So, nach langem Schweigen habe ich es endlich geschafft und meinen Reisebericht in die Maschine gehämmert. Bilder habe ich für das Internet noch nicht optimiert. Mal sehen, ob ich das in den nächsten Tagen hinbekomme...
Also los gehts
Reisebericht Kroatien vom 07.09. – 25.09.2008
07.09.2008
Heute Abreise und gemütliches Rollen quer durch Deutschland angesagt. Es ist Sonntag und es stört uns kein Berufsverkehr. Wir kommen gut voran. Am späten Nachmittag entschließen wir uns für einen Stopp mit Übernachtung kurz vor der österreichischen Grenze in NEUHAUS AM INN. Der Stellplatz ist schnell gefunden und macht einen sehr gepflegten Eindruck. Ver- und Entsorgung sowie ein WC- und Duschhaus sind vorhanden. Für die Übernachtung mit Strom, Ver- und Entsorgung zahlen wir 14,00 Euro.
08.09.
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir durch Österreich und Slowenien nach Kroatien. Erster Stopp in DREZNIK GRAD nahe der der Plitwitzer Seen. Der CP „Autocamp Korana“ entpuppt sich als große Enttäuschung. Sehr hügeliges Gelände, dass mehr den Charme eines Truppenübungsplatzes hat. Die Badehäuser sind total verdreckt. Das liegt u.a. an den ergiebigen Regenfällen der letzten Tage. Wir suchen uns einen einigermaßen trockenen Stellplatz am Rande einer abfallenden Wiese. Hier bleiben wir nur eine Nacht und fahren morgen früh weiter.
09.09.
Wir verlassen früh den CP und fahren zum Eingang Nr. 1 des Nationalparks Plitvicka Jezera. Dort entscheiden wir uns für den großen Rundgang „C“, der uns an den großen Wasserfällen vorbei über die vielen Wasserbecken mit ihren Wasserkaskaden führt. Eine traumhafte Landschaft umgibt uns die nächsten Stunden. Die Sonne tut ihr bestes. Manchmal erscheinen jedoch die hin und wieder auftretenden Menschentrauben etwas störend. Nach ca. vier Stunden Rundmarsch und Bootsfahrt kommen wir wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Im Anschluss an die Besichtigungstour entschließen wir uns zum CP „Borje“, hinter den Seen in Richtung SPLIT zu fahren. Der CP liegt direkt an der Abzweigung zu der Straße nach SENJ.
Der CP „Borje“ entpuppt sich als renoviertes Kleinod mit sauberen Sanitäranlagen. Auf dem Platz herrscht wenig Betrieb. Am frühen Abend ebbt auch der Lärm der vorbeifahrenden LKW, Busse und Nationalparkbesucher ab. Es wird hier in den Bergen empfindlich kühl und wir haben eine absolut ruhige Nacht.
Durch die Rezeption wird uns angeboten, die Eintrittkarten abzustempeln. Mit diesen Karten können wir am nächsten Tag nochmals ohne erneuten Eintritt zu zahlen, die Wasserfälle besuchen. Wir verzichten jedoch auf das nette Angebot, da wir weiter in Richtung Küste fahren möchten.
10.09.
Nach einer ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück nutzen wir zunächst die Ver- und Entsorgungsstation. Die Wasserstation sowie das Häuschen für die Chemie-Toilette sind gut angelegt.
Wir entschließen uns nach PRIMOSTEN zu fahren. Der CP „Adriatic“ liegt ca. drei Kilometer vor PRIMOSTEN, unterhalb der Küstenstraße. Dieser macht insgesamt einen guten Eindruck. Die Parzellen sind auch für größere WoMo ausreichend. Die Sanitäranlagen sind o.k., könnten jedoch besser in Schuss sein. Am Nachmittag springen wir dann zum ersten Mal auf dieser Reise in die Adria und nehmen ein erfrischendes Bad.
11.09.
Wir bleiben und verbringen einen entspannten Tag auf dem CP, gehen schwimmen und Schnorcheln und lassen die Seele baumeln.
12.09.
Heute nehmen wir unsere Fahrräder und fahren das kurze Stück über die Küstenstraße nach Primosten. Die Stadt ist wunderbar klein, hat ein ausgesprochen pittoreskes Flair und ist in knapp einer Stunde erkundet. Auf dem Markt kaufen wir Obst und zwei große Doraden, die wir am Abend grillen. LECKER!!
Am Abend zieht es sich zu und es fängt an zu tröpfeln.
13.09.
Nach einer unruhigen Nacht mit Gewitter fahren wir weiter und machen einen Zwischenstopp in MAKARSKA. Diesen Ort musste ich meiner Frau zeigen, da ich mich dort während meiner Auslandseinsätze mehrfach an den Wochenenden aufgehalten habe. Wir parken auf einem heruntergekommenen Busparkplatz, der sich als ehemaliger CP entpuppt.
Unsere Stippvisite beenden wir mit einem Mittagessen an der Promenade. Danach rollen wir weiter entlang der Makarska Riviera. Machen hier und da einen Fotostopp. GRADAC lassen wir heute rechts liegen und rollen bis kurz vor DRVENIK. Wir schlagen unser Lager auf dem kleinen CP „Ciste“ auf. Das Personal vor Ort ist sehr freundlich. Leider sind wir nicht freitags vor Ort, da jeden Freitag kostenlos Fisch für die Gäste des CP gegrillt wird. Der kleine CP ist einfach und hat tadellos saubere Sanitäranlagen.
14.09.
Bis zum frühen Nachmittag haben wir sommerliche Temperaturen. Wir machen eine Radtour nach DRVENIK und kaufen dort im Supermarkt ein. DRVENIK ist schnell erkundet, da sehr überschaubar. Hier fährt übrigens eine Fähre regelmäßig zu den benachbarten Inseln.
Nachmittags fängt es an wie aus Eimern zu schütten und ich rette unsere Markise. In den kurzen Regenpausen gehen wir runter an den Strand und schauen uns das aufgewühlte Meer an.
15.09.
Nach einer total verregneten und stürmischen Nacht machen wir uns bei Regenschauer und 15° C auf den Weg nach DUBROVNIK. Die Stadt erreichen wir zur Mittagszeit. Die Unwetter ziehen langsam ab und es wird wieder etwas wärmer. Der CP „Solitudo“ ist durch die heftigen Regenfälle total verschlammt und es dauert ziemlich lange, bis wir einen einigermaßen akzeptablen Stellplatz finden. Dabei können wir beobachten, wie einige WoMo-Fahrer verzweifelt versuchen, aus dem Schlamm zu kommen und machen eigentlich alles nur noch schlimmer. Die Rezeption ist dennoch beratungsresistent und schickt die Gäste auf den schlammigen unteren Teil B, während der höher gelegene Teil A völlig leer ist, bis auf ein riesiges Wohnmobil aus Great Britain. Nach längerer Diskussion erreichen wir, dass wir uns auf Teil A stellen dürfen. Später folgen uns auch noch andere Camper. Am Abend ist auch der Teil A gut belegt. Die Sanitäranlagen auf dem CP „Solitudo“ lassen deutlich zu wünschen übrig, so dass wir uns entscheiden, unsere eigene Dusche und WC zu nutzen. Die Ver- und Entsorgungsanlage liegt günstig und ist ausreichend.
16.09.
Gewitter und Regen in der Nacht. Am Morgen strahlt die Sonne, erreicht im Laufe des Tages jedoch nur mäßige Temperaturen, da der Wind kalt von den Bergen bläst.
Wir fahren mit dem Bus in die Altstadt von DUBROVNIK und erkunden die Gassen. Auf den großen Hauptwegen der Stadt ist der Teufel los, da zwei riesige Kreuzfahrschiffe ihre Gäste an Land gebracht haben. Zwischen den Erkundungen trinken wir etwas in einer Bar auf einem Felsen vor der Stadtmauer mit Blick auf das Meer hinaus. Das anschließende Mittagessen in einer der oberen Gassen fällt heute opulent aus. Dalmatinische Vorspeisen, zum Hauptgang Fisch mit Meeresfrüchten, Wein etc. Ein Espresso rundet das Mahl ab und der Kellner bringt einen selbstgebrauten Traveriza.
Anschließend wandern wir über die Stadtmauer und fahren am frühen Abend recht geschafft mit dem Bus wieder zurück.
17.09.
Nach dem Frühstück brechen wir unsere Zelte in DUBROVNIK ab, nutzen ausgiebig die Ver- und Entsorgungsstation, kaufen anschließen in einem großen Konzum am Hafen ein, um unsere Vorräte aufzufüllen und fahren nach OREBIC auf die Halbinsel PELJESAC. Das Wetter ist gut. Die Sonne scheint, jedoch bläst eine kalte Bora, die zum Abend leider immer stärker wird. Der von uns angefahrene CP „NEVIO“ liegt kurz vor dem Ortseingang in einer Bucht und ist sehr gepflegt. Hier wollen wir einige Tage bleiben und ausspannen.
18.09.
Die Sonne scheint, der kalte Wind weht immer noch in Böen von den Bergen des Festlandes herüber. Zwei neue WoMo stellen sich vor uns auf vorreservierte Plätze. Schade, nun ist die Aussicht aufs Meer hin. Während ihrer Aufbauarbeiten stellen sie fest, dass alle Stromanschlüsse belegt sind und behaupten frech, ich müsste ihnen unseren Anschluss überlassen, denn sie hätten ja schließlich mit Strom reserviert. „???!!!GGGRRRR!!“ Da benehmen sich zwei alte Säcke wie Vollidioten und plärren in gutem deutschem Dauercampergehabe herum, als ob ihnen der Platz gehöre. Mir verschlägt es die Sprache. Derartig mieses Gehabe habe ich in unserem kurzen Camperleben tatsächlich noch nicht erlebt. Tief Luft holen, einundzwanzig…. Wir lassen uns nicht unterkriegen und seitdem werden wir keines Blickes mehr gewürdigt. Auch in Ordnung, Hauptsache ich habe meine Ruhe. Die beiden Ehefrauen der Vollpfosten tun uns leid.
Am Nachmittag gehen wir zum Strand herunter und faulenzen in der Sonne. Zwischendurch fahren wir noch mit den Rädern nach OREBIC hinunter und erkunden den Ort.
19.09.
Heute fahren wir mit dem Taxiboot nach KORCULA. Die kleine Altstadt ist recht schnell erkundet. Hier ist alles wie in DUBROVNIK nur kleiner. Mittagessen in einer Konoba. Die Preise sind gesalzen, die Qualität miserabel.
20.09.
…und in der Nacht heulen die Schakale schaurig ihr Lied in den Bergen… Dazu weht immer noch, bzw. schon wieder die Bora. Wetterbesserung ist auch für die nächsten Tage nicht in Sicht. Heute machen wir eine ausgedehnte Fahrradtour von OREBIC bis weit hinter KUCISTE. Auf der Strecke liegen mehrere Autocamps sehr idyllisch am Wasser. Hier könnten wir uns bei unserer nächsten Reise einen Halt vorstellen.
Vor KORCULA liegt ein riesiges, modernes Fünf-Mast-Segelschiff. Am späten Nachmittag setzt das Schiff seine Segel und gleitet durch die Kornaten. Den geplanten Strandaufenthalt und baden im Meer am Spätnachmittag verkneifen wir uns. Es ist einfach zu kalt. Wir machen das WoMo reisefertig, da wir am nächsten Tag in Richtung OMIS aufbrechen wollen.
21.09.
Wir verlassen OREBIC und fahren Richtung Festland. In DINGAC halten wir am Weingut und decken uns kistenweise mit PLAVAC, POSTUP und DINGAC ein. Um 10.00 Uhr morgens schon Weinprobe. Hicks…lecker aber ich muss noch fahren.
In STON machen wir einen kurzen Zwischenstopp, besichtigen die Salinen, bestaunen die alten Mauern und setzen danach unsere Fahrt nach OMIS fort. Eigentlich wollen wir in OMIS übernachten und in den nächsten Tagen die Cetina erkunden. Lieder entpuppt sich der CP in OMIS als völlig überteuert. Die Sanitäranlagen sind eine Zumutung, der Platz macht einen völlig verwahrlosten Eindruck. – Auch so was wird vom ADAC empfohlen –
Wir sind enttäuscht und fahren weiter nach TROGIR und machen einen schweren Fehler, da wir entgegen des letzten Jahres auf dem CP „Belvedere“ übernachten. Dieser CP ist bereits zur hälfte geräumt und geschlossen. Der Rest des Platzes macht aber auch einen recht traurigen Eindruck. Da es immer noch recht kalt für die Jahreszeit ist, gehen wir früh schlafen.
22.09.
Wir setzen unsere Fahrt nach SIBENIK fort. Hier kommen wir am späten Vormittag an. Der CP liegt sehr abgelegen von der Stadt und scheint akzeptabel, ist aber auch kein Top-Platz. Direkt am Platz befindet sich eine Marine. Dies finde ich als alter Seebär mit heimlicher Liebe zu Segelbooten wieder interessant und schleiche über die Stege, um mir die Boote anzusehen. Man kann sogar hier in diesem Bereich mit dem WoMo stehen.
23.09.
Wir fahren mit dem Shuttle-Bus in die Stadt. Der Ort gefällt uns aber nicht sonderlich. Auf dem Markt kaufen wir Obst, Gemüse, Käse und Schinken. Lecker, Lecker…
Am Abend entscheiden wir uns, die Heimreise anzutreten. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass wir nun nach zwei Jahren hintereinander vorerst genug von Kroatien gesehen haben. Ausgeruht und entspannt sind wir auch, also kann es wieder nach hause gehen.
24.09.
Abfahrt. An der Rezeption will man plötzlich kein Camping-Cheque sondern Bargeld. Vor lauter Diskussion „vergisst“ die Rezeptionista die Übernachtungskosten. Wir zahlen nur die „Kurtaxe“ und machen uns schnell aus dem Staub.
Die Rückreise wird lang und am späten Abend erreichen wir unseren Stellplatz auf einem Bauernhof in ALTENMARKT im PONGAU. Der Stellplatz ist im Dunkeln sehr schwer zu finden, da das Navi verwirrende Angaben macht. Ich fluche wie ein Rohrspatz und holpere über Wirtschaftswege zwischen schlafenden Kühen. Endlich entdecken wir den Stellplatz auf einem Bauernhof. Die Bäuerin ist sehr freundlich und wir haben eine sehr ruhige Nacht. Für den Stellplatz zahlen wir mit Ver- und Entsorgung und Strom insgesamt 10,00 Euro.
25.09.
Wir fahren in einer Monsteretappe nach hause. Nach 10 Stunden durch mehrere Staus gequält, kommen wir wieder zuhause an. Schade, ein wunderschöner Urlaub ist wieder zu ende. Allerdings fängt jetzt schon die Freude auf die nächste WoMo-Tour wieder an.
vom Rande der Eifel,
Gregor

