Ganz klares JA
An dieser Stelle möchte ich mal ein gaaaaaaanz dickes Lob an die RMV und deren Vertragspartner KRAVAG aussprechen.
Wir sind dort seit 2007 mit dem eigenen Mobil versichert und brauchten nun zum ersten Mal Hilfe, aber richtig.
Was war passiert?
Nun, wir kommen gerade aus einem 2- wöchigen Urlaub in Südfrankreich wieder nach Hause.
An der Cote und in der Provence haben wir mehrfach Stellungswechsel vollzogen, einer davon führte uns auf dem Campingplatz "des Mures".
Wir hatten bereits ein paar Tage zuvor dort übernachtet.
Zwar nicht schön, aber mit ACSI zweckmässig und zu Fuss ist man recht schnell im (besonders Abends!) beschaulichen Port Grimaud.
Wir wollten an diesem Tag eigentlich zuerst woanders hinfahren (hinter Saint-Tropez, ein kleiner Ort), dort waren aber bereits beide CPs ausgebucht und voll.
Naja, dann eben wie gesagt zurück über die nervenaufreibende Küstenstraße und ab zum CP.
Freudig angekommen und gefragt, ob wir unsere alte Parzelle 305 wiederhaben können.
Aber Pech, leider schon belegt :(
Egal, dann eben die daneben (304).
Wir also auf den Platz raufgefahren, dummerweise hab ich vergessen, dass dort ein fetter Baum mittig auf der Parzelle steht.
Hmm, kurz überlegt und dann die Idee: Wir fahren quer und nicht länges zu Parzelle.
Wird zwar knapp, müsste aber passen.
Wir waren schon drin in der Parzelle, da wollte ich nochmals kurz korrigieren.
Ich dachte, Anja schaut noch hinten, Anja dachte, ich ziehe vorwärts.
Naja, dann ist es passiert, ich hab den ausgeklappen Radträger in das auf 305 stehende Wohnmobil gerammt :oops:
Die Geschädigten, ein französisches Pärchen, waren nicht besonders begeistert, zu allem Überfluss sprachen die auch kein Wort Englisch (Deutsch schon gar nicht).
Mangelnde Verständigung und mein gebrochenes Französisch führte dann schnell zu Meinungsverschiedenheiten und fast wurde der Franzose, der mir körperlich überlegen war, handgreiflich.
Das Problem (soviel hab ich verstanden) war aus seiner Sicht, dass er nicht darauf warten wollte, bis irgendeine Versicherung den Schaden bezahlt, obwohl ich ja vollumfänglich zugegeben hab, dass ich schuld bin und meine Versicherung das bezahlen wird.
Aber das war ihm nicht genug, er wollte Bargeld, im Voraus, sofort. :!:
Das wollte ich ihm aus verständlichen Gründen nicht geben und wie gesagt, gepaart mit nur bruchstückhafter Verständigung, führte dann ein Wort zum anderen.
Man ist in solchen Momenten erstmal wie vor den Kopf gestossen und weiß gar nicht, was man machen soll.
Ich hab dann erstmal den ADAC angerufen, der konnte mir aber nicht helfen, weil ich ja an meinem Wohni keinen Schaden habe.
Unser Radträger war unbeschädigt, unser Wohni ja komplett in Ordnung.
Sein Wohnmobil allerdings hatte eine Druckstelle in der Klo- Servicetüre vom Gummipuffer und die Bremse von Anjas Rad hat eine Schramme in die Seite gedrückt.
Kaum der Rede wert, aber natürlich ein sichtbarer Schaden an einem (ausgerechnet!) wohl recht neuem und bis dahin makellosen Wohnmobil.
Ich hab schon verstanden, dass der ein wenig mutzig war, aber gleich handgreiflich werden??? :nixweiss:
Was das nun mit der KRAVAG zu tun hat:
Nun, ich hab dann irgendwann auch (richtigerweise) meinen Versicherer angerufen und den Sachverhalt erklärt.
Die Hotline war so lieb, mich sogleich zu einem Schadenbearbeiter durchzustellen, der sich mit Schäden im Ausland auskannte.
Dieser hat dann die entsprechenden Kontaktdaten des Ageneten in Frankreich rausgesucht und den Schaden aufgenommen.
Mit den französischen Kontaktdaten hat dann die Dame des franz. Pärchens diesen Agenten angerufen und dieser hat die Dame erstmal beruhigt und gemeint, dass besonders die KRAVAG dafür bekannt wäre, dass es (bei klarer Schuldfrage) wenig Probleme gäbe.
Puh, das war doch schonmal ein Wort!
Aber wie können wir nun diesem Agenten klar machen, dass die KRAVAG diesen Schaden in meinem Auftrag bestätigen wird? Immerhin muss seitens der KRAVAG ja beim frz. Agenten auch eine Schadenübernahmeerklärung vorliegen, sonst nützt der beste Leumund nichts...
Zwischenzeitlich hatte Anja auch eine Camperin auf dem Platz gefunden, die Deutsch und Französisch sprach.
Damit klappte es dann endlich auch ein wenig besser mit der gegenseitigen Verständigung.
Es stellte sich heraus, dass der Franzose große Sorge hatte, dass er auf seinem Schaden sitzen bleiben würde, da insbesondere auf Privatgelände (wie ein CP) es schnell zu Problemen mit der Versicherung in Frankreich gäbe.
Aber auch er war sichtlich beeindruckt, dass dieser französische Agent der KRAVAG so schnell mitgeteilt hat, dass er nur fix die Schadenmeldung aus Deutschland brauche, dann könne er schon seinen Schaden geltend machen.
Die Sache zog sich aber dann doch noch ein wenig (besonders das Ausfüllen des europ. Unfallbereichtes), bis wir später am Abend dann endlich die Verhandlungen auf den nächsten Tag vertagt haben.
Erstmal eine Nacht drüber schlafen und gegenseitig zur Ruhe kommen...
Dann, am nächsten Tag, hab ich gleich morgens erneut mit dem Agenten der KRAVAG telefoniert.
Ich hatte mir vom Sachbearbeiter Schaden sogleich die Kontaktdaten des Sachbearbeiters Frankreich, ein Herr W., geben lassen, der am Nachmittag zuvor (wo der Schaden passiert war) leider nicht mehr im Haus war.
Ihm schilderte ich am folgenden Morgen den ganzen Sachverhalt und Herr W. reagierte erstmal total professionell und fragte ruhig und besonnen, ob es wirklich keinen Zweifel an der Schuldfrage gäbe.
Find ich schonmal gut, dass man zuerstmal an mich als Kunden denkt.
Aber wie gesagt, es gibt daran nichts zu rütteln. Der stand auf seiner Parzelle, wir haben beim Rückwärtsfahren Mist gebaut.
Herr W. erklärte sich dann spontan bereit mit dem geschädigten zu telefonieren, da er sehr gut französisch sprach!
Es folgte ein langes Telefonat mit der französischen Dame (der Mann war noch immer ein wenig aufgebracht) und am Ende hatte Herr W. es irgendwie geschafft, dass die Dame sogar wieder lachen konnte.
Da war ich froh :)
Ich hab dann wieder mit Herrn W. gesprochen und er hat mir erklärt, dass die Schadenübernahmeerklärung an den französischen Agenten schon auf dem Weg wäre, er hätte sich dem Sachverhalt sofort angenommen und damit das französische Pärchen auf jeden Fall beruhigt wird und ich keine Sorge mehr haben bräuchte, würde die Dame innerhalb der nächsten Stunde einen Anruf des französischen Agenten bekommen, der mit ihr dann die Abwicklung besprechen würde.
Wow, da war ich echt beeindruckt!
Am Ende war dann auch das französische Pärchen echt beindruckt, dass sie tatsächlich, nur wenige Stunden nach unserem "Stubser" Kontakt mit einem französischen Ansprechpartner mit französischer Adresse hatten, die sich ihres Schadens angenommen haben und an den sie sich wenden konnten.
Am Ende hat sogar, nachdem ich mich nochmals mehrfach für das Missgeschick entschuldigt hab, sogar auch der gestern noch so aufgebrachte Franzose wieder gelacht.
Ich hab auch noch Bilder, die liefere ich noch nach, wir sind gerade erst wieder nach Hause gekommen, ich wollte nur schnell die ersten Urlaubserlebnisse mit euch teilen... :wink:
Lieben
Björn

