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Kann man da eine Anzeige erstatten?


wom am 15 Jul 2009 18:09:29

Selbstjustiz ist ja keine Lösung,
aber welche Möglichkeit habe ich bei so einer Verarschung:

Hamburg bastelt an einer Umweltzone für 2010 und wird mir verbieten,
danach da mit meinem „alten Stinker” hineinzufahren.
So ist das nunmal.

Gleichzeitig aber, so las ich gestern in der Süddeutschen Zeitung, sogar auf der Seite 3, wird ein neues Kreuzfahrt-Terminal erbaut. Ab dem nächstem Jahr, also passend zu neuen Umweltzone, werden dann pro Jahr an
50 Tagen große Kreuzfahrtschiffe für rund 12 Stunden anlegen.
Diese Schiffe lassen wegen des enormen Strombedarfs in dieser Zeit (wie etliche andere Pötte auch) die Motoren laufen.

Die SZ berechnet den Schadstoffausstoß PRO SCHIFF und PRO STUNDE. Dieser sei genau einem momentanen Ausstoß gleichwertig, den 50 000 PKW bei 130 kmh erzeugen. Hamburg freut sich also auf den momentanen Ausstoßwert von 50 000 (pro Schiff pro Stunde) x 12 (Stunden) x 50 (Schiffe/Tage). Also auf einen Schadstoffausstoß, der 30 000 000 PKW bei 130kmh entspricht.
Erst dachte ich, der Journalist ist beim Tippen verrutscht, habe aber diese Angabe uch an anderer Stelle im Netz gefunden.
So.

1.) Darf ich nun straffrei einzelne hanseatische Politiker mit der Behauptung verbinden,[mod="Tipsel"] Text entfernt, bitte Nutzungsbedingungen beachten [/mod]

2.) Gibt es einen §, der gegen so einen Schwachsinn eine Anzeige zuläßt?

Vermutlich nicht?....
:twisted:

Anzeige vom Forum

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Ingo.L am 15 Jul 2009 18:19:54

Punkt 1 würde ich an deiner Stelle GAAAAAAAAAANZ schnell wegeditieren. Das ist keine freie Meinungäusserung mehr, sondern strafbar. Selbst verallgemeinernd. Auch Satire fällt flach.


Und ist nicht das Vokabular, das eine sachliche Diskussion erfordert.

Womofroeschi am 15 Jul 2009 18:22:22

Hallo,
Natürlich kannst Du.

Genau so wie der Bürger/Mensch sein Recht auf saubere Luft eingeklagt hat. Dem haben wir ja die Umweltzonen zu verdanken.

Du mußt nur herausfinden, Warum und Wer für diese Schiffe eine Ausnahmegenehmigung erteilt hat.
Und diesen kannst Du dann verklagen. :wink:

beste
Harald

Anzeige vom Forum


schaschel am 15 Jul 2009 18:24:45

Alter Stinker? Nur die Diesel mit der grünen Plakette stoßen die als gefährlich eingestuften, kleinen lungengängigen Partikel aus. Unsere alten machen wohl größere Rußflocken. Hast Du im Forum den Versuch verfolgt eine Demo gegen diesen unsäglichen Unsinn "Umweltzone" zusammenzubekommen? Hat die Mehrheit eher keinen Bock drauf. Ach ja- eingeschränkte Reisefreiheit und Zwangsenteignung wurden doch nur umbenannt. Früher hieß das Ostzone, heute eben "Umweltzone"

-

Schaschel

Ingo.L am 15 Jul 2009 19:00:08

Ok.

Was ich jetzt nicht verstehe, in Hamburg kommen warscheinlich mehr Schiffe (vor allem große Pötte) als diese 50 Kreuzfahrtschiffe im Jahr an.

Wie hoch ist die Belastung durch den kompletten Schiffverkehr in Hamburg und um wieviel Promille ändert er sich durch die neuen Schiffe ?

Die Definition des von dir angesprochenen "Schadstoffausstoß" fehlt ebenfalls. Wie hoch ist denn jetzt der Feinstaub-Ausstoss, den diese Schiffe haben ?

Nachvollziehen kann ich deine Gedankengänge ja irgendwie schon, aber eine sachlichere Ebene wäre bestimmt zielführender.

Und bei den von dir beschriebenen Schadstoffen, ist der Feinstaub bestimmt das kleinste Übel. Schau dir mal an was die Pötte an Schwefeloxiden ausstossen, dann wird dir ganz anders.


Zum Vergleich: Ein Durchschnitts-PKW fährt pro Jahr 15.000 km und stösst dabei 101 Gramm an Schwefeloxiden aus. Ein Containerschiff erzeugt in der selben Zeit 5200 Tonnen davon. Ganze 15 der Ozeanriesen verursachen genau so viel Luftverschmutzung wie alle (alle !) 760 Millionen Autos auf diesem Planeten.


Quelle:

--> Link


Und das Umwelzonen wirkungslos sind, scheint ja mittlerweile bewiesen zu sein.

--> Link


Ein Abgleiten in die Unsachlichkeit ändert nichts an der Situation.

reisekatze am 15 Jul 2009 19:16:27

schaschel hat geschrieben:Hast Du im Forum den Versuch verfolgt eine Demo gegen diesen unsäglichen Unsinn "Umweltzone" zusammenzubekommen? Hat die Mehrheit eher keinen Bock drauf. Ach ja- eingeschränkte Reisefreiheit und Zwangsenteignung wurden doch nur umbenannt. Früher hieß das Ostzone, heute eben "Umweltzone"



Ich denke, viele sind der Meinung: Ach, das bringt doch alles nichts!
Und ergeben sich zähneknirschend und mit zusammengeballter Faust dem Schicksal.

Vielleicht liegt es auch an der Mentalität.
Kann sich jemand vorstellen, dass deutsche Arbeiter drohen eine Firma zu sprengen wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden?

--> Link

Die Renault-Zulieferer werden durchaus ernstgenommen, die Opel-Leute mit ihren bunten Fähnchen nicht.


Sollte trotzdem auch bei uns endlich jemand aufwachen und eine Demo organisieren: :bindafür:
Und nehme garantiert daran teil.

Ingo.L am 15 Jul 2009 19:23:53

reisekatze hat geschrieben:--> Link

Die Renault-Zulieferer werden durchaus ernstgenommen, die Opel-Leute mit ihren bunten Fähnchen nicht.


Mhh,

2 Mio Teile + 2 Mio Maschinen (beides versichert nehme ich an)

dagegen stehen Abfindungen in Höhe von 366 *30.000 ~ 11Mio.

Zittern die Bosse noch ?

schlabuster-1 am 15 Jul 2009 20:39:06

Kauf dir ein altes Russen U Boot und versenk die Kreuzfahrtpötte doch, wird bestimmt ein Heidenspaß :D

wom am 15 Jul 2009 21:22:48

Ingo.L hat geschrieben:Und ist nicht das Vokabular, das eine sachliche Diskussion erfordert.


Wie zitiert, ich war ja nicht dabei, aber laut Süddeutscher Zeitung wurde im vorliegenden Fall auf eine sachliche Anfrage nicht mal sachlich geantwortet,
es wurde überhaupt nicht geantwortet.

Mit den Nutzungsbedingungen wollte ich nicht übers Kreuz kommen, sorry, war wohl etwas zu deftig. Dazu stehen kann ich schon. Und ein gscheerter bayrischer Fluch zur Abreaktion wäre sicher auch nicht harmloser ausgefallen.....

:wink:

Ingo.L am 15 Jul 2009 21:34:48

Wolfgang,

wenn ich solche Sachen lese, kommem mir ganz andere Gedanken als die, die du geschrieben hast.

Zu versuchen politische Entscheidungen mit gesunden Menschenverstand nachzuvollziehen, wird uns allen wohl nichtgelingen.

Aber der Grund meiner ersten Aussage war, das am Stammtisch gesprochene Wort ist nicht zu vergleichen mit dem geschrieben Wort in einem öffentlichen Forum. Auch die Aussenwirkung, wie auch die Auswirkungen, sind andere.

Im Kern der Sache, stehen wir wohl alle kopfschüttelnd einer solchen Entscheidung gegenüber.

Aber eine Beschwerde gegen gemachte Politik, geht wohl nur über den Petitionsausschuss des Bundestages.


Ein Gesetz gegen nicht nachvollziehbare Politik oder unfähige Volksvertreter gibt nicht

GeoHeiner am 15 Jul 2009 22:12:19

Ingo schrieb:
Ein Gesetz gegen nicht nachvollziehbare Politik oder unfähige Volksvertreter gibt nicht


Wie und wer sollte das auch ahnden.

Beharrliches Argumentieren und Überzeugen sowie der Stimmzettel sind nun mal die einzigen "Waffen" die Dir in unserer Gesellschaft vernünftigerweise zur Verfügung stehen. Doch das erfordert einen langen Atem, denn die meisten interessiert das alles nicht oder sind der Meinung "die da oben" machen das schon richtig.

Da könnte man so manches Mal "auf der Sau nausreiten" wie der Schwabe sagt. Wir haben nun mal die Volksvertreter die wir verdienen, wir haben sie gewählt, wenn wir was ändern wollen, müssen wir uns selbst zur Wahl stellen oder für die Leute kämpfen, die unsere Meinung vertreten.

Ingo.L am 15 Jul 2009 23:32:49

GeoHeiner hat geschrieben:Ingo schrieb:
... oder für die Leute kämpfen, die unsere Meinung vertreten.


Macht korrumpiert. Wenn ein Politiker erst mal einen gewissen Status erreicht hat, steht die Absicherung der eigenen Interessen über allem anderen. Es gibt NIEMANDEN der etwas anderes als sich selbst vertritt.


Besser sind die anderen zu wählenden Politiker nur so lange, bis man sie gewählt hat.

Gast am 16 Jul 2009 09:05:13

GeoHeiner hat geschrieben:.......Beharrliches Argumentieren und Überzeugen sowie der Stimmzettel sind nun mal die einzigen "Waffen" die Dir in unserer Gesellschaft vernünftigerweise zur Verfügung stehen........


Das haben die damals bei der französischen Revolution aber anders gesehen. :evil:

aus München

hartmut49 am 16 Jul 2009 09:58:34

Moin Wolfgang,
ich meine es ist 1. Bürgerpflicht auf zu begehren, gegen unseren
Behördenwahn !
Es stehen zwar meißtens auch, leider Politiker hinter solchen ausufernden Vorschriften, doch sitzen Staatsekritäre, und Beamte oft am längere Hebel !
Zu mir sagte in einem solchen Zusammenhang, ein noch recht junger Mann:
" Wenn ich noch einmal, vor einer Berufswahl stände, ich würde Terrorist ! "
Dem könnte ich mich recht gut anschließen !
Steckt bitte nicht alle Eueren Kopf in den Sand
Hartmut

Campoverde am 16 Jul 2009 11:03:59

Hallo,

zunächst einmal hat jeder die Möglichkeit, Anzeigen zu erstatten. Ob und in welchem Umfang es ihm gelingt, die Interessen durchzusetzen, entscheiden dann unsere unabhängigen Gerichte. Nur, man braucht einen langen Atem und viel, viel Geld.
Nur bin ich wieder überrascht, was so alles an Beiträgen verzapft wird. Wieder sind es Behörden, Beamte ........, die nur Mist produzieren. Man wünscht sich sogar, ein Terrorist zu sein. Wo sind wir eigentlich, dass uns solche Gedanken überhaupt kommen.
Zuständig für die Umweltplaketten sind die Städte und Gemeinden. Hier entscheiden die Ratsvertreter je nach Mehrheit. Und nur hier kann man ansetzen und die Ratsvertreter zum Umdenken bewegen. Aber wer will dann die Umweltplaketten?, Schwarze, Rote, , Gelbe, Grüne.................... oder auch Terroristen??????????????Hört auf mit dem Schwachsinn!!!!!!!!!!!!!

Liebe
Heinz-Campoverde

Ingo.L am 16 Jul 2009 11:36:46

Campoverde hat geschrieben:...... Man wünscht sich sogar, ein Terrorist zu sein. Wo sind wir eigentlich, dass uns solche Gedanken überhaupt kommen.
.......


Ich denke das, ist wie es schon die Prinzen in einem Lied ausdrückten:

Dann moechte ich `ne Bombe sein
und einfach explodiern,
wenn alle Leute `Hilfe schrein,
dann wuerde was passiern.
Manchmal moechte ich zerplatzen und laut knalln
und alles was nicht stimmt wuerde auseinanderfalln.


Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit gegenüber der Situation. Das sollte man nicht wörtlich nehmen :wink:

BernhardK am 16 Jul 2009 14:05:17

Vielleicht liegt der Hafen außerhalb der Umweltzone oder
die Schiffe haben alle eine grüne Plakette :) :)

schaschel am 16 Jul 2009 14:16:49

Aber wie Ihr seht: sie tun es! Und wir lassen es uns gefallen und wehren uns nicht. Wenn es ihnen paßt, wird der Schwachsinn ausgeweitet. Und wenn wir uns nicht wehren, fahren wir bald nirgendwo hin. Das heißt keineswegs, daß ich hier die Umweltsau herauskehren will. Doch über eines sind wir uns wohl einig: wenn es um die Umwelt ginge, würden ganz andere Maßnahmen wesentlich bessere Ergebnisse erzielen. Nach meinem Geschmack ist das Plakettengetue eine ziemlich verlogene Angelegenheit.

schaschel am 16 Jul 2009 15:20:45

Ein kleines Denkmodell zum aktuellen Tröt: Was wäre, wenn?
Man könnte es vielleicht folgendermaßen machen: zunächst werden die für Umweltzone und Umweltprämie verantwortlichen „Volksvertreter“ aus ihrer Privatschatulle den bisher für diesen Unsinn angerichteten volkswirtschaftlichen Schaden in Form übelst verschwendeter Steuergelder auf Eumark und Cennig an die Staatskasse zurückzahlen. Wenn der kleine Mann Bockmist baut und Schaden verursacht, wird er schließlich auch zur Verantwortung gezogen und bekommt seinen Einlauf. Und immerhin muß der Politiker doch „zum Wohle des Volkes“ handeln. Wobei wir der Einfachheit halber hoffen, dass sie sich nicht wieder zu solchen Maßnahmen „zum Wohle des Volkes“ hinreißen lassen und deshalb auf weiterführende Maßnahmen gegen sie verzichten.
Dann können wir beginnen, über „Umwelt“ nachzudenken. Die Gelder sind ja wieder da. Die vorhandenen, im Verkehr befindlichen Dieselfahrzeuge werden ab sofort mit exakt dieser staatlichen Förderung partikelfiltermäßig nachgerüstet (natürlich auch die Schiffe). Das müsste man mal hochrechnen anhand des vorhandenen Bestandes an nachrüstfähigen Fahrzeugen, wie viel Geld dann für den einzelnen übrigbliebe. Ich könnte mir vorstellen, dass die Eigenbeteiligung des Einzelnen gar nicht so ätzend hoch wäre. Und nein, wir fördern mit diesen Geldern nicht den Bau neuer Pkw im europäischen Umland, so wie geschehen. Denn für die Verbesserung der Abgaswerte direkt ausgegeben, dürfte sich diese Prämie dann tatsächlich Umweltprämie nennen.
Weiter geht´s von mir aus auch gern mit einem Tempolimit auf die jetzige Richtgeschwindigkeit von 130 km/h oder auch auf im Umland übliche 120 km/h. Sicher gibt´s da Gegner für, aber ich behaupte, wir senken dadurch den Verbrauch, somit auch die Abgaswerte und nebenbei die Unfallzahlen. Wenn ich hier am Niederrhein auf den Autobahnen beobachte, wie sich Audi Q 7, VW Touareg etc mit weit über 200 km/h durch den Wind stemmen, als gäbe es kein Morgen, frage ich mich, ob der Sprit noch zu billig ist.
Und nein, wir verwenden das Geld eben nicht dafür, eine nicht unerhebliche Anzahl von im Prinzip nachrüstbaren Fahrzeugen durch die Einführung einer äußerst fragwürdigen Aufkleberaktion zu Umwegen zu zwingen, die das Gegenteil des propagierten Zieles bewirken, nämlich weitere, durch Unterlassen diesen Blödsinns vermeidbare Abgasbelastung. Dann müssten wir ja mit Steuermitteln die Einschränkung der Reisefreiheit fördern, an den Bestandsschutz gehen und teilweise enteignen. Das wäre kaum zum Wohle des Volkes und darf somit auch nicht mit Steuermitteln gemacht werden (oder liege ich falsch?)
Vielleicht denken wir noch drüber nach, spritsparende Fahrzeuge erheblich mehr als bisher steuerlich zu fördern und im Gegenzug dafür von mir aus bei den Spritschleudern noch´n geschmeidiges Häppchen draufzulegen.
Man kann sich an diesem Thema, verglichen mit der aufgezwungenen Realität, wirklich heißlaufen. Es ist aber auch zum Haareraufen, was da von der Obrigkeit mitunter beschlossen wird. Ich stehe nach wie vor dazu, dass man nicht immer alles nur als gegeben hinnehmen und schlucken sollte. Dinge, die sich bei näherer Betrachtung als nicht nützlicher Unsinn erweisen, sollte man nicht ohne weiteres akzeptieren. Da schmeißt man solche Verordnungen unters Volk, die nützen nix und garnix, kosten dafür aber Millionen und man hält hartnäckig daran fest, während man z.B. im Hamburger Hafen den ganzen Driss auch noch selbst ad absurdum führt? Tolles Kino! Mal sehen, was als nächstes kommt.

Euer kleines Schaschili

hockeyref am 16 Jul 2009 15:47:31

@ Heiner

Du hast geschrieben

Da könnte man so manches Mal "auf der Sau nausreiten" wie der Schwabe sagt. Wir haben nun mal die Volksvertreter die wir verdienen, wir haben sie gewählt, wenn wir was ändern wollen, müssen wir uns selbst zur Wahl stellen oder für die Leute kämpfen, die unsere Meinung vertreten.


Ich gebe Dir ja in manchem - allerdings nicht in allem - Recht.

Selbst zur Wahl stellen, ist ok, aber das ginge nur wenn man nicht die Ochsentour durcg die Parteien durchlaufen müsste.

Und was meinst Du, wieviel Wähler an den WoMo-Fahrern Interesse hätten.
Da fände ich eine schöne Demo nach Vorbild der Bauern mit ihren Traktoren doch viel interessanten, wenn die "ach so kompententen Politiker" ein wenig durch WoMos aufgehalten würden....

Seekater am 16 Jul 2009 15:56:27

wom hat geschrieben:.....Hamburg bastelt an einer Umweltzone für 2010 und wird mir verbieten,
danach da mit meinem „alten Stinker” hineinzufahren.
So ist das nunmal.

Gleichzeitig aber, so las ich gestern in der Süddeutschen Zeitung, sogar auf der Seite 3, wird ein neues Kreuzfahrt-Terminal erbaut. ........
.....
Hamburg freut sich also auf den momentanen Ausstoßwert von 50 000 (pro Schiff pro Stunde) x 12 (Stunden) x 50 (Schiffe/Tage). Also auf einen Schadstoffausstoß, der 30 000 000 PKW bei 130kmh entspricht.
Erst dachte ich, der Journalist ist beim Tippen verrutscht, habe aber diese Angabe uch an anderer Stelle im Netz gefunden.


Hallo,

da bist Du der Presse mit deren "Betroffen-Machen fehlab aller Fakten" aber schön auf den Leim gegangen. Das ist weniger ein iuristisches Problem, sondern vielmehr ein technisches. Ich versuche mal etwas mehr Klarheit reinzubringen:

Nord- und Ostsee sind schon seit geraumer Zeit "Low-Emission-Zone", d.h. alle Schiffe müssen bei Einfahren in Nord- und Ostsee auf einen emissions-armen Brennstoff umstellen und dürfen nicht mehr den sonst üblichen Brennstoff (Schweroil, das ist eine Teer-ähnliche Pampe, die erst nach Erhitzen überhaupt flüssig wird) verwenden. Das heißt also: Hier müssen Tanks vergrößert werden, um die lange "Revierfahrt" durch die Nordsee überhaupt erst antreten zu können.
Auf Kraftfahrzeuge übertragen hieße das: Einbau eines speziellen "Innenstadt-Tanks".
Sicherlich kann man sagen: PKW-/LKW-Sprit ist schon seit langem auf einem Level, der weeeeeeeeeit besser ist als der Kraftstoff der Schiffe, sollen die doch ersteinmal…… richtig, doch würde dann unsere globale Wirtschaft ganz zusammenbrechen, 'ne Tonne Schweroil liegt im Cent-Bereich, 1000 l Diesel dagegen…….. Außerdem schneidet – unter Umweltaspekten – die Schiffahrt bei der Transportleistung keinesfalls schlecht ab: Die Gütermenge die mit dem grotten-schlechten Sprit befördert wird, ist eben je Tonne Sprit gewaltig viel höher als beim Straßenverkehr. Schon jetzt kann die Seeschiffahrt – gerade im Fall Hamburg – mehr transportieren, als im Hinterland überhaupt weg geschafft werden kann. Wenn, dann müßte man somit, Schiene, Straße und Binnenschiffahrt zusammen mit der Seeschiffahrt im Hamburger Hafen vergleichen.

Trotzdem sollte man 'was tun, damit – weltweit – die Emissionen der Schiffahrt zurückgehen. Ein erster Erfolg ist auch zu vermelden (ich glaube IMO International Maritime Organisation heißt der Staatenverbund): Die zulässigen Schwefelanteile im Schweroil wurden deutlich reduziert, was auch Umrüstungen an den Maschinen zur Folge hat.….. Leider gibt's ein paar Billigflaggen-Länder, die dabei nicht mitmachen, und dorthin werden dann alle Alt-Frachter ausgeflaggt, dessen Mashine den Schwefelarmen Sprit nicht ab kann …… Doch wie gesagt: Im Nord- und Ostseebereich, darf man damit sowieso nicht fahren.


Nun zum Fall des Kreuzfahrers mit der in HH am Kai laufenden Bordstromversorgung.
Dies ist ein technisches Problem, was noch nicht gelöst ist. Eine Initiative sah vor, Landanschlüsse (wie in Yachthäfen) vorzusehen und die Schiffe zu ZWINGEN dies zu nutzen. Ein jeglicher Diesel muß dann im Hafen abgestellt werden und der Stromanschluß von Land hergestellt werden. Dies erfordert zum einen eine heftige Infrastruktur, –ausreichend belastbare Stromanschlüssen am Kai + Entwicklung eines weltweiten Standards für den Anschluß. Das wäre ja noch (nach einer langen Übergangsfrist) bewältigbar. Jedoch sind die Strommengen, die gerade Kreuzfahrer "konsumieren" so groß, daß bei einer Landeinspeisung derart große Ausgleichströme durch's Wasser fließen, daß rund um's Schiff Elektrolyse des Wassers stattfindet und Bordwand/Ruder/Schiffschraube ähnlich wie bei der Kavitation angegriffen und zersetzt werden.
Hier ist weder für die notwendigen Investitionen an Land, noch die Technik noch deren Auswirkungen Lösungen in Sicht. Soweit ich weiß wurde das sogar vom Bund geförderte Projekt "Landstomversorgung bei Seeschiffen" eingestellt, eben weil keine Lösungen in Sicht sind.


Als Fazit kann man also sagen:
Die Reeder, die auf jedem Schiff, das die Nordsee anläuft, in Dieseltanks und Förderanlagen im Maschinenraum investieren "dürfen" (und zukünftig in Rußfilter-Anlagen) stöhnen genauso, wie WoMo-Eigner, die Filter nachrüsten müssen. Auch wenn Schiffe – vermeintlich – auf einem niedrigeren Umwelt-Niveau sind, ist der Schmutz je Tonne Transport-Gut trotzdem noch geringer als beim LKW.
Etwas anderes sind Kreuzfahrer: Das sind Luxusreisen, die nicht unbedingt mitten in einer sowieso belasteten Großstadt liegen müssen – doch was sind WoMos…. wohl auch überwiegen Luxusreisen………..



Schöne
Seekater

GeoHeiner am 16 Jul 2009 17:32:37

Seekater,
danke für deinen konstruktiven Beitrag weitab der Stammtischparolen !!
Finde ihn wirklich sehr gut !

schaschel am 16 Jul 2009 18:49:54

Da schließe ich mich an. Das erlaubt einen doch etwas größeren Blick über den Tellerrand hinaus. Ein lehrreicher Beitrag, der zeigt, dass es durchaus geeignete Bemühungen gibt, tatsächlich was für die Umwelt zu tun und nicht nur für´s Staatssäckel. Irgendwo hier im Forum habe ich von einem Mitglied gelesen, welcher für ca. 600 Eumark, glaube ich, hat nachrüsten lassen. Wenn das der Preis ist, den es kostet, die Umwelt zu entlasten, halte ich das sogar für eine angemessene Hausnummer. Gegen eine solche Nachrüstung, wenn sie denn wirklich etwas bringt, hätte ich auch für unsere 18jährige Schönheit nix einzuwenden.

-

Schaschel

LowCostDriver am 16 Jul 2009 20:24:05

Vielen Dank auch von mir.
Ein wirklich sehr konstruktives Posting und wirklich mal ein toller Denkanstoss :ja:

JoS am 16 Jul 2009 21:06:09

moin moin,
hartmut49 hat geschrieben:..." Wenn ich noch einmal, vor einer Berufswahl stände, ich würde Terrorist ! "
wer bildet denn aus u. wie sieht die Abschlussprüfung aus? BG

Seekater hat geschrieben:...Bordstromversorgung....technisches Problem, was noch nicht gelöst ist. ...Jedoch sind die Strommengen, die gerade Kreuzfahrer "konsumieren" so groß, daß bei einer Landeinspeisung derart große Ausgleichströme durch's Wasser fließen, daß rund um's Schiff Elektrolyse des Wassers stattfindet und Bordwand/Ruder/Schiffschraube ähnlich wie bei der Kavitation angegriffen und zersetzt werden.
Interessant. Hast du Quellenangabe o. findet man dazu irgendwo was im net?

Seekater am 16 Jul 2009 23:09:09

JoS hat geschrieben:
Seekater hat geschrieben:...Bordstromversorgung....technisches Problem, was noch nicht gelöst ist. ...Jedoch sind die Strommengen, die gerade Kreuzfahrer "konsumieren" so groß, daß bei einer Landeinspeisung derart große Ausgleichströme durch's Wasser fließen, daß rund um's Schiff Elektrolyse des Wassers stattfindet und Bordwand/Ruder/Schiffschraube ähnlich wie bei der Kavitation angegriffen und zersetzt werden.
Interessant. Hast du Quellenangabe o. findet man dazu irgendwo was im net?

aber klar doch läßt sich zum Thema einiges im Netz finden:
Das oben geschilderte technische Problem scheint mittlerweile gelöst zu sein mittels Trenntrafo's und einer "pseudo" Gleichspannungstrecke - erstaunlich bei Leistungen, die im MW-Bereich liegen:
--> Link

oder da:
--> Link
Demnach ist Lübeck/Travemünde bei Landanschlüssen schon sehr weit und auch in Hamburg - gerade beim Kreuzfahrtterminal - scheint sich einiges zu tun.


Eine gute Zusammenfassung zur gesamten Umweltproblematik bei Schiffen scheint mir auch --> Link

Info: Die letzten beiden Dokumente stammen vom "Germanischen Lloyd", was die deutsche Klassifizierungs- und Überwachungsgesellschaft für Seeschiffe ist, also der Schiffs-TÜV (was jedoch mehr ist als der TÜV beim Auto, denn durch die Klassifikation wird auch die Versicherungsprämie, die zulässige Ladungsmenge, das erlaubte Fahrtgebiet etc. beeinflußt)

Schöne
Seekater

wom am 17 Jul 2009 16:31:48

Seekater hat geschrieben: da bist Du der Presse mit deren "Betroffen-Machen fehlab aller Fakten" aber schön auf den Leim gegangen.


Ja ja, die Süddeutsche ist wohl auch nicht mehr das, was sie mal war ......

wom am 17 Jul 2009 17:28:14

schaschel hat geschrieben: welcher für ca. 600 Eumark, glaube ich, hat nachrüsten lassen.


Ducato mit 1,9 D, da gibt es einfach nix ausser Sentimentalität.
Und wenn es was Gutes und Teures gäbe, dann ist die Frage,
wann Euro 4 durch Euro 5 oder Euro 27 abgelöst wird.
Das steht in der Glaskugel.

Also gehöre ich zur Randgruppe
derjenigen (Alt-) Wohnmobilfahrer, die sich halt
mehr oder weniger einschränken müssen.

So wie die Randgruppe
der Besitzer von Hunden mit mehr als 40cm Rückenhöhe,
in Bundesländern mit Leinenzwang.

Oder die Randgruppe der Raucher.

Oder die Mega-Randgruppe
der rauchenden Wohnmobilfahrer mit Hund
:wink:

JoS am 17 Jul 2009 23:25:46

Hallo Seekater,
besten Dank für links!
Bin schon neugierig mehr über die techn. Hintergründe zu lernen!

HaraldF am 18 Jul 2009 21:45:10

Eine Tatsache wurde in diesem Zusammenhang noch vernachlässigt :
Gleichzeitig zur geplanten Umweltzone baut Vattenfall in Hamburg nach Genehmigung durch die Grüne Umweltministerin ( die vor der Wahl Stein und Bein schwor, kein Kohlekraftwerk zuzulassen ) ein riesiges Kohlekraftwerk, daß den CO2 Gehalt der Luft über Hamburg um jährlich 9,2 Mio to CO2 erhöht. Und wir sollen mit Plaketten rumfahren ?
Die haben den Schuß nicht gehört !
Die Umweltzone wird nach Plänen der CDU ab dem Ring 2 Richtung Innenstadt gelten , das heißt ab Fuhlsbüttel / Wandsbek etc für z.B. meinen alten Benziner ( der keinen Feinstaub emittiert und 5 LTZR auf 100 km braucht ) gesperrt sein. Bin mal gespannt , was dann mit dem LKW-Hafenverkehr auf der Willi-Brandt-Straße und in Altona passiert ?!?
Das Chaos ist vorprogrammiert.
Da ich sowieso immer im Parkhaus parke, werde ich diese Plaketten sch... ignorieren. Mal sehen, wer die Plakettenarie kontrollieren will ...

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