aqua
hubstuetzen
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Estland - Insel Hiiumaa


dietmardd am 07 Mär 2024 21:15:51

Neben der viel bekannteren Insel Saaremaa, die wir auch schon zweimal besuchten, liegt nördlich davon gleich daneben die Insel Hiiumaa. War schon einer von Euch auf dieser Insel und kann berichten?

Vom Festland geht eine Fähre nach Hiiumaa, aber die soll angeblich keine LKW übersetzen, wobei hier LKW nicht näher definiert worden war, also welche Länge und Gewicht. Kann man mit dieser Fähre mit unserem Wohnmobil 4,5 t übersetzen oder fällt unser Womo größen- bzw- gewichtsmäßig unter LKW?

Eine kleine erlebte Anekdote: Auf der sehr dünn besiedelten Insel Saaremaa (bis auf Arensburg fast menschenleer) kamen wir mit einem Einheimischen ins Gespräch. Er sagte uns, dass es für ihn auf Saaremaa zu viel Trubel gäbe und er deshalb auf die Insel Hiiumaa umsiedeln wolle.

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

peenekajak am 17 Mär 2024 10:40:58

Etwas kleiner und ruhiger wie Saaremaa , Natur und Landschaft ähnlich .
Zumindest wir haben auf der Fähre Womo mit 3 Achsen , Reisebusse und Lkw 7,5 t gesehen .

viel Spass

trevor2 am 17 Mär 2024 20:03:11

Tere,
habe länger hier nicht reingeschaut.
Klar kannst Du mit Deinem 4,5t Womo von Rohuküla (Festland, 8km von Haapsalu) nach Heltermaa auf Hiiumaa übersetzen. Die Fährüberfahrt buchst Du am besten vorher als e-Ticket, da die Fähre nicht so oft am Tag fährt wie unsere Saaremaa-Fähre und daher besonders im Sommer mehr Andrang herrscht. Die Fährgesellschaft lautet 'Praamid' und die Webseite --> Link Du kannst mit Kreditkarte bezahlen.
Zwischen Sõru (Süden Hiiumaa's) und Triigi (Norden Saaremaa's) verkehrt eine sehr viel kleinere Fähre, die man über --> Link (Reederei Kihnu Veeteed). Da werden zwar auch LKWs mit transportiert, aber evtl. haben die jetzt Einschränkungen für große Womos eingeführt??? Vor paar Jahren sind Freunde von uns mit ihrem Expeditionsmobil problemlos mitgefahren. Hier gilt es auch in jedem Fall, rechtzeitig ein E-Ticket vorzubuchen.

Hiiumaa ist eine zauberhafte Insel, lange noch nicht so touristisch erschlossen wie Teile Saaremaa's. Mehr Natur, weniger Shops, wenige Restaurants, etc. Kärdla, der Hauptort ist sehr beschaulich. Dort könnt Ihr am Hafen (estn. Sadam) auf einem tollen Stellplatz direkt bei den Yachten stehen - mit sauberem Wasser (nicht eisenhaltig, nicht salzig) und herrlichem Sonnenuntergang. Ein weiterer wirklich fantastischer CP mitten in der Natur ist 'Randmäe Puhketalu' - traumhaft gelegen auf der Tahkuna-Halbinsel (Tahkuna poolsaar) im Norden der Insel direkt am Meer, mit viiiel Platz für jeden, aber meistens wenigen Gästen. Sauna, u.a.m. Und eine supernette deutschsprechende Betreiberin mit ihrer ebenso herzlichen Familie. Wir waren früher jedes Mal dort für ein bis zwei Wochen. Von dort kann man sehr gut Fahrradtouren in alle Richtungen machen.

Wenn Ihr von dort rechts auf die Straße abbiegt, kommt Ihr nach paar Kilometern zum 'Mihkli Talumuuseum', einem Mini-Freilichtmuseum, total nett und spannend anzusehen! Wenn Ihr weiterfahrt kommt Ihr auf die Hauptstraße, an der Ihr auf einem Fahrradweg nach Kärdla fahren könnt (von Randmäe aus ca. 18km). Auf dem Weg dorthin kommt Ihr rechts am 'Risti Mägi' (=Kreuzberg) vorbei, dem estnischen Pendant des litauischen 'Berg der Kreuze'. Dieser hier aber ganz unscheinbar und die Kreuze überall im Wald aus allen möglichen Naturmaterialien, die man dort finden kann. Höchstens ein Auto mit Devotionalienverkauf auf dem Parkplatz. An diesem 'Ristimägi' könnt Ihr sofort (wenn Ihr auch in Siauliai wart) den Unterschied zwischen LitauerInnen und EstInnen erkennen... ;D

Wenn Ihr vom CP Randmäe links abbiegt auf die Straße, kommt Ihr nach 8km zum Leuchtturm von Tahkuna. Einem sehr beeindruckenden Vertreter seiner Spezie. Davor direkt vorne am Meer das für mich beeindruckendste Mahnmal für den Untergang der Estonia im September 1994. Es ist den vielen Kindern gewidmet, die damals mit ertranken. Es ist eine Glocke mit vier Kindergesichtern in jede Himmelsrichtung, die in einem Gestell so aufgehängt ist, dass sie nur ertönt, wenn der Wind aus derselben Richtung wie damals mit derselben Windstärke bläst. Ich war schon sehr oft dort, es ist jedes mal wieder ergreifend! Nur nicht, wenn irgendwelche dämlichen Touries meinen, da einfach mal dran bimmeln zu können... :roll: :twisted:

Um bei Leuchttürmen zu bleiben, auch der Kõpu-Leuchtturm auf der nächsten poolsaar (Halbinsel) ist unglaublich beeindruckend. Ganz anders, Tahkuna ist aus Eisen, Kõpu aus Stein und sehr viel größer. Der älteste noch aktive Leuchtturm Europas, meine ich??? Auf jeden Fall lohnt es sich hier besonders hochzukraxeln! Auf dieser poolsaar gibt es noch den kleinen Leuchtturm in Ristna ganz am Ende der poolsaar. Gegen die beiden anderen klein und beschaulich. Daneben gibt es wie auch in Tahkuna und Kõpu ein Café.
Wenn Ihr weiter auf der Hauptstraße Richtung Süden fahrt, kommt Ihr direkt an Reigi vorbei, wo der etwas 'verrückte' Jaan sein kleines Reich aufgebaut hat. Nicht nur für Kinder ein toller Ort. Begonnen hat er damals mit dem Bau eines 'Mini-Eiffelturms, um eine Frau zu beeindrucken. Dann kamen im Laufe der Zeit immer mehr Gebäude dazu. Er baut Schaukelstühle aus Wacholder, usw. Einfach mal hinfahren, man kommt aus dem Schmunzeln nicht raus... :wink:

Und mein letzter Sihtseeing-Tipp für Hiiumaa ist das Heimatmuseum in Kärdla. Sehr informativ über die bewegte Geschichte der Insel über die Jahrhunderte.
Kleiner kulinarischer Tipp am Rande für Kärdla: der Imbiss am Markt mitten in Kärdla, unweit der Touristinfo. Selbstgemachte Joghurtknoblauchsauce zu leckeren Pommes und für Fleischesser ein sauleckeres Schaschlik. Wir kehren immer dort ein, wenn wir auf der Insel sind. :ja:

Allerletzter Tipp für Hiiumaa. Wenn Ihr am dritten WE im Juli Zeit habt und Folkmusik liebt oder die 'estnische Seele' kennenlernen möchtet, fahrt zum Hiiu Folk. Ein kleines beschauliches Folkfestival an fantastischen Locations mit spannenden Konzerten, Workshops, etc. Dann aber unbedingt vorher die Fähre buchen. Das Festival geht von Donnerstag bis Sonntag. Es lohnt sich absolut!!! Wir waren schon oft dort...

Auf jeden Fall eine wunderschöne Zeit auf Hiiumaa!
Ihr findet viele Tipps und Reiseberichte zu Hiiumaa auf unserer Homepage. Wir waren 2014, 2016, 2017, 2018 und 2019 dort und werden auch zukünftig sicher wieder regelmäßig zum Folkfestival fahren, sobald wir unser Zuhause auf Saaremaa fertig eingerichtet haben.

Anzeige vom Forum


dietmardd am 27 Sep 2024 19:23:44

Wir sind gerade aus Estland zurück. Wir sind in Südestland eingefahren und dann im Osten am Peipussee hoch und dann an der Ostseeküste zurück mit einer Woche auf der Insel Hiiumaa.

Das Zauberwort in Estland ist RMK (siehe Internet). Das ist die staatliche Forstverwaltung. Diese ist zuständig für viele gut markierte Wanderwege, schöne kostenlose Waldparkplätze und gut ausgebaute Bohlenwege für Moorwanderungen. Vor Jahren war Trinkwasser ein Problem im Baltikum. Bei Interpretationszentren des RMK gibt es meist einen Trinkwasserhahn. Interpretationszentren sind bemannte RMK-Häuser, oft mit kostenlosen Ausstellungen und mit vielen meist kostenlosen Wanderkarten. Nur die 3 Karten von Hiiumaa kosteten zusammen 3 EURO.

Estland ist ein Paradies für Wanderfreunde und Pilzfreunde, besser als alle anderen Länder des Baltikums und Europas.

Pilze gibt es aber nur zu bestimmten Zeiten und nur im Süden und Osten, nicht in anderen Gegenden und in diesem Jahr nur im August. Die Einheimischen sammeln nur Pfifferlinge (zum Verkauf). Wir haben einmal über 3 Kilos von nur 20 Quadratmetern geerntet. Wie waren nur auf offiziellen Wanderwegen unterwegs, nicht außerhalb der Wanderwege. Trotzdem und gerade deshalb fanden wir Unmegen Pilze, oft direkt auf dem Weg oder gleich daneben. Warum? Weiter im Waldinneren ist oft sehr hohes Moos, Heidelbeer- und anderes Kraut. Da wachsen kaum Pilze. Wir hatten 15 große Mittagessen und 7 Abendessen und der Rest landete im Tiefkühlfach.

An der Ostsee und auf der Insel H. haben wir jede Nacht direkt am Wasser gestanden, manchmal an einer der vielen kleinen Häfen. So etwas geht in Schweden nur selten.

Allgemeine Infos:
Die Preise sind seit den letzten Malen stark angestiegen und liegen jetzt auf dem Niveau von Schweden, nur einige wenige Sachen sind billiger (Diesel um 1,45, Industrieeis aus der Kaufhalle (die billigsten Sahneeise sind die Besten). Kugeleis in einer Eisbar liegt bei 3,50 und extrem teuer sind Gaststätten geworden.

Leider gibt es vor allem im Süden sehr viele fliegende Vampire, die sehr aggressiv sind. Autan hilft gar nicht, Anti-Brumm nicht langer als ca. 30 Minuten. Die Moskitos stechen durch T-Shirts hindurch. Deshalb sind dicht gewebte Hemden und ebensolche lange Hosen sehr empfehlenswert. Im Süden sind auch Hüte mit Gaze empfehlenswert. Die gibt es in Sportläden für 60 EURO, auf Nachfragen für 20 EURO und auf dem Lande für 4,50 EURO.

Wer auf Kultur steht: Es gibt viele schöne Herrenhäuser, Burgruinen der Ordensritter und Backsteinkirchen. Burgen und Kirchen dieser Art von ca. 1200. Tallinn ist (nur das historische Zentrum) sehr empfehlenswert, aber am Standrand parken und mit dem ÖPNV reinfahren. Tartu - eine weitere Großstadt war europäische Kulturhauptstadt, lohnt sich aber m.E. nicht.

Es ist von Vorteil, wenn man möglichst autark ist, zumindest energetisch. Wir standen kein einziges Mal an einer E-Säule. Die RMK-Plätze waren ohne sonstigen Service außer Trockenklos. Es gibt nur wenige Campingplatze, die meist sehr teuer sind: 40...55 Euro pro Nacht zuzüglich meist 3 Euro für Strom und auch die Duschen kosteten extra.

Sprachliche Verständigung: Fast alle Esten unter 45 Jahren sprechen gut Englisch, in Tallinn oft auch Deutsch.

Fazit: Für Wanderfreunde ist Estland super.

trevor2 am 27 Sep 2024 21:32:45

Tere teile kõigile, tere Dietmardd

wir waren ja auch in Estland diesen Sommer und haben einiges ganz anders wahrgenommen als Du.

Zuerst, es gibt genug CP in Eesti - ich weiß nicht, woher Du das nimmst, dass es in EE nur sehr wenige CP gäbe???

Und die Preise für CP sind in diesem Jahr zwar teurer geworden (Strom, Gas, Steuern, u.a.m. sind in EE deutlich gestiegen, zum nächsten Jahr wird die Mehrwertsteuer nochmal angehoben auf 24%), aber ich habe solche Preise, die Du nennst, noch nirgendwo in EE gesehen oder erlebt.
Den teuersten Preis in diesem Jahr erlebten wir auf dem 'de luxe'-CP 'Solar Camping' in Lemmetsa bei Pärnu mit € 39,- für Womo mit 2 Personen (inkl. Strom, W-LAN, erstklassigem Sanitär, Ver- und Entsorgung, U.a.m.). Absolut gerechtfertigter Preis für diesen fantastischen CP! Ansonsten bewegten sich die Preise zwischen € 15,- und € 25,-. Strom, Sanitär und W-LAN gehören in EE zur Standardausstattung eines CP, sprich dafür muss man nichts extra zahlen.

Achja, um es nochmal zu sagen, RMK-Plätze sind NICHT für Wohnmobile konzipiert und es wird aufgrund der überhandnehmenden Freisteher dort in den nächsten Jahren auch Konsequenzen geben. Sie werden als Folge der Entwicklung der letzten Jahre dort nur noch sehr begrenzt oder garnicht mehr stehen dürfen. Das ist absolut berechtigt, wenn man erlebt, wie sich viele (vor allem Deutsche!) dort verhalten. Stellen sich einfach ganz vorne ans Meer (wo eigentlich die Zelte stehen), hinterlassen ihren gesamten Müll in den Mülleimern, kippen ihre Chemietoiletten ins Trockenklo (was dazu führt, dass das Trockenklo damit 'tot' ist und an anderer Stelle wieder ganz neu aufgesetzt werden muss). Und, und, und ...

Ich kenne viele im Tourismus Tätige in Estland und weiß, wie knapp sie mit Geld sind - nach vier Jahren mit kaum bis gar keinen Gästen. Deshalb reagiere ich sehr allergisch auf solche Freistehermentalitäten (Geiz ist geil!) und auf solche negativen Berichte. Vielleicht fährst Du zukünftig besser nach Schweden oder sonstwohin?!

Sorry, das musste jetzt mal raus.

Trollo am 27 Sep 2024 23:33:33

…..danke Trevor! :top: , Du schreibst mir aus der Seele.

Wie sehen das genauso und waren bereits 8 x in den 3 baltischen Ländern jeweils mehrere Wochen unterwegs (seit 2009).

Gruß

Michael

veop2 am 29 Sep 2024 16:13:16

Zunächst danke an die Trevor2 Crew für die zahlreichen, kompetenten Informationen!
Auch dietmardd danke für die Mühe des Berichtens! Allerdings:
dietmardd hat geschrieben:Die RMK-Plätze waren ohne sonstigen Service außer Trockenklos. Es gibt nur wenige Campingplatze, die meist sehr teuer sind: 40...55 Euro pro Nacht zuzüglich meist 3 Euro für Strom und auch die Duschen kosteten extra.

Kann man m.E. nicht so stehen lassen. Wir sind gerade in Kroatien und können die von Dir aufgerufenen Preise nachvollziehen. Für Estland stimmt das ganz sicher nicht. Wir waren bisher 3x im Baltikum, zuletzt im Sommer 2024. Bezogen auf Hiiumaa gibt es nur 2 Camping/Stellplätze, die für motorisierte Reisende gedacht sind. Die liegen in Ihren Preisen deutlich niedriger! Beide sind an Marinas gelegen. Die übrigen Plätze sind, wie Du richtig schreibst, Plätze der Forstverwaltung, die ursprünglich für Reisende mit Muskelkraft und Zelt gedacht sind. Die Ausstattung der Plätze orientiert sich daran und ist perfekt gepflegt und organisiert.
Es gibt
-Trockenklos
-Müllentsorgung
-Grillpätze
-überdachte Pcknicktische
-regelmäßig nachgefüllte Holzvorräte
Alle diese Services werden täglich gewartet und ist für die Nutzer kostenlos

Auch die Esten sind zunehmend motorisiert und beteiligen sich an den dadurch entstehenden Problemen. Die Forstverwaltung hat in den letzten Jahren mit Augenmaß reagiert und hat die ursprünglich frei zugänglichen Waldareale in Camping und Parkplätze unterteilt. D.h. durch bauliche Maßnahmen (große Steine, massive Holzbalken) das Einfahren in den Wald verhindert. Das ist leider sicher notwendig, ist aber nicht (nur) den ausländischen Wohnmobilisten geschuldet. Auch die Esten gehen leider nicht immer sorgsam mit ihrer Natur um. Schon vor 3 Jahren haben wir auf unserem (immer noch frei zugänglichen) Lieblingsplatz gesehen, dass drei estnische Wohnmobile sich mit Säge und Axt genügend Raum für ihre großen Gefährte schafften.

Übrigens:
Woran unterscheidet man einen estnischen von einem deutschen Wohnmobilisten?
Der Este parkt und sucht den Holzstapel. Der Deutsche parkt und sucht die Steckdose :wink:
:wink: :wink:

Trollo am 29 Sep 2024 16:41:58

Auf Hiiumaa gibt es (von dem RMK Plätzen abgesehen) mindestens 7 superschöne Camping- bzw. Stellplätze (die ich kenne, wahrscheinlich sinds noch mehr) von 10 bis 30 EUR pro Nacht.

Sowohl in Estland als auch in Lettland und Litauen gibt es jede Menge wunderschöne und kostengünstige Campingplätze für Wohnmobile und Wohnwagen.

……..übrigens: nachdem der Deutsche geparkt hat wird vor der Stromsuche als erstes die SAT Schüssel ausgefahren und bei schlechtem Empfang erstmal umgeparkt :lol: :roll: (so meine unmaßgebliche Erfahrung) :lach: :mrgreen:

Gruss

Michael

veop2 am 29 Sep 2024 17:21:21

Trollo hat geschrieben:Auf Hiiumaa gibt es (von dem RMK Plätzen abgesehen) mindestens 7 superschöne Camping- bzw. Stellplätze (die ich kenne, wahrscheinlich sinds noch mehr) von 10 bis 30 EUR pro Nacht.

Da kennst Du dann mehr :ja: :ja:
Kennst Du auch einen mit Grauwasserentsorgung? Bislang sind wir nämlich der Meinung, dass es auf der ganzen Insel keinen einzigen gibt.

trevor2 am 29 Sep 2024 17:39:54

Mein absoluter Favorit-CP auf Hiiumaa ist und bleibt 'Randmäe Puhketalu' in Mangu im Norden auf der Tahkuna poolsaar. Supernette und engagierte Betreiberfamilie, Anne spricht sogar deutsch. Dort kann man auf der Wiese direkt am Meer stehen oder geschützt hinter/zwischen den Bäumen auf einem riesigen Gelände. Voll habe ich diesen Platz noch nie erlebt!

Von dort kann man übrigens prima Fahrradtouren unternehmen, zB. nach Tahkuna (8km) oder in den Hauptort nach Kärdla (ca.20km) mit Abzweig zum klitzekleinen, aber mit Herzblut geführten 'Mihkli Talumuuseum' und später noch ein Abstecher zum 'Risti Mägi' (dtsch. 'Berg der Kreuze', estnisches Pendant zum litauischen Berg der Kreuze bei Šiauliai), an dem man sehr gut die estnische 'Seele' und den Unterschied zu den LitauerInnen erkennen kann. ;)

Zwei sehr gerne von uns besuchte Stellplätze an Marinas auf Hiiumaa sind Orjaku (im Süden der Insel, nahe der Kassari poolsaar im Südosten der Insel) und in Kärdla, dem Hauptort der Insel im Nordosten beim neu angelegten Sportboothafen.

Was die campenden EstInnen angeht, ja, sie haben die Womos entdeckt, bzw. fangen immer mehr an, es sich leisten zu können. Oft sind es in D ausgemusterte alte Fahrzeuge oder geliehene. EstInnen haben einen absoluten Sinn für die Natur. Wir wohnen auf Saaremaa unweit zweier 'Hotspots' für Freisteher, die in der Hauptsaison (07+08) auch fast jeden Tag/Nacht besetzt sind. Wenn dort eine estnische Familie mit WoWa oder Womo übernachtet, siehst Du nichts mehr am nächsten Tag, wenn sie weg sind. Hingegen hatten wir es in diesem Sommer zweimal, dass dort Deutsche übernachtet haben, dabei illegale Feuerstellen eingerichtet haben (absolut verboten, höchste Stufe Naturschutz), darin lagen einmal auch noch leere Bierdosen, benutzte Alugrillschalen, usw. Als ich am nächsten Mittag hinkam, flog mir außerdem schon benutztes Toilettenpapier entgegen, oberekelhaft! Weitere Einzelheiten erspare ich Euch. Eine Riesensauerei!!! Wir wissen das Kennzeichen und sollten wir diese Menschen nochmal dort erwischen, werden sie von uns angezeigt.

So etwas erlebst Du nicht mit EstInnen. Sie haben viel mehr Achtung vor der Natur - von jung bis alt!

trevor2 am 29 Sep 2024 17:40:45

Natürlich gibt es die Grauwasserentsorgung. In Randmäe. S.o.

Trollo am 29 Sep 2024 21:53:18

….. wir konnten bisher auf jedem Campingplatz in allen der 3 baltischen Länder unser Grauwasser entsorgen, nachdem wir dort übernachtet haben, auch auf der Insel Hiiumaa.

Ist doch wohl normal, oder?

Gruß
Michael

veop2 am 29 Sep 2024 22:12:23

Trollo hat geschrieben:Ist doch wohl normal, oder?

Aha? Meine Erfahrungen sind andere.

Trollo am 29 Sep 2024 22:46:46

Das wundert mich wirklich, das sind echt unterschiedliche Erfahrungen. Auf welchen Campingplätzen, auf denen Ihr übernachtet habt, konntet Ihr denn kein Grauwasser entsorgen?

Das haben wir im Baltikum seit 2009 noch nie erlebt.

Gruß

Michael

trevor2 am 30 Sep 2024 08:28:05

Ich erinnere mich nur an ein einziges Mal in den 10 Jahren, wo wir kein Grauwasser entsorgen konnten. Das war auf dem damals (2016) gerade neu eröffneten Stellplatz an der Marina in Kärdla. Wie das dort mittlerweile ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht???
Ansonsten gehört Grauwasserentsorgung selbstverständlich zu jedem CP, den wir angefahren sind in den 10 Jahren - und das waren etliche... ;)

BikeAir am 30 Sep 2024 08:34:45

In Estland hatten wir mindestens 2 Plätze, wo man kein Grauwasser entsorgen konnte, einer war in Jurkalnes, direkt am Meer. Wir haben im Balkikum auch etwa 50% frei gestanden, was völlig legal, überhaupt kein Problem war. Das waren die schönsten Plätze überhaupt. Eigentlich wollten wir über Hiiumaa nach Tallin fahren, aber die Fähre fährt, anders als die nach Saaremaa, nur 1 x am Tag (Abends) und muß vorher gebucht werden.
Insgesamt waren wir 3,5 Wochen im Balikum, was viel zu kurz war, aber wir kommen wieder, es war herrlich.

Grüße

trevor2 am 30 Sep 2024 09:35:34

Hallo Bike Air,

schön zu hören, dass es dir gut gefallen hat.

Ein paar Sachen muss ich noch richtigstellen.

Jurkalnes ist in Lettland, nicht in Estland.

Es gibt zwei Fähren nach Hiiumaa, eine von Saaremaa aus (veeteed.ee, Triigi-Sõru), die fährt ca. viermal am Tag in der Hauptsaison, später dreimal. Und eine vom Festland direkt nach Hiiumaa (praamid.ee, Rohuküla-Heltermaa), die fährt ca. fünfmal im Sommer hin und her, später dreimal.

Das Thema 'Freistehen' hatten wir ja schon öfter angesprochen. Da es immer mehr (deutsche) CamperInnen gibt, die sich NICHT benehmen, werden die Regeln irgendwann - genauso wie ja bereits in Norwegen, Island, u.a. - geändert. Wir ALLE haben es in der Hand, dass es dazu im Baltikum nicht kommen muss!!!

BikeAir am 30 Sep 2024 13:03:49

trevor2 hat geschrieben:Jurkalnes ist in Lettland, nicht in Estland.

Na klar, wie konnte mir das nur passieren :)

trevor2 hat geschrieben:Es gibt zwei Fähren nach Hiiumaa, eine von Saaremaa aus (veeteed.ee, Triigi-Sõru), die fährt ca. viermal am Tag in der Hauptsaison, später dreimal. Und eine vom Festland direkt nach Hiiumaa (praamid.ee, Rohuküla-Heltermaa), die fährt ca. fünfmal im Sommer hin und her, später dreimal.

Also wir waren am 7. August am frühen Mittag dort. Da war niemand, Büro / Bude geschlossen, auch keine Fähre zu sehen, ein Schild sagte 18 / 19:00Uhr?? Auch der Onlinefahrplan gab nicht mehr als die eine Verbindung an diesem Tag her.

trevor2 hat geschrieben:Das Thema 'Freistehen' hatten wir ja schon öfter angesprochen. Da es immer mehr (deutsche) CamperInnen gibt, die sich NICHT benehmen, werden die Regeln irgendwann - genauso wie ja bereits in Norwegen, Island, u.a. - geändert. Wir ALLE haben es in der Hand, dass es dazu im Baltikum nicht kommen muss!!!

Ja sowas ist tatsächlich schlimm, sollet aber m.E nicht zu einer Grundsatzdebatte ausarten. Ich persönlich habe noch keinen gesehen, der sich nicht benommen hätte und da wo wir wegfahren, liegt eher weniger rum, als mehr. Aber ich fand auch, dass sehr sehr wenig los war, nur die Städte waren gut besucht, bzw. voll (Tallin)

Grüße

dietmardd am 01 Okt 2024 02:29:50

Wir waren Mitte August, Anfang September dort. Wie schon geschrieben, fahren vom Festland jeweils ca. 5 Fähren am Tag. Wir haben ca. 20 EURO bezahlt. Es gibt eine grüne und eine rote Fähre. Die Abfahrtzeiten vom Festland und von der Insel sind gleich, d.h. die beiden Fähren begegnen sich auf halber Strecke.

Die Fähren sind am Freitag Nachmittag und Abends und am Sonntag Abend recht voll und angeblich teurer, also an diesen Zeiten rechtzeitig buchen. Die Einheimischen von der Insel haben einen Spartarif.

In den Häfen haben wir Tafeln mit den Abfahrtzeiten gesehen. Aber es war tatsächlich kein Personal zu sehen. Aber es gab ordentliche WCs und Warteräume.

Die Buchung erfolgt über Smartphone bzw. Internet, wie auch von D nach Schweden. Wenn man gebucht hat, öffnet sich die Schranke durch Erkennung des poliz. Kennzeichens. Das ist also einfacher und schneller als von D nach Schweden. Man braucht also nicht anzuhalten.

Wir haben in Estland keine freistehenden Wohnmobil-Vandalen gesehen. Die Müllbehälter an den RMK-Plätzen waren nie überfüllt. Alles sehr ordentlich. Nicht so marode wie oft in D. Die RMK-Plätze waren keine Zeltplätze, sondern Parkplätze. Es gab aber etliche kostenlose Zeltplätze, sogar in Naturschutzgebieten, mit großen Kaminen und trockenem Feuerholz, auch mitten auf Wanderwegen.

Bis auf einen RMK-Platz für eine Moorwanderung gab es nie Platzprobleme beim Parken. Manchmal waren nur wir und manchmal ein zweites Womo bei Platz für 6 und mehr Womos und Nachts gab es fast keine PKWs, außer einigen, wo im PKW übernachtet wurde.

Im Vergleich zu vergangenen Jahren haben die Womos zugenommen, aber kein Vergleich zu West- und Südeuropa. Es gab erstaunlich viele Miet-Womos aus Estland, damals hatten wir noch keine gesehen.

Auf der Insel H. hat fast jedes Dorf einen kleinen Hafen, wo man direkt am Wasser übernachten kann. Einige wenige Marinas hatten auch Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten und eine Gaststätte. Am letzten Augusttag wird das Sommerende gefeiert - durch große Holzfeuer und in unserem Fall auch mit einem Einmannkonzert in der Gaststätte.

Die Entsorgung von Grau- und Schwarzwasser ist im Baltikum außerhalb von CPs nicht so einfach, aber möglich. Allerdings sind im Baltikum im Garmin keine Servicepunkte zu finden. Aber an manchen Marinas, vor CPs und an einigen Rastplätzen für LKWs gab es Entsorgungsmöglichkeiten. Schließlich müssen die Jachten und LKWs ihre Toiletten auch entsorgen.

Nach unserer Einschätzung ist Estland das beste Wanderland in Europa, zumindest für Rentner, da das Land sehr flach ist und dadurch die Wanderwege gut begehbar und nicht so Stock- und Stein sind wie in Schweden. Es gibt viele gut markierte Wanderwege des RMK in Estland, in H. nur einige. Es gibt in Estland etliche Moorwanderwege mit sehr soliden Bohlenwegen.

Im Baltikum können bis auf die Russen fast alle Einheimischen unter 45 Jahren Englisch. Eine Verständigung ist also kein Problem.

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Reise nach Saaremaa im Sommer 2024
Erfahrung mit Mietcamper im Baltikum
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt