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Alpen im September


pitb am 11 Okt 2010 16:30:44

Anbei mein Bericht meiner letzten Alpenfahrt. Habs unter Österreich eingestellt, obwohl
meine Ziele auch in D und in Italy waren. Aber als Ausgleich für das ganze Maut- und SP-Genöhle
tue ich dem Alpennachbarn mit Doppel-r einfach mal den Gefallen. :D

Es geht auf Mitte September - es ist Zeit für meine geplante größere Tour. Ende September habe ich einen
Termin im Land des Vizeweltmeister und im Oktober auch schon das eine oder andere Date. Und die
Wetterlage im Oktober - wer weiß das schon...

Ich habe frei vom 10.September ab. Das ist ein Freitag. Also mache ich mich gut gepackt - ist eh immer
alles drin - auf den Weg. Vormittag - halb11 - A3 - Nürnberg - A9 - noch vor dem großen Chaos umschiffe
ich München und verlasse die Autobahn so Höhe Bad Tölz. Da will ich hin und den Abend samt Nacht
verbringen. Aber an irgendeiner Ampel verdöse ich das Abbiegen und finde mich in Richtung
Tegernsee - Bad Wiessee. Wollt ich nicht hin aber warum nicht.

Im Orte selber kurzes Vervollständigen der Vorräte bei Tengelmanns. Dann wieder ab ins Mobil und
ein Plätzchen zum nächtigen gesucht. Der Ort selber hat einen SP, den ich zufällig finde, aufsuche und
- DSD - mangels Platz gleich wieder verlasse. Direket neben dem Pipi-Gulli (V/E) - nein Danke!

Etwas weiter südlich dieses Rentner-Eldorados finde ich an der an einem Bergchen gelegenen Kirche in ruhiges
Parkplätzchen. Rückwärts rein - und ab zu Fuß ins Örtle. Am See entlang - das Wetter ist noch etwas wolkig aber
die Aussichten sind gut - für die nächsten zwei Tage zumindest.

In fortgeschrittener Dunkelheit suche ich mein Mobil auf. Der Parkplatz ist nun voll - alles Einheimische - aus
der näheren Ferne vernehme ich das Ständchen eines Spielmannszuges. Na denn mal gute Nacht! Aber die
Glöckchenspielerei verstummt nach ca. ner halben Stunde und die Autos der Musiker verlassen nach und nach
den Parkplatz. Des Nachts gesellt sich ein Italienisches Großmobil neben mich. Muss tief in der Nacht
gekommen sein - habe nichts mitbekommen. Und als ich mich vor Achte auf den Weg mache und laut dieselnd
starte scheint die Besatzung immer noch tief zu schlummern. Arividerci!

Samstag (11.09): Ich steuere einen EDKA an - brauche noch das eineundandere. Mir fällt vieles erst nach
Verlassen eines Supermarktes ein. So auch gestern. Auf dem Parkplatz werde ich erst einmal Zeuge einer
sagen wir mal Schusseligkeit eines älteren Mitbürgers, offensichtlich ohne Migrationshintergrund. Tja - kann
passieren sprach das Gas zur Bremse. Ich berichtete an anderem Orte darüber.

Nun aber endgültig in die Berge. Via Kreuth gelange ich an einen kleinen Wanderparkplatz unterhalb des Buchsteins.
Aufstieg so 2h etwas verkündet ein Taferl. Allez hopp. In einer kleinen Karavane schraube ich mich den
bewaldeten Berg hinauf. Und weiter oben im sich lichtenden Wald hat es erste schöne Blicke:




So leicht oberhalb der Baumgrenze hat man zwei Möglichkeiten. Hinten rum - der Normalweg oder die
Felsroute - leichter Klettersteig mit Seil. Ich wähle letzteren Weg und schon bin ich zwar nicht alleine aber
die Zahl meiner Begleiter hat sich auf ca. ein Zehntel reduziert.Und es hat einen schönen Blick auf
die richtigen Klettersleut, welche sich an einem Vorgipfel veramüsieren:




Vom Gipfel hat man eine schöne Aussicht nach Süden - die Brandenberger Berge (manche sagen profan
Rofan) und westlich deroderdas Karwendel. Spektakulär wirkt die Hütte. Das Bier am Abgrund:



Hier oben ist es recht voll. Kein Wunder - es ist Wochenende und ich bin auf einem Münchner Hausberg.
Ich suche mir zur Erhohlung ein etwas abseitiges Plätzchen und lasse den Blick schweifen. In der ferne
der Achensee:




Mein einziger Besucher hier:




Den Abstieg gestalte ich etwas großzügig, erspare ich mir so doch die Voklsmassen. Gegen 16Uhr bin ich
wieder unten und setze nach ner Pause an der hier jungen Isar meine fahrt gen Süden fort.

Noch vor dem Achensee biege ich nach Steinbach am Rofan ab. ca 10 Kilometer führt mich eine gut
ausgebaute Straße in ein kleines Örtchen. Hier und dort eine Parkmöglichkeit - aber auch ein Schild:
Womo - nein Danke. Gern geschehen! Aber weiter hinten - Kirche, Gemeindesaal und Spielplatz - da hat
es einen größeren Platz. Ich parkiere - setze mich ein wenig raus - sonnig aber frisch - und lese, gemieße.
Hinter mir spielen Kinder - punktlich um halber7e holen Muttis ihre Sprösslinge zwecks Verköstigung. Es wird ruhig.
B3 verkündigt voon einem 4.0 der Eintracht gegen Gladbach. In Gladbach! Ja Wahsinn!!! Bierchen schmeckt
nochmal so gut. Nacht!

Sonntag - 12.09: Der Sonntag beginnt very frisch. Die sternenklare Nacht - unglaublcher Anblick!!! - hat das schon
angekündigt. Frühstück und los. Den Guffert will ich heute. Der steht trotz seiner nur 2.100ungrad wuchtig über dem
Ort und verspricht über die Nordwandroute auch eine kleine Kraxelei. Mit dem Mobil zum Ausgangspunkt - dort für
2 Öhren nen Ganztagesticket erworben und schon geht es los. Einsam durch Wälder - schattig und kühl. Bis
zum Einstieg in die Nordroute:





Im unteren Teil ist die Route seilgesichert - wohl nicht der Schwierigkeit, mehr der Schmierigkeit wegen.




Aber sobald man aus der Schattigen Nordflanke in die Sonne kommt ist alles wieder easy. Und warm wird
es auch.

Weiter oben gelangt man auf den Grat des Normalweges - und - da Sonntag und Münchner Hausberg - auf
reichliche Wanderströme. Die Aussicht ist es aber wert:

Panorama unterhalb des Gipfels – Gipfel beim Stitchen leider gekappt:





Der Ausblick auf Steinbach - mein vergangenes Nachtquartier:




Der Abstieg über den Normalweg gestaltet sich unendlich lang - gefühlt zumindest. Und ich schnappe
einen Spruch einer Ehefrau zu ihrem Herrn und Gebieter auf, der wohl die Tourlänge betrifft und
da lautet: der Guffert, der lässt sich bitten. Jepp - recht hat sie - 1300m Höhe wollen gestiegen sein.

Beim Abstieg leise Servus:




Um 18.00 Uhr bin ich wieder beim Wagen. !0h war ich unterwegs - das spüre ich ein wenig. Also Boiler für Dusche an
und auf warm wasser gewartet. Nach dem Duschen geht es frischfrommfröhlich weiter. Hier will ich nicht nächtigen
gen Inntall soll es gehen.

Am Achensee vorbei, nach Jenbach runter und ein wenig eine Straße am nördlichen Ende des Inntales lang.
Und in einem Ort an einer Kirche finde einen Parkplatz, schön hinter einer Hecke, und ich quartiere mich ein.
Von hier aus habe ich anderen Tages die Möglichkeit ins Zillertal - Hochfügen war angedacht - oder - je nach
Wetter ganz was anderes. Ein wenig fernsehen, dann ruft der Schlaf.

Montag - 13.09. Der Morgen begrüßt mich prasselndem Regen. Und mein erster Blick nach draußen
bestätigt die Akustik: alles nass. Heute ist ein Fahrtag angesagt. Das Wetter auf Servus Österreich besagt
die hiesige Nässe auch für deen nahen Süden. ja saber!

Frühstück und spontan entscheide ich mit den ersten Selbstzündungen meines Heimes für die Fahrt übern Brenner.
Bepperl für 10 Tage gekauft und die Brennerstraße rauf. Noch frisch Brot und zwei Faschierte für zum Mittag
- derfs noch was sein - nein dankschön - bitteschön - gerngeschehn. An so Freundlichkeit muss man sich
tatsächlich erst gewöhnen.

Die fahrt übern Brenner gleicht einer U-Boot-Tour. Scheibenwischer tut Dauerdienst. In Sterzing ein wenig weniger
und weiter nach Süden geht der Niederschlag in Niesel über. Und ab Bozen hat es dann tatsächlich zwar tiefe
Wolken aber nix feuchtes mehr. Meine Mentalplanung sagt - Gardasee bzw. die Berge dort. Auch die Richtung
passt - es wird heller!

Am späten Nachmittag schraube ich mich eine kleinere Bergstarße den Monte Bondone hinauf - zunächst
auf mein Navi vertrauend, welches mich durch eine Minidorf mit entsprechend engen Gassen zu lotsen
versucht. ?krampe, elendige! Aber nach zwei Anläufen und einem Wendemanöver auf engstem Raum erreiche
ich in so 1.000m Höhe den Ort Lagolo - eine italienische Sommerfrische mit kleinem See, einigen Ferienhäusern
und wohl dem Leistungszentrum für Sommerskilanglauf. Während meines abendlichen Spazierganges - es ist
frisch und sehr windig, wobei letzteres für nen Wetterwechsel spricht - begegnen mit unzählige von diesen
Ersatzsportartsportlern. Auch eine Junge mit unendlich langen Beinen und gar nicht unschönem Anblick.

Mein Quartier ist ein Parkplatz unweit des Sees. Windgeschützt. Einsam und nachts sehr ruhig.

Dienstag - 14.09: Der Dienstag hält sein Wetterversprechen. Ich bin zwar noch im Schatten aber die sonnig
beschienenen Hänge über mir künden von Kaiserwetter. Und tatsächlich - nach kurzer Fahrt erreiche ich die
Hochebene mit mir gerade entfallenem Namen und dem typischen Blick auf die Tre Cime:



Ich steuere den großen Parkplatz an der Kreuzung an - hier hat wohl ein Artgenosse die Nacht verbracht.
Die noch junge Sonne wärmt mein noch kaltes Mobil, Klamotten an und auf gehts. Der Monte Cornetto soll
es heute sein. Knapp unter 2.200 Meter und der rechte Gipfel auf obigem Bild.

Die Tour auf diesen eine nicht so schöne Kriegsvergangenheit aufweisenden Gipfel entpuppt sich als Genusstour
hoch drei. Eine gleichmäßige, angenehme Steigung und oberhalb der Baumgrenze eine Aussicht ohne Worte:




Der Gipfel ist ein durch und durch von Stollen und Kriegsgräben durchsetzter Felsen. Vor weniger als hundert
Jahren werden die Menschen hier oben wohl kaum einen Blick für die Schönheit der Umgebung gehabt haben:





Blick aus einer Unterkunftshöhle nach Norden:




Unterhalb des Gipfelfelsens - der Blick nach Süden - hinter dem Massiv im Mittelgrund ist Riva:




Ganz oben - mal ohne, mal mit mich:





(p.s: das Kreuz war vorher schon krumm!)


Beim Abstieg fällt mir ein, dass ich den Kühlschrank nicht auf Gas gestellt habe. Aber wasn profanes
Problem angesichts der genossenen Aussicht. Und wieder unten hat es doch noch genug Restkälte
im Kühli. Also was solls.

Ich stelle meinen Stuhl samt Tisch raus, esse während mein Duschwasser warm wird. Genieße die
Aussicht. Und die Sonne. Ein Offenbacher Womo begrüßt mich aus der Ferne mit einem 'Ei Gude wie'.
Der Parkplatz leert sich. und wie ich der letzte bin - so um 19.00 - verziehe ich mich wieder runter.
Von hier oben möchte ich eh keine Tour mehr machen, die Nacht wird kalt und da unten in Lagolo
wars eh nicht schlecht. Gesagt gefahren, runter, gleicher Platz wie gestern. Und auf einer kleinen
Runde um den See skatet auch die Langbeinige wieder an mir vorbei. Ach ja...

Mittwoch - 15.09: meine zweite Nacht hier in lagolo verlief ebenso ruhig wie die erste. Und auch der
Blick raus zeigt bestes Wetter. Frühstüch und früh los - runter. Habe noch kein rechtes Ziel, auf
der Fahrt beschließe ich einen Wanderruhetag einzulegen. Riva. Flanieren. Schauen, genießen.
In einem Gewerbegebiet - laut Navi noch 3km nochwas zum Strand parke ich, Radl raus - ab zum See.

Erster Anlauf: Seeufer. viele aber nicht zu viele Touries bevölkern die Uferpromenaden. Gegen Mittag
steuere ich eine Pizzaria an. Finalisiere das mahl mit einem Espresso. Radele wieder an den See. Nochn Eis.
Drei große Klackse auf ne Miniwaffel - da hat die Hand auch was von. Rast auf ner Wiese. Mein Buch.
Lausche wie ein Strandpapagallo ne Jungsche neben mir anbaggert. Kassiert ne Abfuhr. Klasse Mädel!
Wetter immer noch schön - ein leichter Dunst macht sich in der Höhe breit.

Um 15.00 wieder zum Womo. Einpacken - Klima an los. Raus aus Riva. Die Hauptrichtung gen Roveretto.
Mein Navi leistet sich beim Navigieren zur Monte Balso Hochstraße nen Tiefpunkt. Dörfchen, enge Gassen.
Navimodus muss auf Smart eingestellt sein. Werde ich prüfen. Auf der Hauptstraße erreiche ich auf
ausgeschildertem Weg die Hochstraße. Kehren, Kurven, Kehren. Weiter oben. Blutsturz. Naturtunnel.
Höhe wird mit 2.50m angegeben. Kurzer Halt - Papiere - passt, beschließe ich. Ist ja ain Rundprofil, die
Lucken oben habe ich dicht gemacht und außerdem dramatisieren die Italieners immer so. Schön mittig
durch - passt doch!

Weiter oben in einer KKehre und einer Passhöhe neben einer Albergo finde ich einen Platz für die Nacht.
Kurze Orientierung - ich bin 500 Meter unter dem Monte Altissimo. Aha. Strenger Wind kommt auf. Ich stehe
aber in Windrichtung, also passt das für die Nacht. Die wandertouristen machen sich langsam ab - ich
beschließe noch rasch auf den Altissimo zu steigen. Es ist 17.00 Uhr, sonnig und der Wind kann mich mal.

Der Aufstieg lohnt sich, stelle ich alsbald fest. Die aufkommende Bewölkung verleiht der abendlichen Szenerie
zusätzlich an Eindruck. Im Westen also doch was Neues:



Blick auf meinen Schlafplatz beim Abstieg:




Noch vor Achte bin ich wieder unten. Kalt ist es geworden und der Wind hat was stürmisches. Also nix
mit draußen sitzen. Mache es mir drinnen gemütlich, Bierchen - arbeite seit Grenzübertritt nach Austria eine
Palette GutBesserGösser ab - es wird dämmerig. Ein Selbstzünder parkiert sich neben mich. Ein T4/T5
schwarz in Campingausführung - sie geht mit Hund Gassi - er baut innen für die Nacht um. Ich spare mir das
Prozedere und schmeiße mich nach hinten in meine Heia. Nacht! Momment! Noch mal kurz auf - Lüftung Umluft.
Wieder ins Bett - Nacht! Jetzt ist trotz Sturm auch ruhig.

Donnerstag - 16.09: Es hat sich etwas eingenebelt - dafür ist der Sturm weg. Noch vorm Frühstück - bin spät
dran - es ist nach 8e - fahre ich los. Vergewissere mich vorher kurz, ob Nachbars schon wach. Ja - sie geht mit
Hundi Gassi. Ob schon wieder oder immer noch - egal. Will ein paar Kilometer weiter auf einen Parkplatz.

Den erreiche ich als meine Motortemperaturanzeige die erste Bewegung macht. Hier auf dem sehr schrägen Platz
hat eine älterer Duc die Nacht verbracht. In einem so schrägen Winkel, dass er nur mit Vollgas, schleifender
Kupplung und durchdrehenden Reifen fortkommt. Ich finde oben eine Stelle, die mich halbwegs eben aufnimmt.
Check - ja passt. Frühstück - umziehen - der Berg ruft.

Die Cima Valdritta ist mein heutiges Ziel - doch das Wetter zeigt sich nicht nur bedeckt sondern irgendwie nicht
besonders aussichtsreich. Oben von der Bergstation der bahn, welche von Malcesine (oder wie sich das schimpft)
heraufführt kann man den Lago nur erahnen. Kalt isses. Gehe den Grat weiter gen Süden - beschließe, wenn
erster Gipfel dicht ist umzukehren. Will keine Bewegungstherapie - will ja was sehen.

Doch dann - ein Wunder? Nö - nur die Nebelschwaden werden lichter und nach und nach tut sich eine Sicht nach unten
auf. Großartig!

2.100 Meter überm See:



Auf dem scheinbar unendlichem Weg zum Gipfel schließe ich auf zwei Hübsche auf. Oben darf ich ihr Gipfelglück
auf Chip bannen - den ihren. Aber mein leeres Kreuz hat ja auch was:



Der Abstieg wieder zurück auf Los ist ebenso endlos - nun aber deutlich interessanter:




Um Sechse erreiche ich mein Ducele. Eine Glöckchen schwingende Kuh hat sich in ihn verliebt und umkreist ihn
immer wieder. Kauend, sich an ihm reibend. Bin heute platt. Umziehen ins Nachtkleid, ab ins Bett. Lese ein wenig
- das Buch begleitet mich in den Schlaf. Selbst die Kuhglocke draußen und die Gelegntlichen Rempler können das
nicht verhindern.

Freitag - 17.09: Nebel. Leichter Niesel. Damit sind die Höhepunkte dieses Morgens beschrieben. Von meiner Freundin
mit Glocke nix zu sehen - Nebel - und nix zu hören. Weg.

Nachm Kaffe also aufn Weg. Wegen meiner Tunnelphobie wähle ich den Weg nach Avio runter. Tanke an einem Brunnen
noch mein Frischwasser auf. Und nach gefühlt 200 Kehren bin ich unten im Tal. Leichter Regen. Beschleiße wieder nach
Norden zu fahren. Erst mal Bozen, dann sehen wir weiter.

Bolzano zeigt helleres Wetter - lasse mich zur Fahrt aufs Penser Joch verleiten. Da könnte ich dann morgen auf
wieheißtnochmaldasHorn? Doch jeglicher Optimissmus wird mit jedem Kilometer durchs Sarntal erstickt. Besser
gesagt ersoffen. Oben am Joch Nebel und Niesel. Mittagsrast. Suppe. Kaffee. Nachtisch. Details habe ich
verdrängt. Nach einer Stunde Beschluss: Brenner und Tschüß.

Sterzing hat heute nix anziehendes an sich. Oben am Brenner halte ich kurz und schaue mir diesen komischen
Einkaufspalast an. Naja.

Kurz hinterm Brenner fahre ich ins Obernberger Tal und die Straße lang bis ganz ans Ende. Wanderparkplatz
- kostenpflichtig von 8 - 18.00. Es ist nach 5e. Beschließe vorsätzlich nicht zu zahlen. Nach 18.00 Uhr - uff geschafft.

Das Lokal hat außen eine Speisekarte, die sofort ein nächstes Lokal empfiehlt. Leberkäs mit Ei und Pommes. Das
am Abend und der Schlaf hat was narkotisches an sich. Bereite mir getrocknete Steinpilze in Kreuterbutter
und Spätzle zu. Lecker! Kurz vor der Gallenkolik ein Schnäppsle - Vodka - Restbestand. Radio ein. Muss ewig
suchen bis was halbwegs passendes kommt - Radio Maria ist heut nicht mein Ding. Bundesliga Deutschland:
Eintracht zuhause 1:0 gegen Freiburg vergeigt. Die Flasche Vodka wird die Nacht nicht überleben.

Samstag - 18.09: In der Nacht hat es mehrmals laut geregnet, kann mich aber auch an einen kurzen Besuch
vor der Türe mit Sternenhimmel erinnern. Ok - kann auch Einbildung sein. Nun um halb 8te - bin spät dran - regnet es
nicht aber es ist so bis unter 2.000m bewölkt. Überlege hin und her - bleibe ich - fahre ich weiter. Beschließe zu
bleiben und füttere die Parkuhr nun kurz nach 8te mit 3 Öhren und mache mich alsbald auch den Weg zum Portjoch.

Ein kleiner Bergsee verleiht dem GrauinGrau dieses jungen Samstages etwas Idyllisches:




Nach einigen Kilometer auf normalen Waldwegen - irgendwie habe ich heute etwas träges in mir - erreiche ich den Anstieg
hinauf zum Joch. Im Nebel über eine Hochfläche, dann Endaufstieg. Erreiche eine Grenze, die heute keine Bedeutung
mehr hat. Was das Schild für eine Bedeutung hat ist mir allerdings auch nicht klar:




Auf italienischem Staatsgebiet gehe ich eine Weile den Pferscher Höhenweg Richtung Brenner. Außer einer Herde
Schafe begegne ich niemandem. Dafür habe ich ab und an schöne Tiefblicke für mich alleine. Die Brennerstraße:



Kurz nach obigem Tiefblick tauche ich für den Rest des Tages in Nebel ein. Ein Wegweiser lässt mir die Qual der
Wahl:




Und nach einem langen Abstieg erreiche ich im unteren Beinbereich nass meine Mobilbehausung. Umziehen. Sitze
hinterm Lenker und beschließe - ab nach Insbruck oder so. Hier am Hauptkamm der Alpen wird das uU so schnell
nix mit gut Wetter. Der Wetterbericht auf Ö3 gibt mir recht - ab gehts.

Am frühen Abend erreiche ich das Inntal. nach 19.00 Uhr. Nach Westen schaut es besser als nach Osten. Also nach Westen.
In Telfs steuere ich den mir bekannten Platz zwecks Nächtigung an. Meine Runde durch den Ort verläuft gewohnt entäuschend,
die Pizza erweist sich als hervorragend, das Wetter hat sich zum besten gewandelt. Morgen werds schön - man wird es sehen.

Sonntag - 19.09: Gewohntes Morgenprozedere. Fahre los - steuere Richtung Imst - Piller Höhe will ich. Erreiche diesen
Aussichtsplatz am frühen Vormittag. Schnell ein Platz in der ersten Rehe mit Stein vorm Abgrund gesichert - falls die
Handbremse ein Formtief hat - und nach Wandermöglichkeiten gesucht. Der Fleck hier ist schön - die Nacht ist
gesichert:



Es ist Wochenende und der Parkplatz füllt sich stetig. Also los. Aifner Spitze - irgendwas mit 2.500 Meter - ideale Sonntagstour.

Durchn Wald erst mal zur Aifner Hütte:




Werde hier beim Abstieg in der Sonne sitzend zwei Flascherln Stiegl genießen. Muss ja nimmer fahren. Aber ich will ja nicht
vorgreifen.

Wer glaubt die Piller Höhe bietet eine unvergleichliche Aussicht, der sehe sich um eine wahre Aussicht betrogen. Hier oben, von
der kleinen Aifner Spitze wie es korrekt heißt, hat es eine Sicht ohne Gleichen:






Der Abstieg verläuft in Vorfreude auf das Stiegl im Sauseschritt. Und nach einer schönen Stunde vor der Hütte gehts beschwingt
zum Parkplatz. Den erreiche ich aber nur auf einem kleinen Umweg - irgendwie habe ich einen Abzweig verpasst. Höhenrausch?

Piller Höhe ist fest in niederländischer Hand. Sitze noch ein wenig in der Sonne, genieße die Aussicht und das Treiben. Irgendwann
bin ich fast alleine, es wird dunkel und nur noch die Leuts vom Restaurant teilen mit mir die Höhe. Der Sonnenuntergang ist vom
Feinsten. Doch den habe ich mit der Spiegelrflex gemacht und die Bilders habe ich noch nicht ausgelesen und hochgeladen. Egal.
Und gute Nacht!

Montag - 20.09: Heute möchte ich es ein klein wenig ruhiger angehen. Mehr als der Hochzeiger wird es nicht. Unspektakulärer
Gipfel:






Tourende wie gewohnt. Duschen - losfahren - sich neues Ziel überlegen. Heute will ich essen gehen - und so Otz oder so
soll es sein. Noch keine Ahnung wo ich am nächsten Tag hinauf will fahre ich nach Ötz. Und erlebe am frühen Abend eine
Entäuschung nach der anderen. WoMo-feindliche Zone. Scheinbar überall. Aber in Ötztal Bahnhof - einem Kaff mit dem
Charme von Chemnitz-Süd finde ich tatsächlich einen guten und ruhigen Platz. Eine kleine Runde durch den Ort führt mich zu einem
Imbiss-ähnlichen Lokal. In meiner Not und dank meines Hungers kehre ich ein und - man glaubt es kaum - speise draußen
sitzend - eine Grillplatte. Echt lecker. Schon schlechteres gehabt!

Dienstag - 21.09: Nacht war ruhig. Morgen beginnt neblig. Nein - die Frontscheibe ist angelaufen. Düse gleich nach dem Aufstehen
nach Kühtai hoch. Bin sehr früh oben. Noch kaum Wanderer. Frühstücke und beschließe mein Ziel für den Tag: den Pircher Kogel.
Die Massen werden wohl zum Finstertal Speicher hochsteigen. Da ist ein Ziel den Talhang gegenüber hoch umso besser.

Kaum erreicht man die erste Schulter schließt sich flacheres Gelände und dann der Aufschwung zum 2.828m hohen Kogel an.
Die Aussicht ist hier schon nicht schlecht:



Aber ganz oben - Ohne Worte. Blick auf die Straße Kühtai - Ötz:



Und dann die Aussicht allgemein:








Die Tour und die Aussicht haben mich wohl so überwältigt, dass ich nach dem Abstieg beschließe mir kein neues Wanderziel
zu suchen sondern mich so langsam gen Norden aufn Weg zu machen. Am diesem Dienstag fahre ich noch übern Arlberg,
den Hochtannberg bis in den Bregenzer Wald. Dort nächtige ich irgendwo - mal wieder in Nähe einer Kirche und setze meine
Fahrt am Mittwoch (22.09) gen Bodensee fort. In Friedrichshafen verbringe ich einen schönen Tag und nächtige in einem Wohngebiet
nicht weit vom See. Für den Donnerstag (23.09) habe ich mir eine Fahrt mitm Schiff nach Romanshorn vorgenommen. Doch der
Tag beginnt mit Nebel. So düse ich ab und mache auf nach Bad Offenbach am großen Fluss. Ich komme da erst spät an - aber meinen
Stammparkplatz hat irgenwer freigehalten. So endet auch in diesem Detail eine rundum gelungene Tour.

Tja - was soll ich sagen: Schee wars! :)

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Beduin am 11 Okt 2010 17:25:28

jaaaaaaaaa, sind auch schöne Bilder!
Und die Aussichten, einfach klasse!
Aber es ist soooooooooooooooo aaaaaaaaaaanstrengend da hoch :oops: :D

Norbert B. am 11 Okt 2010 17:56:47

Au Mann , soooo schön , Toll.

Danke

Anzeige vom Forum


Tipsel am 11 Okt 2010 18:02:24

Tolle Touren :respekt:
Super Bilder :respekt:
Klasse Bericht :respekt:

Gesamtnote SUPERGUT :daumen2:

Gast am 11 Okt 2010 18:11:06

Ich schaffe wenige Reiseberichte bis zum Ende, deine aber mit Genuss. Sie sind einfach toll und kurzweilig geschrieben UND wunderschön bebildert. Ich ziehe den Hut vor deinem Unternehmungsgeist. :flehan:

bernierapido am 11 Okt 2010 18:37:19

Toll geschrieben,
habe den ganzen Text und die Bilder auf einmal und ohne Pause verschlungen.

FJH am 11 Okt 2010 18:40:26

einfach spitze.
Wieviel Km bist du denn gekraxelt?
Hut ab.
LG
Franz

kirsche.ndh am 11 Okt 2010 19:50:52

Toller Bericht, aber was ist DSD ???????????
Bin mit den aküfi nicht so bewandert.

Gast am 11 Okt 2010 22:42:53

Einfach klasse, dieser kurzweilige Bericht.

Wandern und Womo, das passt irgendwie gut zusammen :wink:

Maxima am 12 Okt 2010 10:20:24

Wieder mal ein Traumreisebericht, leider habe ich im Moment keine Zeit, aber ich habe mir für dieses Schmankerl ein Lesezeichen gesetzt.

jorene am 12 Okt 2010 11:06:52

..erfrischend geschrieben , tolle Bilder !!!
Danke das wir es miterleben durften ...

uschi-s am 12 Okt 2010 12:34:35

Wunderschön, da wäre auch für mich etwas dabei gewesen. Tolle Aufnahmen, die machen Lust zum Wandern.

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