angeschnuckelt.
Kaum schließe ich die Kapsel an den Schlauch an, entweicht auch schon die Luft.
Ich presse mit dem Kompressor dagegen und bekomme so letztendlich so etwa 1,3 bar in den Reifen.
Das ist zwar nicht mein sonst erstrebter Füllungsgrad für Fahrradreifen (lässt sich noch problemlos mit dem Daumen eindrücken), doch für heute soll es erst mal reichen.
Nachdem ich den Schlüssel und eine kleine Spende für die Kaffeekasse in Form von 5 DK in der Rezeption abgegeben habe, mache ich mich wieder an die Montage meines Hinterrades.
Um exakt 12hundert (das ist Militärsprache und heißt einfach nur 12 Uhr Mittag) melde ich mit dem Fahrrad Einsatzbereitschaft und wir machen uns auf die Insel zu erkunden.
Zunächst aber stoppen wir am Servicehaus, wo wir die sanitären Anlagen nochmal vor unserer Tour aufsuchen.
Hierbei schieße ich auch gleich ein paar Fotos vom nicht ganz so schönen Nebenhaus.
Das Haupthaus (welches neben den sanitären Einrichtungen auch über Küche und Waschmaschinenraum verfügt) ist von innen moderner und schöner.
Dafür aber auch stärker besucht, ist also schon in Ordnung so, alles ist sauber und das ist die Hauptsache.
Wir statten noch schnell dem Streichelzoo bestehend aus ein paar Ziegen im Gatter einen kleinen Besuch ab, dann geht es aber auch schon wieder mit dem Fahrrad los.
Wer sich traut kann über eine Stegleiter in den Käfig steigen und die Tiere streicheln, nur Füttern ist verboten
Die Radwege sind wunderbar ausgebaut und so kommen wir ohne auf den PKW- Verkehr achten zu müssen wunderbar vorwärts.
Als erstes fahren wir in die kleine Stadt Nordby.
Hier gibt es eine Fußgängerzone, woran sich allerdings niemand so recht zu halten scheint.
Am ersten Geldautomaten der Stadt hole ich erst mal noch 700 DK, wir werden wohl unseren ursprünglich mit 2 Tagen geplanten Aufenthalt um 2 weitere Tage verlängern, weil es uns hier so gut gefällt.
Am Metzger Christiansen machen wir einen weiteren Stop.
Hier kaufe ich erst mal als erste Stärkung wieder zwei von den leckeren Mettwürstchen, ich zahle für die Wurst 14,43 DK also umgerechnet etwa 2 €.
Schade nur, dass der sonst wirklich leckere Eindruck der Auslage den Geschmack nicht halten kann.
Die Wurst schmeckt nicht ganz so herzhaft, wie die gestern vom Edeka- Metzger.
Wir fahren die Innenstadt noch ein Stück entlang, biegen dann aber zum Tourist-Center ab.
Hier besorgen wir uns erst mal weiteres Wurfmaterial in Form von Prospekten und Katalogen.
Hieraus lassen sich wunderbar Veranstaltungskalender und Aktionen der Woche entnehmen.
Dazu noch Ferienkataloge für Ferienhäuser.
Vielleicht kommen wir ja mal mit dem Auto wieder oder geben die Kataloge im Verwandten- und Bekanntenkreis weiter?
Nach dem Besuch der Information stehen wir plötzlich und unvermittelt wieder am Hafen, wo wir gestern die Fähre verlassen haben.
Im "Havenkiosk" hole ich mir ein Eis.
Daneben ist auch ein Postkasten, von dem aus wir die ersten 4 Karten nach Hause auf die Reise schicken.
Der Havenkiosk beinhaltet auch direkt die Post, anbei auch gleich die Öffnungszeiten des Postamtes von Fanö
Dann geht es weiter, wir fahren wieder in die Stadt rein und wollen nun quasi auf der Rückseite der Stadt zum Strand fahren, um dann den Strand entlang fahren zu können.
Am Ende der Straßen schließen sich die Dünen an und ein Feldweg führt offenbar zum Meer. Dieser ist auch anfangs mit dem Fahrrad gut befahrbar und so folgen wir dem vermeintlichen Weg zum Meer.
Leider erweist sich unser Weg als kompletter Trugschluss.
Irgendwann stehen wir mitten in der Pampa und können weder vor noch zurück.
Kann man sich auf einer Insel verfahren?
Man kann!
Wir haben es gerade geschafft.
Wir sehen in der Ferne ein paar Häuser und steuern darauf zu.
Etwa nach der Hälfte des Weges erkennen wir plötzlich, dass wir am Rand eines Golfplatzes stehen.
Na Bravo zum zweiten für heute.
Anhand der im Touristbüro gratis mitgenommenen Karte erkennen wir, dass wir ganz toll im Halbkreis durch die Dünen geirrt sind. Von hier aus geht es nur teilweise mit Schieben weiter, einzelne Stücke kann man fahren. Wir wollen so wenig wie möglich die Natur kaputt machen, folgen einem einfachen Trampelpfad. Dem Aussehen des Trampelpfades nach muss schon des öfteren vor uns einer hierlang gegangen sein, wir erreichen schliesslich einen Versorgungsweg für den Golfplatz hinter einem Zaun, auf unserer Seite des Zaunes wird der Trampelpfad wieder fester und wir können wieder etwas mit dem Rad fahren.
Die Idee einfach umzudrehen ist uns merkwürdigerweise erst viel zu spät in den Sinn gekommen, komisch dass man nur in die Richtung denkt, in die man auch schaut. Die "Lösung" für die Misere wäre so einfach gewesen: Einfach umdrehen!
Wir glaubten jedoch an jeder Gabelung und jedem Hügel, dass das Meer jetzt jeden Moment kommen müsste, daher haben wir uns eben gegen das Umdrehen entschieden.
Nachdem wir wieder feste Straße unter den Rädern haben, steuern wir einen kleinen Sparmarkt an, der uns mit Getränken versorgt.
Die selbst mitgebrachte Flasche Wasser ist leider schon leer.
Wir kaufen Eistee, Cola und Wasser.
Dann orientieren wir uns erneut anhand der Karte.
Ist schon ein komisches Gefühl, wenn man eine knappe Stunde durch die Wildnis geirrt ist und dann plötzlich und unvermittelt wieder an einer unbekannten Straße auskommt.
Da fühlt man sich erst mal wie ein Schiffbrüchiger oder verirrter Wüstensohn, der tagelang durch das Land gelaufen ist.
Kann man hier einfach einen Passanten fragen den aktuellen Standort auf der Karte zu markieren?
Wie sieht das denn aus?
"Entschuldigung, wir kommen gerade da vorn aus dem Busch, können Sie uns anhand der Karte grad mal zeigen, wo wir eigentlich sind?" klingt blöd und so lassen wir es auch, orientieren wir uns an dem, was wir sehen
Anhand des Sparmarktes, der nahe gelegenen Bushaltestelle und nicht zuletzt am Golfplatz können wir unseren Standort somit nach kurzer Zeit bestimmen.
Wir sind wieder in Nordby, zwar in einem Randbezirk, aber noch in Nordby, alles für die Katz.
Na toll, wir haben wirklich einen unnötigen Halbkreis gedreht.
Egal, ein bisschen Abenteuer gehört wohl einfach dazu und so stehen wir wenigstens auf der Ausfallstraße nach Fanö Bad.
Nachdem wir uns anhand der Getränke gestärkt haben, machen wir uns auf zum Strand.
An der Strandzufahrt gibt es eine öffentliche Toilette, die wir aufsuchen, dem daneben liegenden Imbiss erweisen wir im Anschluss an die Frischmachaktion unsere Ehre.
Wir bestellen ein großes Eis für uns beide, dazu eine Rolle Mentos Lakritz für insgesamt 50 DK.
Worüber wir uns wundern ist die Größe der Eiskugel. Obwohl es ist weniger die Größe, mehr die Menge, jeder von uns wollte nur ein kleines Eis, hat eine Kugel Banane und eine Kugel Erdbeer bestellt. EINE Kugel heißt hier offenbar DREI Kugeln, jeder von uns hat also 6 Kugeln auf dem Hörnchen
:-)
Nachdem wir unserem müden Hintern nun eine kleine Eispause gegönnt haben, geht es nun am Strand entlang Richtung Rindby Strand.
Am Strand haben wir leider Gegenwind und so kommen wir nur sehr langsam voran.
Uns fallen die vielen Drachen auf, die hier in die Luft gelassen werden.
Extra hierzu scheint sich eine kleine Gruppe von Drachensteigern getroffen zu haben, sie stehen wagenburgähnlich zusammen.
In weiterer Entfernung können wir auch wieder jede Menge Wohnmobile erkennen.
Aber eben nicht nur eines, wie gestern Abend.
Ist es hier denn jetzt erlaubt zu stehen? Hatte mir die Frage ja schon gestern Abend gestellt, als wir in Rindby Strand das Wohnmobil am Strand gesehen haben.
Hier sind offenbar noch weitere Ermittlungen erforderlich, wenn es nicht erlaubt wäre, würden die ja nicht so offen und freizügig hier stehen, oder ?
Ich würde die Szenerie gern fotografieren, allerdings lässt mich genau in die diesem Moment mein Akku der Digi im Stich.
Hätte ich den doch besser mal gestern Abend aufgeladen.
Ich ärgere mich kurz, aber auch das vergeht. Nützt ja nichts.
Also beobachten wir ein wenig die Szenerie und anmutendes Schauspiel der Drachen im Wind.
Dann geht es hier zurück auf die Straße weg vom Strand in Richtung Campingplatz.
Auf halbem Weg halten wir kurz am uns bereits gut bekannten Edeka, der übrigens hier Merko heißt (habe das vergessen zu erwähnen). Ich möchte heute Abend grillen und will dazu die leckeren Mettwürstchen von gestern einkaufen.
Neben 5 Würstchen kaufe ich noch 2 Grillscheiben.
Eigentlich dumm, weil wir ja gestern erst im Edeka in Deutschland eingekauft hatten, aber was soll´s, wir sind ja schließlich im Urlaub.
Wir kaufen noch ein paar Dinge für einen Salat (Gurken, Tomate) sowie ein Frühstücksmüsli ein.
Ist schon komisch, worauf man im Urlaub Lust bekommt und zuhause nicht mag.
Insgesamt geben wir 53,04 DK im Merko und 136,16 DK beim Metzger aus.
Gut, dass wir heute morgen 700 DK geholt haben, sonst wären wir nun pleite.
Der Rest des Weges mit dem Rad ist unspektakulär, wir erreichen gegen 15 Uhr den Campingplatz.
Nun ist erst mal ausruhen angesagt.
Nachdem wir uns frisch gemacht haben, setze ich mich in den Schatten, meine Frau in die Sonne.
Ein weiterer Vorteil des neuen Standplatzes gegenüber dem gestrigen fällt mir nun auf.
Wir stehen direkt an einer Baumreihe, die dem Wohnmobil den ganzen Tag über angenehmen Schatten gespendet hat.
Als wir die Tür aufschließen, ist es angenehm kühl im Fahrzeug.
Wer braucht schon eine Klima?
Ich baue die Hängematte auf.
Dazu ziehe ich schräg zwischen den Trennungsbüschen eine Wäscheleine auf einer Seite, auf der anderen Seite habe ich einen abgesägten Baumstumpf, der sich bestens eignet.
Nach einer Liegeprobe durch mich wird die Stabilität als ausreichend befunden, was wenige Minuten später auch meine Frau probiert.
Irgendwie liegt sie unglücklich und ganz plötzlich gibt der Baum nach, der in meiner Liegeposition schon etwas geknarzzt hatte.
Und plumps, liegt die Hängematte samt Frau unten.
Ich bin irritiert, nun verwende ich die gesamte Wäscheleine und nutze einen dickeren Stamm für das Fußende, diesmal hält die Hängematte und man kann entspannt schaukeln.
Wir sind etwas verwundert.
Stetig wie kleine Tropfen fließen weitere Urlauber auf den Campingplatz.
Die Reihe neben uns erwacht zum Leben, ein paar Deutsche bauen ein Vorzelt auf.
Wenigstens wird nicht gebohrt...
Auch ein weiteres Wohnmobil unseres Kalibers fährt vorbei, nutzt die leere Reihe schräg gegenüber.
Wir überlegen.
Dann fällt es uns ein, heute ist ja Donnerstag!
Das allein ist natürlich nichts besonders, aber es ist Fronleichnam und damit Feiertag in Deutschland!
Durch den freien Donnerstag nutzen sicherlich viele den Freitag als Brückentag und genießen so einen Kurzurlaub.
Sei es Ihnen gegönnt, wir wundern uns nur, wie schnell man im Urlaub die Zeit vergisst und auch den Wochentag nicht genau zuordnen kann.
Ist das nicht der wahre Urlaub?
Einfach mal die Zeit vergessen können?
Wo es egal ist, ob Dienstag, Mittwoch oder Freitag ist? Wir haben das auf jeden Fall jetzt schon geschafft, toll.
Zum Abendessen wird gegrillt.
Während wir so den Grill fertig machen, kommt das Wohnmobil von vorhin wieder angefahren.
Besser gesagt kommen erst die Fahrräder, dann das Wohnmobil.
Das Besitzerpaar fährt auch ein älteres Modell Typ Weinsberg auf Ducato-Basis.
Vom Kühlergrill her (Blinker liegen neben den Scheinwerfern) muss das Modell nach 90 gebaut worden sein.
Würde gerne mal bei denen rein schauen und nach dem genauen Alter fragen, nur um so mal einen Vergleich zu unserem Mobil zu haben.
Doch nachdem das Paar eintrifft (beide sind so etwa Mitte 50), unterlasse ich mein Vorhaben und wir beschränken uns erstmal auf ein einfaches „Guten Abend“.
Etwa 15 mal startet er den Motor und rangiert ein paar Meter vor, dann wieder zurück, dann Motor aus, Motor wieder an und alles von vorn.
Dann steht er mal für 3 Minuten schräg, dann fährt er wieder vor, setzt letztendlich quer in die Parklücke.
Na was denn nun ?
Ich meine Leben und Leben lassen, mich stört es nicht.
Soll er es sich ruhig perfekt machen.
Ist halt der Typ Perfektcamper (gibt es verschiedene Campertypen? Offenbar Ja !)
Als wir hier her gefahren sind, haben wir einfach das Lenkrad nach rechts eingeschlagen und kurz einen Blick auf das Schauglas geworfen, die Blase war so ungefähr in der Mitte, passt also, fertig.
Ist nicht meine Welt, wenn es so perfekt sein soll.
Daher beschließen wir, das Paar in Ruhe zu lassen und nicht näher anzusprechen.
Schade, ein wenig Gesellschaft hätte uns gut getan, ich warte noch immer auf die ersten Bekanntschaften, die wir auf dem Campingplatz schließen.
Geht einfacher, als im Hotel, Pension oder Ferienzimmer wie wir sonst Urlaub machen.
Zumindest glaube ich das. Die Leute sind netter, grüßen mehr.
Vielleicht liegt es daran, dass sie auf engerem Raum dicht an dicht liegen und sogar noch die sanitären Anlagen teilen?
Zurück zum Grillen:
Wir grillen die beiden Grillscheiben, die Mettwürstchen und die Putensteaks.
Die Würstchen lassen wir noch zu, das wird sonst zuviel.
Es war so schon zuviel, denn wir haben noch ein paar Stücke übrig.
Gegrillt haben wir wieder auf unserem Elektrogrill, den wir schon bei unserem Nordkapp- Urlaub verwendet haben.
Leider haben wir keine Bilder machen können, weil der Akku der Kamera noch immer geladen wird und ee Zweitakku leider auch leer ist :-(
Der Grill ist schnell aufgebaut, ohne Stinkekohle heiß und startklar.
Und zum Saubermachen muss man nicht Stunden warten, bis die Kohle abgekühlt ist.
Sauber machen muss man den Grill leider trotzdem.
Wir packen daher alles zusammen und machen uns auf den Weg zum Spülen.
Nun offenbart sich eine Schwäche des Versogungshauses B. Es hat keine Küche.
Und so müssen wir leider den ganzen Weg zum Versorgungshaus A laufen.
Entsprechend gefüllt ist das Haus und wir müssen warten, bis eine Spülgelegenheit frei wird.
Nach einem Klobesuch ist es dann soweit. Der Grill und unser Geschirr glänzt wie in der Pril- Werbung und wir machen uns wieder auf den Weg zurück zum Wohnmobil.
Der Abend ist noch jung, es ist gerade mal halb 9, also entscheiden wir uns noch für eine kleine weitere Radtour zum Strand.
Kaum sitzen wir auf dem Fahrrad melden sich alle Knochen und protestieren lautstark gegen die neue aufgezwungene Bewegung.
Für einen Moment werden wir schwach, sollen wir es doch lieber sein lassen?
Der Schweinehund ist groß, aber nicht allmächtig.
„In den Schmerz, in den Schmerz!“ befiehlt meine Frau und so quälen wir uns den ersten Kilometer herum, danach geht es aber.
Weit wollen wir nicht, zum Strand reicht.
Kurz vor 9 erreichen wir den Strand und erleben einen tollen Sonnenuntergang.
Wir haben aber auch ein Glück mit dem Wetter, herrlich.
Das Wasser ist warm und so kann man gefahrlos bis zu den Knien im Wasser spazieren.
Wir radeln noch ein wenig am Strand herum, dann geht es zurück zum Wohni.
Am Strand entdecke ich nun auch ein Schild, dass Wohnwagen / Wohnmobilen und Bussen das Parken auf dem Strand zwischen 21 und 7 Uhr verbietet.
Aha, also doch, nun habe ich es schwarz auf weiß, oder besser weiß auf blau.
War ja auch nicht anders zu erwarten.
Schlafen und wild campen am Meer klingt zwar irre aufregend und romantisch, aber wenn das Schule macht und es allen erlaubt wäre, na dann Gute Nacht Marie, der Strand sähe lecker aus.
Nee ist schon richtig, dass es verboten ist. Für den einzelnen mit Sicherheit Schade, für den Erhalt der Natur aber leider unvermeidbar.
Wir sind ja nicht allein auf dem Planeten. .
Der Strand war bestimmt vor uns da und wird nach uns wohl noch da sein, wer sind wir, dass wir uns erlauben hierüber zu verfügen?
Zurück am Campingplatz wollen wir uns noch duschen und für die Nacht fertig machen.
Wir testen eine der Gruppenduschen aus.
Hier sind mindestens 2 Personen vorgeschrieben, man kann aber dafür den Wasch-/Duschraum von innen abschließen, ist quasi unter sich.
Wir probieren es aus, meine Frau meint allerdings, dass die Duschen der Damen bedeutend besser erhalten sind, als diese hier.
Mag sein, dass sie Recht hat, die Duschen der Herren sind auf jeden Fall vergleichbar.
Das Duschen kostet hier 5 statt 2 Kronen.
Na denke ich mir, dann wird es auch 5 statt 2 Minuten laufen, aber Pustekuchen!
Nach 2 Minuten ist Schluss.
Fazit: Da duschen wir wieder getrennt, kostet zwar dann min. 4 Kronen, dafür gibt es aber auch 4 Minuten Duschzeit.
Schade finde ich es für Familien mit kleinen Kindern.
Die Idee ist ja richtig, die Mütter können so unbesorgt mit ihren Kleinkindern duschen.
Aber dafür dann 5 Kronen zu verlangen finde ich eine Frechheit.
Tolles Familiencamp!
Nach dem Duschen sitzen wir noch ein wenig draußen, bis es dunkel wird und nur noch das Mückenlicht etwas Helligkeit spendet.
Dank WLAN auf dem Platz checke ich noch die neuesten News im Wohnmobilforum und hinterlasse meine aus Dänemark.
Ein ereignisreicher Tag ganz im Sinne des rollenden und vor allem muskelbetriebenen Fahrrades geht zu Ende.
Im Wohnmobil begutachten wir das Ergebnis des heutigen Tages: Sonnenbrand!
Ich sehe aus wir Mister Crabs aus „Sponge Bob“, zumindest im Gesicht und auf den Armen.
Auf den Füßen kann man wunderbar den Verlauf der Halteriemen meiner Öko- Schuhe (auch Jesus-Latschen genannt) erkennen, drumherum ist alles rot.
Um das Schauspiel perfekt zu machen, klappe ich mit den Fingern, die ich zu einer Krabbenschere geformt habe: „Klapp, Klapp, Klapp“!

