Mir ist etwas sehr Denkwürdiges passiert. Ich wollte ein Regal mit Auszügen für die Heckgarage in meinen Wohnmobil haben. Ich habe also die zahlreichen Anbieter geprüft und einen gefunden, der - gar nicht so weit entfernt in Lütjensee - einen Partnerbetrieb hatte, mit dem ich am 8.12.2025 telefonisch Verbindung aufnahm und ihm meine Wünsche mitteilte. Wir einigten uns darauf, dass ich am 9. Januar 2026 mit meinem Wohnmobil zum Vermessen der Heckgarage bei ihm anreisen würde. Pünktlich um 12:00 Uhr stand ich bei ihm vor der Halle, was gar nicht so einfach war, da am 9. Januar ein Wintereinbruch ganz Deutschland ereilte. Mit 60 km/h bin ich über die BAB 7 gefahren und habe die 100 km in gut drei Stunden geschafft. Absagen wollte ich nämlich nicht. Er hat alles vermessen und hat mir auf Nachfrage auch ein Angebot für zwei Tankgasflaschen gemacht, das sehr verlockend klang. Wir trennten uns mit der Einschätzung, dass in circa sechs Wochen das Regal eingebaut werden könnte.
So weit - so gut.
Nach etwas mehr als sieben Wochen, also am 2. März, rief ich an und erkundigt mich nach dem Stand der Dinge. Wir mussten ja noch einen Einbautermin finden. Nach ein paar einleitenden Worten gab er an, dass er noch keine Rückmeldung habe, er war sich aber nicht sicher und wollte sich wieder bei mir melden. Es folgte eine E-Mail in der er zugab, bereits eine Antwort erhalten zu haben, diese aber nicht zu Ende gelesen zu haben. Das Regal der Fa. VOBI habe zwar beidseitige Auszüge, aber keine Verriegelung dafür und würde daher diese Variante nicht ausliefern. Er bot mir an, trotzdem ein Angebot zu erstellen oder mich an eine andere Werkstatt zu wenden. Daraufhin rief ich ihn an und bat um ein Angebot und einen Termin. Kein Wort des Bedauerns oder eine Entschuldigung seinerseits. Völlig emotionslos und sachlich verlief der Rest des Gespräches. Seine Frage nach Gastankflaschen habe ich zunächst abgelehnt, da ich erst wissen müsse, was das Regal kostet, damit ich mich finanziell nicht übernehme. Seinen ersten Terminvorschlag für den 26. März musste ich ablehnen, da ich an dem Tag bereits einen anderen Werkstatttermin habe. Ein Dachlüfter könne er mir auch einbauen, war seine Antwort. Mein Argument, dass dieser Termin bei einem Vertragspartner bereits vorher gemacht wurde, wurde nicht kommentiert. Ich habe dann vorgeschlagen, den Dachlüfter zu verschieben und dem Regaleinbau den Vorzug zu geben. Wir einigten uns also auf den 26. März 2026.
Was dann folgte, hat mir die Sprache verschlagen.
In der folgenden E-Mail schrieb er, dass ihm gegenseitigen Vertrauen wichtig sei und er somit kein Angebot abgeben wolle! Wenn ich wollte, würde er die Maße der Heckgarage an die "Werkstatt meines Vertrauens" schicken. Meine Antwort, in der ich dieses Missverständnis aufklären wollte ist vermutlich direkt in seinem Spam-Ordner gelandet. Keine Reaktion, nichts. Wie also soll so Vertrauen entstehen?
Meine Spekulation (Kommunikation seinerseits findet leider nicht mehr statt): Hat er den Auftrag verschleppt, weil nicht lukrativ genug? Hätte ich die Gastankflaschen gleich mit ordern sollen? Dachlüfter beim Mitbewerber einbauen lassen? Darf ich das etwa nicht? Bin ich da an einen besonders sensiblen Menschen geraten? Natürlich kann er mich als Kunden ablehnen, aber dann hätte ein offenes Wort von Charakter gezeugt.
Was soll ich davon halten?

