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Hallo, vor einigen Jahren hatte ich bereits das Bedienteil zur Reparatur direkt an Schaudt geschickt. Kurze Zeit später kam es repariert zurück...hat 60EURO gekosten und gut war es. Nachdem das Panel jetzt wieder defekt war schickte ich es ebenfalls an Schaudt/Lippert. Heute kam eine Emailnachricht dass eine Rücksendung erfolgt, da von Privatpersonen keine Reparatureinsendungen mehr bearbeitet werden. Ich solle mich an den Womohersteller wenden. Na Klasse.... Hat jemand ebenfalls diese Erfahrung gemacht? Und wie war dann der Reparaturverlauf? Gruß Rainer
Schaudt wurde von Lippert Components, Inc. (kurz Lippert) übernommen. Offenbar arbeitet man jetzt ausschließlich mit B2B Kunden ? Muss man vor dem Einsenden abklären und erst nachdem man angefragt hat ob man es selbst zur Reparatur einschicken darf, es absenden. Andernfalls eben über einen Händler einsenden lassen. Moderation:Bitte nutze die Zitatfunktion, wenn Du Mitglieder zitieren willst - dies macht es den anderen Nutzern leichter, Deine Texte von den Zitatinhalten zu unterscheiden. Das unvollständige Zitat wurde entfernt. Meine Voraussage: In fünf Jahren kann man den Part für die Elektroausstattung von Lippert/Schaudt in der Pfeife rauchen. Die wollen nur das große Geschäft mit den Aufbauherstellern. Aber dafür benötigen sie einen guten Ruf, denn preislich sind sie halt doch eher oben angesiedelt. Ich bin ab sofort zurückhaltend mit dem Thema Schaudt Gruß Andreas Hallo, letzte Woche EBL 208s defekt. Bandansage bei Schaudt: Keine Reparatur mehr. Anzeige einer Elektronic-Firma bei e..y: Angerufen und unverbindlichen Rep.-Preis von 300€ genannt bekommen + Porto. Neupreis bei dem örtlichen Camping-Händler 400€ und ich konnte das Teil gleich mitnehmen. Ich sehe es wie weiter oben schon geschrieben: Schaudt ist demnächst tot, da ohne Kundendienst.(Zumindest nicht für Endverbraucher) Schöne Grüße, klasi Totgesagte leben länger. Victron bietet ebenfalls keinen Kundenservice für Privatpersonen (außer einem zugegebenermaßen sehr guten Forum), und die sind alles andere als tot. CBE, ArSilicii und wie sie alle heißen: kein Kundendienst für Privatpersonen. Den Firmen geht es nicht darum, Horst Müller sein defektes Gerät zu reparieren. Dafür sind die Prozesskosten viel zu hoch, und ein einzelner Kunde ist uninteressant. Spannend ist ausschließlich das Geschäft mit Masse, also Aufbauherstellern, größeren Retrofittern und vielleicht noch die freien Werkstätten über B2B Händler wie Movera, Frankana, Campingprofi usw., wobei die meisten dort auch zu irgendeiner Aufbauherstellerkette gehören. Da werden Stückzahlen durchgeschoben, und der Support wird wesentlich überschaubarer da die Fälle durch Fachpersonal (auf Kundenseite) vorqualifiziert sind, wenn nicht sowieso gleich das Teil getauscht wird. Es ist der klassische dreistufige Vertrieb: Hersteller -> Großhändler -> Einzelhändler. Schauen wir uns mal an, was von 60€ (BTW: wann war das?) übrig bleibt: - erstmal gehen 19% USt weg -> bleiben 50€ übrig. - Rückversand -> 5€ Porto und Verpackung (ja, ich weiß dass B2B weniger für ein Paket bezahlt wird.. nehmt es als Daumenwert) - kaufmännische Abwicklung: Rechnung schreiben, Zahlungseingang überwachen, Mahnwesen, Ausfälle usw. -> 2€ bleiben also übrig: 43€. Für 43€ muss Schaudt also.. - das Teil annehmen und identifizieren (5min) - die Fehlerbeschreibung des (nicht unbedingt sachverständigen Kunden) verstehen.. Ihr glaubt nicht, was Endkunden z.T. für Fehlerbeschreibungen mitschicken... "Geht nicht" fällt da noch unter die Rubrik "aussagekräftig" (10min) - den Fehler nachvollziehen (testen) (10min) - die Ursache erforschen (15min) - ggf. Ersatzteile beschaffen, vorhalten, vor allem aber: einbauen (15min) - testen, ob der Fehler behoben ist (und ob vllt noch andere Fehler vorliegen, die der Kunde nicht gemeldet, vergessen oder gar nicht erst erkannt hat) (10min) - die Arbeit dokumentieren, an die Abrechnung und die Logistik (siehe oben) abgeben (5min) In diesem Fall kommen da ganz fix 70 Minuten bei zusammen, was ich für einen EBL für nicht unrealistisch halte, hier sind schließlich auch noch Netzspannungstest usw notwendig. Ich sag mal ganz platt: das ist für 43€ nicht zu machen. Schauen wir uns die Vollkostenrechnung für einen Mitarbeiter (Stichwort "interner Verrechnungssatz") an, wird schnell klar dass qualifizierte Mitarbeiter heute nicht mehr für unter 60€/Std nicht mehr zu bekommen sind (Beispielkalkulationen hier --> Link und hier --> Link). Nehmen wir also mal freundlich die 65€ an. Bei 70 Minuten Aufwand sind das allein schon Mitarbeiterkosten von 75€, dazu noch Ersatzteile und all die Positionen von oben. Und da sind weder Rücklagen, noch Firmenfixkosten noch Overhead geschweige denn Gewinn mit berücksichtigt. Alles in allem werden wir bei deutlich über 100€ landen. Es kommt aber noch ein anderer Punkt hinzu: nicht nur, dass man mit dem Service nichts verdient und im schlimmsten Fall sogar noch draufzahlt, man erzeugt auch viel weniger Umsatz. Denn ein neu verkaufter EBL bringt schließlich sowohl Umsatz als auch Gewinn in die Firma, und das gemäß der normalen Deckungsbeitragskalkulation für das Produkt über die etablierten Vertriebswege, also ohne irgendeinen Zusatzaufwand. Bietet man also einen Reparaturdienst an, anstatt ein neues Produkt zu verkaufen, ist man als Firma doppelt gekniffen. Wirtschaftlich gesehen also kein Wunder, dass sowas eingestellt wird. Was auch noch hinzu kommt: der Kunde von heute traut sich in der Regel nicht wirklich, einen EBL auszubauen und einzuschicken. Das machen wir Technikbekloppten vielleicht, aber Otto Normalkunde fährt im Zweifelsfall in eine Werkstatt, wenn etwas nicht funktioniert. Und diese wiederum hat i.d.R. andere Wege für sowas (siehe oben). Das Ganze soll übrigens nicht heißen, dass ich das gut finde. Es ist nur eine Erscheinung unserer Welt, in der wir leben: neukaufen statt reparieren, wirtschaftlich optimieren bis der letzte Euro rausgeholt ist und immer schön von Quartal zu Quartal denken. Nachhaltig (sowohl umwelttechnisch als auch wirtschaftlich) sieht oft anders aus. Aber vielleicht bringen die ganzen ESG-Geschichten wie z.B. das LKSG, das "Right to Repair" der EU und die vielen anderen Initiativen ja doch irgendwas. Moin, es gibt ja nicht nur die Firma Schaudt, die EBL repariert. In Deutschland oder auch in Holland wird man fündig. Von Raketentechnik weit entfernt. :mrgreen:
Hallo Frank, kannst Du eine Firma in Deutschland oder Holland benennen? Dankeschön Gruß Rainer
Moin Rainer, ich hoffe es ist gestattet bzw. Du liest es schnell genug. Es gibt sicher einige Firmen oder auch Privatleute die das Können. Als Beispiel 2 genannt: In Holland Firma Wagemans und in Deutschland Micompan Engineering in Westerstede. Moderation:Bitte nutze die Zitatfunktion, wenn Du Mitglieder zitieren willst - dies macht es den anderen Nutzern leichter, Deine Texte von den Zitatinhalten zu unterscheiden. Das unvollständige Zitat wurde entfernt. Hallo Frank, vielen Dank für deine Info. Ich habe heute bei beiden Firmen angefragt und bin gespannt auf die Antworten. Da wir noch eine defekte Steuerungsplatine von unsrer Pelletheizung haben, wurde für dieses Teil ebenfalls um eine Reparatur gebeten. Ich bin gespannt :razz: Gruß Rainer Es gibt noch Carbotron in Kaufbeuren klappte bei uns innerhalb einer Woche.
Moin, das Bedienteil habe ich an Wagemans in NL zur Reparatur geschickt.. Mal sehen was passiert. Gruß Rainer |
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