Elian am 14 Mai 2003 18:50:38 Hallöchen,
nachdem wir im letzten Jahr und im Winter immer mehr Probleme mit unserer Stromversorgung im Wohnmobil hatten, hab ich da jetzt mal einige Fragen an die zahlreichen Fachleute hier im Forum:
- wie erkenne ich den Zustand eines ganz normalen 12V-Bleiakkus? Säure ist laut Säureheber in allen Zellen zwar nicht grandios, aber im grünen Bereich. Die Kapazität scheint aber doch deutlich nachgelassen zu haben, früher war (ohne Umbau an der Elektrik seitdem) die Batterie deutlich voller und der Kühlschrank hat sich nicht zwangsabgeschaltet. Mittlerweile hab ich schon Glück gehabt, wenn ich die nacht nach einer Stunde Fernsehen ohne Zwangsabschaltung überstehe. Der Kühlschrank schaltet dabei so bei 11,5V ab (ist ne Kühlschrank-interne Schaltung). Eigentlich sollten 2 parallel geschaltete 75Ah-Akkus nach ein paar Stunden Fahrt vollgeladen doch mehr schaffen müssen, oder?
- von einem Bekannten könnte ich 2 recht neue Batterien bekommen - allerdings anderer Hersteller und auch etwas größer (so um die 85Ah jeweils). Kann ich irgendwie die dann 4 Akkus zusammen hängen (Platz ist genug)? Geht das Parallel, oder muß ich irgendwie umschalten? Wie realisiere ich das am besten? Ich hatte bisher an einen Umschalter gedacht. Problem ist nur, daß ich dann wenn das erste Batteriepaar leer ist und ich schalte auf das andere Paar um, wird das erste Paar ja nicht mehr beim fahren, von 220V oder Solar geladen. Was nun?
Hoffe, ich habe euch nicht überfordert und schon mal Danke für die Hilfe,
Elian
[Admin] am 14 Mai 2003 20:27:30 Hallo,
alle Batterien immer parallel - sonst gibts ein bissel viel Spannung.......
außerdem werde dann auch immer alle Batterien geladen
allerdings, wenn die 75Ah Batterien nicht mehr fit sind - besser weg damit, ansonsten wird irgendwann eine davon auf Grund des abgelagerten Bleischlammes einen "Kurzen" produzieren
Flywolf am 14 Mai 2003 20:29:03 Hallo Elian!
Als Erstes würde ich an deiner Stelle mal die 2,5 € für einen Batterietest bei Bosch investieren. Dann weißt du über den Zustand deiner vorhandenen Batterien bescheid. Als Zweites: informiere dich genau, welche Batterien für deine Hausversorgung geeignet ist. Starterbatterien mit hoher Kurzzeitleistung sind da nämlich ungeeignet. Über die Lademöglichkeit von mehrern Batterien solltest du dich auch bei einem/er Fachmann/frau informieren, die die Leistung deiner Lichtmaschine genau kennen.
Bis neulich !
Wolf
[Admin] am 14 Mai 2003 20:54:36 Hi Wolf,
die die Leistung deiner Lichtmaschine genau kennen.
in welchem Bezug?
mikel am 14 Mai 2003 22:08:06 Nabend.
Nun, die Leistung der Lichtmaschine ist eigentlich nur wichtig zu wissen,um sagen zu können, wie lange sie braucht um die Batterien voll zu laden. Ist aber eigentlich wurscht, bei großer Batteriekapazität braucht es halt einige Kilometer Fahrt bis sie voll sind, aber es gibt schließlich auch andere Möglichkeiten Batterien zu Laden (220V, Solar, Generator etc).
Elian, wenn Du die Batterien an 220V vollgeladen hast, sodass sich das Ladegerät abschaltet, oder es die Volladung der Batterien anzeigt, welche Spannung liegt dann an der Batterie an? Testen kannst du es mit einem Voltmeter, klemm vorher aber das Ladegerät ab bzw. zieh den 220V Stecker raus. Die Spannung die an einer Vollgeladenen Batterie anliegt sagt sehr viel über ihren Zustand aus, er sollte auf jeden Fall über 13 Volt liegen.
Die Frage ob zwei 75Ah Batterien länger den Kühlschrank in Betrieb halten sollten als eine Nacht (inclusive 1 Stunde fernsehen) hängt vom Verbrauch Deiner Geräte ab. Ein Kühlschrank der mit 12 Volt betrieben wird ist ein wahnsinns Energiefresser, und Aufgrund der Tatsache das er nur eine Nacht läuft würde ich nicht direkt auf defekte Batterien schließen.
Dann noch ein letztes: Schalte die vier Batterien nicht zusammen, Du zerstörst (vorausgesetzt die 75er sind defekt) die zwei neuen Batterien, und sie würden ständig von den defekten leergesaugt werden, ausserdem sollte man nur gleichgrosse (Ah) und gleichalte Batterien koppeln!!!
Mikel
Winnebago
Flywolf am 15 Mai 2003 09:57:33 Na Dirk;
bei 4 Batterien könnte es schon geschehen, dass selbst die Starterbatterie bei zu schwacher Lichtmaschine nicht ausreichend geladen wird. Vor Allem wenn nur das übliche Trennrelais eingebaut ist.
Bis neulich!
Wolf
Elian am 15 Mai 2003 10:11:07 Wow, Danke für die vielen Antworten!
Klar, daß eine Starterbatterie ganz anders ausgelastet wird als die Wohnraumbatterie - nur kurz mal kräftig Strom ziehen und dann wars das praktisch gegen dauerndes Laden und Entladen. Nur: wo bekomme ich eine geeignete Wohnraumbatterie (die die vielen Zyklen auch mitmacht) her, und was kostet der Spaß im Vergleich zur normalen Starterbatterie?
Was wird für die 2,50 bei Bosch gemessen? Ich habe mir gedacht, daß die Kapazität auch selber zu messen ist: ich lade die Batterie voll, hänge eine Lampe hinter ein Amperemeter und messe jetzt den Strom und die Zeit, bis das Licht funzelig wird. Damit komm ich auf eine bestimmte Kapazität, und die Nennkapazität der Batterie ist irgendwo bei +30-50%. Oder?
Alle 4 Batterien parallel wird dann (unterschieldiche Kapazität) nicht funktionieren. Dann werd ich das lieber mit einem einfachen Umschalter trennen und muß mir halt überlegen, wie ich es hinbekomme, daß ich nicht irgendwann mit 2 Sätzen leeren Batterien dasteht, sondern mit praktisch gleich vollen Sätzen. Jeden Tag mittags den Schalter umlegen oder so. Über den Umschalter sind die beiden Sätze komplet getrennt, da kann kein Strom fließen. Sollte also ein kurzer entstehen oder der alte Batteriesatz sonstwie den Geist aufgeben, fliegt höchstens die Sicherung und der alte Batteriesatz ist wirklich kaputt. Dann muß ich halt auf den neuen Umschalten und zur Not den Generator zum Laden anwerfen.
Elian
mikel am 15 Mai 2003 16:44:07 Hallo Elian.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe willst Du mit einer Art Natoknochen die Batterien während der Stromentnahme voneinander trennen! Jedoch liegt das Problem auch beim Laden. Wenn die zwei defekten Batterien geladen sind wird der Ladestrom eingestellt, das heißt die (fast) neuen Batterien währen genau so viel geladen wie die alten, es bringt nix!
Ich habe lange gesucht für günstige Batterien (zyklenfest) wurde hier fündig:
--> Link
Mikel
Winnebago
Elian am 15 Mai 2003 20:11:08 Hallo Mikel,
Danke für den Link, das ist ja für eine zyklenfeste Batterie nicht viel teurer als für die normale beim ATU... mal sehen.
Wenn ich alle 4 Batterien (2 paar gleiche Batterien) reinbaue, dann werde ich wohl die jeweils 2 mit einem Umschalter voneinander trennen. Hab das in meinem Bus mit dem Kühlschrank so gemacht: ich kann ihn während der Fahrt auf die Fahrzeugbatterie schalten, und danach wieder auf die Wohnraumbatterie. Mit nem stinknormalen 220V-Schalter (im 12V-Bereich habe ich nix vergleichbares gefunden) geht das wunderbar. Ich habe also den Verbraucher von einer auf die andere Spannungsquelle geschaltet, und genau das würde ich jetzt auch machen - nur halt icht nur mit Verbrauchern, sondern mit allem, was so aus der Batterie kommt (und reingeht), also auch mit den Ladekabeln. Damit hängt immer nur ein paar Batterien am Netz, und es wird auch immer nur der "aktive" Satz geladen.
Elian
mikel am 15 Mai 2003 21:59:52 Hallo Elian,
Du benötigst "zwei verschiedene Batteriesysteme", einmal ist dies die Starterseite auf der anderen die BORDVERSORGUNGSSEITE. Diese beiden Systeme sollten bei Stillstand des Motors voneinander getrennt sein. Ein Trennung während der Fahrt ist nicht sinnvoll, da der getrennte Teil nicht geladen wird, deshalb müssen sie während der Fahrt zusammengeschaltet sein. Diese "Steuerungstrennung" erolgt automatisch wahlweise durch ein Batterietrennrelais, einen Diodenverteiler oder durch eine Ladestromverteiler! Eine gute Wahl ist hier der Ladestromverteiler, er hat eine ähnliche Funktion wie das Batterietrennrelais, nur schaltet er die Start- und Bordbatterie während des Ladens nich einfach so paralell zusammen, sondern verteilt den Ladestrom so, das die Batterie mit weniger Spannung den höheren Ladestrom bekommt.
Du benötigst auf der Starterseite eine Starterbatterie, die so ausgelegt ist das sie über eine kurze Dauer relativ hohe Ströme liefern kann, und auf der Bordversorgungsseite eine "zyklenfeste" Batterie. Die zyklenfeste werden auch Dickplattenbatterien genannt, die Starter- Dünnplattenbatterien.
Tu Dir das mit dem Umschalter nicht an, das würde nur nerven!
Mikel
Winnebago
Flywolf am 15 Mai 2003 22:48:53 Hallo nochmal!
"Elian", die Messung bei Bosch simuliert eine Belastung, die in etwa dem Startvorgang entspricht. Dabei sollte eine frisch und voll geladene Batterie etwa 80% Kapazität bringen. Habe das gerade mit meinen Batterien machenlassen. Eine B. mit nur noch 50% ist im Prinzip schon hinüber.
Mikel hat im Prinzip schon die Lösung beschrieben, die auch bei mir und anscheinend in vielen AMI WOMOs eingesetzt wird. An Stelle des Trennrelais befindet sich ein Trenndiodenschalter der im Stand beide oder mehrere Stromkreise trennt, bei laufendem Motor werden die anderen Stromkreise mit der Lichtmaschine verbunden und je nach Ladezustand bevorzugt geladen. Somit läuft auch mein Kühlschrank im Stand automatisch mit der Hausbatterie und während der Fahrt wird er von der Lichtmaschine gespeist. Derartige Bauteile und Informationen sind bei mastervolt.de zu finden oder bei Google Suchwort Trenndiode oder Trenndiodenschalter oder auch 2. Batterie eingeben. Da das Teil ( heißt in USA Multi Battry Isolator) bei mir defekt war, hab ich mich auch auf diesem Weg kundig gemacht und mir dann bei Ardelt eine neue Trenndiode besorgt. Dabei gibt es zwei Ausführungen. Die Eine (billigere) arbeitet mit 0,7 Volt Verlustleistung, die 2. Variante wird von Dauerplus von der Lichtmaschine angesteuert und kann die volle Leistung der Lima an die Batterien abgeben. Nun fluppt wieder alles.
Bis neulich!
Wolf
Gast am 16 Mai 2003 11:35:16 Siehe auch : --> Link
Ein lesenswerter Artikel.
mikel am 16 Mai 2003 13:41:43 also der Link ist wirklich gut, hochinteressant.
Danke
Mikel
Winnebago
Elian am 16 Mai 2003 16:23:52 Nochmal Danke für die Antworten.
Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt - ich rede die ganzew Zeit ausschließlich von der Bordversorgung. Die Starterbatterie hängt zwar auch irgendwie am Bürstner-Elektroblock (wird von dem bei 220V mitgeladen) und die Wohnraumbatterien werde ja auch während der Fahrt geladen, aber ohne Motor sind beide System komplett getrennt, aus der Starterbatterie wird kein Saft entnommen und damit interessiert mich die schon nicht mehr.
Den Umschalter kann ich mir aber solange eben nicht sparen, wie ich 2 Batterien mit verschiedener Kapazität als Wohnraumbatterie einsetzen will. Habe ja gelernt, daß die eine (ältere) im Falle eines Defekts die andere gerade mit ins Jenseits befördern kann. Außerdem würde die kleinere ständig Strom von der größeren ziehen. Also muß ich sie komplett trennen, und dann bleibt mir nur noch der Umschalter übrig.
Vorher werd ich mir aber mal die Mühe machen, und mein Amperemeter direkt an die Batterie ranhängen, was da so rausgeht. Vielleicht habe ich ja doch irgendwo einen versteckten Stromabzweiger, und mein Problem hat sich schon von alleine gelöst... würde mich zwar wundern, weil ich nichts umgebaut habe bzw. neu eingebaut habe, aber kann ja trotzdem sein.
Elian
Dalmeny am 18 Mai 2003 11:09:32 Hallo
Grundsätzlich ist es etwas kritisch 2 Batterien direkt parallel zu schalten, da es trotz identischer Kapazität doch Unterschiede (wenn auch kleine) gibt. Das führt dazu, dass immer ein kleiner Ausgleichsstrom zwischen den Batterien fliesst.... hat auf Dauer zur Folge, dass die "bessere" Batterie kaputt geht. Leider ist es nicht verlustfrei möglich 2 Batterien zu koppeln.
Aber wenn man einen kleinen Spannungsabfall in Kauf nehmen kann, wäre es besser die Batterien über Schottky-Dioden zu koppeln......
der Spanungsabfall beträgt <0,2V ( normale Silizium-Dioden 0,5-0,7 V was zuviel ist ).
Die Schottky Dioden werden z. T. bei Ebay relativ günstig angeboten...
hab mir erst wieder 8 St ersteigert ( 6 Eur) Daten 45 V 60 A das dürfte für einen normale Womo-Belastung mehr als ausreichend sein
:idea:
Elian am 18 Mai 2003 13:01:38 Klingt interessant. Wie wird sowas dann eingebaut? An Masse und Plus? Braucht man spezielle Gewinde dafür? Hab von sowas noch nie gehört...
Elian
yakini am 01 Aug 2003 22:12:34 mal mal bitte einen Schaltplan, wier Du die Dioden dazwischenschaltest und wie hast Du das mechanisch gelöst - es fliesenja doch ne Menge Ampers drüber...
cu yakini
Gast am 01 Aug 2003 22:56:06 Schmeiß doch einfach die alten Batterien weg (Tippe auf Bleischlamm) - in einem halben Jahr sind sie eh hinüber und stell den Stromkiller 12V Kühlschrank auf Gas um - es bringt nichts wenn Du als Nichtfachmann an der Elektrik rumbalstest. So ein Elektrokabelbaum ist ratz fatz abgebrannt und dann gibts viel Arbeit.
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