Dieser recht spezifische Beitrag soll euch nach Vitré einladen. 20km "vor" Rennes lohnt sich ein Abstecher.
Im vergangenen Jahr tingelten wir Ende Juni - Anfang Juli durch die Normandie und streiften die Bretagne. Bei einer France Passion Übernachtung auf einem von einem Ehepaar in den 70igern betriebenen Biohof mit parkartig angelegter Obstwiese. Wir fanden uns gegenseitig nett und erfuhren, eingeladen auf ein Gläschen auf der Terrasse unserer Gastgeber, nicht nur Interessantes über die Vorzüge des Bio-Anbaus, sondern auch die Besonderheit des Städtchens nebenan: Vitré. Am nächsten Morgen machten wir uns auf, recht früh, denn unsere Hündin Jette zählte gerade 5 Monate und was raus muss muss eben raus.
Wir parkten südlich unterhalb der Stadt, die oberhalb des Flusses Vilaine auf einem Felsen liegt. Als erstes begegnete uns ein historischer Waschplatz, ein liebevoll und gut instand gesetzter Ort zum Verweilen an einem Wehr unterhalb einer mächtigen Stadtmauer.
Die Straße führte uns zu einem (Park-)Platz vor einem imposanten burgartigen Schloss in bemerkenswert gutem Zustand.
Auf der anderen Seite ging es durch die meterdicke Stadtmauer in den Stadtkern. Anders als in den meisten Mittelalterlichen Städten, in denen man innen an der Stadtmauer entlanggehen kann, sind hier die Häuser direkt an die Mauer gebaut, nutzen diese sogar als Außenwand.
Und nun erwartete uns eine der hübscheste Altstädte, die ich besucht habe mit unzähligen Fachwerkgebäuden, die mit wunderbar herausgearbeiteten Details aufwarteten. Da die Geschäfte noch nicht offen hatten, hatten wir um halb 10 die Stadt fast für uns allein.
Gut zu erkennen ist die Ständerbauweise mit den vielen parallelen vertikalen Balken in engem Abstand. Einige der Gebäude reichen ins 13. Jahrhundert zurück.
In den Gassen sind die Ladenlokale mit inhabergeführten Geschäften besetzt. Es sind keine Touri-Geschäfte, sondern das was man für den Alltag braucht und wünscht und dazu Schönes. Besonders angetan hat es mir ein Seifengeschäft mit einer begeisterten und charmanten Inhaberin (leider ohne Bild aber hier:--> Link)
Neben den Holzhäusern gibt es auch viele Steingebäude oder "gemischte Konstruktionen". Trotz der unterschiedlichen Bauweisen ist die Altstadt in sich homogen und schlüssig. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie immer noch einfach von Menschen belebt wird und nicht zu einem Tourismus Kunstobjekt wurde.
Und wie immer sehen wir Komik
Mehr dazu gibt es auf Wiki. Die französischen Tourismusseiten sind lustig mit den teils kruden, vermutlich vor KI automatisierten Übersetzungen ins Deutsche.
Für uns bleibt Vitré eine besondere Entdeckung. Besucht einmal die schöne Stadt.

