workout72 hat geschrieben:Gibt es da auch noch andre?
Eine privat organisierte Verschiffung wird höchstwahrscheinlich im Container am besten funktionieren.
Du kannst jede Reederei hierzu anfragen, vorzugsweise in Hamburg oder Bremen.
Es ist möglich, den Container frei stehend ab / bis Containerterminal zu übernehmen und dann quasi vor Ort in den Container einzufahren und dann selbst zu verschließen, bzw. direkt am Containerterminal wieder zur Verschiffung einzuchecken.
Denk aber an ausreichende Ladungssicherung und dein Auto sollte unbedingt unverschlossen sowie absolut leer sein!
Auch leicht entnehmbare Wertsachen wie Flachbild-
Fernseher oder DVD- Spieler sollten nicht im Fahrzeug verbaut sein, ich würde mir sogar den Ausbau des Radios überlegen.
Schon angesprochen wurde die Haftung:
Unbedingt hier eine eigene Versicherung eindecken!
Für Transporte nach Übersee gilt das Seerecht, was bei Verlust eine Haftung von 666,67 SZR je Packstück (also dein Auto) oder 2 SZR je Kilo vorsieht, je nachdem, welcher Betrag höher ist.
Ein SZR (Sonderziehungsrecht) hat aktuell einen Gegenwert von ca. 0,87 Euro.
Das heißt, du bekommst im Falle eines Verlustes für dein Fahrzeug gerade mal 580 € bei der Pauschalabwicklung ersetzt!
Wiegt dein Wagen angenommen 3 Tonnen, sind es immerhin etwas über 5.000 €, was aber auch meist nicht den Wert eines Freizeitfahrzeugs ausgleicht.
Hier also unbedingt beim Reeder oder einem freien Versicherer eine Zusatzversicherung eindecken.
Zu den Kosten werden dir sicherlich verschiedene Reeder Auskunft geben.
Probiere es mal bei P&O, Hamburg Süd, MSC, usw.
Mache aber am besten gleich zu Gesprächsbeginn darauf aufmerksam, dass du die komplette Abwicklung inkl. Zoll von deinem Reeder erledigt haben möchtest.
Sich als Privatperson durch die Zollformalitäten zu wurschteln ist eine Lebensaufgabe!
Die korrekte Bezeichnung laut Incoterm wäre hier "DDP" was "Delivered Duty paid" ab einem genau zu benennenden Punkt der Übergabe an dich in Argentinien darstellt, idealerweise ab einem Kai im Zielland (z.B. Buenos Aires, La Plata, Rosario, etc.), wo du dann auch gleich den Container nach der Zollbeschau quasi "zurückgeben" kannst.
Aus dem Bauch heraus würde ich mal aauff eine Rate inkl. Container von 2-2,5 T€ tippen, für die Zollformalität ohne ggf. erforderliche Bürgschaft etwa nochmals 500,- € extra.
Ich kenne mich hier allerdings mit den nationalen Vorgaben Argentiniens nicht so gut aus und weiß nicht, ob du "zollfrei" durch das Land fahren darfst, würde aber mal spontan vorschlagen, die argentinische Botschaft hierauf anzusprechen.
Ferner bieten einige Reedereien an, den Container dann noch mit übrigen Sachen "beizuladen", dann wird es ggf. etwas billiger, dauert dann aber auch im Ankunftshafen länger, bis dieser in einer Containerpackstation wieder ausgepackt wird und man meist nie so genau sagen kann, wann das sein wird.
Als Fahrtdauer für deinen Container kannst du mindestens 3 Wochen rechnen, das heißt abgeben in Hamburg und dann drei oder besser 4 Wochen später hinterher fliegen.
Mitfahren auf einem Frachtschiff ist eher ungewöhnlich und wird für gewöhnlich nicht gemacht.
"klassische" Fährschiffe gibt es meiner Meinung nach in Richtung Südamerika nicht.
Einzig große Ro-Ro- Schiffe sind speziell für den Autotransport ausgelegt, allerdings bieten diese die Plätze niemals an Privatpersonen an.
Andere Idee wäre ein Schiff komplett oder in Teilen zu chartern. Vielleicht macht Seabridge es genau so, aber ich denke, dass daher dann auch die Preise stammen.
workout72 hat geschrieben:Wie kommen der Bus zum Hafen?
Du kannst bei einigen Reedern anfragen, ob du den Container z.B. auch schon bei einer Containerverladestelle LKW/Bahn in deiner Nähe bekommen kannst.
Meist haben die Reeder vor Ort dann eine Agentur oder einen lokalen Partner, der den Vorlauf per Bahn oder LKW zum Seehafen organisiert.
Ulm und München haben z.B. solche CT- Hubs, allerdings sind solche Vorlauf- / Nachlaufkosten bis zum Seehafen meist teurer (mehrere hundert Euro), als wenn du dein
Womo selbst nach Hamburg fährst und dann im im Hafen direkt zur Verladung anlieferst.
Fazit: Selber machen ist möglich, spart vielleicht die Hälfte, kostet aber auch viel Zeit und Nerven.
Björn