svoop am 03 Jun 2011 10:35:01 Hallo
Wir haben unser Womo mit zwei Solarpanelen und einer dicken Batterie (>70kg) ausgestattet, ein kleines Windrad kommt wohl noch dazu.
Jetzt überlege ich mir, ob ich die Anlage auch benutze, wenn das Wohnmobil neben unserem Zuhause steht - zumal da statistisch gesehen jeden dritten Tag der Mistral bläst.
Um eine 12V Leitung vom Wohnmobil ins Büro zu ziehen, kommen allerdings ca. 100m Leitungslänge (50m hin, 50m zurück) zusammen und um einen akzeptablen Spannungsabfall zu haben, müssten die Kabel 15mm Durchmesser haben.
Daher frage ich mich, ob ich die Idee gleich begraben soll, oder ob allenfalls ein hoch- und wieder heruntertransformieren helfen könnte. Vielleicht hat jemand Erfahrungen mit so einem Projekt?
Cheers, -sven
lahmeente am 03 Jun 2011 10:52:14 Hi,
hast du einen 230V Wechselrichter im Womo ? Wenn Ja nimme den, und geh mit einem Normalen Stromkabel ins Haus, eine 50m Kabeltrommel ist auch im Wohnmobil gut zu gebrauchen.
Ansonsten 100m Kupferkabel ist nicht billig, wenn dein Windrad 12V liefert und du es hoch wandeln willst über ein Gleichstromwandler (Schaltnetzteil), dann bist du ab 100W Leistung schon soviel Geld los, daß es sich eher lohnt wie oben beschrieben einen Wechselrichter zu kaufen.
LahmeEnte
Knuffel am 03 Jun 2011 10:56:24 svoop hat geschrieben:Um eine 12V Leitung vom Wohnmobil ins Büro zu ziehen, kommen allerdings ca. 100m Leitungslänge (50m hin, 50m zurück) zusammen und um einen akzeptablen Spannungsabfall zu haben, müssten die Kabel 15mm Durchmesser haben.
Ganz blöde Frage - warum willst Du das Kabel vom Womo ins Haus und wieder zurück legen? Willst Du Wäsche aufhängen ;) ?
kassiopeia am 03 Jun 2011 11:17:01 Vielleicht, weil man einen geschlossenen Stromkreis braucht, damit der Strom auch fliesst?!
Sven, wie willst du den Strom denn drinnen verwerten? Soll der an eine vorhandene PV-Anlage angedockt werden? Dann musst du auf die Spannung der vorhandenen Modulstraenge (+Verluste) transformieren und kannst es dann ueber eine Trenndiode parallel schalten.
Oder soll der Strom im Buero genutzt werden - dann brauchst du vermtl. 230V Wechselstrom, den du aber nicht ohne teures Equipment in den vorhandenen 'Feststromkreis' einspeisen kannst.
Und bei Niederspannungstransport sind entweder die Verluste zu gross oder die Kabel sehr teuer... das ganze scheint mir nicht so leicht sinnvoll zu realisieren zu sein...
svoop am 06 Jun 2011 11:25:20 lahmeente hat geschrieben:hast du einen 230V Wechselrichter im Womo ? Wenn Ja nimme den, und geh mit einem Normalen Stromkabel ins Haus, eine 50m Kabeltrommel ist auch im Wohnmobil gut zu gebrauchen.
Ich habe derzeit nur einen kleinen 100W Wechselrichter. Aber ein grösserer wäre schon eine Alternative, immerhin könnte ich dann im Haus einen Teil des 220V Netzes über einen Schalter isolieren und zwischen E-Werk und Wohnmobil schalten. kassiopeia hat geschrieben:Sven, wie willst du den Strom denn drinnen verwerten?
Primär geht es ums Büro, also Licht und Computer. Die Notebooks laufen aber schon jetzt direkt an 12V, weil wir mehr als das halbe Jahr sowieso im Wohnmobil durch die Lande ziehen und von dort aus arbeiten. Die 12V-Verbraucher sind also vorhanden. kassiopeia hat geschrieben:Oder soll der Strom im Buero genutzt werden - dann brauchst du vermtl. 230V Wechselstrom, den du aber nicht ohne teures Equipment in den vorhandenen 'Feststromkreis' einspeisen kannst.
Mal sehen: Die Netzteile der zwei Notebooks schlucken bei 230V je 1.5A max, also 690W. (Im Regelbetrieb dürfte es weniger sein, aber doch einiges mehr als die ca. 10A an 12V = 120W max mit den Gleichstromnetzteilen.)
Jedenfalls wäre dann ein Wechselrichter mit 700 ausreichend. Von Sinus kosten solche €437. Bei 700W Last würde die 270Ah-Batterie dann nach 2:20h schlapp machen, wenn nicht gerade der Mistral bläst.
--> Link
Aber da ich an 12V nie mehr als 10A Verbrauch sehe, dürften die 1.5A an 230V wohl ein Maximum sein, wenn z.B. mit total entladenem Akku gearbeitet wird und der Mac eine Schnell-Ladung versucht.
Leider steht bei den Wechselrichtern nicht, was für einen Wirkungsgrad die haben. Es dürfte aber eh schwierig zu berechnen sein, was weniger Verluste verursacht: a) Wechselrichten, 100m Leitung (~), dann (Mac-Netzteile) wieder Gleichrichten. Oder b) Hochtransformieren auf z.B. 12V->60V, 100m Leitung (=), Runtertransformieren 60V->12V, nochmals Umtransformieren im Niedervolt-Netzteil der Macs.
Letzteres ist übrigens nötig, da MacBooks nicht fix 12V verlangen, sondern das Netzteil je nach Modus (Taktung, Akku laden ja/nein) zwischen 12V und 18V liefert.
felix52 am 06 Jun 2011 16:29:56 Moin Sven,
Um direkt zu Deiner Eingangsfrage zu kommen: Wenn Du ein 50 Meter langes 12 V Kabel legen willst, um anschließend einen WR zu betreiben, brauchst Du ein armdickes 12 V Kabel ( davon 2, also - und + ). Bei nur 10 M wären es schon mindestens 35 qmm, unterstellt, beim WR soll entsprechender Ladestrom und entsprechende Stromspannung für den WR ankommen. Deine Berechnung für die Kapazität des WR`s ist falsch, da Du Einschaltströme und Dauerbelastung nicht berücksichtigst. Vielleicht meldet sich ja hier n Elektrofachmann, der Dir gute Tipps gibt.
:)
a.w.meincke am 06 Jun 2011 16:50:12 müssten die Kabel 15mm Durchmesser haben.
wie errechnet sich denn das ? Dann müßte Dein Solarpanel ja über 300 A an Ladestrom liefern können....
svoop am 06 Jun 2011 16:50:28 Hallo Felix
felix52 hat geschrieben:Wenn Du ein 50 Meter langes 12 V Kabel legen willst, um anschließend einen WR zu betreiben, brauchst Du ein armdickes 12 V Kabel
Das würde ich so sicher nicht machen. Wenn Wechselrichter, dann wäre der im Wohnmobil am Anfang der Leitung, die mit 230V~ ins Haus zu 230V~ Verbrauchern geht.
Aber die Verbraucher sind eben Computer, deren Netzteile das ja wieder gleichrichten und heruntertransformieren, daher überhaupt die Idee, ein Gleichstromkabel ins Haus zu legen.
Aber ich sehe schon, damit diese Gleichstromleitung einen vernünftigen Querschnitt hätte, müsste kräftig hoch- und wieder zurücktransformiert werden.
oberstdorfer am 06 Jun 2011 17:07:27 Das ganze ist Quatsch. :?
Viel zu teuer und nicht Effektiv genug.
Nimm das Windrad vom Womo ab wenn du zu Hause stehst und machs in der nähe vom Haus fest. Dann kannst du dein 12 Volt Verbraucher direkt betreiben. Die Verluste durch den Wechselrichter und die lange Leitung sind viel zu hoch.
felix52 am 06 Jun 2011 17:26:06 Sven, ich zitiere Dich:
"Um eine 12V Leitung vom Wohnmobil ins Büro zu ziehen, kommen allerdings ca. 100m Leitungslänge (50m hin, 50m zurück) zusammen und um einen akzeptablen Spannungsabfall zu haben, müssten die Kabel 15mm Durchmesser haben."
Hab ich da was falsch verstanden?
:(
Und nur so würde es ja Sinn gemacht haben, Deine Läps an 12 V an zu schließen, selbst wenn sie partiell 19 V brauchen.
Andererseits kommst Du mit nem WR, der mindestens 1.500 Watt Dauerlast
vertragen sollte, wenn man vom durchschnittlichen Wirkungsgrad von max. 90 % ausgeht, beim anschließenden runterregeln auf 19 - 12 V auch nicht weit, abgesehen von den möglichen Fehlerquellen.
Es fragt sich ausserdem, wie Du trotz kräftiger Solarpanels selbst bei Vollsonne den nächsten Versorgungstag erreichst.
Und zum Windrad sag ich nur: Klein bis 40 W/h ist möglich, alles andere ist beim WoMo unrealistisch.
Ostwestfale am 06 Jun 2011 18:16:11 Hat hier irgendeiner wirklich nur ein bisschen Ahnung oder schreibt Ihr alle nur, damit die Tasten klimpern?
1. Punkt
Die Netzteile sind Weitbereichsnetzteile.
Somit kannst Du nicht einfach den angegebenen maximalen Primärstrom mit deiner vorherrschenden Netzspannung multiplizieren.
Den halbwegs richtigen Wert erhältst Du, wenn Du Ausgangsspannung mit maximalem Ausgangsstrom multiplizierst. Dies ist aber auch ein Spitzenwert, der in der Regel nicht dauerhaft entnommen werden kann.
Die reale Eingangsleistung widerum kann man abschätzen, indem man von üblicherweise 85% Wirkunsgrad ausgeht. Also max. Ausgangsleistung x 1,2 so in etwa.
2. Punkt
Eine andere Lösung als einen guten Sinus-Wechselrichter gibt es n.m.M. nicht. Jedoch sollte eine Fernabschaltung relisiert werden, damit der Wechselrichter im Leerlauf nicht über mehrere Tage hin dann doch die Batterie leer nuckelt.
Die notwendigen Querschnitte um auch nur 10 Ampere verlustarm (Spannungsfall < 1 Volt für Hin- und Rückkabel) zu leiten rechne ich erst gar nicht. Das wird so dick und damit teuer, da hast du von einem guten Wechselrichterund einem anständigen 230 V - 2,5 mm² Kabel für geringeren Einstandspreis deutlich höheren Mehrfachnutzen.
Und an den 230 kannst Du auch noch viele andere Geräte betreiben ohne auf 12 V - Fähigkeit achten zu müssen.
svoop am 16 Jun 2011 11:03:11 Danke für die Antworten, auch wenn die Zahlen im einzelnen vielleicht nicht immer stimmen ist doch klar, dass 12V= Leitungen nur innerhalb des Gefährts Sinn machen. Für eine Leitung ins Haus also zuvor auf 230V~ wechselrichten - allenfalls mit Abschaltautomatik.
Zwei kleine Nachträge:
Die MacBooks schlucken zwar zwischen 12V= und 18V=, aber um das zu regeln ist ein kleines Netzteil nötig, das immer 12V= zieht und entsprechend der momentanen Anforderung des Macs die Spannung regelt. Man könnte auch direkt 16V= anlegen, dann deaktiviert der Mac aber das Laden des Akkus (denn dafür zieht er 18V=). Apple hat das zugegeben etwas eigenwillig gelöst.
Das Windrad aufs Haus ummontieren reicht leider nicht, denn es braucht ja auf jeden Fall eine Batterie als Puffer. Und die aus dem Wohnmobil kann ich nicht einfach so hin- und hertragen, denn es ist ein 270Ah Klopper von Mastervolt, der >70kg wiegt.
Gast am 16 Jun 2011 17:05:43 svoop hat geschrieben:Das Windrad aufs Haus ummontieren reicht leider nicht, denn es braucht ja auf jeden Fall eine Batterie als Puffer. .
Das stimmt nur bedingt. Wenn das Windrad nicht mehr Energie ins Hausnetz einspeist, als die Grundlast, die durch ständig laufende Geräte (Elektrowecker, Umwälzpumpen, Telefone, TV/Video/Sat im Standby usw.) benötigt wird, ist kein Puffer notwendig.
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