Piwo am 08 Aug 2003 11:37:40 Gibt es irgendwelche Probleme, wenn ich 2 unterschiedlich große Batterien lade, die beim Abstellen durch ein Relais getrennt werden ?(Starterbat. und Womobat.)
Muß ich dabei irgendetwas beachten?
Ich wollte mir eine möglichst große Batterie für den Wohnbereich zulegen.
HaraldF am 08 Aug 2003 17:08:52 Das Problem ist, dass die grössere Batterie nicht mehr vollgeladen wird, weil der Regler vorher abschalten wird ( aufgrund der vollgeladenen kleineren Batterie ). Wenn der Regler nicht so feinfühlig ist, wird die kleinere Batterie ständig überladen und wird gasen und infolge dessen bald den Geist aufgeben. Besser ist es, zwei annähernd gleich grosse Batterien zu verwenden.
Harald
walter am 08 Aug 2003 17:27:03 Also ganz einverstanden bin ich mit dieser Theorie nicht. Der Regler mißt nur die Spannung an der Stelle, wo er eben angeschlossen ist. Wenn die beiden Batterien verbunden sind, dann haben sie auf jeden Fall gleiche Spannung - bis auf die Leitungsverluste, und die gibt es nur, solange Strom fließt. Es werden also beide Batterien mit annähernd gleicher Spannung geladen, und nehmen so viel Strom auf, wie sie brauchen können. Normale Lichtmaschinenregler regeln bei 13, 4 oder 13,8 Volt ab, und das bekommen die Batterien als Dauer-Erhaltungsladung, solange der Motor läuft. Und es ist ganz egal, ob die Batterien gleich groß sind oder unterschiedlich.
Beim Aufladen mit Ladegerät ist es ähnlich.
Wenn die beiden Batterien gleich groß sein müssen, dann müßte man ja auch schauen, daß beide immer gleich leer sind beim Aufladen????? ;-)
Worauf man zwecks guter Aufladung der Wohnraumbatterie achten sollte, ist ein eventueller Spannungsverlust vom Motorraum bis zum Wohnraum über die Leitungen. Diese 13,4 Volt von der Lichtmaschine füllen eine Batterie sowieso schon nur zu ich glaube 75%, und wenn es jetzt noch weniger Spannung gibt, dann wird es noch weniger.
Ich habe bei meinem Schiff einen Sterling-Ladebooster als Laderegler installiert, der tut etwa dasselbe wie ein gutes Ladegerät und mißt noch die Spannung direkt an der Batterie: Dann hat man eine ca 95% volle Batterie.
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Walter
HaraldF am 08 Aug 2003 22:26:39 @Walter: Du hast ja gerade meine "Theorie" bestätigt. Der Regler schaltet den Ladestrom bei einer Gesamtspannung von 13,8Volt ab. Der Regler regelt auch nicht den Strom, sondern die Spannung. Den Ladestrom regelt die Batterie selbst (durch den eigenen Widerstand je nach Ladezustand). Die kleinere Batterie erreicht diese Spannung aber viel früher, als die grössere Batterie. Wenn Beide Batterien zusammengeschaltet sind, wird die kleinere Batterie ständig überladen . Der Spannungsverlust über die Ladeleitung zur hinteren Batterie lässt sich durch die richtige Wahl des Kabelquerschnitts vermeiden. Wenn man die unterschiedlich grossen Batterien behalten will, empfiehlt sich z.B. der Einbau eines 2.Reglers. Bei älteren Modellen (wie bei DB ) ist der Regler oft getrennt von der Lichtmaschine eingebaut. Die einfachere Lösung ist jedoch die Batterien gleich gross zu halten. Anderenfalls wird eine der Batterien nicht lange leben !
Hier ist noch eine Lösung : --> Link
H.F.
walter am 10 Aug 2003 18:19:39 Hey Harald, wenn der Regler die Spannung regelt, ist sie bei beiden Batterien gleich (bis auf die Leitungsverluste...), D.h. keine kann die Endspannung früher erreichen! Wenn eine von beiden eine höhere Spannung erreichen würde, würde das sofort von der anderen aufgefressen, weil sie ja parallel geschaltet sind.
Bei allem anderen gehe ich konform.
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Walter
Jambo45 am 10 Aug 2003 20:53:40 Genau richtig, Walter.
Zwei parallel geschaltete Akkus gleichen ihre Spannung permanent und recht spontan aus ( denke an den schlagartigen Spannungsabfall bei der Starthilfe). Man kann sie prinzipiell wie einen Akku mit der gemeinsamen Kapazität der beiden Einzelakkus betrachten. Das Verbindungskabel sollte vom Querschnitt her immer so dimensioneiert sein, dass Leitungswiderstände nicht ins Gewicht fallen. Denkt mal an völlig leer gesaugte Bordbatterie, die im Lade- oder Fahrbetrieb plötzlich an die Starterbatterie gekoppelt wird. Da fließen echte Ströme. Wer da meint, er käme mit 6² Leitungsquerschnitt hin, kann sich je nach Kabellänge schnell nen saftigen Kabelbrand einfangen.
Hier liegt übrigens der wahre Grund, weshalb die Batteriekapazitäten doch nicht so unterschiedlich sein sollten. Es passiert immer mal, dass die (im Zweifel üppig dimensionierte) Bordbatterie bei längerem Stand ganz oder fast ganz entladen ist.
Ist die Starterbatterie ungleich kleiner, wird sie im Moment der Koppelung ebenfalls extrem abfallen, da ja ein schlagartiger Spannungsausgleich statt findet. Starterbatterien mögen aber keine Tiefentladungen und gehen schnell kaputt davon. Auperdem kann es sein, dass nach dem Spannungsabfall die viel kleinere Starterbatterie den Stromverbrauch des fahrenden KFZ (Zündstrom, Licht, Gebläse, Heizung, was weiß ich) oder den nächsten Anlassversuch nicht mehr schafft. Dann stehst Du da.
Bei gleichen Kapazitäten fällt der Spannungsabfall weniger brutal aus, die Sache ist wesentlich stabiler und langlebiger.
Da hätten wir auch gleich die nächste Frage: Wie wird das Trennrelais geschaltet bzw. Wann sollte die Zweitbatterie angekoppelt werden? Ich bevorzuge es, diesen Zeitpunkt selbst zu wählen und verwende daher ausschließlich einen manuellen Batterietrennschalter.
keep cool#
Jambo
Mickie am 10 Aug 2003 21:31:59 Also, das ist hier schon sehr theoretisch. Ich habe im Wohnbereich auch zwei Battereien: 120 Ah und 180 Ah. Eine Gel, die andere Säure. Werden über Solarpanele und Lichtmaschine oder Netz-Anschluss geladen. Wie es funktioniert weiß ich eigentlich nicht, war nie Bastler.
Allerdings zeigte die Kapazitätsanzeige selten weniger als 75%, meist 80 -100%. Worauf bezieht die sich nun? Auf die kleine oder die große Batterie? Probleme hatte ich bisher auch noch nicht.
wann kann ich die bekommen? Bin nun doch etwas verunsichert, hätte die Diskussion besser nicht verfolgen sollen :wink:
Wenn ich gewusst hätte … wäre ich weiter Bahn gefahren.
Nein, nicht wirklich, so ists schon besser :D 8)
Beste
Mickie
Herbsch am 10 Aug 2003 21:49:45 Die Kapazitätsanzeige zeigt - zumindest theoretisch - die prozentuale Kapazität aller Batterien an. Vorausgesetzt die Batterien sind angeschlossen. IMHO ne 180Ah und ne 120Ah Batterie haben demnach noch 135Ah und 90 Ah.
Dies vernachlässigt allerdings Verluste die über den Ausgleich passieren.
Herbsch
Gast am 12 Aug 2003 06:56:52 Jeder darf seine Batterien so schnell schrotten wie er mag - manchmal sollten die Nichtelektriker unter uns einfach mal gläubig sein und aufhören Facts zu diskutieren. Facts sind ausreichende Kabelquerschnitte (je nach Generatorleistung) und (annähernd) gleiche Kapazität von parallelen Batterien.
walter am 12 Aug 2003 08:38:28 Darf man dann z.B. für den Wohnraum 4 und für den Starter 1 Batterie nehmen, wenn alle gleich groß sind, Herr Elektriker?
Was die Kabelquerschnitte betrifft, bin ich deiner Meinung.
Walter
HaraldF am 12 Aug 2003 09:20:05 Eywindur hat recht , das ist alles graue Theorie. Wahrscheinlich hat auch er in der Praxis ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich. Walter , Du kannst ja gerne Recht behalten , und es life und in Farbe ausprobieren.
Batterien haben eh nur eine begrenzte Lebensdauer !
Harald
Piwo am 12 Aug 2003 09:21:41 hohoh, merke schon, strom is n heisses thema. da vergeht dem laien, wohl zu recht, die lust zu basteln. :?
jetzt bin ich mir sogar schon unsicher beim kabel, das dickste, was es im zubehoer-handel gab (verstaerkerkabel mit gelben kabelschuhen). werd wohl mal den netten mann vom boschdienst konsultieren oder hat jemand ne formel fuer mich? :D
ich fand auch die argumentation, dass sich die batterien ja unterschiedlich entladen koennen ganz schluessig, werde mir jetzt aber ne kleinere (annaehernd gleiche) batterie besorgen. -eyvindur war da deutlich genug
abschliessende frage: gibt es gegenargumente die anlage bei 220V-verfuegbarkeit permanent nachzuladen (da gibts ja solche ladegeraete)?
-bei kleinen akkus haette ich angst wegen memoryeffekt/verschleiss
und danke an alle :)
walter am 12 Aug 2003 10:43:26 Naja, wenn wir schon dabei sind, wer welche Erfahrungen hat: Ist 7 Jahre für Batterien schlecht? Und sie sind noch immer nicht kaputt. Eine Starterbatterie mit 85 AH, eine Wohnraumbatterie mit 140 AH. Geschaltet mit einem Trennrelais, das die Batterien zusammenschaltet, wenn die Lichtmaschine lädt. Wenn ich unterwegs bin (ca. 10 Wochen pro Jahr), läuft außer ein bißchen Licht am Abend und meinem Laptop (für Wetter und Navigation sowie ein bißchen Schriftstellern) ein Kompressorkühlschrank, der die Sonnenkollektoren (100W) bei heißem Wetter etwas überfordert, so daß ich nach ca. 4 Tagen am selben Platz mit dem Motor nachladen muß (ca. eine Stunde mit 1000 rpm). Wenn das Schiff im Winterlager ist, werden die Akkus zusammengeschaltet und per Sonnenkollektor und einfachem Solarregler auf Spannung gehalten.
Zusätzlich habe ich noch einen Batterie-Aktivator von Conrad an der Wohnraumbatterie, von dem natürlich bei Motorbetrieb und im Winter auch die Starterbatterie abkriegt.
Und die Frage war eigentlich ernst gemeint: Wie machen das die Leute, die einige hundert Ah für den Wohnraum haben?
, Walter
Gast am 12 Aug 2003 10:54:09 Frage 1, wieviel Energie brauch ich denn ? Hier muß jeder mal selber addieren.
Frage 2, welche Energiefresser kann ich mit anderen Medien besser betreiben (zB Gas) ?
Frage 3, wie lange will ich Energiemäßig autark sein?
Antwort 1, jetzt weiß ich was ich an Batteriekapazität so über den Daumen brauche
Frage 4, mit wieviel Batterien realisiere ich das ganze (nur 1 oder 10 ?)
Frage 5, wie lade ich nach? (Solar, 230V, LIMA, Generator)
Die Querschnitte : Batterie - LIMA, 10 - 25 mm2 je nach LIMA und Batteriekapa
Batterie - Laderegler (230V), 2,5 - 10 mm2 je nach Leistungsfähigkeit des Reglers
Batterie - Solarregler, 2,5 - 5 mm2 je nach Solarleistung
Solarzelle - Solarregler, 1,5 - 2,5 mm2
Batterie - Batterie, eine Nummer stärker wie Batterie - LIMA
Die Querschnitte sind einfach nur Stromabhängig, hohe Batteriekapa in den Keller gefahren und dann ein leistungsfähiges Ladegerät / LIMA ergeben einfach kurzfristig ziemlich heftige Ströme. Die Solargeschichte ist unkritischer, hier liegt der Schwerpunkt auf langfrisitger Ladung und es kommen nicht so hohe Ströme zusammen, weder auf der Reglerleitung zur Batterie und noch weniger (höhere Spannung) auf der Solarseite. Wird durch duie Batterien ein höherer Ladestrom wie "lieferbar" benötigt, die Batterien über Trennschalter anschliessen und einzeln laden (gilt aber nur für Leute die mehr wie 2 große Batterien parallel betreiben)
Um Übergangswiederstände zu minimieren Kabelschuhe sauber montieren und nach Möglichkeit Schraubklemmen verwenden - ach so, die Sicherung nicht vergessen !
happyhymer am 12 Aug 2003 13:04:56 Hallo Stromsucher,
ich empfehle die Broschüre von --> Link. Da ist alles für den Laien beschrieben, und Auslegungsformeln gibt's auch inkl. Tips zur Solarenergie. Wer das liest, weiß genug.
Frohes Schrauben,
happyhymer
Piwo am 15 Aug 2003 10:35:49 Super Tipp!
Tolles Handbuch, wofuer ich gern 2.-€ ueberweise.
Vorgestern bestellt...
Gestern geliefert.
Das nenn ich prima Service :)
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