mtrc am 06 Jan 2026 12:27:23 Hi,
ich habe eben erst die Idee bekommen, dass man fast jeden Solar-Laderegler auch als Batterie zu Batterie Ladegerät "missbrauchen" kann, solange der Regler z.B. eine Spannung von 11V bis 18V oder höher erwartet, also mit herkömmlichen 12-13V einer LiFePO4 auch zu Laden beginnt.
Ich habe ein Setup aus Starterbatterie und Aufbaubatterie, jeweils 150Ah, beide LiFePO4, siehe meine anderen Threads. Ich wollte Starter- und Aufbaubatterie nicht direkt koppeln, was auch möglich gewesen wäre. Derzeit kann ich bidirektional Ladung verschieben über 2 B2B-Lader. Einmal ein 30A Votronic Ladebooster von Starter nach Aufbau, und einen Votronic Standby Charger Pro (Nr. 3063) mit 8A in die andere Richtung. Nun wollte ich zusätzlich eine kleine mobile Powerstation mit einbinden und würde auch damit gerne wahlweise Ladung verschieben können. Natürlich hat die Ladewandlung immer Verluste und wird daher nur zeitweise optional mal gebraucht. Die Überlegung war nun, wie ich diese mit einbinde und dachte wieder über 2 weitere Ladewandler nach, da kam mir die Idee mit den Solar-Ladereglern. Die mobile Station hat einen und kann hiermit bereits selbständig von einer anderen Batterie geladen werden. Im bestehenden stationären System mit Starter/Aufbaubatterie gibt es auch einen Solarladeregler. Da könnte man theoretisch sogar den Standby-Charger entfernen und damit zusätzlich von der mobilen Poerstation ins stationäre System laden...
Was meint ihr dazu? Frage: Wenn bereits Panels am Solarladeregler hängen, wie reagieren diese darauf, wenn dort 13V parallelgeschlossen werden? Sollten alle Panels entsprechende Dioden mitbringen um parallele Spannungsquellen nicht kurzzuschließen, sonst würden parallele Solarpanels gar nicht funktionieren, oder?
mtrc am 06 Jan 2026 12:36:09 Bei näherer Überlegung scheint die Parallelschaltung einer Batterie und eines Panels beim Fall "keine Sonne" einfach. Der Solarladeregler nimmt die Energie aus der Batterie, das Panel sollte durch die eigenen Dioden zur Batterie hochohmig sein und selbst so gut wie keine Spannung liefern. Wichtiger wäre aber der Fall "Sonne scheint", dann könnte das Panel eine zu hohe Spannung in die Batterie abgeben, zumindest möchte man die Kopplung des Panels direkt zur Batterie ohne Regler dazwischen eigentlich nicht. Daher bräuchte es zusätzlich Sperrdioden, um einen Rückfluss vom Panel direkt in die parallelgeschaltete Batterie zu vermeiden. Was meint ihr? Natürlich würde ich wie jetzt auch schon all diese B2B Ladewege immer noch über Schalter/Relais führen und nur bei Bedarf nutzen.
Tinduck am 06 Jan 2026 13:33:19 Da wäre erstmal zu prüfen, welche Spannung der SR der Powerstation erwartet. Wenn der bei ca. 11 oder 12 Volt anfängt, könnte man da einen Akku anschliessen.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Regler dann nicht eventuell wegen zuviel Strom wegschaltet - der Akku kann ja deutlich mehr Strom liefern als ein popliges 200-W-Panel, was oft an Powerstations Anwendung findet. Man müsste also eventuell den Strom begrenzen? Kommt auf den eingebauten Regler an, da verhält sich wohl jeder Typ anders. Manche begrenzen den Strom von selbst, andere stellen dann den Betrieb ein.
Insgesamt wäre mir Dein System zu komplex und zu fehleranfällig. Spannungsgesteuert zusammenschalten und fertig...
bis denn,
Uwe
mtrc am 06 Jan 2026 13:39:58 Soweit ich das weiß, regelt jeder Solarladeregler bei seiner Nennleistung ab. z.B. mein 15A Victron Laderegler würde auch bei einem größeren Panel bei Peak nie mehr als die 15A Ladestrom liefern. Ich wüsste nicht, dass es Solarladeregler gibt, die auf Primärseite eine Leistungs- bzw. Strombegrenzung benötigen. Lediglich die Spannung auf Primärseite, d.h. auf Solarpanel-Seite, muss im spezifizierten Bereich liegen.
Hannus am 06 Jan 2026 16:25:48 Ihr dürft hier zwei Sachen nicht durcheinander schmeißen. "Normale" Solarregler sind Abwärtsregler, das heist die Eingangsspannung muß höher liegen als die angeschlossene Batteriespannung.
Bei PS ist das anders. Hier sind in der Regel 36V Batterien verbaut. Darum hat man den Solarregler als Aufwärtsregler ausgeführt und kann darüber auch die 36V PS Batterie aus einer 12V Batterie laden.
mtrc am 07 Jan 2026 10:03:45 Danke für den Hinweis. Beim Victron Smartsolar MPPT 75/15 konnte ich auch den Spannungsbereich für den Solareingang in den Spezifikationen nicht finden, nur Max PV open Circuit 75V. Man sieht dort nicht, welche Mindest-Spannung notwendig ist. Mit "PS" meinst du Powerstation? Warum arbeitet man dort mit 36V, wenn man die Möglichkeit braucht, auch 12V rauszuführen oder von 12V zu laden? Gibt es nur Aufwärts oder Abwärts-Regler oder auch Universelle Ladewandler? Ich meine damit, könnte so ein Bord-Solarregler wie der Victron nicht auch für Solareingangsspannung von 11V bis 75V ausgelegt sein und bereits ab 11V als Ladewandler arbeiten, oder ist das aus Preisgründen als reiner Abwärtsregler ausgelegt? Aber gut zu wissen, dass ich zumindest diesen Victron-Solarregler für sowas nicht verwenden könnte.
Für den Weg Bordbatterie->PS könnte ich also den Solarregler in der PS nutzen. Für den umgekehrten Weg bräuchte ich aber immer noch einen echten Ladewandler wie den Votronic Standby Charger Pro von den 12V der PS zur Bordbatterie, oder?
Hannus am 07 Jan 2026 11:03:58 Aus dem Datenblatt von Victron. Die PV-Spannung muss mindestens die Höhe von Vbat + 5 V erreichen, damit der Regler den Betrieb aufnimmt. Danach liegt der Mindestwert der PV-Spannung bei Vbat + 1 V.
Die 36V oder bei großen Powerstationen auch 48V nimmt man um den Strom für den 230V Wechselrichter klein zu halten. Das erhöht den Wirkunngsgrad. Dafür nimmt man die zusätzliche Umwandlung für die 12V mit maximal 10A in Kauf.
mtrc am 07 Jan 2026 13:19:39 d.h. dann wohl auch, dass der 12V Ausgang, meist als "Zigarettenanzünder" als suboptimaler Stecker-Standard, kein direkter Zugang zu den internen Zellen ist, sondern immer über einen Ladewandler läuft. Über diesen 12V Ausgang würde ich also nie Energie in die Powerstation reinladen können...
Wenn ich weiter über die Möglichkeiten für den Ladeweg Aufbaubatterie->PS nachdenke, welcher Weg hätte dann einen geringeren Verlust? Über meinen festverbauten 500W 230V Wechselrichter in das 230V Ladegerät der PS, oder von den 12V in den Solareingang? Ich tippe stark auf letzteres...?
Wobei ich auch darüber nachdenke, bei der Integration einer solchen PS ins Gesamtsystem auch einige andere Geräte einsparen zu können. z.B. könnte ich auf meinen 500W Wechselrichter evtl. verzichten und nur noch auf einen z.B. 600W Wechselrichter der PS setzen. Außerdem hätte ich mit der PS bereits einen weiteren MPPT Regler für ein mobiles Panel.
Mittlerweile geht dieses Thema doch mehr in Richtung Powerstation. Die Eigenschaft Solarregler als 12V12V Ladewandler zu nutzen beschränkt sich wohl auf die Solareingänge bei Powerstations, da hier Aufwärts-Regler verwendet werden. ich hätte gerne noch das Wort Powerstation mit in den Titel genommen, geht leider nicht mehr.
RaGu am 07 Jan 2026 13:51:01 Mein Senf dazu: du willst eine kleine PS (600Watt WR) Diese (jede) ist über den 12V Zig. Anzünder mit 8-10A ladbar (bei Fahrt am Armaturenbrett oder/und bei Stand aus der Bordbatterie mit extra Dose). Eine solch kleine PS hat einen Akku mit ca. 300Wh, dieser wäre rechnerisch an dem Zig. Anzünder nach 2,5 Std. wieder voll. zur Beschleunigung kannst du, je nach Modell der PS, einen DC Wandler nehmen Victron Orion 12/24-10 DC/DC Wandler 12V zu 24V 10A 240W . Dieser wandelt eben die 12V Bordbatteriespannung in 24V und max. 10A. Als Beispiel nehme ich die Bluetti PS Elite V30 (600Watt WR/ 288Wh Kapazität).( --> Link) Deren 12V Ladeeingang ist zugleich auch der Solareingang, dieser kann 200W Max., 12V-28V, 10A Max. Somit kannst du hier mit dem Orion mit 24V und 200 Watt laden...(falls es schneller sein muss). Das gleiche Prinzip gilt für viele PS...musste halt nachlesen bei deiner Wunsch-PS.
mtrc am 08 Jan 2026 09:26:21 Bluetti wäre ein Favorit, weil ich gelesen habe, dass deren 12V DC Ausgang typischerweise auf 13,6V geregelt ist und damit sogar ohne Spannungswandler bereits gut in die bestehende Bordbatterie speisen kann, zumindest bei niedrigem Ladestand unterstützen kann. Du sagst, dass ich für den umgekehrten Weg von der Bordspannung in die PS dennoch einen Spannungswandler brauche? Die Anker soll bereits ab 11V am Solareingang laden, die Bluetti erst ab 12V, sollte aber dennoch gehen.
andwein am 08 Jan 2026 17:33:29 mtrc hat geschrieben:Bluetti wäre ein Favorit, weil ich gelesen habe, dass deren 12V DC Ausgang typischerweise auf 13,6V geregelt ist und damit sogar ohne Spannungswandler bereits gut in die bestehende Bordbatterie speisen kann,
Jedes vernünftige Batterieladegerät gibt mindest einen Spannung von 13,4-13-6V ab. das ist die Minimum Ladespannung aller Bleibatterien. Bei besseren LGs gibt es dann auch höhere Spannungen und Ladezeitfenster zur Wahl, die besser an den jeweiligen Batteirtyp angepasst sind. Gruß Andreas
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