Hallo,
zunächst möchte ich einmal darauf hinweisen, dass ich 1994 mit meiner damaligen Gemeinde zur wohnmobilfreundlichsten Gemeinde in Deutschland von der Zeitschrift pm ausgezeichnet wurde. Wir haben es damals geschafft, einmal die Stadt Rothenburg an der Fulda mit Ihrem unermüdlichen Herrn Gesemann zu schlagen.
Ich schreibe dies voran, damit erkannt wird, dass ich mit damals schon in einer langen Vorlaufzeit mit der Ausweisung von Stellplätzen in einer Gemeinde oder Stadt auseinandergesetzt habe. Auch wir haben uns Gedanken gemacht, wie können wir die Wohnmobilisten erreichen und wie können sie dazu beitragen, unsere Geschäftswelt (Restaurants und allgemeine Läden)zu unterstützen. Mit Sicherheit war kein Aspekt hierbei, die Stellplätze nur in unmittelbarer Nähe der Hauptorte anzusiedeln. Zunächst mußte ergründet werden, was wollen eigentlich die Womofahrer, wenn sie ein Ziel suchen. Sicherlich hin und wieder Standorte, die Attraktivitäten bieten, sicherlich aber auch Zeit zum Ausspannen, einfach nur Ruhe. Einen Platz, an dem sie sich auch einmal etwas campingmäßig verhalten können. Vor der Ausweisung der Stellplätze haben wir uns auch mit einem heimischen Campingplatzbetreiber unterhalten (Konkurrenzdenken!!) Dieser hatte jedoch absolut keine Bedenken. Wir haben dann an mehreren Stellen, auch im Hauptort einige Plätze ausgewiesen. Wichtig war jedoch hierbei immer, dass die Plätze ohne Gefahr für die Allgemeinheit und auch für die Womofahrer angefahren werden konnten. Wenn schon eine Einfahrt zu klein ist, sind doch Schäden am Fahrzeug zu befürchten. Das gilt nicht nur für Einfahrten, viel schlimmer sind ja noch Bäume mit in den Platz hineinragenden Äste. Da fährt doch keiner hin.
Es durfte auch keine Belästigung für die Anwohner entstehen. Wir haben aber auch einige Plätze außerhalb ausgewiesen und siehe da, die wurden in der Regel noch besser angenommen, z.B. im Bereich eines Traktorenmuseums oder im Bereich einer Reitanlage. Die Fahrzeuge wurden abgestellt, die Räder abmontiert oder das Schuhwerk wurde geschnürt und siehe da, die Womofahrer mit Begleitung tauchten dann im Ort auf, ließen sich beköstigen und kauften auch ein. Eine Entfernung von 15 Minuten kann doch hier nicht ausschlaggebend sein.
Keinesfalls würde ich dazu raten ,einen eng eingegrenzten Bereich als Stellplatz auszuweisen, vor allem dann nicht, wenn hier noch eine sogegannte Mischfunktion - Pkwparken usw. - mit eingebunden werden soll. Die Sache wird scheitern. Alleine die Unruhe wird sich negativ auswirken und auch herumsprechen.- Nichts ist dann schlechter als eine negative von Mund zu Mund Propaganda.
Weiter sollte man auch schon überlegen, ob von Anfang an Fahrzeuge über 3,5 t ausgeschlossen werden. In diesem Fall scheint es doch so zu sein, dass bereits die vorhandene Infrastruktur etwas anderes nicht zuläßt (kleine Einfahrt!!). Sucht besser einen Platz auf der freien Wiese, evtl. bei einem Bauern (sofern baurechtliche Bedenken nicht bestehen) und laßt alle kommen. So haben alle etwas davon!!!!
Im übrigen gibt es für die Anlegung von Stellplätzen sicherlich reichlich Literatur (Pro und Kontra)!!!!
Ich würde den Verantwortlichen einmal empfehlen, sich ein
Wohnmobil zu mieten und ordentliche Stellplätze anzufahren. Dann können sie sich selbst ein Bild machen und kommen sicherlich auch zu anderen Erkenntnissen.
Ich war damals schon lange Wohnmobilist und konnte Gott sei Dank etwas mit einbringen.
Im übrigen Bundessieger wird man nicht nur durch Stellplätze, man muß auch die Wohnmobilisten "pflegen".
Einiges wurde im Scherz vermerkt, das Wesentliche soll jedoch dabei nicht untergehen.
Liebe
Heinz-Campoverde