Hallo zusammen,
ich habe geplant, den Ladewandler mit 30A über 2 Wechselrelais in der Richtung umkehren zu können, d.h. statt normalerweise von Starterbatterie in die Bordbatterie auch mal umgekehrt von Bordbatterie in die Starterbatterie laden zu können. Hintergrund ist: Wir haben mittlerweile 150Ah Starterbatterie (--> Link) und 150Ah Bordbatterie, beide LiFePO4 von Supervolt. Die Starterbatterie wird über einen Ladewandler an die Bordbatterie gekoppelt, der bei D+ aber zusätzlich auch manuell im Stand aktiviert werden kann, um Ladung zu verschieben. Seltener wäre der Fall, dass die Starterbatterie leerer ist und man (evtl. auch als Starthilfe) von der Bordbatterie zurück in die Starterbatterie laden möchte.
Hierzu habe ich ein 2kanaliges 30A Relais aus China gekauft:
Theoretisch würde das alles so funktionieren. Auch wenn das Relais 30A schalten kann, würde ich natürlich immer den Ladewandler vor einer Umschaltung erst abschalten, damit ich nicht die 30A schalten muss. Dadurch würden die Kontakte wohl kaum verschleißen. Wenn im geschlossenen Zustand das Relais einen guten Übergang bietet, könnte das also funktionieren.
Nun habe ich in den elektrikforen dennoch Kritik bekommen und bin vom Vorhaben abgekommen. Dieses günstiger China-Relais soll laut Spezifikation einen Übergang unter 100mOhm haben. Das wäre sehr schlecht und würde bereits 90W auf dem Kontakt erzeugen, brandgefährlich. Messen konnte ich mit einem billigen Widerstandsmessgerät/Multimeter keine 10MOhm. Angeblich kann man solch kleine Widerstände von einige mOhm kaum mit solchen Geräten messen, die Messleitung verfälscht es nochmals. Aber selbst wenn man von einem Fehlerfaktor 2 oder 5 ausgeht, wäre der Widerstand nach Messung immer noch sehr niedrig. Jedoch ist nicht gewährleistet, dass es so bleibt.
Nach der Rechnerei ist mir dennoch unwohl, 2 billige Relais im Ladezweig zu haben, auch wenn es "nur" 30A sind. Ich weiß nicht, in welcher Qualität und welcher Dimension die Trennrelais des EBL verbaut sind, aber es gibt auch ab Werk bereits Relais im Ladezweig...
Investiert man in bessere Relais, so könnte man finanziell und auch vom Gewicht her auch gleich in einen 2. Ladewandler investieren. Von dem VCC1212-30 habe ich noch ein paar rumliegen (alle mit aktueller Revision und ohne Überlastungsproblematik). Vorteil wäre dabei, dass man noch einen Wandler in Reserve mitführt, falls einer versagt. Ich habe eben erst den schweren Victron Ladewandler gegen den superleichten Votronic getauscht, da würde auch ein zweiter Ladewandler nicht ins Gewicht fallen.
Man würde also einen 2. Ladewandler entgegengesetzt verbauen, beide natürlich nur exklusiv über D+ schalten, damit man nicht unnötig im Kreis lädt.
Es bleibt ein letztes Manko bei dem Plan mit 2 Ladewandlern: Die eigentlich schöne Funktion des Rückladezweiges. Man möchte ungern beim Laden mit einem Ladewandler ständig den Rückladezweig des anderen Ladewandlers triggern, auch wenn es nur 1A ist, die bei 30A nicht ins Gewicht fallen. Dieser Rückladezweig ist leider nicht einstellbar soweit ich das sehe, und wird auch genau im Falle der D+-Steuerung aktiviert. Ich würde beide Ladewandler ausschließlich über den D+ Trigger steuern.
Alternative als Rückladezweig wäre wiederum ein supergünstiger 4A Ladewandler aus China, wie in --> Link erwähnt. Mir ist aber unklar, ob man sich da nicht wieder eine Gefahrenquelle einbaut. Selbst nahmhafte Hersteller wie Votronic hatten schon Probleme mit Überlastung der Wandler.
Mittlerweile glaube ich fast, ich verzichte auf den Luxus, in die Starterbatterie laden zu können, und lebe einfach mit den mickrigen 1A Rückladung des einen Ladewandlers. Das Rückladen in die Starterbatterie wäre auch nur hilfreich, wenn man diese mal leergezogen hat und nicht mehr starten kann. Diesen Fall möchte ich eh über eine Spannungsüberwachung abfangen. Viel schneller wird die Starterbatterie sowieso durch die Lichtmaschine geladen mit bis zu 130A.

