Dies vor allem deshalb, weil ich vor Beginn dieser Instandsetzung versucht habe, mich mittels WWW schlau zu machen und in diesem Forum auf viele gute Tips und Bilder gestossen bin – vielleicht kann ich mit meinem Bericht auch eine Hilfe sein. :)
Muss aber vorausschicken, daß ich absolut kein Fachmann auf dem Gebiet bin - da gibt es andere in diesem Forum!
Es darf also nicht davon ausgegangen werden, daß alles, was ich gemacht habe, auch 100%ig richtig ist...
Das Hauptaugenmerk der Reparatur lag auf möglichst geringen Kosten- und Zeitaufwand.
Dennoch habe ich für Zerlegung und Neuaufbau 7 Tage und für die Komplettierung weitere 3 Tage gebraucht.
Jetzt aber zum Bericht:
Als Laie auf dem Gebiet der Wohnmobile und -wagen habe ich beim Kauf die deutlichen Anzeichen eines Wasserschadens in Form von Alupickel aussen und Falten innen nicht gesehen, vorhanden waren sie jedenfalls zur Genüge.
Man beachte die Wellen an der Decke nächst den Hängekästen und die Falten rund ums Fenster:
Als der örtliche Campingmobilhändler bei unserem ersten Besuch die Nase rümpfte und mich auf ein kleines Festigkeitsproblem hinwies, hörte ich erstmals die Alarmglocken läuten.
Wie was Wasserschaden?? Wieder daheim, wollte ich Gewissheit ... und ich bekam sie...
... da musste ich erstmal tief Luft holen. In Österreich nennt man das eine g'schminkte Leich'. Ein Griff ins Braune, hier sogar wörtlich in Form von Schimmel.
Aber was solls, man wächst doch mit der Aufgabe. :twisted: Also allen Jammer freilegen und entfernen, bis wieder gesundes Holz zum Vorschein kommt, so hab ichs bei anderen auch gesehen.
Dosiertes Nachschau halten:
Als Schadensursache vermute ich ein eingedrücktes Dach im Bereich der Wohnraumtür; aussen ziemlich viel Dichtmasse, dazu war die Dachreling in dem Bereich verbogen - das läßt Rückschlüsse auf ein mechanische Überbeanspruchung der Dachkonstruktion zu.
Auch das ein Warnhinweis, den ich hätte erkennen sollen...
Aber weiter mit der Arbeit; raus mit dem Torf.
(Wer sich jetzt fragt, warum es keine Bilder der Bodenplatte gibt: Die war zum Glück noch nicht angegriffen und bedurfte nach gründlicher Nachschau keiner weiteren Zuwendung.
Einzig oberhalb der "Wand-Boden-Verbindung" habe ich eine zusätzliche Leiste eingeklebt, um mehr "Fleisch" für die Befestigung der Sperrholzplatte zu erhalten):
Beim letzten Bild sieht man deutlich, daß ich keinen Neuaufbau angestrebt, sondern nur eine zweckmäßige Instandsetzung verfolgt habe. Ich hätte ja auch die ganze Dachkonstruktion erneuern können...
Nun war der ganze Mist entfernt und als nächstes habe ich mir Gedanken über einen "Anschluss" neu an alt machen können. An der Wand kein Problem, weil eh fast alles hinüber war, was einmal tragende Leiste gewesen ist.
Am Dach war eine freigelegte intake Leiste in Verlängerung der Dusche-Kleiderkasten-Trennwand hilfreich; hier konnte ich meinen "Hilfsrahmen" (Fotos weiter unten) festmachen und so eine stabile Verbindung schaffen.
Wo eine solche Leiste fehlte, habe ich eine eingeleimt und -geklebt, um später das Sperrholz anschlagen zu können.
Als Grundgerüst dienen ein paar Fichtenleisten vom örtlichen Holzhändler, gehobelt, 4,8x2,7cm. 5m lang, nicht teuer. Ideal für meine Zwecke.
Die habe ich dann mit Sikaflex-Kleber 252 an die Alu-Aussenhaut geklebt und zusätzlich untereinander mit Holzleim verbunden. Das war, nachdem alles getrocknet war, schon ziemlich stabil.
Beim Leisten verlegen hätte ich beinahe die beiden Halteleisten für die Hängekästen (braune "Schatten" an der Aluwand) einzubauen vergessen; merke: eigene, zusätzliche Leisten ersetzen die originalen nicht! :D
Die oberste Leiste der Wand habe ich um eine Leistenbreite unter der Dachkante angebracht, damit nachher bei der Dach-Wand-Anbindung kein Hohlraum entsteht.
Der Dach-Hilfsrahmen selbst ist an der freigelegten gesunden Originalleiste der Dachkonstruktion verleimt und verschraubt und liegt auf der Wand-Holzkonstruktion (dort ebenfalls verleimt und verschraubt) auf.
Die Dachleiste von aussen gesehen; die Dachhaut liegt später ohne Hohlraum auf
Der Dach-Wand-Anschluß nach erfolgter Eindichtung mit Dekalin (man sieht: keine Sonneneinstrahlung mehr :D ):
Nach der Dichtheitsprobe war die Dämmung dran; 3cm-Styroporplatten wurden mit einem Heissdrahtschneider in Form und Stärke gebracht und mit Sikaflex vollflächig verklebt:
Als nächstes war schon wieder die Sperrholzschicht dran, original wohl 3mm; nunmehr 4mm dick. Wird wohl vom Gewicht her nicht so ins Gewicht fallen...
Das Sperrholz wurde wieder geleimt und geschraubt und auf das Styro mit Sika verklebt. Der Kaminausschnitt erfolgte mit der alten Schul-Laubsäge. Gut, daß ich meine Schulsachen aufgehoben habe! :D
Aufmerksame Beobachter erkennen jetzt auch die Schrauben der beiden noch rechtzeitig eingesetzten Hängekästen-Leisten am Sperrholz.
Als nächstes die Stöße abschleifen und verspachteln...
Nach gründlichem Staubwischen (Gattinnenarbeit :D ) Anbringen der DC-Fix-Folie.
Erfahrungswert: Immer die schmalen Rollen kaufen (rd. 50cm) und verarbeiten, die breiten (knapp einen Meter) sind nur schwer faltenfrei aufs Sperrholz zu bringen. :roll:
Das originale braune Kederband zwischen Wand und Decke habe ich durch eine schwarze L-Leiste aus Kunststoff (2x1cm) vom Baumarkt ersetzt, die läßt sich auch schön um die Alkovenkante biegen und mit kurzen Stiften leicht festnageln.
Zuletzt noch alles wieder zusammenbauen und Leisten etc. komplettieren, und schon sind sie fertig:
Die hinterste Deckenleiste habe ich auf Wunsch meiner Gemahlin weggelassen, sie meinte, der nun auch farblich abgetrennte hintere Bereich sollte nicht durch eine Leiste optisch geteilt werden. Auch gut.
Aufs Dach werd' ich meinem Womo auch nicht mehr steigen, jetzt, wo ich die Konstruktion besser kenne... :wink: Wieviel (ver)trägt so ein Holzaufbau im Allgemeinen überhaupt?
Die Kosten für die Aktion lagen bei rd. 400,- Euro, der Zeitaufwand bei 10 Tagen.
Mir macht Fotos Anderer gucken immer Spass, und hilfreich waren sie mir im Vorfeld dieser Reparatur noch dazu - ich hoffe, ich kann mit meinen Bildern auch jemanden dienlich sein...
in diesem Sinne,
mfG Raimund
PS Kommentare und Kritiken erwünscht.

