2Greyhoundsontour am 01 Jun 2024 08:53:32 Der Himmel weinte, als wir Dawson City verließen. Wir holten uns noch schnell für das Mittagessen ein Sandwich, da unsere Vorräte aufgrund der geplanten Einreise nach Alaska nahezu verbraucht sind. Anschließend stellten wir uns bei der kostenlosen Fähre über den Klondike an. Diese verkehrt regelmäßig, sodass es nicht lange dauerte, bis wir auf die kleine Fähre fahren konnten. Am anderen Ufer angekommen, hatte sich die Straße aufgrund des Regens in eine Matschpiste verwandelt. Da unser Mausmobil trotz Heckantrieb und geringer Geschwindigkeit in dieser weichen Pampe ins Schlingern geriet, schalteten wir den Allradantrieb dazu und fuhren damit sicherer. Der aufgewirbelte Schlamm bedeckte innerhalb von Sekunden unser geputztes Fahrzeug mit einer Schlammkruste. Je weiter wir auf dem Top Of The World Highway voran kamen, umso nebliger wurde es. Stellenweise war die Sicht so schlecht, dass wir kaum etwas sahen. Erst als wir ziemlich weit oben waren, hatten wir ab und zu einen Blick in die uns umgebenden Täler. Auf dem letzten Aussichtspunkt vor der Grenze machten wir unsere Mittagspause. Kurz darauf kamen wir an der Grenze zwischen Kanada und den USA an. Bezüglich unserer Vorräte und der Einreisebestimmungen für Lebensmittel hatten wir uns anscheinend zu viele Gedanken gemacht, denn der Immigration Officer wollte gar nicht wissen, ob wir frische Lebensmittel an Bord haben. Direkt nach der Grenze änderte die Straße ihren Namen in Taylor Highway. Sie war in einem erstklassigen Zustand: Die Straße war geteert und kein Schlagloch störte unsere Fahrt. Erst nach ein paar Kilometern beziehungsweise Meilen (wir sind ja jetzt wieder in den USA), „verwandelte“ sich die Straße zu einer Piste. Diese war allerdings nicht ganz so schlammig wie auf der kanadischen Seite, sondern bestand aus festgefahrenem Boden. Das Einzige, was etwas störend war, waren die ausgeprägten Querrillen. Wir kamen uns aufgrund der Schaukelei wie in einer Sänfte vor. Zu unserer Freude riss der Himmel auf und die Sonne kam sehr häufig zum Vorschein. Endlich konnten wir deshalb auch einmal etwas von der Landschaft um uns herum sehen. Bald schon erreichten wir Chicken. Dieser sehr kleine Ort besteht eigentlich nur aus drei Campgrounds, ein paar Geschäften und einem historischen Teil, der allerdings nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. Da dieser nur aus ein paar Hütten besteht, verzichteten wir darauf. Bei der Einfahrt in den Ort fuhren wir gleich den ersten Campground an. Das Wetter meinte es heute nicht gut mit uns und beglückte uns den ganzen Tag mit Regen. Wir nutzten den Tag deshalb als Fahrtag. Die ersten Kilometer hinter Chicken ließen sich stellenweise nur mit großer Vorsicht fahren. Es hatte zwar kaum Schlaglöcher, aber quer zur Fahrbahnrichtung verlaufende Verwerfungen aufgrund des Permafrostbodens. Fuhren wir über diese Verwerfungen mit mehr als 50 km/h, schaukelte sich unser Mausmobil unangenehm auf. Stellenweise konnten wir deshalb nur mit etwa 30-40 km/h fahren. Vorwiegend waren diese Querverwerfungen in den geteerten Abschnitten der Straße. Bei den ungeteerten Strecken kamen sie kaum vor, da die Straßenbauarbeiter diese vermutlich regelmäßig und leichter als eine Teerdecke neu einebnen können. Nach etwa 50 km hörte diese Schaukellei auf und eine gut ausgebaute und mit wenig Schlaglöchern versehene Straße brachte uns zum Alaska Highway. Von dieser Kreuzung aus waren es nur noch ein paar Kilometer bis nach Tok. Dieser kleine Ort ist berühmt für seine Schlittenhundezucht. Daran waren wir allerdings weniger interessiert. Vielmehr gingen wir sofort in den einzigen Supermarkt am Ort und kauften ein. Als wir bezahlten, bekamen wir einen Altersrabatt in Höhe von 10 %. Eine tolle Erfindung, die wir in Deutschland auch gerne hätten. Als wir den Supermarkt verließen, war unser schlammbraunes rollendes Heim durch den heutigen Dauerregen fast wieder weiß geworden. Da Tok für uns nichts weiter zu bieten hatte, fuhren wir weiter nach Delta Junction. Dort kamen wir leider zu spät, um im Visitor-Center eine Ausstellung über die Alaska Pipeline anzusehen. Diese verläuft quer durch Alaska, nämlich von Prudhoe Bay im Norden bis zum Ölhafen in Valdez im Süden. Die Strecke verläuft über 1200 km teils unterirdisch. Da das Öl mit 60 °C durchgeleitet wird, müssen die Röhren und Stützen regelmäßig gekühlt werden, um den Permafrostboden nicht anzutauen und ein Absacken der Leitungen zu verhindern. Nachdem wir in Tok noch einmal getankt hatten, fuhren wir auf der Suche nach einem Stellplatz den Richardson Highway Richtung Süden. Unterwegs kamen wir an der Alaska Pipeline vorbei und konnten ein Stück dieses Röhrenbauwerks bestaunen. Anscheinend wird es nachts beleuchtet, denn in regelmäßigen Abständen stehen Laternen. Etwa 40 km hinter Delta Junction fanden wir einen größeren Schotterplatz, der uns geeignet für die Übernachtung erschien. Als wir schon ins Bett gehen wollten, kam noch eine Elchkuh vorbei. Da wir nur das Küchenfenster öffneten und uns ruhig verhielten, blieb sie sehr nahe an unserem Mausmobil. Sie merkte zwar, dass da irgendwas sein muss, ließ sich aber nicht stören. Sonne zum Frühstück, wann hatten wir das das letzte Mal? Allerdings freuten wir uns etwas zu früh, denn im Verlauf des Vormittags zog sich der Himmel mehr und mehr zu. Die Sonne kam nur noch selten zum Vorschein. Bis zum Beginn des Denali Highways fuhren wir durch eine Gebirgslandschaft. Die Berge um uns herum waren noch tief verschneit. Zum Glück lagen die Temperaturen aber im Plus-Bereich. Auf dem Denali Highway hatten wir zu Beginn dieselben Probleme mit den Querrillen auf der Straße wie vorgestern. So fuhren wir eben langsam, was uns leicht fiel, denn die wilde und unberührte Landschaft um uns herum war einfach hinreißend. Ab und zu kam die Sonne hervor und leuchtete die Berge an. Auf einem Schotterplatz neben dem Denali Highway stellten wir uns für die Nacht hin. Den heutigen Tag könnten wir mit wenigen Worten so beschreiben: Traumwetter, Traumlandschaft sowie beeindruckende Tierbegegnungen. Aber jetzt die Langfassung: Schon beim Aufwachen schien die Sonne vom blauen Himmel. Die Natur um uns herum mit den verschneiten Bergen im Hintergrund sowie der weiten Landschaft war einfach beeindruckend. Die Straße ließ sich sehr leicht fahren (es kam uns sogar ein Reisebus entgegen) und unser Mausmobil musste sich weder durch Matsch noch durch Schlaglöcher quälen. Unterwegs sahen wir sogar eine Elchkuh mit Kalb. Dieses Mal standen weder Büsche noch Bäume im Weg, so dass wir die beiden gut beobachten konnten. Zudem konnten wir heute endlich das Rätsel des „watschelnden Fellknäuels“ lösen. Es scheint sich um ein Stachelschwein zu handeln. Wir konnten es sehr genau beobachten, da das Tier direkt am Straßenrand entlanglief und sich nicht verstecken konnte. Kurz vor Schluss des Denali Highways sahen wir dann den Denali am Horizont. Keine Wolke verdeckte seinen Gipfel, so dass wir den höchsten Berg Nordamerikas in voller Pracht bestaunen konnten. Bald darauf erreichten wir den Denali NP. Unser erster Weg führte uns in das Visitor-Center, wo wir uns Tipps für Touren holten. Anschließend buchten wir uns auf dem Riley Creek Campground ein und bezogen unseren Platz. Mehr Bilder, den ungekürzten Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link
2Greyhoundsontour am 06 Jun 2024 09:11:10 Fortsetzung des Reiseberichtes Traumhaftes Wetter und blauer Himmel erwartete uns, als wir die Rollos hochzogen. Ideales Wetter also für unsere geplante Tour heute. Nachdem wir unser Mausmobil für die weitere Fahrt hergerichtet hatten, fuhren wir die Park Road etwa 20 km bis zum Mountain Vista Parkplatz. Hier war der Startpunkt für den Savage Alpine Trail. Zunächst führte dieser 6,4 km lange Weg durch den Wald. Bald schon aber ging es steil über felsiges Gelände bergauf. Ab und zu störten auch hier Pfützen sowie Matsch unser Vorankommen. In der Ferne sahen wir Bergziegen. Als wir allerdings näher an den Ort der Sichtung herangekommen waren, waren sie verschwunden. Nachdem wir 457 Höhenmeter überwunden hatten, hatten wir einen beeindruckenden Blick auf die Landschaft. Mittlerweile hatten sich immer mehr Wolken gebildet und der Wind frischte auf. Wir hielten uns deshalb nicht lange auf und gingen zum Endpunkt des Weges. Der Abstieg war etwas kürzer als der Hinweg. Damit ging es für uns steiler durch die Felsen nach unten. Am Parkplatz angekommen, nahmen wir den kostenlosen Shuttle Bus und ließen uns zu unserem Mausmobil zurückbringen. Für das Abendessen fuhren wir ein paar Meilen Richtung Süden und stärkten uns im Panorama Pizza Pub. Die Pizza war sehr lecker, aber sehr mächtig - und dabei hatten wir schon zweimal eine kleine Pizza bestellt. Wir ließen uns deshalb die restliche Pizza einpacken und haben somit schon das Abendessen für morgen fertig. Leider konnten wir hier über Nacht nicht stehen und fuhren deshalb 2 km weiter auf einen Parkplatz, der zwar am Highway, aber auch am Fluss Nenana umgeben von Bergen liegt. Wir waren nicht die einzigen Wohnmobilisten, die diesen Parkplatz für die Nacht nutzten. Zum Glück hatte über Nacht der Wind nachgelassen, der gestern Abend unser Mausmobil ordentlich durchgeschüttelt hatte. Wir hatten deshalb ruhig schlafen können. Vor dem Frühstück gab es mehr Wolken als Sonne. Im Laufe des Tages besserte sich dieses Verhältnis allerdings deutlich. Unser Weg führte uns heute weiter Richtung Süden. Den ersten Stopp legten wir am nördlichen Aussichtspunkt auf den Denali ein. Wir konnten ihn allerdings nicht sehen und fuhren deshalb umgehend weiter. Beim südlichen Aussichtspunkt hatten wir mehr Glück und nur wenige Wolken verdeckten die Sicht auf diesen gigantischen Berg. Als nächstes machten wir einen Abstecher nach Talkeetna. Dieser kleine historische Ort ist heute perfekt touristisch ausgebaut. Restaurants und Geschäfte wechseln sich ab. Von der ehemaligen historischen Bausubstanz ist nicht mehr allzu viel zu sehen. Im Visitor-Center holten wir uns einen kleinen Stadtplan. Viele der dort angegebenen historischen Häuser sind allerdings nicht mit Schildern versehen, so dass wir manchmal rätseln mussten, welches Gebäude denn nun gemeint war. Auch hätte es eines Stadtplans nicht wirklich bedurft, denn der Ort besteht insgesamt aus etwa drei kleinen Straßen und die Informationen auf dem Plan waren überschaubar. Da es Mittagszeit war, stärkten wir uns zunächst mit einem Elch- beziehungsweise Bisonburger. Diese waren außergewöhnlich lecker. Fast könnten wir sagen, dass es die leckersten Burger waren, die wir auf unserer Tour bislang gegessen haben. Nachdem wir den Ort ausgiebig durchstreift hatten und auch in den Geschäften nichts gefunden hatten, was uns einen Kauf wert gewesen wäre, fuhren wir weiter in die Willow Creek NRA. Da dies ein staatlicher Stellplatz ist, sind die Gebühren dementsprechend niedrig. Auf unserem weiteren Weg Richtung Süden füllten wir in Wasilla unsere Vorräte auf. Am Turnagain Arm stoppten wir am Beluga Point für unsere Mittagspause. Anschließend fuhren wir weiter durch die gebirgige Landschaft nach Portage. Im Begich-Boggs Visitor-Center schauten wir uns zunächst einen sehr gut gemachten Film über die Gegend an. Anschließend erkundigten wir uns nach Möglichkeiten für eine kleine Tour. Wir bekamen den Tipp, dass wir uns unbedingt den Portage Gletscher ansehen sollten. Dafür mussten wir durch einen mautpflichtigen Tunnel Richtung Whittier fahren. Dieser Tunnel wurde während des Zweiten Weltkrieges als einspuriger Eisenbahntunnel angelegt. Mittlerweile können ihn aber auch Autos befahren. Es war ein spannendes Erlebnis, mit unserem Mausmobil durch diesen Tunnel zu fahren, denn die Beleuchtung in diesem über 3 Meilen langen sowie schmalen Tunnel ist nicht besonders stark und aufgrund der Gleise fühlte sich die Lenkung manchmal etwas schwammig an. Kurz hinter dem Tunnel erreichten wir den Parkplatz für unsere kleine Wanderung. Nach 2 Meilen hatten wir den höchsten Punkt erreicht und von dort einen guten Blick auf den Gletscher und den vorgelagerten See. Leider hatten wir eine geschlossene Wolkendecke, so dass das Blau des Himmels fehlte. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz regnete es zudem leicht. So sehr uns die Tour gefallen hatte, waren wir dann froh, wieder im warmen Mausmobil angekommen zu sein. Anschließend drehten wir noch eine Runde durch Whittier. Da wir dort allerdings keinen einladenden Stellplatz für die Nacht fanden, fuhren wir durch den Tunnel zurück und stellten uns in der Nähe des Visitor-Centers direkt an den Portage See. Das Wetter und die Wettervorhersage sind hier sehr ungenau. Für heute war eigentlich nicht das tolle Wetter vorhergesagt, das es dann wurde. Soll uns recht sein - die Wettervorhersage kann sich in dieser Richtung gerne häufig irren. Die Strecke bis zu unserem Tagesziel Seward war sehr gut ausgebaut. Überhaupt sind die Straßen in Alaska in einem sehr guten Zustand und wo das nicht der Fall ist, wird repariert und gebaut. Es gibt daher kaum Schlaglöcher. Das einzige Hindernis können Bodenwellen sein, die aufgrund des tauenden Permafrostbodens entstehen. In Seward angekommen, gingen wir zunächst in das Visitor-Center des Kenai Fjords NP. Da das Wetter heute sehr schön war, fuhren wir danach direkt zum Exit Gletscher. Wären wir vor 100 Jahren gekommen, hätten wir auf dem Parkplatz nicht stehen können, denn der Gletscher reichte damals bis hierher. So aber mussten wir ein ganzes Stück gehen, um den Gletscher beziehungsweise die Reste des ehemals mächtigen Gletschers aus der Ferne sehen zu können. Wenn er weiter so taut, ist er in zehn Jahren wahrscheinlich verschwunden. Wieder zurück beim Mausmobil, stärkten wir uns zunächst und fuhren anschließend wieder nach Seward. Dort machten wir einen Spaziergang durch die kleine Stadt. Anschließend stellten wir uns auf den Marathon Campground und genossen den restlichen Nachmittag in unseren Liegestühlen. Dieses Mal hatte der Wetterfrosch sich nicht getäuscht: Es regnete nahezu den ganzen Tag. Da wir heute eine ganztägige Schiffstour gebucht hatten, um sowohl den Aialik Gletscher zu besichtigen als auch die Tierwelt im Kenai Fjords NP zu erleben, standen wir bereits früher auf. Frühstück hatten wir uns keines gerichtet, da dieses bei der Schiffstour inklusive war. Wir kamen rechtzeitig bei Northern Latitude Adventures an und konnten uns aus den ausliegenden Lebensmitteln ein Frühstück zusammenstellen. Wir hatten diesen Anbieter gewählt, da maximal sechs Gäste an Bord des kleinen Schiffes sind. Bei den beiden großen Anbietern im Ort ist dies nicht der Fall. Natürlich schlug sich dies im Preis nieder, was wir aber in Kauf nahmen. Zudem hatte uns gefallen, dass für das Mittagessen speziell abgefragt wurde, ob wir irgendwelche Einschränkungen haben. Nachdem uns der Kapitän in das Schiff eingewiesen hatte, legten wir ab und fuhren Richtung Aialik Gletscher. Unterwegs legten wir bei jeder Wal-Sichtung einen Stopp ein. Wir konnten Orcas, Buckelwale und Finnwale beobachten. Zudem hatten wir das Glück, mehrere Seeotter bei ihrem Treiben im Wasser zu betrachten. Es wurde aber auch an einem Felsen gehalten, wo wir besonders gut Papageientaucher sehen konnten. Zudem wies uns der Kapitän auf diverse außergewöhnliche Felsformationen hin. So war zum Beispiel ein Loch in einem Felsen wie die Schwanzfluke eines Wales geformt. Der Gletscher kündigte sich bereits durch Eisbrocken im Wasser an. Auf einem dieser Eisbrocken saß ein Weißkopfseeadler und beobachtete die Umgebung. So etwas hatte selbst unser erfahrener Kapitän noch nicht erlebt. Als wir sehr nah an dem Tier dran waren, flog es auf und uns gelangen ein paar sehr gute Fotos. Beim Aialik Gletscher angekommen, gab es das Mittagessen. Die belegten Sandwiches waren wirklich außergewöhnlich gut belegt. In der Nähe des Gletschers konnten wir mehrere Robben beobachten, die mit ihrem Nachwuchs auf den Eisschollen lagen. Die Rückfahrt zurück nach Seward wurde noch mehrfach durch Wal-Sichtungen unterbrochen. Am späten Nachmittag erreichten wir wieder den Hafen und waren froh, die Tour bei diesem Anbieter gebucht zu haben. Wir hatten unterwegs die Schiffe der großen Anbieter gesehen, die an vielen Tier-Sichtungen einfach vorbei gefahren waren. Wieder zurück im Mausmobil wärmten wir uns zunächst mit einem Whisky-Grog und ruhten uns aus. Mehr Bilder, den ungekürzten Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link
2Greyhoundsontour am 11 Jun 2024 07:27:53 Fortsetzung des Reiseberichtes Den verregneten Tag nutzten wir und besuchten das Alaska SeaLife Center in Seward. Die Anlage ist sehr schön gestaltet und hat einen großen Überwasserbereich, in dem die Wasservögel frei fliegen können. Zudem befindet sich im selben Gehege ein über zwei Stockwerke reichender Unterwasserbereich, sodass man insbesondere die Papageientaucher sehen konnte, wie sie pfeilschnell durch das Wasser schossen. Was wir von den kleinen Kerlchen nicht gedacht hätten, war, dass diese den großen Fischen ganze Ecken aus der Schwanzflosse abbeissen - und das bei lebendigem Leib! Das sah ganz schön brutal aus. Neben diesem großen Gehege gab es noch eine Anlage für Seelöwen sowie Lachse. Zusätzlich waren unzählige kleinere Aquarien sowie die offenen Aquarien, wo man Seesterne, Garnelen und anderes Getier unter fachkundiger Aufsicht anfassen konnte, ausgestellt. Auf vielen Schautafeln wurde zudem das Ökosystem Meer anschaulich dargestellt. Das SeaLife Center war eine schöne Ergänzung zu unserem gestrigen Bootsausflug. Nachdem wir genug gesehen hatten, fuhren wir Richtung Homer. Unterwegs warnten mehrere Schilder vor Elchen. Erschreckend fanden wir, dass seit Juli letzten Jahres auf dieser Strecke mehr als 171 Elche getötet worden waren. Wir sahen auch den Kadaver eines Elches im Straßengraben. Für die Übernachtung stellten wir uns auf den Parkplatz von Walmart in City of Kenai. Nachdem wir erfolgreich unsere gebuchte Fähre nach Vancouver Island auf ein früheres Datum umbuchen konnten, besichtigten wir die Altstadt von Kenai. Diese besteht nur noch aus wenigen Häusern, einer russisch-orthodoxen Kirche sowie einer kleinen Kapelle. Im Visitor-Center holten wir uns dazu einen kleinen Plan. Der Himmel meinte es gut mit uns und ließ die Sonne häufig zwischen den Wolken hervorlugen. Als wir bei der Kirche ankamen, lud uns der Pfarrer in die Kirche ein und erklärte uns vieles aus der Geschichte dieses kleinen Gotteshauses, welches auf eine russische Gründung zurückging. Anschließend besichtigten wir die übrigen alten Gebäude. Anschließend fuhren wir nach Homer. Unterwegs sichteten wir drei Elche, die im Wald in Ruhe fraßen. Da es keine Elche mit Geweih waren, hielten wir nicht extra an (Vor zwei Wochen hätten wir dies noch gemacht, aber wir sind mittlerweile anspruchsvoll). In Homer fuhren wir auf einen RV Stellplatz, denn unsere Schmutzwäsche hatte wieder beachtliche Ausmaße angenommen. Wir haben einen Platz direkt an der Kachemak Bay mit tollem Blick auf die Berge im gegenüberliegenden gleichnamigen State Park bekommen. Heute erkundeten wir den kleinen Ort Homer. Historische Gebäude gibt es so gut wie keine mehr. Dafür fanden wir für das Mittagessen ein sehr gutes Restaurant. Im „Wild Honey Bistro“ konnten wir uns mit sehr leckeren Sandwiches stärken. Nach einem ausgiebigen Rundgang durch den Ort und einem Besuch des Farmers Market gingen wir noch ein Stück am Strand, mit traumhaftem Blick auf die verschneiten Berge, spazieren. Anschließend ruhten wir uns in unseren Liegestühlen mit ebenso einem Blick aus. Erst als der Wind unangenehm auffrischte, verzogen wir uns in unser Mausmobil. Nach dem Frühstück fuhren wir an die Spitze der Halbinsel von Homer. Der sogenannte „Spit“ ist eine sehr schmale Landzunge von etwa 4 Meilen Länge. Am Ende dieser Landzunge befinden sich einige nette kleine Häuser, in welchen sich vorwiegend Restaurants, Souvenirläden und Touranbieter befinden, sowie der Hafen. Wir stellten unser Mausmobil auf einem ziemlich schrägen Parkplatz ab und erkundeten zu Fuß den für uns interessanten Teil des Spit. Nach dieser Erkundung fuhren wir Richtung Anchorage. Unterwegs machten wir einen Abstecher zum kleinen Ort Hope. Dieser war uns von einer Mitarbeiterin im Visitor-Center von Homer empfohlen worden. Der Ort hatte seine Blütezeit während des Goldrausches, liegt malerisch am Turnagain Arm und ist von Bergen umgeben. Das Erdbeben von 1964 hatte den Boden um etwa 2 m abgesenkt, weshalb heute nur noch sehr wenige originale Häuser stehen, die meisten davon an der so genannten Hauptstraße. Witzigerweise gibt es aber auch noch eine zweite Straße (Die erste Straße hatten wir nicht gefunden). Nach einer knappen Stunde hatten wir den kompletten Ort besichtigt und fuhren weiter Richtung Anchorage. Unsere Fahrt währte jedoch nicht lange, denn plötzlich standen wir in einem Megastau. So nutzten wir die Gelegenheit und fuhren beim nächsten Parkplatz, der Turnagain Pass Rest Area, ab und stellten uns, wie viele andere Wohnmobilisten auch, für die Nacht hin. Heute Morgen war der Highway wieder frei. Wie wir später erfuhren, gab es gestern Nachmittag einen tödlichen Unfall auf dem Highway, weshalb dieser für etwa 6 Stunden gesperrt war. In Anchorage angekommen, gingen wir zunächst in das Visitor-Center. Dort ließen wir uns Tipps für die Erkundung der Stadt geben. Da die Nationalparkverwaltung im Gebäude nebenan untergebracht ist, starteten wir dort unsere Besichtigung. Die Ausstellung über Alaska sowie die Filme sind wirklich sehr sehenswert. Unter anderem erfuhren wir, dass Alaska etwa 2,3fach so groß wie Texas ist. Wenn man sich jetzt vor Augen führt, dass die Nord-Südausdehnung von Texas etwa der Strecke von Dänemark nach Rom entspricht, dann bekommt man ein Gefühl für dieses riesige Land. Etwa ein Drittel von Alaska steht unter Naturschutz. Die Stadt Anchorage selbst hat nicht so viele Sehenswürdigkeiten. Wir waren deshalb bereits am späten Nachmittag mit der Besichtigung fertig. Da wir morgen das Alaska Native Heritage Center besichtigen wollen, fuhren wir in diese Richtung und stellten uns in der Nähe auf den Centennial Campground. Mehr Bilder, den ungekürzten Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link
2Greyhoundsontour am 15 Jun 2024 09:27:27 Fortsetzung des Reiseberichtes Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir die kurze Strecke zum Alaska Native Heritage Center. Dort erwartete uns ein vielfältiges Programm. Unser Tag begann damit, dass uns junge Männer Disziplinen aus den sportlichen Wettbewerben der Alaska Natives zeigten. Es war faszinierend zu sehen, wie sie aus dem Stand weit beziehungsweise hoch springen. Anschließend führten junge Mädchen traditionelle Tänze zu Gesang und Trommelklang vor. Auch hier wurde jeweils erläutert, was die Tänze beziehungsweise die Kleidungsstücke, die sie anhaben, bedeuten. Nach diesen Vorführungen schlossen wir uns einer Tour durch das nebenan liegende Freigelände an. Rings um einen See gruppieren sich 6 verschiedene Gebäude, die das Leben der elf verschiedenen Hauptgruppen, der Native People in Alaska verdeutlichen. Unsere Führerin gab uns dazu sehr viele Informationen. Gleichzeitig konnten wir aber auch sehen, wie Kajaks hergestellt und wofür die einzelnen Fellarten verwendet werden und wie sie sich anfühlen. Des Weiteren konnten wir Totempfähle bewundern, die von den im südlichen Bereich von Alaska lebenden Native People hergestellt werden. Die im Norden lebenden haben keine Totempfähle, da ihnen dazu das Holz fehlt. Leider bot das Bistro keine traditionellen Speisen an, wie wir es bereits in den USA erlebt hatten. Wir stärkten uns deshalb in unserem Mausmobil. Anschließend sahen wir im Theater mehrere Kurzfilme über die in Alaska lebenden Native People an. Da der Regen mittlerweile aufgehört hatte, gingen wir noch einmal die Tour um den See und konnten ohne störende Besucher Fotos machen. Es war schon später Nachmittag, bis wir das Gelände verließen. Uns hat es sehr gut in diesem kulturellen Zentrum gefallen. Anschließend fuhren wir noch ein paar Kilometer bis nach Palmer und stellten uns auf einen Parkplatz am Matanuska River für die Nacht hin. Nach einer nahezu ruhigen Nacht fuhren wir zunächst nach Palmer, da die Beschreibung im Reiseführer interessant klang. Bei der Fahrt durch die Straßen der Stadt fanden wir allerdings nichts, was unser Interesse geweckt hätte. Wir steuerten deshalb gleich unser nächstes Ziel, die Musk Ox Farm, an. Diese liegt etwas außerhalb von Palmer. Wir kamen gerade rechtzeitig zur ersten Führung zu den urwüchsigen arktischen Tieren, die nicht mit den Kühen, sondern mit den Ziegen verwandt sind. Sie sind auch nicht zu verwechseln mit den Moschustieren, aus deren Drüsen der bekannte Duft gewonnen wird. Nur am Rande: In der Sprache der Inuit heißen die Moschusochsen Umimmaq „Tier mit Fell wie ein Bart“. Die Wolle dieser Tiere ist sehr weich und anschmiegsam. Diese mächtigen Tiere werden hier ausschließlich gehalten, um die Wolle zu gewinnen. Mehrere Kälber sorgten dafür, dass unser Besuch nicht langweilig wurde. Sie sprangen übermütig über die Weiden beziehungsweise wurden auch ab und zu von ihren Müttern zurechtgewiesen, wenn sie sich nicht an die Regeln hielten. Unser Guide erklärte uns dazu, dass in den Herden jedes Tier eine Aufgabe hat und die anderen Tiere darauf achten, dass es diese Aufgabe auch wahrnimmt. In der freien Natur ist dies überlebenswichtig, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Kaum war unsere Tour zu Ende, fing es (schon wieder) an zu regnen. Und dieser Zustand hielt den gesamten Tag über an. Selbst während des Mittagessens am Aussichtspunkt für den Matanuska Gletscher sahen wir diesen nur sehr diffus im Regen. In Glennallen stoppten wir kurz und kauften frisches Gemüse für das Abendessen ein. Die Preise sind hier deutlich höher als in den größeren Städten wie Anchorage. So kostete hier zum Beispiel ein Liter des von uns verwendeten Orangensaftes statt fünf Dollar elf Dollar. Wir beschränkten uns deshalb auf das Nötigste und fuhren auf dem Richardson Highway weiter in Richtung Süden, wo wir uns an der Tazlina Boat Launch für die Nacht hin stellten. Der nächtliche Regen hielt bis nach dem Frühstück an. Dann allerdings hörte es auf und es wurde von Stunde zu Stunde besser. Kurz nach der Abfahrt erreichten wir das Visitor-Center des Wrangell St Elias NP & Preserve. Wir wollten zwar heute den Park noch nicht besuchen, besorgten uns aber schon einmal Unterlagen für unseren Besuch in ein paar Tagen. Zudem sahen wir uns den sehr gut gemachten Film über diesen Park an. Seine Fläche ist größer als die der gesamten Schweiz. Es führen zwei Straßen hinein, von denen wir eine nutzen wollen, um zu den Gletschern zu gelangen. Nach diesem Stopp fuhren wir weiter Richtung Valdez. Nachdem wir den letzten Pass überwunden hatten, säumten viele Wasserfälle unseren Weg. Beim Brautschleier-Wasserfall nahmen wir unser Mittagessen ein. Anschließend fuhren wir weiter in den kleinen Ort. Auf dem Bear Paw RV Park bekamen wir noch einen Stellplatz. Anschließend gingen wir in das Visitor-Center und ließen uns Tipps für unseren Aufenthalt in Valdez geben. Danach durchstreiften wir das Örtchen bei Sonnenschein und mit tollen Postkartenmotiven, für welche insbesondere der Hafen und die dahinter liegenden Schnee bedeckten Chugach Berge sorgten. Da für morgen traumhaftes Wetter vorhergesagt ist (letztes Jahr gab es hier drei Sonnentage), versuchten wir beim Anbieter Lu Lu Belle für morgen noch zwei Plätze für eine Bootstour zu den Gletschern zu bekommen. Eigentlich waren keine Plätze mehr frei, aber da kurzfristig ein Paar abgesagt hatte, konnten wir deren Plätze einnehmen. Nachdem wir uns in unseren Liegestühlen etwas ausgeruht hatten, gingen wir für das Abendessen einkaufen. Anschließend bereiteten wir unseren Grill für den Lachs vor. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein sowie angenehme Temperaturen, und das schon am Morgen - der Wetterfrosch hatte nicht gelogen! Da unsere Bootsfahrt durch die Fjord- und Gletscherlandschaft im Prince-William-Sound erst um 10:30 Uhr starten sollte, hatten wir ausreichend Zeit. Zudem war der Steg lediglich 100 m von unserem Stellplatz entfernt. Als wir bei der LU LU BELLE ankamen, wartete schon eine lange Schlange. Ein bisschen erschraken wir, denn wir konnten uns nicht vorstellen, dass diese vielen Menschen an Bord des Schiffes passen beziehungsweise für jeden Gast genügend Platz sein soll, um die Gletscher beziehungsweise Tierwelt zu beobachten. Unsere Befürchtungen waren allerdings unbegründet: Zunächst saßen wir auf dem Achterdeck. Dies war uns ganz recht, da wir nicht in den geheizten Salon wollten. Als es uns aufgrund des Fahrtwindes zu kühl wurde, wechselten wir auf das windgeschützte Oberdeck und genossen die Sonne. Unterwegs sahen wir wieder viele Seeotter im Wasser schwimmen. Zudem umkreisten unser Schiff mehrere schwarz-weiße Delfine, die allerdings für Fotos viel zu schnell waren. Auch sahen wir einen Wal, der uns zwar nicht die kalte Schulter, dafür aber nur seinen Rücken zeigte. Das erste Highlight hatten wir an einem Strand mit Seelöwen. Diese machten einen Höllenlärm und die Männchen hatten ständig Stress, ihren Platz gegen andere Männchen zu verteidigen. Kurze Zeit später erreichten wir die ersten Eisberge. Bei einem beachtlichen Exemplar stoppten wir und konnten Fotos machen. Danach fuhr unser Kapitän weiter durch die Eisfelder im Wasser. Bis zum Columbia Gletscher kamen wir allerdings nicht, da die Eismassen im Wasser zu viel für unser Schiff waren. So konnten wir uns nur bis auf 5 Meilen dem Gletscher nähern. Da die Sonne für Fotos allerdings günstig stand, konnten wir trotzdem gute Bilder machen. Anschließend fuhren wir zu zwei kleineren Gletschern. Hier waren weniger Eisberge im Wasser, weshalb wir dicht an die Gletscher heran fahren konnten. Nachdem wir ausgiebig Fotos gemacht und noch etwas verweilt hatten, um eventuell das Kalben des Gletschers zu erleben, fuhren wir zurück. Nach über 9 Stunden erreichten wir wieder den Hafen von Valdez. Es war eine tolle Tour gewesen, an die wir noch lange zurückdenken werden. Mehr Bilder, den ungekürzten Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link
2Greyhoundsontour am 20 Jun 2024 07:22:58 Fortsetzung des Reiseberichtes Heute hieß es Abschiednehmen von Valdez. Unser Weg Richtung Norden führte uns durch eine beeindruckende Bergwelt. Schneebedeckte Gipfel um uns herum, blauer Himmel und Sonnenschein - das war schöner, als wir es erwartet hatten. Etwa 80 Meilen nach Valdez bogen wir auf die Straße zum Wrangell-St. Elias NP ab. Unsere Mittagspause nahmen wir an einem kleinen See ein. Unser Plan, anschließend in den Liegestühlen eine Siesta im Freien zu halten, wurde durch unzählige Mücken zunichte gemacht. Dazu fiel uns ein, dass Spötter behaupten, dass der Wappenvogel von Alaska eine Mücke sei. Kurz vor Chitina kamen wir an den Liberty Falls vorbei. Diese waren sehr beeindruckend, aber auch hier nervten wieder die Mücken. In Chitina suchten wir die Ranger Station der Nationalparkverwaltung auf. Neben einigen Tipps für unsere morgige Fahrt beziehungsweise die Touren, die wir dort machen wollen, bekamen wir den Tipp, zum O‘Brian Creek zu fahren und dort eine kleine Wanderung zu machen. Da es nicht weit dorthin und das Wetter schön war, befolgten wir diesen Rat. Die Gegend hier scheint sehr viele Lachse zu haben, denn ständig sahen wir Angler, die in großen Kühlboxen ihren Fang transportierten. Am Fluss direkt an unserem Platz für die Nacht wurden die Fische gleich filetiert. Unzählige Möwen und mehrere Adler beobachteten das Geschehen und vertilgten gleich die Reste, die von den Anglern ins Wasser geworfen wurden. Der Wanderweg führte mehr oder weniger entlang der ehemaligen Bahnstrecke, die bis 1938 die Kennecott Kupfermine bediente. Störend waren nur die vielen ATV, die die Strecke nutzten, um zu ihren Angelplätzen zu gelangen. Viele bremsten zwar ab, um die Staubentwicklung zu minimieren, aber bei manchen wurden wir sehr eingestaubt. Auf unserem Weg kamen wir an Relikten der ehemaligen Eisenbahnstrecke entlang. Am Eskilida Creek drehten wir um. Wieder zurück beim Mausmobil hatte der Wind aufgefrischt und staubte die gesamte Gegend ein. Es war fast egal, ob wir unsere Tür geschlossen oder offen hielten - der Staub kam durch jede Ritze. Die Nacht war ruhig, denn die Angler waren anscheinend alle zu Hause. Nur die Möwen machten etwas Radau. Ab und zu stieß ein Adler aus der Luft in die am Boden sitzenden Möwen, um sich Nahrung zu sichern. Dann wurde es kurzfristig lauter. Nachdem wir unsere Frontscheibe von Staub, toten Mücken und Hinterlassenschaften der Möwen gereinigt hatten, fuhren wir los. Auf der rumpeligen Straße nach McCarthy machten wir langsam, um unser armes Mausmobil zu schonen. Auf den geteerten Abschnitten mussten wir besonders aufpassen, da auch hier der tauende Permafrostboden für Bodenwellen sorgte. Bei den ungeteerten Abschnitten waren es die Schlaglöcher, die unsere Aufmerksamkeit verlangten. Sehr oft hielten wir an, denn die grandiose Landschaft um uns herum verlangte förmlich nach Bildern. In McCarthy angekommen, stellten wir uns direkt am Flussufer auf den BaseCamp Kennicott Campground. Es gibt dort keinerlei Ausstattung, nicht einmal Mülleimer sind vorhanden. Schläft man nicht in seinem Fahrzeug, kosten 24 Stunden 12 $. Schläft man in seinem Fahrzeug, kosten 24 Stunden 35 $. Eine seltsame Preisgestaltung. Nach dem Mittagessen gingen wir das kurze Stück in den kleinen Ort McCarthy. Dieser hat seine besten Tage schon seit langem hinter sich. Allerdings ist er immer noch Anziehungspunkt für viele Wanderer, die den Gletscher und Nationalpark erkunden wollen. Nach einem ausgiebigen Rundgang durch den Ort sowie einer Stärkung in Form einer großen Eistüte nahmen wir den Shuttle nach Kennicott NHL. Die Gebäude der ehemaligen Kupfermine werden heute von der Nationalparkverwaltung so gut es geht gepflegt und in Stand gehalten. Einige dieser Gebäude sind als Museum gestaltet und können besichtigt werden. Viele sind allerdings zerstört, da sie nach Schließung der Mine bis zur Übernahme durch die Nationalparkverwaltung „sich selbst überlassen wurden“. Nachdem wir alles durchstreift hatten, fuhren wir mit dem Shuttlebus zurück. Es gibt hier im Ort zwei Shuttle: Ein Betreiber nutzt einen modernen Kleinbus und verlangt 20 $ pro Tag. Der andere nutzt einen ehemaligen Schulbus und nimmt pro Fahrt 5 $. Zurück beim Mausmobil nutzten wir das schöne Wetter und entspannten uns noch bis zum Abendessen in der Sonne beziehungsweise im Mausmobil. Dank unseres Mückensprays ließ es sich draußen aushalten. Heute wollten wir den Root Gletscher erkunden. Das dazu notwendige schöne Wetter holte uns bereits vor dem Klingeln des Weckers aus dem Bett. Mit dem Shuttle fuhren wir nach Kennecott und gingen zum Einstiegspunkt des Wanderweges. Sicherheitshalber hatten wir unsere Spikes und Wanderstöcke mitgenommen. Der Wanderweg zum Gletscher führte uns durch den Wald und dauerte etwa eine Stunde. Also genügend Zeit für die Mücken, sich ihr Frühstück bei uns abzuholen. Wir hatten uns zwar eingesprüht und Kopfnetze übergezogen, aber das half nur bedingt. Beim Gletscher angekommen, hörte die Mückenplage sofort auf. Die Temperatur sank auch fühlbar, aber bei dem traumhaften sonnigen Wetter machte uns das nichts aus. Es war ein fantastisches Gefühl, durch diese Welt aus Eis zu gehen. Dank unserer Spikes unter den Wanderschuhen hatten wir genügend Trittsicherheit. Immer wieder querten wir kleine Wasserläufe, die sich an der Oberfläche des Gletschers entlang schlängelten. Auch kamen wir häufig an kleineren Seen vorbei, die in einem fantastischen Blau schimmerten. Um nicht auf dem blanken Eis sitzen zu müssen, gingen wir für das Mittagessen neben den eigentlichen Gletscher. Dort konnten wir uns auf von der Sonne erwärmte Steine setzen. Gut gestärkt ging es anschließend wieder zurück. Hier mussten wir einige Umwege laufen, da diverse Gletscherspalten zu groß waren, um sie queren zu können. Nach insgesamt 2,5 Stunden verließen wir das Eis der Gletscherzunge wieder. Es war eine wunderschöne Wanderung, auch wenn wir hinterher ganz schön schlapp waren. Dieses auf dem Eis gehen war doch anstrengender, als wir gedacht hatten. Für den Rückweg nach Kennecott nutzten wir denselben Weg durch den Wald wie heute Morgen. Nach insgesamt über 4,5 Stunden waren wir wieder am Busplatz angekommen. Zum Glück fanden wir eine Bank im Schatten und konnten uns bis zur Ankunft des Shuttle ausruhen. Zurück beim Mausmobil spannten wir die Markise auf und belohnten uns mit einem leckeren eisgekühlten Drink. Trotz des schönen Wetters verließen wir heute den Wrangell-St. Elias NP, denn neue Ufer warteten auf uns. Die ersten 60 Meilen fuhren wir wieder vorsichtig die unbefestigte Straße nach Chitina zurück. Der anschließende Highway nach Glennallen ließ sich dagegen sehr gut fahren. In Glennallen tankten wir und fuhren weiter Richtung Tok. Die Straße dorthin, der Tok Shortcut, war wegen der Bodenwellen aufgrund des unterschiedlich tauenden Permafrostbodens stellenweise eine Herausforderung. Bei diesen Bodenwellen mussten wir sehr vorsichtig fahren, um das Fahrzeug nicht aufzuschaukeln. Da sich der Himmel mittlerweile leicht bewölkt hatte, konnten wir die Berge des Wrangell-St. Elias NP rechts neben uns bald nicht mehr gut sehen. Die höchsten Gipfel waren leider in Wolken gehüllt. Schade, denn es sind schon sehr imposante Berge. Ein paar Kilometer außerhalb von Tok stellten wir uns auf den Boat Launch bei der Tetlin Bridge für die Nacht hin. Nach einer ruhigen Nacht lockte uns wieder ein sonniger Tag aus unserem Mausmobil. Der Alaska Highway war nicht einfach zu fahren, da die Bodenwellen stellenweise fürchterlich waren. Auch verhinderten viele Schlaglöcher ein schnelles Vorankommen. Es wird zwar fleißig die Straße repariert und neu gebaut, aber um alles zu reparieren, ist die Strecke einfach zu lang. Um die Mittagszeit erreichten wir die Grenze. Zwischen dem US-amerikanischen Zoll und dem kanadischen Zoll liegen etwa 20 km. Die Einreise nach Kanada gestaltete sich - wie in der Vergangenheit auch - einfach. Und damit endete unsere Tour durch Alaska. Ein sehr schöner Bundesstaat mit beeindruckender Natur - wir waren gerne hier ! Bilder und den ungekürzten Reisebericht sowie die gesamte Reiseroute unter --> Link
BeateR am 05 Jul 2024 13:23:38 Endlich bin ich dazu gekommen, die letzten Tage nachzulesen. Danke für diesen wunderschönen Bericht. Er hat das Fernweh nach Alaska wieder geweckt.
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