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Nordamerika Mai 2024 - der Westen Kanadas


2Greyhoundsontour am 04 Mai 2024 06:37:50

Fortsetzung des Reiseberichtes „Nordamerika April 2024“

Um ein Haar wäre die Nacht sehr laut geworden: Abends stellte sich ein Kühllaster hinter uns und schaltete seinen Generator ein. Und das keine 3 m von unserem Mausmobil entfernt! Wir fuhren deshalb auf einen anderen Parkplatz und hörten ihn nur noch aus der Ferne. So ließ es sich ertragen.
Sonnenschein weckte uns am Morgen. Auf dem Weg zur Fähre tankten wir noch einmal voll und füllten auch unsere Gastankflasche auf. In Kanada wird es teurer sein.
Wir waren frühzeitig an der Fähre. Dort wurde unser Mausmobil noch mal hinsichtlich der Länge vermessen. Irgendwie scheinen wir wohl die Karosserie gestaucht zu haben, denn wir waren nur noch 20 Fuß lang (statt der 21 Fuß wirkliche Länge). Wir beschwerten uns nicht, denn das sparte uns ein paar Dollar Fährgebühren.
Punkt 14:00 Uhr legte die Fähre Richtung Vancouver Island ab. Da die Sonne vom wenig bewölkten Himmel schien, stellten wir uns in den Bug und suchten das Meer nach Walen ab. Aber so sehr wir auch suchten, kein Wal war zu sehen.
Der Grenzübertritt war sehr einfach: Der kanadische Beamte fragte, wie lange wir etwa bleiben und ob wir Alkohol oder Waffen an Bord haben. Ansonsten wünschte er uns eine gute Reise.
Mit einem Zwischenstopp bei Walmart fuhren wir zu unserem vorgebuchten Campground. Unser Stellplatz liegt direkt am Wasser in Sichtweite von Downtown Victoria.

Diese Nacht war wirklich ruhig! Erst am Morgen wurden wir durch die ersten startenden Wasserflugzeuge geweckt. Das war aber nicht schlimm, da wir das sonnige Wetter nutzen wollten.
Nach dem Frühstück gingen wir auf einem schönen angelegten Fußweg immer am Wasser entlang nach Victoria Downtown. Unterwegs sahen wir unseren ersten Otter! Mehrere sollten heute noch folgen, denn in der Stadt sind diese recht häufig anzutreffen. Ob es am Wetter lag oder einfach an der Stadt - wir wissen es nicht. Auf jeden Fall gefiel es uns, diese schöne Stadt zu durchstreifen.
Da wir für den Nachmittag eine Whale Watching Tour gebucht hatten, gingen wir bis zur Fishermans Wharf. Dieses kleine Viertel besteht aus schwimmenden Häusern, die sich sehr farbenfroh und hübsch hergerichtet präsentieren. Als es Zeit wurde, das Boot zu besteigen, bekam jeder von uns einen Segleranzug als Schutz gegen Kälte und Nässe. Und dann rasten wir mit dem Speedboot los! Dies erwies sich auch als notwendig, denn wir mussten etwa 70 km fahren, um eine Orcagruppe zu sehen. Unterwegs stoppten wir bei einer Seelöwenkolonie sowie an einem Felsen, auf dem Möwen und Kormorane brüteten. Nach etwa 1,5 Stunden erreichten wir die Wale. Schätzungsweise vier Tiere schwammen einträchtig nebeneinander her. Nachdem sie eine Zeit lang an der Wasseroberfläche Luft geholt hatten, verschwanden sie jeweils wieder für ein paar Minuten. Aufgrund der Gesetzgebung durften wir nur bis zu einem gewissen Abstand an die Tiere heranfahren. Wir blieben etwa eine Stunde in der Nähe der Tiere. Anschließend rasten wir wieder nach Victoria zurück und waren gegen 18:00 Uhr im Hafen. Seeluft macht bekanntlich hungrig und durstig, weshalb wir uns in einem irischen Restaurant ausgiebig sowohl mit flüssiger als auch mit fester Nahrung stärkten. Anschließend gingen wir wieder am Ufer der Bucht zurück zu unserem Mausmobil.

Auch heute weckte uns wieder die Sonne. Und wir können sie bereits im Bett genießen, denn wir haben einen traumhaften Stellplatz mit Blick auf den inneren Hafen von Victoria ergattert!
Zu unserer erneuten Tour durch Victoria kamen wir etwas später los, da wir zunächst Wäsche waschen mussten. Als dies erledigt war, gingen wir denselben Weg wie gestern in die Stadt hinein. Nach einem Einkaufsstop in einem Bekleidungsgeschäft erreichten wir das Parlamentsgebäude. Nachdem wir dort sicherheitsmäßig überprüft worden waren, bekamen wir ein kleines Büchlein und konnten das Gebäude auf eigene Faust erkunden. Interessant waren die vielen Glasfenster, die speziell für verschiedene Jubiläen der britischen Königinnen hergestellt wurden. Der Sitzungssaal des Parlamentes war auch sehr britisch angelegt. Überhaupt erfuhren wir später im Rahmen unseres Rundgangs, dass Victoria auch die britischste Stadt von Kanada genannt wird.
Anschließend gingen wir weiter zum Emily Carr Haus. Dies ist das ehemalige Wohnhaus der Malerin und Dichterin, die in Kanada aufgrund der Beschreibungen der Lebensverhältnisse und der Bilder sowohl der Indianer als auch der Bevölkerung berühmt geworden ist.
Nach einer kurzen Stärkung suchten wir im Beacon Hill Park die einzelnen Sehenswürdigkeiten auf. Unter anderem beginnt hier der Transcanadian Highway. Dafür wurde extra ein Kilometerstein „Mile 0“ aufgestellt. Unser nächstes Ziel war der längste Totempfahl Kanadas. Dieser ist über 50 m hoch und zu Ehren der im ersten und zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten indianischer Abstammung aufgestellt worden. Kurz hinter dem Park erreichten wir die St. Ann’s Academy. Dieses altehrwürdige Schulgebäude kann nur von außen besichtigt werden, da es noch aktiv genutzt wird.
In der Christ Church Cathedral hatten wir Glück, dass uns ein älterer Herr viele Einzelheiten in der Kirche erklärte, die uns sonst verborgen geblieben wären. Unter anderem hatten wir uns gewundert, warum mitten durch die Kirche eine große Glasscheibe führt. Das Rätsels Lösung war ganz einfach, denn viele Jahre später, nachdem die Kirche fertiggestellt gewesen war, wurde ein Anbau anhand der Originalpläne angesetzt. Dafür musste eine Außenwand aufgebrochen werden, welche nunmehr mit der Glasscheibe verschlossen ist. Das dreiteilige bunte Kirchenfenster hinter dem Altar war sehr beeindruckend. Es erinnerte uns an einen großen Adler, der seine Schwingen ausgebreitet hat. Zum Abschluss zeigte uns der ältere Herr noch einen Gedenkstein für Winston Churchill, der hier einen Stein eingemauert hat. Die Gedenktafel für ihn stimmt zwar nicht so ganz, denn als er diesen Stein eingemauert hatte, war er weder Sir noch Premierminister.
Nach diesem sehr informativen Teil unseres Stadtrundgangs schlenderten wir noch kurz durch Chinatown und die schmalste Straße der Welt.
Etwas enttäuscht waren wir vom Marktplatz. Hier findet kein Markt statt, so wie wir das kennen. Vielmehr ist es eine Ansammlung von Geschäften und Restaurants.
Da es mittlerweile sehr später Nachmittag geworden war und wir alles besichtigt hatten, was wir sehen wollten, beendeten wir den Rundgang und gingen auf unserem Rückweg am Hafen entlang in das Restaurant „Spinnakers Gastro Brewpub & Guesthouses“ zum Abendessen.

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2Greyhoundsontour am 08 Mai 2024 21:35:42

Fortsetzung des Reiseberichtes

Nach dem Frühstück kauften wir noch kurz ein und fuhren anschließend nach Chemainus. Hier illustrieren 39 große Wandgemälde die Geschichte der Region. Die Idee dazu kam einem Österreicher, denn als die Holzfabrik 1982 schloss, drohte dem gesamten Ort die Arbeitslosigkeit. Er erinnerte sich an die Lüftelmalerei Österreichs und so wurden die Fassaden des Ortes von Künstlern mit Murals bemalt. Diese ziehen mittlerweile zahlreiche Besucher an.
Eigentlich war für heute Dauerregen vorhergesagt. Wir hatten aber Glück, und es kam sogar ein kleines bisschen die Sonne hervor. Wir schlenderten deshalb durch den kleinen Ort und besichtigten die wunderschönen Malereien. Da dies länger dauerte als wir geplant hatten, stärkten wir uns zwischendurch in einem kleinen Café.
Anschließend fuhren wir in den Fährhafen von Nanaimo. Nachdem wir unser Mausmobil geparkt hatten, versuchten wir, ein Ticket für die Fähre nach Vancouver morgen früh zu bekommen. Zunächst erhielten wir die Auskunft, dass alles ausgebucht sei und wir frühestens morgen Abend fahren könnten. Aber zum Glück war während des Gesprächs kurzfristig ein Platz frei geworden und so konnten wir für die Fähre morgen früh um 8:25 Uhr ein Ticket buchen.
Die Zeit bis zum Abendessen planten wir unsere weitere Tour und lasen etwas.
Für das Abendessen hatte die Greyhoundin ein in der Nähe liegendes Restaurant gefunden. Im Carlos O‘Brian‘s Neighborhood Pub hatten wir leckere Drinks, tolles Essen und gute Biere.

Um kurz vor 5:00 Uhr holte uns der Wecker aus unseren Träumen, um die frühe Fährfahrt starten zu können. Zunächst wurde unser Mausmobil für die Fähre vermessen und siehe da, plötzlich war es wieder länger geworden: Für insgesamt 22 Fuß Länge mussten wir bezahlen. Offiziell sind wir 21 Fuß lang, aber durch die Leiter und das Ersatzrad wurden es 22 Fuß. Witzig fanden wir, dass wir bei der letzten Fährfahrt in den USA nur 20 Fuß Länge hatten. Anscheinend ticken die Uhren (und die Maßbänder) in den USA anders als in Kanada.
Pünktlich legte die Fähre um 6:15 Uhr ab. 1,5 Stunden später waren wir in Horseshoe Bay und damit wieder auf dem Festland.
Unser erstes Ziel war Fort Langley NHS. Dieses wird auch die Wiege von British Columbia genannt. Das Fort wurde 1827 gebaut und diente als Pelzhandelsposten der Hudson Bay Company. Soldaten waren hier nicht stationiert, da die Hudson Bay Company zur Stärkung ihrer Position die Männer ermunterte, indianische Frauen zu heiraten. Durch diese Verbindungen gelang es ihr, sich Zugang zu indianischen Handelsnetzwerken zu verschaffen. Der Goldrausch im Jahr 1858 beendete alles. Durch die Ankunft von circa 30.000 Goldgräbern verwandelte sich Fort Langley in das Zentrum des Goldrausches. Aus Angst vor einem amerikanischen Zugriff auf das ressourcenreiche Gebiet proklamierte die britische Regierung dieses im Jahr 1858 (genau hier, im Fort) kurzerhand zur britischen Kolonie „British Columbia“. Im Jahr 1871 wurde Britisch-Kolumbien dann zu einer Provinz Kanadas.
In der Anlage verdeutlichten sehr viele Bilder und Dokumente sowie Einrichtungsgegenstände das Leben in der damaligen Zeit. Zudem standen Parkmitarbeiter in historischen Kostümen für Fragen zur Verfügung. Die meisten Häuser sind rekonstruierte Gebäude. Lediglich das im Jahr 1840 erbaute Lager ist das einzige noch existierende Originalgebäude.
Nachdem wir die Anlage ausgiebig besichtigt hatten, fuhren wir noch ein Stückchen weiter und stoppten vor Hope auf dem Rastplatz Hunter Creek.

Bis auf das Geräusch des Dauerregens störte nichts unsere Nachtruhe.
Hinter Yale hörte der Regen auf und es kam mehr und mehr die Sonne zum Vorschein. Nach einer kurzen Zeit erreichten wir Hell’s Gate Airtram an der Fraser Schlucht. An dieser Stelle drückt sich der Fraser Fluss durch einen schmalen Felsendurchlass. Bei Hochwasser läuft hier doppelt so viel Wasser durch wie bei den Niagarafällen. Früher war diese Stelle bei Reisenden gefürchtet, denn sie konnte nicht mit Booten befahren werden. Die Indianer hatten deshalb an den Felswänden ein System aus waagrecht an Seilen angebrachten Baumstämmen errichtet, über die Reisende stromaufwärts gelangen konnten. Dies war nicht ungefährlich, denn wenn ein Seil riss, stürzte man unweigerlich in den Fluss und war verloren. Erst später wurde eine schmale Straße gebaut. Diese ist der Vorläufer des heutigen Highway 1.
Nachdem wir den Eintrittspreis bezahlt hatten, fuhren wir mit einer Seilbahn steil hinab zum Fluss. Unten angekommen, konnten wir auf einer Hängebrücke stehend den reißenden Fluss unter uns beobachten. In der Ausstellung nebenan waren Bilder zu sehen, die zeigten, wie der Fluss bei Hochwasser aussieht. Der Begriff „kochendes Wasser“ trifft nur annähernd den Zustand, der dann herrscht. Aber auch beim jetzigen Wasserstand war es sehr beeindruckend.
Im nebenan liegenden Gebäude gab es Informationen zur Wanderung der Lachse. Beim Bau der Eisenbahnlinie 1918 wurde ein Felsen weggesprengt, der den Fluss soweit blockierte, dass die Strömungsgeschwindigkeit für die Lachse zu stark war. Die Population ging deshalb stark zurück. Nachdem in den 1940er Jahren dieses Hindernis beseitigt und Lachstreppen angelegt worden waren, erholte sich der Bestand wieder. Zudem konnten wir dort einen sehr interessanten Film über den Lebenszyklus der Lachse sehen. Da der Film vor der Jahrtausendwende gedreht worden war, war die Bildqualität allerdings nicht mit den heutigen HD-Filmen vergleichbar.
Bevor wir wieder nach oben fuhren, versuchten wir uns im Goldwaschen. Es war ein Wasserbecken aufgebaut und mit Sand bzw. Kies aus dem Fraser Fluss befüllt worden. Jeder konnte sich eine Schale zum Sieben nehmen und sein Glück versuchen. Immerhin war der Fluss während des Goldrausches 1858 berühmt für entsprechende Funde. Und tatsächlich: nach wenigen Minuten glitzerte es in unserer Schale. Es waren zwar nur ganz kleine Stückchen, aber wir freuten uns.
Wieder beim Mausmobil angekommen, stärkten wir uns und fuhren weiter auf dem Highway 1 Richtung Norden. Kurz vor Ashcroft erreichten wir die Redhill Rest Area und stellten uns dort für die Nacht hin.

Die Nacht war nahezu ruhig gewesen, obwohl wir in der Nähe der Straße standen. Auch hatte der Regen aufgehört, so dass wir keine Geräusche von oben hatten.
Nach dem Frühstück fuhren wir auf dem Highway 1 Richtung Clinton. In einem Reiseführer hatten wir gelesen, dass Clinton ein kleines verschlafenes Westernstädtchen sein soll. Groß war deshalb unsere Vorfreude. Als wir dort ankamen, fanden wir allerdings die Beschreibung nicht bestätigt. Es mag sein, dass diese Stadt Ende Mai beim großen Rodeo aufwacht. Aktuell aber gab es nichts, was uns zum Anhalten bewegt hätte.
Der weitere Weg Richtung Williams Lake verlief unspektakulär. Auch die Ortschaften unterwegs, die alle eine Meilen-Angabe im Ortsnamen hatten (z. B. 70 Mile House oder 100 Mile House), waren kein Grund für uns, anzuhalten. Wir erreichten deshalb Williams Lake bereits um die Mittagszeit. Das dortige Visitor-Center ist sehr gut gestaltet und ausgestattet. Wir bekamen sogar Karten und Reisetipps für die weitere Tour nach Alaska beziehungsweise Nord-Kanada.
Nach der Mittagspause gingen wir den Rundweg durch Williams Lake, um die mittlerweile 26 Murals zu sehen. Erste Wandmalereien waren in den 1980er Jahren im Rahmen des „Communities in Bloom“-Programms angebracht worden, um die Stadt für Touristen interessant zu machen. Seitdem werden jedes Jahr durch Künstler neue Wandmalereien hinzugefügt. Leider sind manche durch Werbeplakate von Geschäften beziehungsweise nachträglich angebrachte Fenster in ihrer Wirkung beeinträchtigt worden.
In der Touristeninformation hatten wir zudem den Tipp bekommen, zur Sanddüne beim Farwell Canyon zu fahren. Dieser liegt etwa 60 km südwestlich von Williams Lake. Nach einem Einkauf bei Save-on-foods, der ein ähnliches Angebot wie Whole Foods hat, aber vielfach deutlich preiswerter ist, fuhren wir deshalb dorthin. Nachdem wir am Beginn des Wanderweges zur Sanddüne angekommen waren, marschierten wir los. Wir haben während unserer Reise durch Nordamerika schon einige Sanddünen bestiegen. Diese hier allerdings toppte alle ! Einen solch steilen Aufstieg auf eine Düne hatten wir bislang noch nicht erlebt. Stellenweise gingen wir zwei Schritte vorwärts, um gleichzeitig wieder fast dieselbe Strecke nach unten zu rutschen. Aber schlussendlich erreichten wir den Kamm der Düne und hatten einen wunderschönen Blick auf den unter uns fließenden Fluss. Die Wolken am Himmel hatten sich zudem verzogen, weshalb wir strahlenden Sonnenschein bei fast blauem Himmel hatten.
Für den Rückweg wählten wir die etwas längere Route, welche ein nicht so großes Gefälle aufwies.
Wieder beim Mausmobil angekommen, fuhren wir das kurze Stück hinab zum Fluss und stellten uns dort auf einen Schotterplatz. Hier sind wir ganz alleine, haben kein Internet, kein Telefon und keine Geräusche um uns herum. Lediglich einen Fuchs sahen wir, der keine Angst vor uns hatte und gemächlich seiner Wege ging.

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2Greyhoundsontour am 12 Mai 2024 05:48:45

Fortsetzung des Reiseberichtes

Nach dem Frühstück fuhren wir direkt nach Quesnel. Dort vervollständigten wir unsere Vorräte. Zudem nutzten wir die kostenlose und sehr gut gestaltete Ver- und Entsorgungsanlage der Stadt. Als Frischwasser bekommt man hier - ebenso kostenlos - reines Trinkwasser.
Auf dem Weg nach Barkerville sahen wir unseren ersten Schwarzbären am Straßenrand sitzen.
Barkerville war früher eine typische Goldrausch-Boomtown. Später verfielen viele Gebäude, bis diese wieder restauriert und als Museumsdorf neu eröffnet wurden. Insgesamt 107 (manche Reiseführer sprechen von 125) Gebäude kann man heute besichtigen. Die Saison beginnt hier allerdings erst am 1. Juni, weshalb wir die ganze Stadt für uns alleine hatten. Anhand der Beschreibungen, die an vielen Häusern angebracht waren, konnten wir uns ein sehr gutes Bild über die Lebensverhältnisse zu damaliger Zeit machen. Da gerade Schmelzwasser die so genannte Hauptstraße hinunterfloss, waren wir - wie die Menschen damals - froh über die Holzstege vor den einzelnen Häusern.
Nachdem wir die kleine Stadt ausgiebig besichtigt hatten, fuhren wir wieder Richtung Quesnel und stellten uns hinter Wells auf eine Rest Area neben der Strasse. Diese liegt malerisch an einem - fast noch vollständig zugefrorenen - See.

Wir hatten eine wunderbar ruhige Nacht. Dabei hätten wir nichts dagegen gehabt, wenn uns ein Elch oder Bär geweckt hätte.
Nachdem wir in Quesnel noch einmal frisches Wasser aufgetankt und unser Abwasser entsorgt hatten, fuhren wir in Richtung Prince George. Hinter Prince George weitete sich die Landschaft und war überwiegend flach. In Vanderhoof verließen wir den Highway 16 und bogen nach Fort St. James ab. Das Fort wird offiziell erst Anfang Juni geöffnet. Wir hatten Glück, dass ein paar Mitarbeiter des Visitor-Centers uns einen Film über das Fort zeigten und wir die Ausstellung anschauen konnten. Zudem hatte das Ganze den großen Vorteil, dass wir das Gelände in Ruhe durchstreifen konnten. Eine indianische Mitarbeiterin öffnete uns die Türen zu den Häusern und erzählte die Geschichte des Forts und der hier lebenden Indianer aus ihrer Sicht. Gegen 17:00 Uhr war aber ihre Arbeitszeit zu Ende und auch das Visitor-Center schloss. Da die Anlage an sich aber offen ist, konnten wir den restlichen Nachmittag in den für die kanadischen Nationalparks typischen roten Stühlen in der Sonne verbringen.

Kein Laut störte unsere Nacht und die Sonne weckte uns am Morgen. Da die Mitarbeiter des Forts eine Besprechung hatten, nutzten wir die Möglichkeit einer selbstgeführten Tour. Dafür ist an jedem Gebäude ein QR-Code angebracht, über den wir per Internet die Geschichte des Hauses erläutert bekamen.
Anschließend fuhren wir auf dem Yellowhead Highway weiter Richtung Norden. In Burns Lake angekommen, erkundigten wir uns zunächst im Visitor-Center über die Möglichkeiten im Ort. Uns wurde empfohlen, einen Spaziergang um das Loch Lomond herum zu machen.
Nach dieser Tour fuhren wir auf den kostenlosen Campingplatz des Ortes. Nachdem wir unser Mausmobil abgestellt hatten, erkundeten wir die kleine Stadt. Großspurig wird hier ein Heritage Walk beworben. Aber außer ein paar alten Häusern und vielen aktuell bewohnten Wohnhäusern sahen wir nichts Besonderes.
Für das Abendessen folgten wir dem Tipp der Mitarbeiterin im Visitor-Center und gingen in das Restaurant „The Office Pub & Grill“. Wir wurden nicht enttäuscht.

Für die kommenden Tage ist eine Wetteränderung vorhergesagt. Wir nutzten deshalb das heutige (noch) schöne Wetter und fuhren auf dem Yellowhead Highway durch eine grüne Wald- und Weidelandschaft direkt nach Smithers. Je weiter wir Richtung Norden kamen, umso mehr umringten uns schneebedeckte Berge.
Angeblich sollte uns in Smithers eine Überraschung erwarten, denn die Häuser sollen laut unserem Reiseführer im Fachwerkstil gehalten, die Gehsteige mit roten Ziegeln ausgelegt sein und an den Fenstern die Fahnen aller Schweizer Kantone hängen. Wir wissen nicht, welchen Ort der Autor dieses Reiseführers besucht hat. Wir können dies jedenfalls nicht bestätigen. Zwar haben viele der Häuser kleine Vordächer, aber dies allein macht kein Schweizer Haus aus. Zudem fehlten die Fahnen der Kantone vollständig. Vielmehr wehten in den Straßen die Flaggen mehrerer Länder. Auch das angepriesene alpenländische Image konnten wir nicht entdecken, denn das Angebot in den Läden war nicht besonders auf die Schweiz ausgerichtet. Wir hielten uns deshalb in dem Ort nicht lange auf und fuhren weiter. Wir müssen allerdings positiv erwähnen, dass in fast jedem Ort eine kostenlose Dump Station vorhanden ist. Oftmals gibt es auch kostenloses Frischwasser dazu.
Auf dem Weg zu unserem Tagesziel sahen wir rechts der Straße plötzlich eine Bärenmutter mit zwei Jungtieren. Leider kletterten diese kleinen Schwarzbären schneller auf einen Baum, als wir sie fotografieren konnten. Aufgrund der vielen Äste konnten wir nur erahnen, wo sie sich in über 20 m Höhe an den Baum klammerten. Aber das Muttertier konnten wir in Ruhe fotografieren.
In Hazelton angekommen, besorgten wir uns im Visitor-Center Informationsmaterial. Anschließend fuhren wir zum ’Ksan Historical Village. Wir konnten die Malereien außen an den Häusern sowie die Totempfähle kostenfrei besichtigen. Anschließend gingen wir in die Altstadt von Hazelton. Viele der Häuser stammen noch aus der Gründerzeit des Ortes und sind in einem sehr guten Zustand, da sie heute noch bewohnt werden. Witzig fanden wir ein Haus, welches aus den Resten eines Raddampfers gebaut worden war und nun einen Teil der Verwaltung beherbergt.
Nachdem wir diesen hübschen Ort ausgiebig durchschlendert hatten, fuhren wir ein kurzes Stück außerhalb des Ortes auf den Hagwilget Canyon Viewpoint und stellten uns für die Nacht hin.

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2Greyhoundsontour am 17 Mai 2024 20:57:41

Fortsetzung des Reiseberichtes

Leider zeigte sich der Himmel nicht mehr so schön blau wie in den vergangenen Tagen. Da wir heute einen Fahrtag geplant hatten, fanden wir es nicht ganz so schlimm.
Unseren ersten Stopp legten wir bei der Gitwangak Battle Hill NHS ein. Diese war eine Festung der Indianer gewesen. Heute sieht man hier nur noch einen grasbewachsenen Hügel, auf den man vom Parkplatz aus herabblicken kann. Da man ansonsten nichts weiter sieht, schenkten wir uns den Weg zum Hügel und fuhren zur Tankstelle in Kitwanga. Nachdem wir zu einem günstigen Preis vollgetankt hatten, befuhren wir den Stewart Cassiar Highway Richtung Norden. Der Straßenzustand war sehr gut. Obwohl Warnschilder zu Beginn auf Schlaglöcher hingewiesen hatten, gab es nur sehr wenige. Da wir nahezu alleine unterwegs waren, konnten wir diesen immer sehr gut ausweichen. Die Straße führte durch den Wald und an Flüssen beziehungsweise Seen vorbei. Zusammen mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund wären dies sehr fotogene Motive gewesen. Da der Himmel allerdings nicht blau war, zeichneten sich die weißen Berge vor den grauen Wolken nicht so gut ab. So verzichteten wir auf Landschaftsfotos. Stattdessen konnten wir ausreichend Fotos von Bären machen. Insgesamt zweimal hatten wir das Glück, diese pelzigen Gesellen neben dem Straßenrand beobachten zu können. Zudem sahen wir heute unseren ersten Elch. Da dies in einer Kurve war, konnten wir nicht sofort anhalten und ein Foto machen. Auch kreuzte ein Wolf unseren Weg. Anschließend fuhren wir weiter Richtung Norden bis nach Dease Lake. Der Ort präsentierte sich uns als Tankstelle mit angeschlossenem Geschäft und einigen Häusern. Das Ganze lud nicht zum Verweilen ein, weshalb wir nur tankten und noch ein paar Kilometer weiter bis zu unserem Stellplatz für die Nacht fuhren. Auf der Rabid Grizzly Rest Area stellten wir uns in eine ruhige Ecke.

Die Nacht war vollkommen ruhig gewesen. Wir hatten deshalb beide sehr gut geschlafen.
Kurz nach der Abfahrt sahen wir einen Grizzly. Direkt neben der Straße fraß er seelenruhig Gras. Er ließ sich auch nicht stören, als wir mit unserem Mausmobil näher an ihn heranfuhren. Ein schöner Beginn des Tages!
Auf unserem weiteren Weg sahen wir noch einmal einen Schwarzbären. Hier hielten wir allerdings nur kurz an, da er nah am Waldrand war und einige kleine Äste im Weg standen. Nach diesen beiden schönen Begegnungen kam der beklemmende Teil unserer heutigen Tour: Wir fuhren mehrere Kilometer lang durch komplett verbrannten Wald. Bis zum Horizont sahen wir keinen einzigen grünen Baum. Vielmehr sah es so aus, als hätte ein Riese abgebrannte Streichhölzer wahllos auf den braunen Boden geworfen.
Nachdem wir diese trostlose Landschaft hinter uns gelassen hatten und wir wieder in waldig-grünen Gefilden unterwegs waren, sahen wir eine schwarze Bärenmutter und zwei junge Bären mit hellem Fell. Wir hatten Glück und konnten direkt neben den Tieren anhalten. Das gab richtig schöne Bilder!
Bald danach erreichten wir Watson Lake. Dieser Ort ist vor allem bekannt durch seinen Schilderwald, der 2009 sogar auf einer kanadischen Briefmarke zu Ehren kam. Alles fing damit an, dass ein amerikanischer Soldat 1942 die Tafel seiner Heimatstadt Danville in Illinois aufstellte. Seitdem bringen Touristen aus aller Welt dort ebenso Schilder an. Überwiegend sind dies Ortsschilder. Es finden sich darunter aber auch Schilder von Behörden beziehungsweise selbst gebastelte. Die letzte Zählung im Jahr 2023 ergab mehr als 100.000 Schilder. Wir haben sie nicht nachgezählt, aber es war schon sehr beeindruckend, wie viele verschiedene Exemplare hier zu sehen sind. Natürlich brachten auch wir das Kennzeichen unseres Mausmobils an.
Die zweite Sehenswürdigkeit des kleinen Ortes sollte eigentlich laut unserem Reiseführer das Northern Lights Space and Science Centre sein. In der Touristeninformation erhielten wir allerdings den Hinweis, dass dieses Zentrum jetzt erst anfängt, Personal zu rekrutieren. Der Ort hofft, dass es dann dieses Jahr auch öffnet.
Da es mehr in dem kleinen Ort nicht zu sehen gab, fuhren wir nach dem Einkauf noch ein Stück weiter und erreichten nach 40 Kilometern den Big Creek Government Campground.

Der Wettergott meinte es heute gut mit uns. Neben Wolken schickte er auch Sonne und ließ die Landschaft leuchten. Der Anblick war beeindruckend: Weiß gekrönte Berge am Horizont, dunkelgrüne Wälder, kleine und große Seen wie dunkle Tupfer in das Grün gesprenkelt und dazwischen das helle Band des Asphalts. Es war einfach traumhaft.
Unseren ersten Stopp legten wir bei den Rancheria Falls ein. Ein kurzer Weg führte teilweise über Planken direkt zu den beiden kleinen Wasserfällen. Natürlich sind sie im Vergleich zu den Wasserfällen, die wir bereits gesehen haben, nichts Herausragendes. Aber eingebettet in die Umgebung waren sie doch wieder etwas Besonderes.
Eigentlich hatten wir vor, heute nur bis zu Johnsons Crossing zu fahren. Diese kleine Haltestelle ist RV-Campground, Tankstelle, Waschanlage und Shop gleichzeitig und berühmt für ihre Zimtschnecken. Leider erfuhren wir aber hier, dass die Waschmaschinen auf dem Campground nicht in Betrieb sind, weil das Wasser wegen Bodenfrost noch nicht eingeschaltet wurde. Da wir unbedingt Wäsche waschen müssen, kauften wir nur zwei dieser leckeren Zimtschnecken und fuhren weiter.
Unterbrochen von einer kleinen Kaffeepause am Marsh Lake (wo wir die leckeren Zimtschnecken aßen), erreichten wir bald Whitehorse. Hier fuhren wir auf einen Campground, welcher laufende Waschmaschinen hatte.

Nachdem wir unser Mausmobil reisefertig gemacht hatten, fuhren wir in die kleine Innenstadt von Whitehorse. Im Visitor-Center bekamen wir sehr gute Unterlagen, sowohl für die Stadt Whitehorse als auch für unsere weitere Tour. Zudem holten wir uns dort einen für drei Tage gültigen Gutschein, womit wir kostenlos in der Stadt parken können.
Whitehorse war während des Goldrausches für viele Goldsuchende die erste Anlaufstelle. Aus dieser Zeit existieren noch sehr viele alte Häuser. Da diese großteils auch heute noch bewohnt sind, sind sie in einem guten Zustand. Im Visitor-Center hatten wir einen Stadtplan bekommen, in dem diese Gebäude eingezeichnet waren. Auf einem so genannten Historical Walk kann man alle alten Gebäude erkunden. Besonders beeindruckt haben uns das Bahnhofsgebäude sowie mehrere hübsch gestaltete kleine Häuser. Aber auch die Rückseite von manchen Häusern war sehr fantasievoll gestaltet. An einem Parkplatz waren die Fassaden der angrenzenden Häuser dreidimensional bemalt.
Die ehemalige Kirche aus dem Jahr 1900 ist heute ein Museum. Sie wurde von dem damaligen Pfarrer in Blockhausweise innerhalb von drei Monaten erbaut.
Nach dem Mittagessen fuhren wir zum außerhalb der Stadt liegenden Yukon Wildlife Preserve. Auf einem 5 km langen Rundweg konnten wir die heimische Tierwelt sehen. Die Tiere haben reichlich Auslauf und sehr große Gebiete, um sich auch zurückziehen zu können. Für die Tiere ist dies ein Vorteil, für uns allerdings ein Nachteil, denn Elche, Luchse und Rotfüchse haben wir nicht gesehen. Diese hatten sich irgendwo auf dem großzügigen Gelände verkrochen. Dafür waren uns u. a. die Bisons, Bergziegen, Hirsche, Caribous und Dickhornschafe so nah, dass wir schöne Fotos von diesen Tieren machen konnten.
In Whitehorse darf nicht frei über Nacht gestanden werden. Wir fuhren deshalb einige Kilometer außerhalb der Stadt und stellten uns auf die Kookatsoon Lake Recreation Site für die Nacht hin.

Nach einer ruhigen Nacht strahlte die Sonne vom blauen Himmel. Als wäre das nicht schon genug, sahen wir kurz nach der Abfahrt zwei Elche im See. Leider waren sie etwas weiter entfernt, aber dank unseres Teleobjektives konnten wir sie relativ gut fotografieren.
Kurz darauf erreichten wir den Emerald Lake. Grün und blau schimmerte der See in der Sonne. Zusammen mit den schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund war es eine traumhafte und wunderschöne Landschaft.
Unser nächster Stopp war die kleinste Wüste der Welt, wie sie sich selber nennt. Die Carcross Desert ist eine Sandfläche rechts und links der Straße. Bei dem aktuellen schönen Wetter genossen wir es, in Sandalen durch den Sand zu gehen.
Nach einem ausgiebigen Spaziergang fuhren wir die letzten 2 km bis nach Carcross. Dieser kleine Ort war bis zum Goldrausch 1897 nur ein Sommerlager der hier ansässigen Indianer gewesen. Als die Goldsucher den Ort erreichten, wurde er scherzhaft das größte Zeltlager nördlich von Vancouver genannt. Es müssen damals fürchterliche Verhältnisse geherrscht haben. Heute zeugen von der Vergangenheit nur noch ein paar ältere Häuser, ein Hotel sowie der älteste Gemischtwarenladen am Yukon.
Carcross liegt wunderschön am Lake Bennett und ist von schneebedeckten Bergen umgeben. Größte Attraktion im Ort sind die verbrannten Reste eines ehemaligen Schaufelraddampfers, der 1990 abgebrannt war. Mithilfe von Eisenträgern wurde die ehemalige Silhouette des Dampfers nachgebildet.
Nach einer Stärkung im einzigen Bistro des Ortes fuhren wir zurück nach Whitehorse. Dort ergänzten wir unsere Vorräte und fuhren noch ein kurzes Stück in Richtung Dawson City. Nach wenigen Kilometern erreichten wir den Lake Laberge Territorial Campground.

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2Greyhoundsontour am 21 Mai 2024 18:20:00

Fortsetzung des Reiseberichtes

Auch heute begleitete uns wieder eine waldreiche Landschaft mit Bergen im Hintergrund, die vom grauen Band der Straße durchschnitten wurde. Unterwegs sahen wir arktische Erdhörnchen und einen Schwarzbären. In Carmacks stoppten wir für einen Spaziergang am Ufer des Yukon entlang. Da wir erst Frühjahr haben, lag an den Ufern des Flusses noch stellenweise Eis. Aber so hübsch der holzbeplankte Weg angelegt war, so wenig Sehenswürdigkeiten gab Carmacks her. Wir hielten uns deshalb nicht lange auf, tankten und fuhren weiter.
Unseren nächsten Stopp legten wir bei den Five Finger Rapids ein. An dieser Stelle mussten sich die Schiffe früher aufgrund von Stromschnellen oftmals mit Leinen stromaufwärts ziehen lassen. Erst nachdem einige Felsen weggesprengt worden waren, wurde es für die Kapitäne leichter. Da aber etwa zeitgleich die Eisenbahnlinie in Betrieb genommen wurde, sank die Nachfrage nach Schiffspassagen. Heute verkehren hier keine großen Schiffe mehr.
Vom Parkplatz führt eine lange hölzerne Treppe hinab bis fast auf das Niveau des Flusses. Dort angekommen, mussten wir noch etwa einen Kilometer durch den Wald gehen. Beim Aussichtspunkt oberhalb der Stromschnellen angekommen, waren wir etwas enttäuscht: Das Wasser rauschte nicht wie früher zwischen den Felsen, sondern der Yukon floss ohne Wirbel und Wellen zwischen den Felsen hindurch.
Wieder am Mausmobil angekommen, fuhren wir noch ein kurzes Stück und stellten uns für die Nacht an einer Bootsrampe mitten im Wald, direkt am Yukon, hin.

Auch heute begrüßte uns die Sonne nach einer ruhigen Nacht. Wir hielten uns deshalb nicht lange auf und fuhren nach dem Frühstück weiter Richtung Norden. In einem Visitor-Center hatten wir vor ein paar Tagen den Yukon Naturführer bekommen. In blumigen Worten wird hier beschrieben, was den Reisenden unterwegs erwartet. Wir waren deshalb gespannt!
Die erste Sehenswürdigkeit auf unserem Weg sollte der Meadow Lake sein. Dies ist ein Salzsee mit nichtmarinem Ursprung. Besonders hervorstechen sollte hier die weiße krustige Schicht auf den alten Baumstümpfen, die aus dem Schlamm am Seeufer herausragen. Diese Salzschicht sahen wir allerdings nicht. Wir sahen lediglich einen See, auf dem ein paar Vögel schwammen. Vielleicht sind diese Salzkrusten nur bei Niedrigwasser im Herbst zu sehen.
Als nächstes Highlight wies der Naturführer auf den so genannten „betrunkenen Wald“ hin. Die Bäume entlang dieses Highway-Abschnittes sollten angeblich in verschiedene Richtungen wachsen. Grund ist der Permafrostboden. Taut dieser, dann lehnen sich die Bäume in unterschiedliche Richtungen, gerade so, als ob sie betrunken wären. Wir sahen allerdings nur ein paar Bäume, die nicht gerade standen. Dies haben wir auch schon weiter im Süden gesehen, so dass, was wir hier sahen, in unseren Augen nichts Besonderes war.
In Stewart Crossing verließen wir den Klondike Highway und wechselten auf den Silver Trail Highway. Wir waren gespannt auf das Elchschutzgebiet, welches rechts und links der Straße sein sollte. Ausdrücklich wies der Naturführer auf den Parkplatz beim Devils Elbow hin, wo ein 750 m langer und mit Informationstafeln gesäumter Weg zu einer Aussichtsplattform führen soll. Von hier aus sollte man besonders gute Chancen haben, Elche zu sehen. Den Parkplatz fanden wir schnell. Auch den Einstieg in den Weg sahen wir sofort. Aber schon nach wenigen Metern war der Weg versperrt durch vor längerer Zeit umgestürzte Bäume. Anscheinend kümmert sich hier niemand darum, den Weg freizuhalten. Nachdem wir die Bäume überklettert hatten, führte der Weg über die Straße den Hang hinauf zur angekündigten Aussichtsplattform. Leider sahen wir von hier aus nahezu nichts, da Bäume die Sicht auf das Tal versperrten.
Am Stewart River Aussichtspunkt sollte mit etwas Glück die Möglichkeit bestehen, Elche beim Fressen im Wasser zu beobachten. Da der Fluss aber sehr weit entfernt ist, hätten wir Elche nur von weitem und mit Fernglas sehen können. Wir hielten uns deshalb nicht lange auf und fuhren weiter.
Bald schon erreichten wir den kleinen Ort Mayo. Hier waren wir gespannt auf das Binet House, welches ein Museum beherbergt. Obwohl es ab Mai geöffnet sein sollte, war es zu. So blieb uns auch diese Sehenswürdigkeit verschlossen. Nach einem Stopp auf dem kleinen Friedhof der ehemaligen Siedler und dem Einkauf im ortsansässigen Lebensmittelgeschäft fuhren wir deshalb weiter zum Five Mile Lakes Campingplatz. Dieser ist ein staatlicher Campingplatz und dementsprechend günstig. Die Lage direkt am See ist wunderschön.

Unser Wasservorrat ging langsam zu Ende. Auf dem Campground gab es nur Wasser, welches wir vor Gebrauch hätten abkochen müssen. Wir bekamen aber den Tipp, es bei der Feuerwehr im Ort zu versuchen. Dort hätten wir tatsächlich Wasser bekommen können, wenn wir mindestens 100 Gallonen Wasser abgenommen hätten. Maximale Menge wären 3000 Gallonen gewesen. Der Befüllschlauch hatte einen Durchmesser von etwa 10 cm. Damit war diese Möglichkeit sowohl von der Menge als auch vom Durchmesser des Schlauches her für uns nicht geeignet. Eine andere Möglichkeit, unseren Wasserschlauch anzuschließen oder mit der Gießkanne den Tank zu füllen, gab es nicht. So fuhren wir mit unserem kleinen Wasservorrat nach Keno. Die Straße dorthin ist nicht geteert, war aber in einem sehr guten Zustand. Dies lag wahrscheinlich daran, dass vor kurzem erst eine Baumaschine den Weg planiert hatte.
In Keno angekommen, fuhren wir direkt auf das Bergbaumuseum zu. Dieses kleine Museum wird ohne Gewinnabsichten betrieben und zeigt vieles aus den vergangenen Tagen, als Keno eines der Zentren der Goldsucher sowie der Arbeiter des Silberbergbaus (bis ca. Ende der 1980er) war. Im Obergeschoss werden zudem viele Familienbilder der hier einst ansässigen Familien gezeigt. Das Personal war sehr gesprächig und erzählte uns viel zu diesem kleinen Ort. Die Einwohnerzahl schwankt zwischen acht Personen im Winter und etwa 30 Personen im Sommer. Für uns unvorstellbar, erledigen die Einwohner ihren Großeinkauf etwa alle sechs Wochen in Whitehouse. Dieser Ort ist 450 km entfernt! Kleinere Einkäufe werden in Mayo erledigt, welches immerhin auch noch 60 km entfernt ist. Abschließend erhielten wir eine kleine Broschüre, um den winzigen Ort auf eigene Faust durchstreifen zu können. Knapp 20 alte Gebäude stehen noch und können zumindest von außen besichtigt werden. Es war interessant, durch die Reste dieses ehemals quirligen Ortes zu gehen.
Da uns geraten worden war, unsere Mittagspause auf dem Berg zu verbringen, um den schönen Blick zu genießen, fuhren wir die Straße zum Keno Hill Signpost hinauf.
Im Bergbaumuseum hatten wir zudem den Hinweis bekommen, dass wir beim Feuerwehrhaus in Keno Trinkwasser gratis bunkern können. Und tatsächlich: Unser Wasserschlauch passte an den Zapfhahn und unsere Wasserprobleme waren damit Geschichte.
Für die Übernachtung fuhren wir Richtung Stewart Crossing und stellten uns beim Stewart River Aussichtspunkt hin.

Ein sonniger Tag erwartete uns, als wir aufwachten. Wir hielten uns deshalb nicht lange auf und fuhren nach dem Frühstück Richtung Dawson City. Unterwegs stoppten wir beim Moose Creek Campingplatz. Ein schmaler Wanderpfad führte uns durch den sonnendurchfluteten Urwald zum Stewart River. Entlang des Weges blühten einige der hier vorkommenden Anemonen. Das sah sehr hübsch aus. Diese Tour war eine schöne Abwechslung zur ansonsten relativ eintönigen Fahrstrecke. Wie gestern auch, führte die Straße durch endlose Wälder. Ein Teil des Klondike Highways war nicht geteert. Der Staub entgegenkommender beziehungsweise vorausfahrender Autos war so stark, dass wir stellenweise kaum noch etwas sahen. Zum Glück hatten wir genügend Abstand zu den vorausfahrenden Autos.
Vor Dawson fielen uns die gewaltigen Kiesberge rechts und links der Straße auf. Diese waren bis in die 1960er Jahre von professionellen Maschinen zur Goldsuche angehäuft worden. Kurz darauf erreichten wir unser heutiges Tagesziel und gingen zunächst ins Visitor-Center. Dort kamen wir gerade rechtzeitig, um an einer Stadtführung teilnehmen zu können.
Nach der Stadtführung schlenderten wir noch auf eigene Faust durch die Kleinstadt.

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2Greyhoundsontour am 26 Mai 2024 05:25:48

Fortsetzung des Reiseberichtes

Nachdem wir unser Mausmobil auf Vordermann gebracht und Schmutzwäsche gewaschen hatten, machten wir einen Spaziergang durch den Wald zum Aussichtspunkt, von dem man die Mündung des Klondike in den Yukon sehen kann. Die Aussicht war nicht schlecht, aber wir hatten uns ein bisschen mehr versprochen.
Wieder unten im Ort schlenderten wir durch die Straßen und schauten uns verschiedene Häuser an. Manche alte Häuser neigen sich bedenklich zur Seite. Ein besonders krasses Beispiel ist die Sankt Andrews Kirche. Wie andere aus dem Lot geratene Häuser wurde diese direkt auf dem Boden gebaut. Als der Permafrostboden unter diesen Häusern anfing zu schmelzen, verloren sie den Halt und sackten ab. Heutzutage werden die Häuser auf Pfosten gebaut, so dass Luft zwischen Boden und Haus zirkulieren kann und sich der Boden dadurch nicht so erwärmt.
Nachdem wir uns im Cheechakos Bake Shop mit sehr leckeren Sandwiches gestärkt hatten, wurde es auch schon bald Zeit für die Führung durch das Palace Grand Theatre - eine von Glücksritter Arizona Charlie Meadows gebaute Mischung aus europäischem Opernhaus und Wildwest-Tanzhalle. Dieselbe ältere Dame wie gestern führte uns durch dieses mittlerweile 125 Jahre alte Theater. In den 1960er Jahren wurde es renoviert und wird auch heute noch genutzt. Besonders interessant an diesem vollständig aus Holz gebauten Theater war das Zimmer für den Star der Vorführung: Einschließlich eines Doppelbetts und eines kleinen Wohnzimmers war es eine richtig kleine Wohnung, in der der jeweilige Star wohnen konnte. Je nach Wichtigkeit mussten sich die anderen Mitwirkenden mit kleineren Umkleidekabinen begnügen.
Nach dieser Führung genossen wir in unseren Liegestühlen die Sonne und warme Temperatur. Anschließend gingen wir in das Visitor-Center und besorgten uns den Schlüssel für die Kamera obscura. Danach erkundeten wir noch einige Gebäude, an denen wir noch nicht vorbeigekommen waren und beendeten unseren Rundgang in einem griechischen Restaurant.
Zu einer „echten“ Goldgräberstadt gehört natürlich auch ein Spielcasino mit Cancan-Tänzerinnen. Dies findet sich noch heute im von Mai bis September geöffneten Diamond Tooth Gerties, wo täglich drei verschiedene Shows aufgeführt werden. Wir kamen rechtzeitig, um die Show um 20:30 Uhr erleben zu können. Diese Show ist angeblich den Aufführungen nachempfunden, wie sie vor 100 Jahren modern waren.

Der heutige Tag stand bei uns im Zeichen des Goldes. Zunächst holten wir dafür im Visitor-Center die kostenlosen Waschschalen, damit wir heute Nachmittag selber Gold suchen können. Anschließend fuhren wir etwas außerhalb von Dawson zum Dredge Nr. 4. Dies war eine professionelle und die größte aus Holz gebaute Goldfördermaschine in Nordamerika, die bis 1966 im Einsatz war.
Da bis zum Beginn der Führung noch Zeit war, gingen wir zunächst den Lehrpfad zur Goldförderung entlang. Viele Schautafeln und Gerätschaften zeigten, wie das Gold damals aus der Erde geholt wurde.
Die anschließende Führung durch den Riesenbagger Dredge 4 war sehr informativ. Es war schon unglaublich, mit welchem Einsatz hier nach Gold geschürft wurde. Mit einer einzigen Schaufel hob dieser Bagger mehr Material an die Erdoberfläche als drei Männer in einer Woche. Da die größten Goldstücke am unteren Ende des Permafrostbodens zu finden waren, grub dieser Bagger das Gelände mehrere Meter tief um. Die Spuren davon sind heute noch überall in Form der großen Kiesberge zu sehen.
Nach dieser Führung fuhren wir zum Claim Nummer 6. Hier kann jeder, wenn er möchte, kostenlos nach Gold schürfen. Wir versuchten zwar mit den ausgeliehenen Waschschalen unser Bestes, aber die Goldfee war uns nicht hold. Nicht einen Krümel fanden wir!
Zurück in Dawson gingen wir noch im sogenannten „Supermarkt“ einkaufen. Das Angebot hier ist sehr beschränkt und einige der Lebensmittel sind auch schon deutlich abgelaufen. Das scheint hier aber niemanden zu stören.
Für das Abendessen entflohen wir zumindest gedanklich nach Jamaika. In Dawson gibt es ein jamaikanisches Restaurant. Wir wurden hier sehr gut bekocht und hatten sogar noch Platz für einen leckeren Bananenkuchen als Nachtisch.

Heute hieß es Abschied nehmen von Dawson City. Nachdem wir noch einmal Wasser gebunkert und Diesel sowie Gas aufgefüllt hatten, fuhren wir zum Abzweig des Dempster Highways. Ab jetzt soll unser Abenteuer Richtung Norden starten!
Die ungeteerte Piste ließ sich sehr gut fahren. Leider hatte kurz vor uns ein LKW Wasser auf die Straße gespritzt, um den Staub zu binden. Unser Mausmobil wurde deshalb innerhalb von Minuten total dreckig. Wahrscheinlich wird dies nicht der letzte Dreck gewesen sein, den wir auf dieser Piste abbekommen. Wir trösteten uns damit, dass wir auf dem Rückweg in Dawson City unser rollendes Heim wieder waschen können.
Bald schon erreichten wir den Tombstone Territorial Park. Im Visitor-Center besorgten wir uns zunächst Informationen. Anschließend gingen wir die kurze Tour zum Bibersee. Auf unserem Weg dorthin sahen wir zwar jede Menge Spuren von Elchen, aber die dazugehörigen Tiere blieben uns verborgen. Auch die Biber versteckten sich in ihren Burgen.
Nachdem wir unser Mausmobil auf den Parkplatz des Campgrounds umgesetzt hatten, machten wir dort eine kurze Wanderung am vereisten Fluss entlang. Stellenweise war das Eis noch so dick, dass es „gletscherblau“ schimmerte. Zum Glück führte der Weg oftmals über Holzplanken, denn der Boden war stellenweise sehr matschig. Zudem wird so die empfindliche mit Moosen bewachsene Oberfläche geschützt.
Bis zum Einstiegspunkt des Goldensides Trails war es nicht mehr weit. Bevor wir die kleine Tour den Berg hinauf in Angriff nahmen, stellten wir dort unser Mausmobil für die Nacht hin.

„Raindrops keep falling on my….“ - den Song hatten wir schon lange nicht mehr im Kopf. Aber heute morgen wurden wir von Regen geweckt. Er bzw. Schnee sollte uns nahezu den ganzen Tag begleiten.
Auf unserem Weg Richtung Norden war die einzige Abwechslung die Sichtung eines Elches, eines Grislybären, diverser Caribous und Schneehasen sowie hühnerartiger Vögel. Der Dempster Highway an sich ließ sich gut fahren. Allzu große Schlaglöcher gab es nicht. Das Einzige, was uns Respekt einflößte, waren die Straßenränder. Diese fielen zum Teil mehr als 10 m steil ab, ohne dass es dort eine Leitplanke oder Ähnliches gegeben hätte.
Zunächst und total unspektakulär fuhren wir über den höchstgelegenen Punkt (1289 m) des Dempster Highways. Kurz darauf erreichten wir den „Two Moose Lake“, an welchem laut Naturführer Elche weiden sollen. Leider sahen wir mal wieder nur Enten. Den nächsten Stopp legten wir am Red Creek ein. Hier kann man rötlich-braune Flecken auf den am Creek liegenden Steinen sehen. Auch Eis und Schlamm sind so verfärbt. Diese Färbung stammt von gelösten Mineralien wie Magnesium, Kalzium und Natrium.
Einige Kilometer vor der Ogilvie Ridge Rest Area begann es zu schneien. Gleichzeitig wurde die Sicht immer schlechter. Wir fuhren deshalb automatisch langsamer. An dieser Rest Area sollten wir eigentlich einen sehr schönen Blick auf die kontinentale Wasserscheide haben. Wir waren bei dem „Sauwetter“ aber schon froh, dass wir das Ende der Rest Area sehen konnten.
Nach der Mittagspause fuhren wir weiter und erreichten schon bald Eagle Plains. Hier gibt es eine Tankstelle (verständlicherweise ist der Preis sehr hoch), ein Hotel sowie ein Restaurant. Aktuell sah die Anlage aufgrund des matschigen Untergrundes nicht besonders einladend aus. Der Tankwart machte dies aber durch sein freundliches Wesen wieder wett.
Etwa 30 km später erreichten wir nach einer „Schlammschlacht“ unser heutiges Tagesziel, den Arctic Circle. Ab jetzt sind wir im Land der Mitternachtssonne, d.h., die Sonne geht ab Juni nicht mehr unter.

Mehr Bilder, den ungekürzten Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link

2Greyhoundsontour am 29 Mai 2024 03:21:08

Fortsetzung des Reiseberichtes

Das Wetter war über Nacht nicht besser, sondern schlechter geworden. Um uns herum gab es Schneefall und in der Höhe Nebel. Wir ließen uns davon aber nicht beeindrucken und fuhren weiter Richtung Norden. Den ersten Stopp legten wir an der Grenze zwischen Yukon und den Nordwestterritorien ein.
Unsere Weiterfahrt ging ab jetzt über großteils verschneite Straßen. Diese ließen sich allerdings dank unseres Allradantriebs sehr gut befahren. Auch heute sahen wir unterwegs wieder diverse Tiere: Grizzlybären, einen Fuchs, ein Stachelschwein, Hasen und Erdhörnchen sowie wieder viele der hühnerartigen Vögel.
Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir den Fähranleger über den Peel River. Am anderen Ufer lag die Fähre allerdings noch hoch und trocken am Land. Es machte demzufolge keinen Sinn, auf diese Fähre zu warten. Da wir bereits in Dawson City vorgewarnt worden waren, waren wir nicht überrascht. Nach einigen Erinnerungsfotos fuhren wir deshalb auf dem Dempster Highway zurück Richtung Süden. Witzigerweise hatten wir ein paar Kilometer hinter dem Fähranleger und damit mitten im Wald für ein paar Kilometer eine Internetverbindung. Wir nutzten diese, um uns über das Wetter und unsere Mails zu informieren.
Die weitere Fahrt bis nach Eagle Plains hätte entspannt sein können, wenn nicht unsere Anzeige circa 100 km vor dem Ziel einen Druckverlust im hinteren rechten Reifen angezeigt hätte. Da wir die extrem fest sitzenden Radmuttern mit unserem serienmäßigen Radmutternschlüssel nicht lösen konnten, nutzten wir das vorsorglich mitgenommene Reifendichtmittel. Die nächsten 30 km hielt dieses den Reifendruck. Dann allerdings ließ der Druck wieder nach und mit regelmäßigem Nachpumpen erreichten wir schlussendlich unser Ziel Eagle Plains. Hier gibt es eine Werkstatt und ein im einzigen Hotel integriertes Restaurant. Da in der Werkstatt heute niemand mehr zugegen war, stellten wir unser Mausmobil vor dem Hotel ab und gingen essen.

Ein Tag, den wir bestimmt nicht so schnell vergessen! Heute lagen Freude und Ärger sehr dicht beieinander. Beginnen wir mit der Freude: Noch am Vormittag wurde unser defekter Reifen geflickt. Geld verlangte der Mechaniker dafür keines. Das war eine Überraschung, mit der wir nicht gerechnet hatten. Wir gaben ihm deshalb ein großzügiges Trinkgeld.
Da unser Mausmobil nun wieder auf vier Reifen stand, fuhren wir nach dem Tanken sofort los. Anfangs war der Himmel noch bedeckt, aber je näher wir dem Ende des Dempster Highways kamen, umso mehr riss die Wolkendecke auf und die Sonne kam hervor. Wie anders wirkte doch gleich die Landschaft vor dem blauen Himmel und im Sonnenlicht!
Kurz bevor wir das Visitor-Center im Tombstone Territorial Park erreichten, sahen wir einen Elch. Er hatte sich zwar im Gebüsch gut getarnt, aber das Adlerauge der Greyhoundin hatte ihn entdeckt.
Unser Ziel für heute war der Grizzly Lake Trail, wo wir die Nacht verbringen wollten. Dort angekommen gönnten wir uns zunächst ein eiskaltes alkoholfreies Bier. Anschließend kümmerte sich der Greyhound um die Eingangstreppe, welche aufgrund des Schlamms nicht mehr ordnungsgemäß funktionierte. Durch Zufall sah er dabei, dass Öl aus dem Hinterachsdifferential tropfte. Der Mechaniker heute Morgen hatte unser Wohnmobil genau an diesem Punkt aufgebockt und damit anscheinend den Deckel verbogen. Wir hielten uns deshalb nicht lange auf und fuhren direkt nach Dawson City zu einer Werkstatt. Da es mittlerweile 20:00 Uhr war, erwischten wir dort nur noch den Vater des Inhabers, der gerade ein paar Busse mit dem Hochdruckreiniger säuberte. Er wies uns einen Platz für die Nacht zu.

Pünktlich um 8:00 Uhr standen wir vor der Eingangstür zur Werkstatt. Da hier ständig Vollbetrieb ist, mussten wir warten. Eine genaue Uhrzeit für die Begutachtung des Schadens konnte uns leider keiner sagen. So warteten wir den Vormittag ab und beschäftigten uns mit Lesen und Kniffeln. Als sich nach dem Mittagessen noch immer keiner gemeldet hatte, fragten wir noch einmal nach und bekamen zur Antwort, dass es irgendwann am Nachmittag sein werde. Vorrang hätten verständlicherweise angemeldete Kunden. Wir nutzten deshalb die Zeit am Nachmittag um unsere weitere Tour zu planen. Etwa um 15:00 Uhr kam ein Mechaniker der Werkstatt und fuhr unser Mausmobil auf die Hebebühne. Wir durften aus Sicherheitsgründen nicht dabei sein und mussten so lange im Laden warten. Schon kurze Zeit später erhielten wir die erlösende Nachricht, dass nicht allzu viel kaputt sei und der Schaden an der hinteren Differentialabdeckung behoben und Öl nachgefüllt würde. Gegen 17:00 Uhr war unser rollendes Heim wieder betriebsbereit und wir konnten vom Hof fahren.
Nachdem wir getankt hatten, fuhren wir wieder auf den Stellplatz in Dawson City.

Damit endet der Kanadateil, da wir anschließend nach Alaska gefahren sind. Mehr Bilder, den ungekürzten Reisebericht und die gesamte Reiseroute unter --> Link

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