Hallo, habe mich bzgl. "On Board Diagnosis" ein wenig kundig gemacht u. will das Wenige, was ich ermittelt u. ausprobiert habe, den Kameraden(innen) einigermassen mitteilen.
OBD-2 ist eine genormte Schnittstellen/Protokoll-Kombination für Abgas-relevante Motor-Steuergeräte, die auslesbare Fehlerspeicher haben. Für Benzin-PKW seit 2000 gesetzlich vorgeschrieben, f. Diesel-PKW seit 2003 u. für LKW seit 2005.
Hardwareseitig findet sich eine genormte 16-polige Buchse in 1m Umkreis v. Fahrer. Beim 244 etwas linkslich v. Steuer u. mit kl. Deckel abgedeckt, welcher ohne Werkzeug entfernbar sein muss. Die Buchse ist dann noch mit Gummikappe an Bendel abgedeckt, geht rel. schwer v. Buchse v. oben n. unten ab.
Softwareseitig gibt es Datenübertragungsprotokolle, beim 244er JTD ISO 9141-2 , bei den 250er ab `07 ISO 14230-4. Es gibt noch weitere 6-8 Protokolle (einschl. Can-Bus), die v. anderen Herstellern benutzt werden. Dazu gibt`s im Stecker versch. Pins. 4 u. 5 sind Masse, 16 ist Bordspannung. Wichtig f. unsere Fiat Protokolle ist Pin 7 = K-Line, gut aber nicht unbedingt erforderlich f. ISO ist 15= L-Line. Der Vollständigkeit halber 6 u. 14 ist CAN-H(igh) bzw. CAN-L(ow) 2 u. 10 gehören zu Protokollen mit PWM+ bzw. PWM- (Pulsweitenmodulation).Die übrigen Pins sind firmenspezifisch.
Genug der Theorie. Wie geht`s in der Praxis?
Das mitgel. Kabel(versch. Stecker je n. Fabrikat) in Gerät, der OBD-II in Fiat bei ausgeschalteter "Zündung". Danach Zündung an oder Motor starten, je nach Gerät. Dieses probiert dann auf "Auto" nun die Protokolle durch, klinkt sich ein u. zeigt auf d. Display das Gefundene. Danach kommt autom. oder durch Tastendruck, nachdem das Gerät den Fehlerspeicher ausgelesen hat, der wichtigste Bildschirm, nämlich ob Fehler oder nicht.
Alle zeigen MIL=Malfunction Indicating Light on or off; eigentlich Blödsinn, denn ich sehe ja das Licht im Armaturenbrett. Aber doch sinnvoll, ich sehe wenn`s aus ist, ob es zeitweilig irgend einmal an war u. dieses gespeichert wurde. Bei letzteterem sollte ich dann aber einen Fehler sehen! Und damit sind wir bei den
DTC= Diagnostic Trouble Codes. Diese sind die Fehleridentifikationnummern, muss aus Liste ausgelesen werden oder werden bei einigen Geräten im Klartext angezeigt. Das Triebwerk betreffende Fehler fangen mit P für Powertrain an, es gibt noch B=Body, C=Chassis, U= Network. Es folgt dann eine vierziffrige Zahl. Die ersten bd. ziffern ergeben den Code Typ u. das Subsystem, die letzten 2 dann den spezifizierten Fehler.
Z.B. bedeutet P0230 Kraftst.-Pumpe Primär-Schaltkreis Fehlfkt., P0231 Kraftst.-Pumpe Sekundär Schaltkreis zu niedrig. Turbolader geht v.P0235 bis P0250, Einspritzpumpe v.P0251 bis P0260. Als mein Einspritzdüsenstecker an Zyl. 4 hinüber war, wurde P0270 gemeldet mit P0304 = Zyl.4 Fehlzündung.
Als weitere Angabe kann bei einer Ausführung die Anzahl der ECU angegeben sein, bei anderen Misfire Mon,Fuel Sys Monitor, Comp.Component usw..
Ordentliche Geräte kosten zw. 90 u. 150 €, meistens in China hergestellt. Eines (mein Geniscan)hat sich mittlerweile trotz guter Behandl. verabschiedet, das gleichalte in Dtschl. montierte Gerät funktioniert, kann aber nur ISO 9141-2. Schaut mal unter U 581, kann auch das andere ISO v. 250er, geht aber nicht bei VW. U 585 kann wohl alles.
Ich weise nochmals drauf hin, dass das ganze primär um das Triebwerk geht, andere Funktionen wie CAN-Bus usw. können funktiomieren, müssen nicht, da die Hersteller versuchen, so inkompatibel wie möglich zu sein. Haben halt vieles, was nicht genormt ist, auf die firmenspez. Pins gesetzt. Ich habe nur das wichtigste dargestellt, die Geräte können meist verwirrend mehr Funktionen. Richi

