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Die Überschwemmung in Südfrankreich - ein Opfer berichtet


fixundroxi am 27 Jun 2010 12:15:21

Liebe WOMO-Freunde,

zu den dramatischen Ereignissen der Jahrhundertflut an der Cote d’ Azur diesmal berichtet ein WOMO-Freund, der nicht soviel Glück hatte. Ich möchte eine kurze chronologische Rückschau der Ereignisse geben:

11.6.: (Endlich) Abholung unseres neuen Laika X595R
12.6.: Abfahrt in den Urlaub Richtung Südfrankreich
13.6. (17.00 ): Ankunft Camping Etoile d’Argens (bei Frejus, ca. 3 km vom Meer entfernt)
14.6.: halbwegs schöner Tag, rd. 2 h am Meer verbracht (dabei das schöne Flüsslein Argens mit unserem Grabner-Kanu rauf- und wieder runter gepaddelt). Man kann es aber jetzt schon sagen: Das neue Fahrzeug ist einfach Superklasse (Fahrkomfort, Ausstattung , Design)! Wir sind rundum zufrieden.
15.6. (10.00 ) starke Regenfälle mit Sturmböen
15.6. (12.00 ) Regenpause, kleine Radtour in der näheren Umgebenung unternommen. Die dunklen Wolken in den nahen Bergen wirken sehr bedrohlich
15.6. (14.00 ) weitere nervige Regenschauer mit Sturmböen
15.6. (16.00 ) Ein Nachbar sammelt die Reste seiner Markise ein (die Mühe hätte er sich eigentlich sparen können...)
15.6. (18.00 ) Regenpause. Der sonst ruhige Fluß zeigt bereits eine starke Strömung und braune Färbung. Jede Mengen Treibholz und und Pflanzen schwimmen vorbei. Fotos werden gemacht (jetzt wissen wir’s natürlich besser, was man in solch einer Situation unternehmen sollte)
15.6. (19.00 ) Verzeifelte Versuche, einige an der Argens vertäute Boote zu retten (die sind wohl trotzdem allesamt im Meer gelandet)
15.6. (22.00 ) Weitere starke Schauer setzen ein. Das Wasser der Argens steigt, pro h wird mind. eine Stufe genommen!
15.6. (23.00 ) Aufgrund meiner Bedenken wird uns von der Leitung ein etwas erhöhter Parkplatz nahe der Rezeption zugewiesen. Dorthin flüchten wir uns, in dem festen Glauben dort einigermaßen sicher zu sein.
16.6. (3.30 ) Alarm wird ausgelöst. Ich wecke meine Frau, sie soll die wichtigen Dinge packen und sich zur nahe gelegen Rezeption begeben. Wasser strömt knietief den Hauptweg herunter, aber es sieht noch nicht dramatisch aus. Ich wate rd. 600m zurück zu unserer Pazelle, um die restlichen Dinge zu bergen ( wir haben ja ein Boot).
16.6. (3.40 ) Platz erreicht, Stühle, Tisch, Sonnendach, Fahrräder, Kabeltrommel etc. in das Boot geladen und auf den Rückweg gemacht. Gerade fällt der Strom aus.
16.6. (3.50 ) Wie hat sich die Lage verändert! Überflutete Autos blockieren den Hauptweg, man kommt kaum noch vorbei. Irgendwo hupt ständig eine Alarmanlage. Der ganze Campingplatz verwandelt sich in einen See!
16.6. (3.55 ) Erreiche das Fahrzeug, meine Frau ist bereits zur Rezeption geflüchtet. Gerade schwappt das trübe Wasser über die Türschwelle in unser schönes neues Auto – welch ein Jammer. Es bleibt nur noch Zeit, das Boot zu vertäuen und die Flucht zu ergreifen – barfuss, mit Jogginghose, ärmelloses Shirt und Jacke.
16.6. (4.00 ) Wiedersehen mit Frau an der Rezeption, alle müssen nach oben auf die Terrasse. Leider haben wir kein Handy mitgenommen.
16.6. (4.30 ) Es regnet weiter, die Menschen drängen sich wie die Pinguine unter das Dach und wärmen sich gegenseitig.
16.6. (5.30 ) Höhepunkt der Flut erreicht. Zum Glück hört der Regen auf.
16.6. (8.00 ) Jetzt scheint auch die Sonne. Überall kreisen Hubschrauber. Zuerst werden die Menschen gerettet, die es nicht zur Rezeption geschafft haben und auf dem Dach ihres Wohnwagens/Wohnmobils ausharren. Nun wird auch das wahre Ausmaß der Flut sichtbar – rings um uns treiben Wohnwagen vorbei, überall nur Wasser. Auf dem Platz steht das Wasser rd. 2m hoch. Man staunt, wie ruhig und diszipliniert sich alle verhalten. Aus der überfluteten Bar werden sämtliche Vorräte verteilt (Eis, Toast, diverse Getränke).
16.6 (10.00 ) Jetzt beginnen auch die Rettungsaktivitäten bei uns. Fast im Minutentakt trifft ein Hubschrauber ein.
16.6. (11.00 ) Ein Irrer versucht zu seinem Fahrzeug zu tauchen und wird per Hubschrauber-Sonde geborgen.
16.6. (12.00 ) Jetzt sind wir dran und steigen in den Hubschrauber.
16.6. (12.15 ) Erste Aufnahmestation (wohl an einer Schule). Froh, auf Anhieb in den dargebotenen Kleidern passende Turnschuhe, Hose und T-Shirt gefunden zu haben.
16.6. (12.45 ) Weitertransport zu einer Sporthalle. Erledigung der Aufnahmeformalitäten, Wasser und Baguettes mit etwas Schinken werden gereicht (und jede Menge Kekse).
16.6 (13.45) Es ist unerträglich heiß und laut in der Turnhalle, natürlich sind auch die sanitären Bedingungen völlig unzureichend. Die Helfer sind bemüht, wirken mit der Situation aber völlig überfordert.
16.6. (15.00) Froh, wenigstens den ADAC-Notdienst verständigt zu haben.
16.6. (17.00) Haben jetzt auch ein Apartment gefunden. Vermutlich war es nur deshalb zu haben, weil hier kaum jemand freiwillig seinen Urlaub verbringen würde.
16.6. (18.00) Schau noch mal in der Turnhalle vorbei. Um die Holländer kümmert sich jemand von der Botschaft und erledigt alles Notwendige. Wir Deutsche können sehen wo wir bleiben…Für morgen soll ein Bustransfer zum Campingplatz organisiert werden.
17.6. (9.00) Aus dem Bustransfer wird nichts. Mache mich zu Fuß auf den Weg (rd. 7,5 km) – man hat ja Zeit…meine Frau verbringt den Tag im Hotel.
17.6. (10.30) Erreiche tatsächlich den Campingplatz. Mußte auf dem Weg dorthin rd. 1 km durch knietiefes Wasser waten. Hier herrscht bereits hektisches Treiben, erste Aufräumarbeiten im Gange. Überall tote Schafe!
17.6. (10.35) Bin am Auto. Alle Türen verschlossen bzw. verklempt (habe natürlich keinen Autoschlüssel dabei), aber zum Glück ist ein Fenster offen. Danach großes Aufatmen: Alle Oberschränke + Bett trocken! Ein dicke Schlammschicht bedeckt alles, wohin die Flut gedrungen ist. Auch das Boot hat seine Position gehalten, ist allerdings umgekippt (hatte zu knapp vertäut) und hat seine Fracht verstreut (es ist aber noch alles da!).
17.6. (10.45) Das Handy ist gefunden und funktioniert! Alle Wertsachen + Kamera unversehrt!
17.6. (16.30) Alles Nasse aus dem Auto entfernt und erstmal auf den großen Haufen geworfen. Grob und im Rahmen der Möglichkeiten das Auto vom Schlamm befreit.
17.6. (17.30) Zurück am Hotel, meine Frau ist mit den Nerven am Ende.
18.6. (10.00) Diesmal kann uns jemand in die Nähe des Campingplatzes bringen, und meine Frau kommt mit. Wir freunden uns mit einem ebenfalls betroffenen Pärchen an, das im gleichen Hotel untergebracht ist (und ebenfalls auf dem gleichen Platz gezeltet hat, Ankunft am 15.6.!).
18.6. (16.00) Alle Sachen gereinigt und wieder im Auto untergebracht. Diverses musste aussortiert werden. Wir gehen mit einer großen Tasche zurück zum vereinbarten Treffpunkt und werden dort von unseren neuen Freunden abgeholt.
18.6. (16.30) Beim Bürgermeisteramt Flutopfer-Bescheinigung ausstellen lassen (kann ev. wichtig sein)
18.6. (17.00) Die Heimkehr ist organisiert. Der ADAC stellt uns einen Mietwagen zur Verfügung.
18.6. (20.00) Abendessen und Plausch mit unseren neuen Freunden.
19.9. (8.30) Wir verlassen das Hotel, ein Taxi bringt uns zu dem Ort wo der Mietwagen bereitsteht (rd. 40 km entfernt, Richtung Toulon)
19.9. (9.00) Der Taxifahrer hat Probleme, die Mietstation zu finden, aber nach einigen Telefonaten hat es geklappt.
19.9 (9.30) Übergabe des Mietwagens (Kia Carenne)
19.9. (11.30) Sind erneut am Campingplatz.
19.9. (13.30) Fahrräder, Boot und diverse Kleidung in den Mietwagen transportiert – der ist jetzt gerammelt voll. Abfahrt nach Hause!
20.9. (20.30) Willkommen daheim!
Bis dato: Gespräche mit ADAC, Versicherung etc. Unsere neuen Freunde kamen am Freitag kurz zu Besuch vorbei. Ein Termin für den Rücktransport (das Fahrzeug soll auf jeden Fall zurückgebracht werden, vermutlich das einzige auf dem ganzen Campingplatz) ist noch nicht in Sicht, und solange kann unsere Versicherung nicht tätig werden. Beim Händler bereits ein neues Fahrzeug aus der laufenden Produktion gesichert (vielleicht wird das noch bis Ende Juli).
Allen denen man diese Story erzählt sind völlig fassungslos, man kann es selbst kaum glauben.
Unser Mitgefühl gilt den Opfern + Angehörige und natürlich denen, die es noch schlimmer getroffen hat als uns.
Michael und Anna

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Molle1 am 27 Jun 2010 12:35:57

Hallo
Mein Mitgefühl!
Was mich Interessieren würde. Wer bezahlt denn eigentlich den Schaden an eurem Womo?
Vermute mal ihr habt Vollkasko die werden dann bezahlen. Wenn aber jemand wie wir Teilkasko haben?????
Ist ein erlebniss für die Ewigkeit. Uns hat mal der Bora volle Breitseite nachts um 2 Uhr erwischt. Seitdem Panik bei jedem Lüftchen. Das sitzt einfach im Kopf fest.
Wünsche euch alles gute.
Reinhard

Campoverde am 27 Jun 2010 12:42:58

Hallo,

Da habt ihr ja noch Glück im Unglück gehabt. Ich hoffe, dass alles für Euch gut ausgeht, Versicherung, neues Fahrzeug und so weiter. Für die Zukunft wünsche ich Euch nur noch Gutes.
Wenn man das alles so bedenkt, darf man noch noch auf einer Anhöhe sich aufhalten und nicht in der Nähe des Meeres oder eines Flusses, aber macht man das?
Alles Gute.


Heinz-Campoverde

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pilote600 am 27 Jun 2010 12:54:38

Campoverde hat geschrieben:Hallo,

Da habt ihr ja noch Glück im Unglück gehabt. Ich hoffe, dass alles für Euch gut ausgeht, Versicherung, neues Fahrzeug und so weiter. Für die Zukunft wünsche ich Euch nur noch Gutes.
Wenn man das alles so bedenkt, darf man noch noch auf einer Anhöhe sich aufhalten und nicht in der Nähe des Meeres oder eines Flusses, aber macht man das?
Alles Gute.


Heinz-Campoverde


Und oben toben die Stürme, und die Kälte....

Aber erst mal Mitgefühl an die betroffenen, wünsche ich niemand so was.

Denoch, das ist das Leben, "No Risk, no fun"

maxe am 27 Jun 2010 13:46:56

Wahnsinn, danke für die Schilderungen, so kann man sich das gut vorstellen.
Wir haben mal so etwas ähnliches am Lago Maggiore erlebt, konnten aber noch rechtzeitig flüchten.
Da sieht man mal wieder was Wasser für eine Kraft hat, schlimm.
Ich wünsche euch das die Versicherung keine Probleme macht und ihr wieder viel Freude mit dem nächsten Wohnmobil habt.

Tipsel am 27 Jun 2010 13:49:06

Habs gerade zweimal durchgelesen und hab immernoch Gänsehaut. Schreckliches Erlebnis.

Da habt ihr aber nochmal gewaltiges Glück im Unglück gehabt.

Ich drück alle Daumen, dass die Sache versicherungsrechtlich glatt über die Bühne geht und ihr mit dem Neuen Glück habt und nicht bei jedem Regen aus dem Schlaf hochschreckt. So ein Erlebnis reicht für den Rest des Lebens.

al am 27 Jun 2010 19:23:07

bedankt für die schilderungen. puh, liest sich, als sei man dabei, denn die bilder des franz. tv hat man ja noch im kopf.

wünsch euch viel glück, das die sache für euch so gut und so einfach wie möglich ausgeht.

Beduin am 27 Jun 2010 19:25:51

Absolut gruaessilg was euch da passiert ist. Wünsche euch auch das mit dem neuen Womo und eueren Ängsten alles ins Lot kommt.

fixundroxi am 27 Jun 2010 22:47:29

Molle1 hat geschrieben:Hallo
Mein Mitgefühl!
Was mich Interessieren würde. Wer bezahlt denn eigentlich den Schaden an eurem Womo?
Vermute mal ihr habt Vollkasko die werden dann bezahlen. Wenn aber jemand wie wir Teilkasko haben?????
Ist ein erlebniss für die Ewigkeit. Uns hat mal der Bora volle Breitseite nachts um 2 Uhr erwischt. Seitdem Panik bei jedem Lüftchen. Das sitzt einfach im Kopf fest.
Wünsche euch alles gute.
Reinhard


Hallo Reinhard,

diese Frage ist schon geklärt, in unserem Fall die Teilkasko. Siehe auch beiliegende Versicherungsbedingungen.

Vielen Dank für die guten Wünsche
Michael

fixundroxi am 07 Aug 2010 22:37:32

Liebe WOMO-Freunde,

es ist an der Zeit, dass das Flutopfer vom weiteren Fortgang der Ereignisse berichtet:
21.6. Beim Händler angerufen, der uns spontan jegliche Unterstützung zugesichert hat
21.6. Persönlich bei meiner Versicherung erschienen und dort gleich das Schadensformular ausgefüllt und eingereicht
24.6. Neuen Laika aus der laufenden Produktion gesichert und 5.000 Euro angezahlt (von dem Modell X595R war tatsächlich nur einer verfügbar…). Der neu bestellte Wagen verfügt allerdings über den stärkeren Motor (116 KW statt 96 KW) – ich denke da kann man mit leben…ansonsten fast alles wie beim alten.
29.6. Gehe heute wieder arbeiten, Urlaub um 4 Tage verkürzt. Die Kollegen sind fassungslos und sprechen einem Mut zu. Man selbst sieht das eigentlich schon mit einem gewissen Humor.
5.7. Chaos beim ADAC-Notdienst – man weis momentan nicht, wo sich mein Wohnmobil befindet! Habe mich beim Camping-Platz erkundigt, dort befindet es sich jedenfalls nicht mehr.
6.7. Der ADAC hat mein Wohnmobil wiedergefunden – man hatte einfach vergessen, die Bergung im Computer zu vermerken. Der ADAC hat einen möglichst baldigen Rücktransport nach Berlin zugesichert.
13.7. Heute ist das Fahrzeug wie von mir gewünscht bei meiner Händler-Werkstatt abgegeben worden. Nur leider ist dort momentan keiner, und freundlicherweise übernimmt eine benachbarte Fa. das Fahrzeug in Empfang. Es muß dort allerdings – mit nicht verschließbarer Beifahrertür – erstmal im Freien stehen.
15.7. Mein Händler ist zurück und kann das Fahrzeug übernehmen. Allerdings fehlen noch die seinerzeit in Frankreich hinterlegte Zulassung und Schlüsselsatz. Anruf beim ADAC, man würde Zulassung und Schlüssel nachschicken.
16.7. Nachricht vom Händler, dass mein neu bestelltes Fahrzeug nun fertig ist. Zur Abholung in Italien muß es allerdings voll bezahlt werden…kurzfristig entsprechenden (Überbrückungs-)Kredit besorgt und auf den Weg gebracht.
20.7. Besichtigung des (Alt)Fahrzeuges durch den Gutachter
26.7. Ich werde langsam unruhig – Zulassung und Schlüssel sind noch nicht bei mir eingetroffen (lt. Aussage am 20.7. abgeschickt)
28.7. Heute das Gutachten erhalten – im Prinzip alles in meinem Sinne, nur der Restwert (lt. Restwertbörse) ist unerwartet hoch: 19.000 Euro! Ich erhalte zusammen mit dem Gutachten eine Liste mit den Bietern der Restwertbörse mit Ablauftermin 14.8.
29.7. Endlich trifft das Paket mit Schlüssel und Zulassung für das Altfahrzeug ein - Absendetermin: 26.7.!
30.7. Der neu bestellte Wagen ist beim Händler eingetroffen.
2.8. Bin in der Händlerwerkstatt und räume die Habseligkeiten aus dem Altfahrzeug aus. Wie sich jetzt zeigt und nicht anders erwartet, wurde in das Fahrzeug eingebrochen und einige Dinge entwendet (Fernseher, Reciever).
3.8. Heute wurde mein Altfahrzeug gegen Bares verkauft. Leider ging das nicht ohne Stress ab, da der Restwertkäufer den gebotenen Preis dann doch nicht voll zahlen wollte. Mein Dank geht an meinen Händler, der mir diesen ganzen Sch… abgenommen hat! Meinen Unmut über dieses von den Versicherungen praktizierte Verfahren für Kasko-Geschädigte bringt wohl am besten meine mail an die Versicherung zum Ausdruck.:

„…als Anlage erhalten eine Kopie des Kaufvertrages. Leider konnte der Restwert lt. Verkaufbörse nicht ganz erzielt werden, da der Ankäufer die fehlenden Sitzkissen samt Bezügen moniert hatte - dies wäre aus der Ausschreibung nicht klar ersichtlich gewesen. Da mir der genaue Inhalt der Ausschreibung nicht bekannt ist (warum auch, ich darf ja den Wagen nur verkaufen), war es mir nicht möglich dieses Argument zu widerlegen. Ich kann aber bestätigen, daß die Sitzkissen seinerzeit am Ort des Geschehens zurückgeblieben sind. Ich stand nun vor der Wahl, ein reduziertes Angebot zu akzeptieren oder die Fa. XYZ wieder ziehen lassen. In Anbetracht der Tatsache, daß das nächst höhere Angebot keinen Mehrerlös gebracht und für mich einen völlig unzumutbaren Mehraufwand bedeutet hätte wurden dann dieser Kaufpreis akzeptiert. Ich bitte um Erstattung der Differenz von 500 Euro.

Bitte erlauben Sie mir an dieser Stelle einige Anmerkungen, ja meinen Unmut zu dieser Art des Verkaufverfahrens. Als traumatisiertes Opfer der Naturgewalten hat man eigentlich andere Sorgen und erwartet wenigstens eine reibungslose durch seine Versicherung - doch weit gefehlt! Ohne jedes Fingerspitzengefühl wird einem das Ergebnis aus einem Portal vorgeknallt nach dem Motto: So lieber Kunde nun mach mal schön das Inkasso für uns und sieh zu wie Du zu deinem Geld kommst - uns ist das viel zu lästig...Wissen Sie eigentlich wie das ist wenn man als Normalbürger in die Hände gewiefter Autohändler gerät? Und es geht in diesem Falle nicht gerade um wenig Geld...

Kurzum, ich bin mit diesem Verfahren, bei dem sich dubiose Restwertkäufer mit Höchstgeboten überbieten äußerst unzufrieden, ja schockiert. Es mag der Versicherung einen Maximalerlös bescheren, doch für den Kunden bedeutet es eine unzumutbare nervliche und organisatorische Belastung. Und haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, wie der Aufkäufer zu diesem hohen Preis das Auto vernünftig reparieren kann und dabei noch auf seine Kosten kommt? Mir tut der Erwerber meines einstmals schönen Autos jedenfalls jetzt schon leid...“

Auf jeden Fall werde ich in dieser Sache nicht klein beigeben und ggf. alle notwendigen rechtlichen Schritte einleiten.

Wie sieht nun die (vorläufige) Schadensbilanz aus?
Erstattung Versicherung (VS 53.000 Euro) inkl. MWST: 33.850
Erlöster Restwert: 18.500
Aufwand für das Altfahrzeug: -54.100
= Verlust für das Altfahrzeug -1.750
Mehraufwand für das Neufahrzeug (geschätzt)* -1.000
bereits getätigte Ersatzanschaffungen fürs Camping -400
Verlust diverser Kleidungsstücke vor Ort -300
bald notwendige Fahrradreparatur -250
Ausgaben vor Ort als direkte Folge der Flut -100
Diverse Handy-Telefonate -70
Gesamt: -3.870

* Der Mehraufwand beträgt tatsächlich 3.280 Euro. Dieser ist allerdings im wesentlichen durch den stärkeren Motor bedingt. Auf eine Dachreling habe ich dafür beim Neufahrzeug verzichtet (nur Leiter).

Kurzum, finanziell hätte es noch wesentlich schlimmer kommen können, und im Prinzip ist die Sache jetzt ausgestanden!

Die Abholung des Neufahrzeuges ist für den 16.8.2010 vorgesehen, bis dahin soll das gewünschte Zubehör weitgehend montiert sein. Am 19.8. soll es dann für rd. 3 Wochen in den nächsten Urlaub Richtung Toskana gehen.

Unser besonderer Dank gilt unserem Händler, der uns organisatorisch mit allen Kräften unterstützt hat.

Michael und Anna

donalfredo2 am 08 Aug 2010 09:44:30

Bei allem Schaden und dem dennoch guten Ausgang bei körperlicher Unversehrtheit wäre es im Sinne künftiger Fehlervermeidung schön, wenn du uns formlos den Namen deiner Versicherung mitteilen würdest.
Juristisch gesehen ist das völlig problemlos, wenn sich der Vorgang genauso abgespielt hat, wie du schilderst.

Schönen Dank

hast29 am 08 Aug 2010 10:55:06

Hallo,

schau mal in deine Hausratversicherungspolice.
Bei uns ist Diebstahl aus dem Womo mitversichert.
Da müsstest du eigentlich Kleidung, Reciver, TV abrechnen können.

fixundroxi am 08 Aug 2010 20:58:53

donalfredo2 hat geschrieben:Bei allem Schaden und dem dennoch guten Ausgang bei körperlicher Unversehrtheit wäre es im Sinne künftiger Fehlervermeidung schön, wenn du uns formlos den Namen deiner Versicherung mitteilen würdest.
Juristisch gesehen ist das völlig problemlos, wenn sich der Vorgang genauso abgespielt hat, wie du schilderst.

Schönen Dank


Hallo,

die Nennung von Namen möchte ich eigentlich grundsätzlich vermeiden, es sei denn der Moderator hat es ausdrücklich gestattet. Ich habe aber in den AGB's verschiedener Versicherungen nachgeschaut, die Kasko-Bedingungen sind sich da ziemlich ähnlich...eine andere Frage ist wie kulant sich die Versicherung in solchen Dingen verhält.


Michael

fuzzy am 08 Aug 2010 21:10:29

den Namen der Versicherung kann man ruhig nennen.
Obwohl sich mir der Sinn nicht ganz erschließt

fixundroxi am 08 Aug 2010 21:17:08

hast29 hat geschrieben:Hallo,

schau mal in deine Hausratversicherungspolice.
Bei uns ist Diebstahl aus dem Womo mitversichert.
Da müsstest du eigentlich Kleidung, Reciver, TV abrechnen können.


Hallo Sabine,

hier muß man verschiedene Dinge trennen. Der Diebstahl von fest mit dem Wohnmobil verbundenem Zubehör ist durch die Teilkasko abgedeckt (sofern man das Zubehör auch versichert hat, versteht sich). Das trifft in unserem Falle auf TV und Reciever zu, wobei sich keiner die Mühe gemacht hat zwischen unmittelbarem Flutschaden und späterem Diebstahl zu unterscheiden. Den Diebstahl von Kleidung, Fahrrädern, Camping-Möbeln etc. würde die Hausratversicherung abdecken, wobei hier je nach Vertrag Höchstgrenzen zu beachten sind. In unserem Fall ist aber keine Kleidung entwendet worden, sondern die Klamotten sind durch Überflutung völlig unbrauchbar geworden. Hierfür tritt unsere Hausratversicherung leider nicht ein, da wir Elementarschäden durch Überschwemmung nicht mitversichert hatten.

Viele
Michael

fixundroxi am 08 Aug 2010 21:22:30

fuzzy hat geschrieben:den Namen der Versicherung kann man ruhig nennen.
Obwohl sich mir der Sinn nicht ganz erschließt


Hallo Bernd,

vielen Dank für das schnelle Statement. Der Name meiner Kfz-Versicherung ist die HUK-Coburg.


Michael

jonathan am 27 Jan 2012 18:23:15

fixundroxi hat geschrieben:Liebe WOMO-Freunde,

zu den dramatischen Ereignissen der Jahrhundertflut an der Cote d’ Azur diesmal berichtet ein WOMO-Freund, der nicht soviel Glück hatte. Ich möchte eine kurze chronologische Rückschau der Ereignisse geben:

16.6. (18.00) Schau noch mal in der Turnhalle vorbei. Um die Holländer kümmert sich jemand von der Botschaft und erledigt alles Notwendige. Wir Deutsche können sehen wo wir bleiben…Für morgen soll ein Bustransfer zum Campingplatz organisiert werden.
a


Scheint ja wohl symptomatisch zu sein.... Jetzt, beim Untergang der Costa Concordia wurden übereinstimmenden Presseberichten und Fernsehen zufolge die Angehörigen anderer Nationen-und seien es nur wenige Passagiere gewesen- von deren Botschaften bzw. Mitarbeitern betreut. Nur von der deutschen Botschaft war scheinbar (für immerhin 500 Passagiere) keiner zu sehen...
Aber gedankt hat unser netter Aussenminister der Botschaft trotzdem mit markigen Worten--ich fasse es nicht
jonathan

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