Also das ist jetzt mein Winter Projekt im Aufbau - "Work in Progress".
Das Ganze hier dreht sich schlussendlich um einen 200Ah LiFePo4 Akku, der den Aufbau mit Strom versorgt.
Er wird mit Solar geladen und wenn das nicht reicht, mit der Lichtmaschine.
Dafür hatte ich bisher im Transit einen Victron Orion für jede Richtung. Einzeln einschaltbar.
Der erste lädt entweder den Aufbau, oder der zweite versorgt die Starterbatterien (2x AGM) weil da die Standheizung dran hängt.
Das hat eigentlich gut funktioniert.
Meistens.
Weil, bisher hatte ich alle Kombinationen von "Lädt nicht" bis "entlädt Aufbaubatterie beim Fahren" und "Lädt doch super".
Fand dann mit wochenlangem Probieren heraus: der Orion Ladebooster lädt nur vernünftig, wenn ich beim Fahren das Licht einschalte.
Dann regelt die Lichtmaschine ihre Sollspannung so hoch, dass der Ladebooster überhaupt ordentlich funktionieren kann.
So hatte ich bisher etwa 25A Ladestrom. Wenn es nicht zu warm war.
Die Booster werden warm, und dann reduzieren sie ihren Ausgangsstrom. Das ging runter bis weniger als 18A.
Was ich auch noch gemacht habe: man kann den Booster umstellen auf eine Art "Netzteil" mit konstanter Ausgangsspannung.
Hab dann mal 14.2V eingestellt und siehe da, mit eingeschaltetem Fahrlicht floss plötzlich richtig Strom.
Ich glaube auch, dass meine Verbindungsleitungen vom Booster zu den Batterien ungünstig verlegt waren.
Zu dünn und/oder am falschen Massepunkt. Ich hatte irgendwie an 30A für den Booster geglaubt. Am Eingang.
Ich kann mir auch auch vorstellen, dass bei Spannungen über 14V der Wirkungsgrad drastisch runter geht.
D.h. der Booster wird zu schnell zu warm und regelt den Eingangsstrom runter.
D.h. hier muss man auch auf die Eingangsspannung schauen.
Also wollte ich alles mal richtig dick verdrahten und gleich mal drei von den Boostern einbauen. So der Plan.
Bild 1:
Das soll alles in den Schrank. Und noch der CTek Lader... der ist grad im Auto.
Bild 2:
Bei mir steht der Elektokasten direkt hinter dem Fahrersitz.
Der Tisch muss an dem Schaltschrank vorbei schwenken. Der Fahrersitz muss teilweise dran vorbei.
Wenn er ganz nach hinten geschoben und geneigt ist.
Im Bild ist die Absorber Kühlbox. Die muss rein passen, weil zu zweit geht es nicht anders.
Alleine fahre ich jetzt mit einer ENGEL, und ja, das sind Welten.
Einfach super, das Ding. Kann ich eingeschaltet am Lithium Akku einfach vergessen. Bei dem geringen Stromverbrauch.
Bild 4:
Einbau aller Teile und erste Tests unter Last. Hatte an 3x30A gedacht und fand das schon recht sportlich.
Mein 2018 Transit hat 3 Kunden Zugangspunkte mit je max. 60A . Die werde ich alle verwenden. Dachte ich.
Eigentlich hatte ich geglaubt, dass bei 13.5V an den AGMs und 13.5V am Lithium, der Booster kaum Verluste haben sollte. Falsch gedacht.
Im Betrieb gehen die AGMs runter auf 12.2V. Wegen der Euro6 Lichtmaschinen Geschichte (SRC).
Und ich muss am Booster Ausgang 14.2V einstellen. Damit Strom fließt.
Mit diesen Randbedingungen gibt es drastisch andere Ströme, von der Starterbatterie zum Booster.
Jetzt in der Werkstatt sehe ich 44 Ampere. Pro Booster. Weil, angenommen, im Fahrbetrieb schaltet die Lichtmaschine aus.
Dann fällt die Startbatterie auf 12.2V - gleichzeitig zieht jeder Orion deshalb mehr Strom.
Hab also meine "Starterbatterie" auf der Werkbank mal auf 12.4 V einbrechen lassen und dann den
Strom von der Starterbatterie zum Booster gemessen. Stromzange. 3x45A wären 135A.
Also 135A... äh - nein das wird nix.
Weil jetzt wird's blöd. Wenn das SRC die LiMa abschaltet, dann müssen die armen Blei AGMs herhalten, bis die LiMa wieder angeht.
Das machen Starter Batterien nicht lange. Für solche zyklischen Lasten sind die gar nicht gebaut.
Also hab ich zurückgesteckt und versuche es im Moment mit zwei Orions für den Aufbau. Das sollte klappen.
Sind einzeln schaltbar und so kann ich mich ran tasten.
Der dritte Orion für die SB (im Stand, bei Nacht) bleibt. Der funzt prima.
Was mir auch noch aufgefallen ist. Ursprünglich hatte ich die Schwelle für die Eingangsspannung vom Orion auf mindestens 12.8V gesetzt. Damit er den Aufbau nicht mehr lädt, wenn der Diesel nicht läuft (Motor- Aus Erkennung). Dann kam eine Menge Probieren und lernen. 20000km. Und nun ist, für mich, die "Motor Aus Erkennung" zu einer "Starter Batterie wird nicht geladen Erkennung" geworden. Es spielt eigentlich keine Rolle, ob die SB nicht geladen wird, weil der Motor aus ist. Oder weil das SRC die LiMa abschaltet. Was zählt ist, dass die AGMs den Ladestrom für den Aufbau liefern müssen. Und das will ich so nicht haben.
Bild 5:
Wichtig war auch so ein billig Sensor für die Batteriespannung, mit Handy App.
Hab einen an der Starterbatterie und einen am Aufbau (Bild 4). Ohne bin ich blind. Man sieht nicht, was die Lichtmaschine macht.
Und auch nicht, wie voll oder leer die Aufbaubatterie so über den ganzen Tag ist. Bis maximal 15 Tage in die Vergangenheit.
Das hat mir sehr geholfen. Zu verstehen, wie das alles zusammen spielt.
Was auch echt geholfen hat. Ich habe den Votronic Shunt, mit dem Votronic Bluetooth Modul und der App.
Da sehe ich beim Fahren im Handy, wieviel Strom in den Akku rein oder raus geht.
Und die Spannung vom Aufbau und der Starterbatterie. Das war glaube ich der eigentliche Augenöffner.
Fahrlicht an, und alles funzt. Der Punkt war, dass ich Ladestrom, Aufbau und Starterbatterie permanent im Augenwinkel sehen konnte.
Dann ging mir das Licht auf bzw. AN. Als ich durch einen Tunnel gefahren bin...
Im Bild sieht man den Aufbaubatteriemonitor neben dem Lüfter. Es gibt auch noch einen Votronic Shunt, den Victron Batterie Monitor,
einen Victron Shunt für den Strom von der Starterbatterie und den Batteriesensor für die Starterbatterie.
Bild 6:
Wird langsam voll hier.
Bild 7:
Bin kein Fan von den Sicherungsautomaten. Die haben teilweise untragbare Übergangswiderstände.
Hab mal mehrere hundert Millivolt Spannungsabfall gemessen. Das geht gar nicht. Aber als Schalter sind die irgendwie praktisch.
Mit den runden Schaltern direkt hinter dem Sitz kann ich alles schalten, ohne aufzustehen.
Wenn ich z.B. die Kühlbox oder einen Ladebooster vergessen habe.
Und komme auch von innen an die Schalter. Dazu schiebe ich den Sitz nach vorne,
das hat bisher gut funktioniert.
Bild 8:
Die Lüfter sollen die Warmluft durch die Löcher raus schaufeln.
Weil, mein letzter Elektrokasten wurde als Ganzes belüftet. Das war im Sommer nicht genug.
So. Das waren erste Bilder. Es fehlt noch ein Schaltplan und die Messergebnisse. Dann der richtige Einbau ins Auto. Mit Verkleidung und Ladungssicherung für den Akku.
Aber der Winter ist ja noch lang. Bin mal gespannt, ob der ganze Aufwand etwas bringt.
Grüße,
Hendrik

