aqua
anhaengerkupplung
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Mini-Reisebericht Beuron


lonsome am 05 Mär 2026 22:00:17

Hallo,

ein ganz kleiner Reisebericht über ein paar freie Tage in Beuron!

Am späten Sonntagnachmittag erreiche ich Beuron. Und muss, wie in einem anderen Beitrag geschrieben, feststellen: Ich habe meinen Geldbeutel zuhause vergessen. Ein paar € habe ich noch in Kleingeld, es reicht für eine Übernachtung am Stellplatz an der Donau, Kosten 10 €. Mit Karte kann man dort nicht bezahlen. Es ist etwas umständlich, wenn man länger bleiben will: Zuerst an einem Automat Scheine in Münzen wechseln, dann mit den Münzen den Kassenautomaten füttern. Es ist ruhig, noch drei andere Womos sind da. Vor allem gibt es noch keine Motorradfahrer, die donnern im Sommer immer die Straße nach Friedingen rauf und runter, wohl auch oft ohne DB-Killer …

Mit dem Rennrad mache ich noch eine erste kleine Tour den Pass hinauf Richtung Leipertingen, aber nur zum Anwärmen. Es ist noch kühl und windig.
Am Montag heißt es ausschlafen, ein wenig spazieren gehen. Am Nachmittag dann die längere Fahrt mit dem Rad nach Rohrdorf. Das sind einige Höhenmeter, ich bin noch ungeübt. Am Anfang geht es 4,5 km nur bergauf.

Dann ziehe ich um auf den Womo-Stellplatz Buck, der hinter dem Giant-Store Buck liegt. Er ist teurer mit 17 €, aber dafür kann ich mit dem Handy zahlen. Es ist sonnig, im Windschatten des Womos kann ich draußen sitzen und den Espresso nach dem Mittagessen genießen.

Am Nachmittag geht es dann noch die ganze Straße bis nach Rohrdorf, meine Haxen spüre ich recht deutlich …
Beuron 01.jpg


Am Mittwoch geht es morgens an der Donau entlang mit dem Gravelbike nach Fridingen. Der Weg ist oft eben, aber es gibt auch ein paar kurze, aber knackige Steigungen. Es ist kalt, die Pfützen oft gefroren, Reif auf den Wiesen. Es ist noch keine Saison, ich bin fast allein unterwegs. Die Ruhe tut gut. Im Sommer ist hier die E-Bike-Hölle los. Immer wieder gibt es neue Ausblicke, andere Felsformationen, das Obere Donautal hat immer wieder eine Überraschung für mich bereit.

Beuron 02.jpg


Beuron 03.jpg


Beuron 04.jpg


Beuron 05.jpg


Beuron 05.jpg


Beuron 06.jpg


Beuron 07.jpg


Auf dem Rückweg von Friedingen mache ich Rast bei einer liebevoll gepflegten Lourdes-Grotte.

Beuron 07.jpg


Beuron 08.jpg


Das Tal, das so friedlich aussieht, hat aber auch eine tragische Seite: Am 17. Oktober 1960 gab es bei einer Mühle einen Erdrutsch auf einer Breite von 200 m und einer Höhe von 100 m. Es stürzten 200.000 m2 Geröll herab, die Mühle wurde 12 m verschoben. Drei Bewohner, die Eltern und ihr 12jähriger Sohn, wurden getötet, nur die 5jährige Tochter wurde lebend geborgen, als man mit den Händen nach den Opfern gegraben hat.

Beuron 09.jpg


Am Nachmittag gibt es dann nochmals die Tour nach Rohrdorf.
Als ich zurückkomme, hat sich ein Mann mit einem kleinen Ford Nugget von Roadsurfer nahe neben mich gestellt, obwohl weiter weg genug Platz gewesen wäre. Jetzt habe ich die Freude von Tür auf – Tür zu, Heckklappe auf – Heckklappe zu, Seitentüre auf – Ritsch – Seitentüre zu – ratsch.

Abends steht dann noch Nachtfotografie an. Leider ist das bei Vollmond nicht so günstig, aber ich versuche es trotzdem.

Beuron 32.jpg


Beuron 33.jpg


Am nächsten Morgen werde ich nicht nur von Ritsch-Ratsch geweckt. Der Fahrer des Ford hat seinen Motor angemacht und lässt ihn laufen, während er spazieren geht. Nach mehr als 5 Minuten kommt er dann zurück. Als ich ihn anspreche, meint er nur, dass er den Motor ausmache. Ich nehme an, dass es ihm zu kalt war und der Nugget keine Heizung hat. Rücksicht – ein Fremdwort. Und beim Verleih sagt man wohl auch nichts zu Camperanstand.

Der Mittwoch bleibt sonst ruhig, der Nugget ist weg, ich bin ganz allein. Der Stellplatz ist zwar nicht so schön, hat aber den Vorteil, dass er durch die Gebäude von der Straße abgeschirmt und ruhiger ist, vor allem, wenn man ganz allein dort steht.

Am Ende des Nachmittages gönne ich mir noch einen besonderen Ruhepunkt. Ich besuche in der Klosterkirche um 18.00 Uhr die Vesper. Das hat nichts mit Brotzeit zu tun. Die Vesper ist das Gebet am Ende der Arbeitszeit, bevor es für die Mönche zum Abendessen geht. Die Vesper wird in Beuron noch lateinisch gesungen, Hefte mit den Texten in Übersetzung liegen aus. Wenn jemand 25 Minuten Ruhe finden will, sei ihm das empfohlen: der Einzug der Mönche in das Chorgestühl, dann der Rhythmus der Psalmen in lateinischer Sprache, die jahrhundertealten Melodien, alles bringt einen selbst zur Ruhe und in einen gleichmäßigen Rhythmus. Nicht vergessen: Danach das Handy wieder auf laut stellen.

Es gibt dann noch einen Spaziergang bei aufgehendem Vollmond, die Sterne über mir.

Am Donnerstag habe ich gut ausgeschlafen – kein Nugget neben mir!

Beuron 10.jpg[/attachment

][attachment=2]Beuron 11.jpg


Es geht vorbei am anderen Stellplatz, der auch nur mit zwei Womos besetzt ist.

Beuron 12.jpg


Die Bäume an der Donau zeichnen sich schön im Nebel ab.

Beuron 13.jpg

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

lonsome am 05 Mär 2026 22:13:28

Die alte Donaubrücke ist ein Zeichen der damaligen Baukunst. Sie wurde 1801 in Betrieb genommen und diente bis 1975 als reguläre Brücke für den ganzen Verkehr. Heute birgt sie im Inneren Tafeln zur Geschichte Beurons.

Beuron 14.jpg


Beuron 15.jpg


Beuron 16.jpg


Und auch nicht ganz neu: Was heute Maut heißt, war früher der Zoll …

Beuron 17.jpg


Dann geht es bei Nebel hinauf auf einem schönen Wanderweg. Die Aussicht ist aber noch nicht so wirklich gut, hat aber trotzdem ihre Reize.

Beuron 18.jpg


Beuron 19.jpg


Beuron 20.jpg


Auf einem weiteren Weg geht es nach oben, langsam kommt die Sonne durch, der Himmel zeigt seine blaue Farbe. Der Seidelbast blüht als Frühlingsbote.

Beuron 22.jpg


Beuron 23.jpg


Schließlich sitze ich am Spaltfelsen in der Sonne. Es ist warm und ruhig, ich habe den Felsen für mich allein. Ich habe Glück mit dem Wetter, und dass es noch nicht Saison ist.

Beuron 24.jpg


Beuron 25.jpg


Beuron 21.jpg


Nach einem einfachen Essen sitze ich noch vor dem Womo und lese in der Sonne. Dann geht es auf zu einem anderen Stellplatz bei der Burg Wildenstein und dann zu Fuß weiter zur Burg selbst. Der Stellplatz ist etwas schräg und sumpfig, aber ich bekomme das Womo doch gerade.

Die Burg ist offen, so dass ich einen Blick hineinwerfen kann. Sie wird im Jahr 1077 erstmals erwähnt und hat im 15. Und 16. Jahrhundert ihr heutiges Aussehen erhalten. Jetzt ist sie eine Jugendherberge, es wird auch eine Wirtschaft betrieben (wohl nur im Sommer?).

Beuron 26.jpg


Beuron 27.jpg


Beuron 28.jpg


alte Zugbrücke

Beuron 29.jpg


Neben der Burg gibt es eine schöne Aussichtsstelle. Von dort wollte ich eigentlich Sternenfotos mit den Felsen machen. Aber leider ist es zu diesig. Der Saharastaub macht mir einen Strich durch die Rechnung. Dann schreibe ich halt diesen Bericht …
Morgen geht es wieder zurück in den Alltag.

Beuron 30.jpg


Beuron 31.jpg


Es gibt auch bei uns wunderschöne Ecken!

Gruß
Klaus

lonsome am 05 Mär 2026 22:15:29

Hallo,

bei den Womo-Stellplätzen ist mir ein Fehler unterlaufen, kann ich nicht mehr editieren:

der Womo-Stellplatz bei Buck:

Beuron 10.jpg

Anzeige vom Forum


hampshire am 06 Mär 2026 01:28:45

Da bekomme ich gleich Lust auch mal hin zu fahren. Danke.

HalbvetteVenus am 06 Mär 2026 08:00:05

Auch von mir herzlichen Dank für diesen schönen Bericht! Ich war dort auch schon mehrfach und jedes mal verzaubert von der ruhigen Idylle rund um die junge Donau.

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Vom Bodensee nach Mittenwald
Mandelblütenfest in Gimmeldingen
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt