Cap Frehel ist der nördlichste Punkt im Departement Cotes d'Amor zwischen den jeweils rund 50km Straßenkilometer entfernten StMalo und StBrieuc.
Wir haben den Ort eher zufällig auf einer unserer Tingeltouren durch die Normandie und Ost-Bretagne aufgesucht. Uns hat er wahre Glücksgefühle beschert. Es passte einfach alles zusammen.
Dass dieser Ort kein Geheimtipp ist wird sofort klar, wenn man sieht wie viele Autos und Busse dort anreisen können, auch wenn die Kapazität zurückgebaut worden ist. Es gibt auch einen ausgeschilderten Platz für eine Hand voll Wohnmobile. Wir reisten am 30.Juni abends an. Der letzte Tag vor den zweimonatigen französischen Ferien. Der Platz leerte sich und etwa 10 Fahrzeuge blieben um den Sonnenuntergang zu genießen. Über Nacht standen wir dort allein.
(Ich bin zwar nah an den Zaun gefahren aber das schiefe Schild habe ich nicht zu verantworten...)
Den Sonnenuntergang hinter dem Leuchtturm haben wir uns auch "gegeben" und da noch ein paar Menschen unterwegs waren flanierten wir einen Heideweg drum herum.
Alle wollen zum Leuchtturm, der kann zwar leuchten und ist hoch aber sicher nicht das eigentliche Highlight.
Die Heide blühte noch in wundervollen Farben, das Meer unter dem Wolkenlosen Himmel in der Abendsonne und frische duftende Luft - herrlich!
Dazu die spektakuläre Steilküste
Vom Parkplatz aus hinter dem Leuchtturm an einem kleineren Turm ist das Cap und da wollten alle Sonnenuntergangsanbeter hin.
Nach einer sehr ruhigen Nacht wurde es gegen 7:00 Zeit mit dem Welpen eine erste Runde zu gehen. Das Licht war noch schöner als am Abend zuvor und wir erkundeten die Gegend.
Es war erkennbar, dass es Zeiten gab, in denen die Menschen kreuz und Quer durch die Heide gestiefelt sein müssen. Jetzt gibt es eine klare Wegeführung, die minimal in das Ökosystem eingreifen soll. Überhaupt habe ich in den letzten Jahren den Eindruck gewonnen, dass uns die französische Gesellschaft in Diskurs und Veränderungsbereitschaft bezogen auf Naturschutz in einigen Bereichen meilenweit vorausgeeilt ist.
Die Wege sind mit einem Draht in ca 15cm Höhe gekennzeichnet - sowohl in der Heide als auch an der Steilküste. Bei uns in Deutschland würde man auf den Gedanken kommen, dass das zur Stolperfalle werden könnte. Ich finde das maximal dezent und freute mich über die offensichtlich weitgehende Einhaltung der Markierungen, was man dann auch an der Vegetation erkennen konnte.
Selbst für ein 3 Monate junges Kurzhaarcollie-Mädchen ist der Wegbegrenzungsdraht kein Hindernis.
Wer die Küste entlang wandern möchte ist mit festerem Schuhwerk gut bedient.
Zum Schluss noch ein Blick auf den Leuchtturm über die Heide.
Als wir Cap Frehel am ersten Juli, einem Samstagmittag nach unserer Morgenwanderung verließen hatte sich der Parkplatz bereits gefüllt, nur noch ein Stellplatz war frei und der vierte Reisebus parkte ein. Mann hatten wir es gut! Die Empfehlung lautet: Mai oder Juni.

