Hallo,
dies war unsere erste Reise mit dem Womo nach Südfrankreich, vorher mit Zelt und ausgebautem Ford Transit.
Reisebericht Südfrankreich 11. Juli bis 28. Juli 2002
Donnerstag, 11.07.02:
wie immer in den letzten 26 Jahren zieht es uns Richtung Süden. Wir starten nach einem halben Arbeitstag und nachdem das Wohnmobil gepackt ist, gegen 19 Uhr 30. Mein Einwand, wir sollten besser erst mal etwas schlafen und in der Frühe los fahren, findet bei meinem Mann kein Gehör. Aber so ist das immer bei uns, Hauptsache erst mal weg, schlafen können wir unterwegs schließlich überall. Wir fahren in Darmstadt auf die A5 und erreichen gegen 22 Uhr Breisach. Hier beschließen wir zu bleiben um zu schlafen. Der Stellplatz in Breisach ist direkt am Rhein und sehr groß und ruhig, leider nicht mehr kostenlos (5 € pro Nacht).
Freitag, 12.07.02:
am Morgen fahren wir Richtung Colmar über die Grenze nach Frankreich. Die Autobahn Colmar - Mulhouse ist hier mautfrei, erst nach Mulhouse erscheint das Schild „Peage a 1000m“. Hier verlassen wir die Autobahn und fahren auf der Nationalstraße Richtung Belfort - Montbeliard - Besancon weiter. Die Straße verläuft einen Großteil der Strecke im schönen Tal des Doubs. In Besancon biegen wir auf die N83 ab, Richtung Poligny - Lons le Saunier - Bourg en Bresse - Lyon. In Arbois, es ist kurz vor Mittag, beschließen wir eine Pause zu machen. Eigentlich wollen wir etwas essen und bummeln. Das ist ein Fehler, es ist Markttag und kein Durchkommen, kein Parkplatz zu finden. Irgendwie finden wir wieder heraus, wir sind aber auf dem Weg in ein kleines Nest zwischen Weinbergen und keine Wendemöglichkeit. Wir sehen in dem Nest einen Weinkeller und nehmen uns einige Flaschen mit, Arbois ist berühmt für seine Weine. Nachdem wir aus den Weinbergen heraus manövriert haben, fahren wir erst mal weiter. Wir beschließen, die Pause zu verschieben und Arbois auf dem Rückweg einen Besuch abzustatten. Kurz vor Lyon wird man automatisch auf die Autobahn geleitet, die rings um Lyon mautfrei ist. Wir fahren Richtung Marseille, sobald das bekannte Peage-Schild auftaucht verlassen wir die Autobahn. Bei Vienne überqueren wir die Rhone, um auf der anderen Seite auf der N86 weiter zu fahren. Langjährige Erfahrung hat uns gelehrt, dass man auf dieser Seite zügiger voran kommt, man hat zwar mehr Ortschaften, aber auch weniger Staus. An diesem Tag kommen wir bis nach Tournon sur Rhone, wo wir auf dem Campingplatz La Celliere für 11 € nächtigen. Gegen Abend fängt es an zu regnen.
Samstag, 13.07.02:
Es regnet. Wir fahren weiter auf der N86 bis Le Pouzin. Hier biegen wir ab auf die N104, um im Tal der Ouveze Richtung Privas - Aubenas zu fahren. Langsam bessert sich das Wetter, die Sonne lässt sich blicken. In Aubenas biegen wir auf die D579 nach Vallon Pon´t Arc ab. Endlich sind wir am Ziel. Vallon hat in der Ortsmitte einen großen Parkplatz, auf dem man mit Wohnmobilen übernachten darf. Die Parkgebühr ist gering, 3 €. Allerdings ist die Sanistation kaputt, entsorgen ist nicht möglich, es gibt nur eine Wasserzapfstelle auf dem Parkplatz. Inzwischen haben wir strahlenden Sonnenschein, aber starken Wind. Vallon liegt an der Ardeche und ist die Hochburg der Kanuten, und ist im Sommer leider sehr überlaufen. Wir wollen eine Nacht auf dem Parkplatz stehen bleiben und am nächsten Tag einen Campingplatz etwas außerhalb suchen. Wir haben vor, zwei bis drei Tage zu bleiben.
Sonntag, 14.07.02:
Es ist stark bewölkt und sehr windig. Um 8 Uhr in der Früh erscheint der Ortsscheriff um die Kurtaxe zu kassieren, 30 Cent pro Person. Nachdem wir einige Campingplätze abgeklappert haben (alle belegt), fahren wir kurzentschlossen weiter. Da wir die Gegend um Vallon schon von früheren Urlauben her kennen, verpassen wir ja nichts. Trotzdem, irgendwie müssen wir jedes Jahr nachschauen, ob die Ardeche noch da ist. Wir fahren weiter auf der D579 nach Barjac und dort weiter auf der D901 – D298 bis Goudarques an der Ceze. Hier finden wir auf einem Campingplatz noch ein Plätzchen und können endlich entsorgen. Leider sieht es nicht so aus, als ob sich das Wetter bessern würde. Bei Anrufen erfahren wir, dass es zuhause nicht besser aussieht. Wenigstens ist es hier nicht so kalt wie zuhause. Von anderen Urlauben wissen wir, dass die Regenwolken sich hier in der Gegend nicht so schnell verziehen, wir hatten hier schon öfter mehrere Tage Regen.
Montag, 15.07.02:
Wir haben die Nase voll von dem schlechten Wetter und beschließen, etwas weiter östlich und südlich an den Canon du Verdon zu fahren. Möglicherweise ist das Wetter dort ja besser. Über die D298 geht es weiter nach Bagnols und von dort über die N580 nach Avignon, dann über die D973 bis Cavaillon. Wir hätten auf der D973 bleiben sollen.... Sie führt im Tal der Durance an den Bergen des Luberon entlang nach Pertuis und weiter an den Verdon. Ich habe meinen Mann überredet, die Durance zu überqueren und am anderen Ufer auf kleinen Straßen weiter zu fahren, bekanntlich sieht man ja mehr von der Landschaft. Nach mehrmaligem falsch abbiegen (und wieder zurück müssen) finden wir endlich die Hauptroute wieder. Der Abstecher hat sich trotz allem gelohnt, wir stehen plötzlich an einem künstlich angelegten Irrgarten in einem Maisfeld. Wir besichtigen den Irrgarten aber nicht, wir wollen ja noch bis zum Verdon. Immer noch sind wir auf der anderen Seite der Durance und erreichen Peyrolles-en-Provenc an der N96, der wir nach Vinon sur Verdon folgen wollten. Ich schreibe „wollten“, denn hier nimmt mein Mann eine falsche Abzweigung und weigert sich zu wenden. Er meint, nach einem Blick auf die Karte, wir können ebenso gut hier weiterfahren. Wir sind auf einer kleinen Nebenstrecke, der D561, quer durch die Berge. Na gut, ich lotse uns durch die Berge, und endlich sind wir wieder auf einer Hauptstraße, der D71. Inzwischen ist es fast Abend und wir erreichen im strömenden Regen Quinson sur Verdon an der D11. Der dortige Camping Municipal hat zum Glück Platz, wir zahlen 11,30 € für die Nacht. Kurz nach uns kommen Schweizer an, die uns erzählen, dass sie nach einer Woche Dauerregen in Spanien auf der Heimreise sind. Auch jetzt regnet es noch stark und wir beobachten etwas schadenfroh einige Leute, die versuchen, mit Eimern und Schüsseln ihre Zelte trocken zu legen. Sie stehen mit den Zelten direkt in einer Kuhle, und anstatt das Zelt zu versetzen, schöpfen sie immer weiter, ohne großen Erfolg. Auch wir fragen uns, ob wir am nächsten Morgen weg kommen, oder in der Wiese versunken sind. Entsorgen geht auf diesem Platz nicht, es ist kein Ablauf vorhanden, allenfalls Toilette ausleeren würde gehen. Wir verschieben es auf den nächsten Tag, noch ist es nicht unbedingt nötig.
Dienstag, 16.07.02:
auf der D11 fahren wir bis zur Abzweigung der D111 nach Ste. Croix-de-Verdon am Lac de Ste. Croix. Hier gibt es einen schönen Stellplatz mit kostenloser Ver- und Entsorgung, was wir auch in Anspruch nehmen. Die Übernachtung kostet 5,00 €. Direkt am Seeufer gibt es weitere Parkplätze auf denen die Übernachtung allerdings verboten ist. Wir bleiben eine Weile und fahren dann an blühenden Lavendelfeldern vorbei um den See herum bis nach Les Salles-sur-Verdon. Endlich kommt auch die Sonne wieder hervor, allerdings nicht ohne Gewitter am Nachmittag. Verdon und Stausee haben eine wunderschöne Türkisfarbe weil das Wasser mit einer erheblichen Menge Fluor angereichert ist. Der Lac de Ste. Croix ist ein Stausee und das alte Les Salles-sur-Verdon ist darin versunken. Les Salles-sur-Verdon wurde komplett an höherer Stelle neu aufgebaut. Es gibt hier direkt am Seeufer zwei Campingplätze, aber sie sind belegt. Wir fahren daher zurück zum Ortseingang, wo wir bei der Ankunft einen Stellplatz gesehen haben. Es ist ein sehr großes Areal, ebenfalls mit kostenloser Ver- und Entsorgung und durch Bäume in Parzellen aufgeteilt. Fast wie auf dem Campingplatz, die Übernachtung kostet 6,10 €. Kassiert wird gegen Abend von einem Angestellten der Gemeinde, der bis weit nach Einbruch der Dunkelheit bleibt, um auch wirklich alle zu erwischen. Wir amüsieren uns über einige Wohnmobilisten, die öfter am Platz vorbei fahren und spät wiederkommen, und doch noch abkassiert werden.
Mittwoch, 17.07.02:
wir suchen uns einen Campingplatz, irgendwie ist es doch schöner, ordentlich Duschen zu können, auf Rasen zu stehen und sich mit Tisch und Stühlen ausbreiten zu können. Wir fahren Richtung Moustiers-Ste.-Marie und haben etwa 3 km davor Glück. Der Platz heißt Camping Saint-Clair und kostet 14,20 € pro Nacht. Heute ist der erste, richtig schöne Sonnentag und wir wollen mit dem Fahrrad nach Moustiers-Ste.-Marie. Der Versuch scheitert an der zu starken Steigung Richtung Ort und am lebensgefährlichen Autoverkehr auf der Straße. Wir fahren zurück zum Campingplatz und relaxen für den Rest des Tages.
Donnerstag, 18.08.02:
mit meinen spärlichen Französisch Kenntnissen frage ich an der Rezeption, ob es eine andere Strecke nach Moustiers gibt. Es gibt eine und wir setzen uns wieder auf die Fahrräder. Die Strecke führt durch Feld und Wald, hat zwar am Ende auch eine kräftige Steigung, aber diesmal kommen wir an. In Moustiers-Ste.-Marie hängt zwischen zwei Berggipfeln ein Stern an einer Kette. Diesen Stern soll ein Kreuzritter zum Dank für seine Heimkehr aus der Gefangenschaft im Orient im 13. Jahrhundert gestiftet haben. Berühmt ist Moustiers für seine Fayencen. Überall gibt es Brunnen mit herrlich klarem und sehr gut schmeckendem Trinkwasser. Nach einigen kleineren Einkäufen radeln wir zum Campingplatz zurück, diesmal auf der Hauptstraße, es geht ja nur bergab. Zu Mittag gönnen wir uns den ersten Restaurantbesuch, bisher haben wir selbst gekocht. In diesem Restaurant waren wir vor zwei Jahren und haben damals sehr gut gegessen, es war unter der Leitung zweier älterer Damen, und es gab sehr gute provencalische Küche. Der Besitzer hat gewechselt, es ist immer noch ganz gut, aber es fehlt das gewisse Etwas, außerdem ist es zu teuer für das was geboten wird. Am Nachmittag ziehen schon wieder Wolken auf und es gibt Gewitter.
Freitag, 19.07.02:
ursprünglich wollten wir nicht ans Meer, aber wegen dem ständigen Wetterwechsel überlegen wir es uns anders. Am Meer weht meistens der Wind und bläst die Wolken weg. Wir fahren also doch Richtung Süden ans Meer. Die Strecke durch den Canon du Verdon nehmen wir diesmal nicht, wir sind sie schon mit dem Pkw gefahren und wollen nicht unbedingt mit dem Wohnmobil durch die vielen Kurven. Über die D957 fahren wir Richtung Aups und von dort über die D557 nach Draguignan. Auf der N555 geht es weiter bis Le Muy und dann auf der D25 bis Ste. Maxime. Wir sind am Meer und richtig, hier ist das Wetter schön. Weiter an der Küste entlang auf der N98/D98 bis St. Tropez. Auch hier waren wir schon öfter und wissen, es gibt einen Parkplatz auf dem wir stehen dürfen. In einem großen Supermarkt kaufen wir für etwa drei Tage ein, dort wo wir hin wollen, gibt es nur kleine teure Läden, allenfalls kann man Brot, Salat und Obst dort einkaufen. Da unser Wohnmobil noch nicht mit einer Markise verziert ist, habe ich einen Geistesblitz und kaufe auch noch einen Sonnenschirm. Wir biegen in St. Tropez ab auf die D93 Richtung Ramatuelle. Nach St. Tropez geht es links ab zum Plage de Pampelonne. Dort gibt es einen Parkplatz, auf dem ein Teil für Wohnmobile reserviert ist. Wir stehen sogar auf Rasen und der Sonnenschirm macht sich auch sofort bezahlt. Entsorgung auf dem Platz ist kostenlos, für Frischwasser wird 3,00 € verlangt, Frischwasser gibt es von 9 – 10 Uhr und von 16 – 17 Uhr. Die Parkgebühr ist ziemlich heftig, 7,00 € am Tag plus 7,00 € für die Nacht. Wenn ich allerdings mit dem Preis des Campingplatzes nebenan vergleiche, sind 14,00 € wieder billig. Der Campingplatz kostet 35,00 € pro Nacht! Wir gehen an den Strand und legen uns in die Sonne, endlich schönes Wetter! Am Abend machen wir noch einen Spaziergang am Strand und besuchen eine Veranstaltung auf dem Campingplatz.
Samstag, 20.07.02:
heute ist faulenzen angesagt, am Strand liegen, schwimmen und lesen. Abends braten wir uns leckere Filet-Steaks und gehen später am Strand spazieren.
Sonntag, 21.07.02:
wir sind schon ein ruheloses Völkchen, es zieht uns schon wieder weiter. Auf der D98 fahren wir zurück Richtung St. Maxime und biegen auf die D559 ein nach Cavalaire sur Mer. Cavalaire hat einige Campingplätze, aber keinen Stellplatz, und so fahren wir an der Küste weiter Richtung Le Lavandou - Hyeres. Die Straße ist ziemlich verstopft und die Strände sehen genau so aus, wir entschließen uns, wieder ins Landesinnere zu fahren. Kurz vor Hyeres nehmen wir die D12 Richtung Brignoles. Ab Brignoles fahren wir auf der N7 Richtung Aix en Provence und bleiben auf der N7 bis Avignon. Immer weiter auf der N7 kommen wir durch Orange, bis wir schließlich in Pierrelatte abbiegen nach Bourg St. Andeol. Von hier fahren wir auf der D4 nach St. Remeze und befinden uns auf einem Hochplateau über der Ardeche, ganz in der Nähe von Vallon Pon´t Arc. Obwohl die Ardeche nicht weit weg ist, ist St. Remeze ein eher verschlafenes Dorf, man hat hier auch Tourismus, aber viel mehr Ruhe.
Auf dem Camping du Lavoir gibt es für uns noch Platz. Hier ist es herrlich ruhig, es kommt kaum einmal ein Auto vorbei, man hört nur die Zikaden. Es gibt ein kleines Schwimmbad auf dem Platz, zum Einkaufen hat man etwa 5 min. ins Zentrum. Das Waschhäuschen ist winzig, gerade mal eine Toilette und eine Dusche pro Damen und Herren. Die Übernachtung wird hier pro Person bezahlt, der Standplatz selbst kostet nichts und wir zahlen 12,60 € pro Nacht, incl. Strom. Wir haben immer noch schönes Wetter! Abends kochen wir selbst, doch mein Mann wird später noch mal hungrig und wir gehen essen, das zweite mal bis jetzt. Nicht dass jetzt hier der Eindruck entsteht, wir wollten sparen, wir sind in früheren Urlauben fast nur Essen gewesen. Das Kochen im Wohnmobil macht einfach mehr Spaß als früher mit Zelt oder teilausgebautem Bus.
Montag, 22.07.02:
wir faulenzen, schwimmen und lesen. Unser Wassertank wird langsam leer und auf dem Campingplatz gibt es keine Möglichkeit einen Wasserschlauch anzuschließen. Auf meine Liste der fehlenden Dinge wird ein Wasserkanister gesetzt. Ich stelle eine gefüllte Wasserflasche in den Waschraum, damit wird die Toilette nachgespült, Not macht erfinderisch.
Dienstag, 23.07.02:
so langsam arbeiten wir uns Richtung Heimat vor. Von St. Remeze fahren wir zurück nach Bourg St. Andeol und dann auf der N86 an der Rhone entlang Richtung Norden. In Tournon sur Rhone können wir kostenlos entsorgen und Frischwasser tanken. Hier befindet sich auf einem Parkplatz am Ortsausgang eine Euro-Relais Station. Sogar am Strom anschließen kann man hier. Ich überzeuge meinen Mann, dass wir unbedingt noch einen Abstecher in die Auvergne machen müssen. Leider fällt mir das etwas spät ein, die Strecke über Aubenas und Le Puy wäre mit Sicherheit landschaftlich noch schöner gewesen. So biegen wir nach Tournon auf die D82/N82 ab, Richtung St. Etienne. In St. Etienne verfahren wir uns und brauchen einige Zeit, bis wir die D8 nach Montbrison finden. In Boen geht es weiter auf der N89 bis Thiers. Ein Stück hinter Thiers biegen wir ab auf die D906 in Richtung Le Puy. In Courpiere folgen wir der D7 auf die D311 Richtung Aubusson d´Auvergne. Hier folgen wir den Schildern Lac de Aubusson zum Parkplatz am See. Es ist schon Abend als wir ankommen, und es stehen mehrere Wohnmobile auf einer großen Wiese. Der eigentliche Stellplatz soll doch geschottert sein? Egal, wir stellen uns dazu. Der Stellplatz kostet 5,00 € pro Nacht, Ver- und Entsorgung ist kostenlos. Man sollte sich aber mit Lebensmitteln eindecken, im Ort Aubusson gibt es keinen einzigen Laden. Hier treffen wir einen der Leute, die „nie“ in den Süden fahren, „es wird doch so viel eingebrochen und die Leute mit Gas betäubt“. Dazu möchte ich sagen, wir haben uns nie, kein einziges Mal, unsicher gefühlt. Wenn man einige Regeln beachtet, ist man in Frankreich nicht gefährdeter als anderswo. Wir fahren seit 26 Jahren regelmäßig jedes Jahr nach Frankreich und mir ist nur ein einziges Mal etwas gestohlen worden, und zwar der Badeanzug von der Leine und das auf einem Campingplatz. Den ganzen Tag hatten wir herrliches Wetter und die Strecke von der Rhone bis zum Lac de Aubusson ist sehr bergig. Je höher man kommt, umso mehr erinnert die Landschaft an die Alpen mit Nadelwald, grünen, saftigen Wiesen und Kühen, aber kleineren Gipfeln.
Mittwoch, 24.07.02:
Es regnet....nicht schon wieder! Wir brechen eiligst auf (ohne Frühstück), weil wir Angst haben, in der Wiese stecken zu bleiben. Tags zuvor musste schon ein Wohnmobil mit vereinten Kräften aus der Wiese geschoben werden. Schade, wir wären gerne noch etwas geblieben. Zurück über Thiers auf der N89, in Chabreloche biegen wir auf die D1 ein, Richtung St. Just en Chevalet. Dort geht es weiter auf der D53 Richtung Roanne. Die Strecke ist auch hier sehr bergig, teilweise 15 – 16 % Steigung, und erst kurz vor Roanne kommen wir in die Ebene der Loire. Wir sehen plötzlich einen Hinweis: Aire du Camping Car, und biegen kurz entschlossen ab nach Villerest. Villerest liegt an der Loire, die hier gestaut ist und einen großen See bildet. Direkt am Ufer hat die Gemeinde einen nagelneuen Stellplatz errichtet. Stellplatz, Ver- und Entsorgung sind kostenlos. Es ist noch nicht alles fertig, und es sieht so aus, als kämen auch Duschen hin, Toiletten sind schon vorhanden. Wir beschließen zu bleiben, es ist Mittag und wir haben Hunger. Am Nachmittag gehen wir in den Ort einkaufen und machen anschließend einen Spaziergang am Seeufer.
Donnerstag, 25.07.02:
über Roanne fahren wir auf der D482, der D487 und der D4 nach Chauffailles. Dann auf der D485 und der D37 nach Belleville und über die D17 und die D936 nach Bourg en Bresse. Ab hier sind wir wieder auf der größeren N83, auf der wir bis nach Arbois fahren. Heute ist kein Markttag in Arbois und wir fahren zum Campingplatz. Wir zahlen hier 14,50 € pro Nacht. Das Wetter hat sich etwas gebessert, mal Sonne, mal Wolken und den Rest des Tages relaxen wir.
Freitag, 26.07.02:
Arbois ist nicht nur berühmt für seine Weine, sondern auch für Käsefondue. Kurz vor Mittag steigen wir auf die Räder und fahren zum Restaurant La Finette, um Käsefondue zu essen, der dritte Restaurantbesuch dieses Urlaubs und der Beste. Wir sind so satt, dass wir anschließend erst mal die Räder eine Weile schieben. Wir sind dann aber doch noch eine kleine Tour gefahren. Zurück auf dem Campingplatz ist wieder faulenzen angesagt.
Samstag, 27.08.02:
wir starten endgültig Richtung Heimat. Auf der gleichen Strecke wie bei der Hinfahrt fahren wir zurück. Allerdings bleiben wir auch nach Colmar auf der französischen Seite, wir wollen noch einmal übernachten. Wir fahren nach Ungersheim, an den Stellplatz beim Ecomusee. Als wir ankommen, fällt uns ein unangenehmer Geruch auf, neben dem Parkplatz ist eine Halde aufgeschüttet, ob das mal eine Müllhalde war? Zwei Störche kommen zu uns und wollen gefüttert werden. Mist, Fotoapparat mal wieder nicht griffbereit! Der Geruch verleitet nicht gerade zum Bleiben und so fahren wir weiter bis Obernai, in der Nähe von Straßbourg.
Dort gehen wir ein letztes Mal auf den Campingplatz. Hier zahlen wir nur 10,30 € für die Übernachtung. Und hier gehen wir auch ein letztes Mal essen, mein Mann lässt es sich nicht nehmen, im Elsass seinen Sauerkrautteller zu essen.
Sonntag, 28.08.02
von Obernai über Straßbourg und Lauterbourg geht es nach Edenkoben in die Pfalz. Dort machen wir noch mal Pause, trinken Kaffee und fahren dann über Neustadt zur A5 und nach Hause. Leider haben wir bei der Abfahrt vergessen, den Kilometerzähler zurück zu stellen. Wir sind schätzungsweise ca. 3000 km gefahren, davon nicht einen mautpflichtigen Kilometer auf der Autobahn. Dafür sehr viele Kreisel und sehr viele schöne Strecken, Landschaften, an denen man auf der Autobahn nur vorüber rauschen würde. Besichtigungen haben wir diesmal auch nicht gemacht, das haben wir in den Jahren zuvor schon getan.

